Wickelkommoden

Wickelkommoden Ratgeber

Bereits vor der Geburt sollten sich werdende Eltern überlegen, wie und wo sie ihr Baby wickeln möchten, denn nach der Geburt muss das Baby täglich mehrmals gewickelt werden. Dieser Ratgeber informiert darüber, was Mama und Papa bei der Auswahl einer passenden Wickelkommode beachten sollten, welche Modelle der Markt bietet und was es in puncto Sicherheit zu beachten gilt.

Vorteile einer Wickelkommode

Als Wickelunterlage eignet sich generell jede sichere Liegefläche mit ausreichend Platz – zum Beispiel ein stabiler Esstisch. Doch auch wenn dies im ersten Moment als günstige und unkomplizierte Lösung erscheint, besitzt eine Wickelkommode verschiedene Vorteile:

Insbesondere liegen die benötigten Wickel-Utensilien immer griffbereit, weil um die Wickelkommode als fest eingerichteter Wickelplatz vom Windelvorrat bis zu Pflegeprodukten meist alles seinen Platz hat. Ein Tisch muss gegebenenfalls erst freigeräumt werden und das Wickeln am Boden ist für die Eltern auf Dauer unbequem.

Und auch die Hygiene spielt eine Rolle, denn die Auflage auf der Wickelkommode ist in der Regel gut abwaschbar. Darüber hinaus ist die Wickelkommode mit ihren seitlichen Begrenzungen sicherer als beispielsweise ein Tisch. Auch wenn Eltern aus Sicherheitsgründen in jedem Fall immer eine Hand am Kind haben sollten.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Bei der Wahl der passenden Wickelkommode spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Verfügt sie über alle nötigen Funktionen und Eigenschaften, um im Alltag wirklich nützlich zu sein? Welche Funktionen besitzt sie vielleicht nicht, wodurch am Wickelplatz eine andere Lösung gefunden werden muss ? Und hat sie die passenden Maße für den vorgesehenen Standort? All diese Fragen sollten Eltern bei der Auswahl berücksichtigen.

Größe der Liegefläche

Das A und O der Wickelkommode ist eine Auflagefläche, auf welcher das Baby sicher liegen kann. Je nach Modell ist die Liegefläche unterschiedlich groß. Experten empfehlen eine möglichst große Liegefläche. Denn während das Baby direkt nach der Geburt noch vergleichsweise ruhig ist, wird es bis zum 7. Lebensmonat immer aktiver und versucht außerdem, sich zu drehen. Eine große Wickelfläche bietet deswegen nicht nur zusätzliche Ablagefläche für Wickelutensilien, sondern auch Freiraum für die Bewegungen des Babys.

Daher lautet die Empfehlung, eine Wickelkommode mit einer Liegefläche von mindestens 55 cm Breite und 75 cm Tiefe anzuschaffen. Wickelkommoden mit Unterschrank sind in der Regel größer als Wickelregale oder Wickeltische. Wickelkommoden, wie sie beispielsweise von Pinolino angeboten werden, können sogar bis zu 150 cm breit sein. Schardt bietet beispielsweise ergänzend zum Sortiment der Wickelkommoden auch Wickelregale an, die mit 57 cm Breite und 75 cm Tiefe einerseits weniger Platz bieten, dafür aber platzsparend sind.

Passend zur jeweiligen Größe der Liegefläche, die die Wickelkommode bietet, sind auch Wickelauflagen erhältlich. Die Standardmaße liegen bei 75 x 85 cm (große Wickelauflage) bzw. 50 70 cm (schmale Wickelauflage).

Eltern, die die Wickelkommode möglichst lange nutzen möchten, sollten sich für ein Modell mit entsprechend großer Liegefläche entscheiden. Denn Babys wachsen schnell und die Beinchen ragen sonst schon bald über den Rand hinaus.

Höhe der Wickelkommode

Um ihren Rücken zu schonen, sollten Eltern eine ausreichend hohe Kommode kaufen. Es ist angenehm, in möglichst aufrechter Haltung zu wickeln. Als Faustregel sollten sich Eltern mit einer Körpergröße von 1,60 m für eine Wickelkommode mit einer Höhe von rund 85 cm entscheiden. Ab 1,70 m ist eine Tischhöhe von 95 cm bis 105 cm angemessen.

Sind Mama und Papa sehr unterschiedlich groß, kann zum Beispiel ein an der Wand montiertes Wickelregal von Vorteil sein, bei dem die Wickelauflage höhenverstellbar ist.

Nutzungsdauer der Wickelkommode

Eine ausreichend große Wickelkommode kann solange genutzt werden, bis das Kind trocken ist, was häufig mit etwa 3 Jahren der Fall ist.

Je größer und stabiler die Wickelkommode ist, desto länger kann sie auch über die Wickelzeit hinaus praktisch sein: Manchmal putzen Eltern ihrem Kind auf der Kommode noch die Zähne, ziehen es dort an oder massieren es.

