Schmerzlinderung in den Wehen
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Schmerzlinderung in den Wehen

Möglichkeiten um die Schmerzen erträglicher zu machen - Werdende Mamas können es kaum erwarten, nach 9 Monaten Schwangerschaft ihr Baby endlich in den Armen zu halten. Bei der Vorfreude schwingt bei vielen Frauen aber immer auch Unsicherheit mit, wenn es um die Geburt an sich geht.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Do, 04/17/2014 - 09:24 Fri, 10/05/2018 - 17:02

Schmerzlinderung in den Wehen

Dabei steht eine Frage häufig im Mittelpunkt: Kann ich die Schmerzen bei einer Geburt überhaupt aushalten? Die Frage kann nicht so leicht beantwortet werden, da jede Frau die Geburt und die damit verbundenen Schmerzen individuell erlebt. Darüber hinaus kann die Zeit der Entbindung stark variieren: Bei einigen Frauen dauert die Geburt nur wenige Stunden, andere müssen die Wehen 12 Stunden oder länger aushalten.

Die gute Nachricht für alle werdenden Mamas: Es gibt eine Vielzahl an Methoden, um die Wehenschmerzen zu lindern und erträglicher zu machen. Egal ob Sie im Krankenhaus, im Geburtshaus oder zu Hause entbinden: Ihre Hebamme steht Ihnen während der Geburt mit Rat und Tat zur Seite und kann Sie im Vorfeld über verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung aufklären.

PDA: Die wirkungsvollste Art der Schmerzlinderung

Eine Standardmethode der Schulmedizin, die bei einer Geburt immer häufiger zur Schmerzlinderung angewendet wird, ist die Periduralanästhesie, kurz PDA. Dabei wird von einem Anästhesisten ein lokales Betäubungsmittel in die Rückenmarksregion der Schwangeren gespritzt. Die Periduralanästhesie ist besonders wirkungsvoll: Frauen spüren fast keine Wehen mehr, sind aber dennoch bei vollem Bewusstsein und können die Geburt miterleben.

Schwangere müssen sich nicht sofort für eine PDA entscheiden. Wenn der Muttermund allerdings schon zu weit geöffnet ist, ist es für die Betäubung zu spät.
Die PDA hat keine Auswirkungen auf das Baby. Für die Mutter können aber trotzdem Nebenwirkungen wie zum Beispiel starker Blutdruckabfall oder Kopfschmerzen auftreten. Auch beim Setzen der Spritze in die Rückenmarksregion besteht immer ein Restrisiko.

Einige Gebärende empfinden es außerdem als unangenehm, wenn die Beine sich durch die PDA schwach oder sogar taub anfühlen. Ein weiterer Nachteil: Frauen sind unter der Geburt häufig auf die Liegeposition beschränkt, da sie durch die tauben Beine keine weiteren Positionen ausprobieren können. Dadurch kann sich die Geburt unter Umständen länger hinziehen.

Darüber hinaus müssen sich Gebärende auf die Anweisungen der Hebamme beim Schieben (früher: Pressen) verlassen, da sie aufgrund der Betäubung die starken Wehen nicht spüren können. Manche Frauen empfinden diese Einschränkung als unangenehm.
Besprechen Sie die Vor- und Nachteile der PDA am besten vor dem Geburtstermin ausführlich mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Hebamme.

Alternative Methoden der Schmerzlinderung

Viele Frauen möchten das Wunder der Geburt bewusst erleben und auf die PDA verzichten. Damit die Wehenschmerzen etwas erträglicher werden, können Hebammen verschiedene alternative Heilmethoden anwenden. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass Sie mit Hilfe dieser naturheilkundlichen Methoden nicht völlig schmerzfrei sind. Die alternative Medizin kann aber Schmerzen lindern und erheblich zur Entspannung beitragen.

Atmung

Die richtige Atmung ist das A und O, um die Wehen erträglicher zu machen. In jedem Geburtsvorbereitungskurs wird deshalb der Atmung ein besonders großer Teil gewidmet. Schwangere lernen, die Wehen "wegzuatmen". Was von vielen werdenden Eltern in den Kursen häufig belächelt wird, hat einen tieferen Sinn: Eine tiefe und gleichmäßige Atmung entspannt die Mutter und trägt außerdem dazu bei, dass das Baby im Mutterleib ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Akupunktur

Bei der Akupunktur handelt es sich um ein über 2000 Jahre altes Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die von Hebammen häufig zur Linderung der Wehen angewendet wird. Dabei werden Nadeln etwa 3 Millimeter tief an festgelegten Punkten für etwa 20 Minuten in die Haut gesetzt. Diese Punkte befinden sich auf den Energielinien des menschlichen Körpers, auch Meridiane genannt.