Bei einigen Wickelkommoden lässt sich der Wickelaufsatz abnehmen. Diese können dann als einfache Kommoden im Kinderzimmer weiterverwendet werden.

Ausreichend Stauraum

Beim Thema Stauraum bieten die verschiedenen Kindermöbel unterschiedliche Möglichkeiten: Die Wickelkommode ist häufig mit Schubladen, seltener auch mit Türen und Einlegeböden ausgestattet. Je größer die Kommode, desto mehr Platz finden Windelvorrat, Puder, Tücher, Spielzeug und vieles mehr. Wickeltische sind kleiner als Kommoden, bieten jedoch mit ein bis drei Ablageflächen ebenfalls eine Möglichkeit, das notwendigste Zubehör griffbereit zu platzieren. Im Vergleich zur Wickelkommode sind Wickeltische jedoch meist an den Seiten offen.

Ebenso wie der Wickeltisch ist auch das Wickelregal mit Untergestell weniger breit und an den Seiten offen. Auch solche Regale sind mit ein bis drei Einlegeböden ausgerüstet, sodass alle wichtigen Utensilien Platz finden. Einige Regale werden an der Wand angebracht und bieten den Eltern kleine Ablageflächen oberhalb des Wickelbereichs.

Wickelkommoden: Der richtige Standort

Wo soll die Wickelkommode aufgestellt werden?

Am Wickelplatz sollte sich nicht nur das Baby oder Kleinkind wohl und geborgen fühlen, auch für Mama und Papa ist es ein möglichst angenehmer Ort, da sie dann umso mehr in der Lage sind, ein positives Gefühl an das Baby weiterzugeben . Doch nicht jede Wohnsituation bietet genügend Platz für jede Wickelkommode. Eines der wichtigsten Auswahlkriterien ist der Platz, der im Zimmer oder im Bad zur Verfügung steht.

Da eine Wickelkommode im Gegensatz zu Wickeltisch oder Wickelregal größer und massiver ist, sollte sie einen festen Standort erhalten. Wickeltische und Wickelregale sind häufig mit Rollen oder Ausklapp-Funktionen ausgestattet. Darüber hinaus gibt es Bade-Wickelkombination, meist bestehend aus einem Gestell mit Babybadewanne, auf der eine Wickelauflage platziert werden kann. Diese Alternativen zur klassischen Wickelkommode benötigen weniger Platz und können variabel in verschiedenen Räumen genutzt werden. Vor dem Kauf sollten Eltern sich also anhand der Gegebenheiten in der Wohnung für einen Standort – oder aber für eine bestimmte Wickelkommoden-Variante entscheiden:

  • Eine Wickelkommode sollte von zwei Seiten gut erreichbar sein.
  • Es sollte eine angenehme Temperatur (23° C bis 25° C) herrschen (zum Beispiel im Bad) oder die Möglichkeit bestehen, einen Heizstrahler / eine Wärmelampe einzusetzen (im für einen gesunden Babyschlaf deutlich kühleren Schlafzimmer).
  • Zugluft sollte problemlos unterbunden werden können.
  • Bietet die Wickelkommode, der Wickeltisch oder das -regal keinen Stauraum für Utensilien, sollten entsprechende Möbel in der Nähe sein.
  • Ein hygienischer Windeleimer direkt neben der Wickelkommode ist sinnvoll.
  • Die Wickelkommode sollte immer an mindestens einer Wand stehen – nicht frei im Raum.
  • Besonders praktisch ist es, wenn sich eine Wasserquelle in der Nähe befindet.
  • Idealerweise sollte sich Spielzeug (z.B. Mobiles) über der Kommode (zum Beispiel an der Decke) anbringen lassen.

Diese Kriterien sorgen dafür, dass die meisten Eltern ihre Wickelkommode im Bad aufstellen, doch ist prinzipiell jede Position im Haushalt möglich – einzig die Küche und das Esszimmer sollten aus Hygienegründen nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn sich wirklich nirgends ein guter Platz findet.

Die Wickelkommode und Alternativen

Jede Art des Wickelplatzes bietet andere Vorteile und je nach den individuellen Bedürfnissen entscheiden sich Eltern für eine der zur Auswahl stehenden Optionen.

Die Wickelkommode

Die klassische Wickelkommode besteht aus einem Schränkchen, dessen Wickelfläche mit einer ausreichend hohen Absturzsicherung versehen ist. Da Stürze beim Wickeln für Kinder eine der häufigsten Unfallursachen darstellen, sollte eine solche Absturzsicherung immer vorhanden sein. Zusätzlich ist die Wickelkommode, je nach Modell, mit Schubladen, Türen und Einlegeböden ausgestattet, wodurch genügend Stauraum unter anderem für alle Wickelutensilien entsteht.