Die Nadeln sind so dünn, dass Sie die Stiche kaum merken werden. Der große Vorteil dieser sanften Heilmethode: Akupunktur hat keine negativen Auswirkungen auf die Mutter und das Baby.
Akupunktur wird übrigens mit wachsender Beliebtheit als Geburtsvorbereitung ab der 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt: Die Behandlung sorgt für eine leichtere Geburt und bei vielen Frauen sogar für eine verkürzte Geburtsdauer.

Homöopathie

Homöopathie ist eine ganzheitliche Medizin, die in allen Stadien einer Geburt von einer Hebamme mit Zusatzausbildung eingesetzt werden kann. Am verbreitetsten sind die kleinen Zuckerkügelchen, Globuli genannt, die gezielt zur Einleitung und Förderung der Wehen, zur Schmerzlinderung und bei der Nachgeburt gegeben werden.

In der Homöopathie gibt es eine Vielzahl an Wirkstoffen, die individuell auf die körperlichen und seelischen Ansprüche der Frau bei einer Entbindung abgestimmt sind. Die Globuli werden einfach unter die Zunge gelegt, lösen sich langsam auf und entfalten ihre Wirkung.

Die Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts in einem Selbstversuch herausfand, dass "Ähnliches mit Ähnlichem" geheilt werden kann. Bis heute gilt dieses Ähnlichkeitsprinzip als Grundlage der Homöopathie.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Ein Stoff, der Übelkeit verursacht, kann in potenzierter, homöopathischer Dosis bei Übelkeit helfen. Die Homöopathie ist frei von Nebenwirkungen und kann Frauen während der Geburt bedenkenlos gegeben werden.

Bachblüten

Eine weitere alternative Heilmethode, die Frauen während der Entbindung helfen kann, stellen die Bachblüten dar. Bei Bachblüten handelt es sich um Extrakte aus 38 verschiedenen Blüten, die sich auf negative Emotionen wie zum Beispiel Angst oder Stress positiv auswirken können.

Entdeckt wurde diese sanfte Heilmethode vor über 70 Jahren von dem Engländer Dr. Edward Bach. Bachblüten werden auf die Zunge geträufelt oder mit Wasser verdünnt und üben eine beruhigende Wirkung auf die Gebärende aus. Sie bekämpfen zwar nicht direkt den Wehenschmerz, können aber zur Entspannung beitragen und dadurch zum Beispiel Ängste und Unsicherheiten verringern.

Da die Bachblüten keine Nebenwirkungen haben, können sie bedenkenlos Schwangeren und Kindern verabreicht werden. Am bekanntesten sind bei uns die Notfall- oder auch Rescue-Tropfen der Bachblüten-Therapie, die Menschen in seelischen Extremsituationen helfen sollen.

Warme Bäder

Ein Bad im warmen Wasser kann die Wehen mildern, da es sich entspannend auf den Körper auswirkt. Die Muskeln werden weicher, der Beckenboden elastischer. Viele Frauen finden es besonders angenehm sich vom Wasser tragen zu lassen. Wenn Sie über eine Wannengeburt nachdenken, sollten Sie das im Vorfeld mit Ihrer Hebamme besprechen.

Nicht alle Krankenhäuser verfügen über ausreichend Wannen in den Kreißsälen, deshalb ist eine vorherige Anmeldung sinnvoll. Ein angenehmer Duft mit Aroma-Ölen oder die Lieblingsmusik können eine entspannte Atmosphäre verstärken.

Massage

Vor allem die Massage am Kreuzbein empfinden Schwangere während der Wehen als besonders angenehm. Ihre Hebamme, der werdende Vater oder eine andere Begleitperson kann diese Massage mit wenigen Handgriffen durchführen. Oft wird diese Entspannungs-Massage im Geburtsvorbereitungskurs besprochen.

Es ist aber auch möglich, dass Sie unter den Wehen Körperkontakt als besonders unangenehm empfinden. Probieren Sie dann einfach etwas anderes aus, das Ihnen gut tut.

Überblick über die Methoden der Schmerzlinderung:

  • Periduralanästhesie (PDA)
  • Atmung
  • Akupunktur
  • Homöopahtie
  • Bachblüten
  • Warme Bäder
  • Massage

© Jenny Sturm - Fotolia.com

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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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