Die Größe der Fläche ist abhängig von der Größe der Wickelkommode.

Wickelkommode

Der Wickeltisch

Im Gegensatz zur Wickelkommode besteht der Wickeltisch aus einer Auflagefläche, die sich auf einem zu den Seiten offenen Untergestell befindet. Der Tisch ist kleiner und weniger massiv als die Kommode, kann dafür jedoch in einigen Fällen zusammengeklappt werden. So lässt er sich problemlos beispielsweise hinter einem Schrank verstauen, solange er nicht gebraucht wird – eine optimale Lösung, wenn wenig Platz zur Verfügung steht.

Besitzt der Wickeltisch Rollen, so ist er auch dadurch flexibler einsetzbar als eine Wickelkommode. Einige Wickeltische, wie beispielsweise Modelle von Pinolino, verfügen außerdem über Einlegeböden, die zusätzliche Ablagefläche gewähren – dies ist jedoch nicht Standard.

Eltern, die sich für einen Wickeltisch ohne zusätzliche Ablagefläche entscheiden, sollten darauf achten, dass Windeln, Puder und ähnliche Utensilien trotzdem in Griffweite sind. In einem solchen Fall ist auch ein Wickeltisch von 55 cm Breite und 75 cm Tiefe ausreichend.

Ein zusammenklappbarer Wickeltisch kann auch zu den Großeltern, Freunden oder in den Urlaub mitgenommen werden.

Die Bade-Wickelkombination

Hersteller wie Roba oder Geuther bieten neben der robusten Wickelkommode auch Bade-Wickelkombinationen an, da die meisten Eltern ohnehin im Bad wickeln. Diese Modelle sind mit einer kleinen Badewanne ausgestattet, die entweder unter dem Wickelaufsatz hervorgezogen wird oder sich neben der Wickelfläche befindet. Die Wickelfläche selbst ist mit weichem Schaumstoff sowie einem abwaschbaren, wasserabweisenden Bezug versehen.

Je nach Modell befindet sich die Bade-Wickelkombination auf einem eigenen Untergestell oder wird auf die normale Badewanne gelegt und dort kipp- und rutschsicher befestigt. Der Vorteil zur Wickelkommode ist, dass diese Variante besonders platzsparend und pflegeleicht ist. Kombinationen zum Aufsetzen auf die Badewanne sind aus rostfreiem Stahl und Kunststoff gefertigt und dadurch weniger anfällig für bleibende Spuren von Feuchtigkeit als Wickelkommoden aus Holz. Bade-Wickelkombinationen finden auch in kleinen Räumen und Bädern Platz – insbesondere, wenn sich Eltern für ein Modell ohne Unterkonstruktion entscheiden.

Wickelkommoden: Die Bade-Wickelkombination

Die Höhe der Wickelfläche entspricht bei einer Bade-Wickelkombinationen der Höhe der Badewanne. Mama und Papa müssen sich also beim Wickeln herunterbeugen.

Das Wickelregal

Als „Wickelregal“ bezeichnen Marken wie Schardt, Roba oder Geuther verschiedene Arten von Babymöbel, nämlich entweder ein Standregal mit Wickelfläche oder einen sogenannten „Wandwickeltisch“. Das Standregal verfügt oft über feststellbare Rollen sowie zwei bis drei Einlegeböden als Staufläche. Die Wickelfläche ist für die Sicherheit beim Wickeln mit erhöhten Seitenrändern versehen.

Wandwickeltische werden direkt an der Wand montiert. In geschlossenem Zustand verdeckt die nach unten ausklappbare Wickelfläche kleine Regalböden. Wandwickeltische sind somit deutlich platzsparender als eine Wickelkommode. In die Scharniere sind häufig Stoßdämpfer eingearbeitet. Dank diesen gleitet die Wickelfläche sanft und kontrolliert nach oben und unten. Wandwickeltische lassen sich meist einhändig ausklappen, sodass Mama und Papa ihr Kind nicht ablegen müssen, um das Wandregal bereit zu machen.

Wickelkommoden: Wickelregal

Da die Wickelfläche eines Wandwickeltischs eingeklappt werden kann, nimmt er weder viel Platz weg, noch sieht er unordentlich aus, wenn Gäste zu Besuch sind.

Der Wickelaufsatz (Wickelbrett)

Neben den bisher beschriebenen Möglichkeiten, den Wickelplatz einzurichten, werden auch einfache Wickelaufsätze (auch als Wickelplatte oder Wickelbrett bezeichnet) angeboten, die beispielsweise auf den Seitengittern des Kinderbetts aufgesetzt werden können. Die Aufsätze bieten, je nach Modell, eine Wickelfläche von rund 80 cm Tiefe.

Alternativ zum Wickelaufsatz für das Kinderbett bieten Marken wie Roba Wickelaufsätze an, die auf eine Kommode aufgelegt werden können. Zwar ist es eventuell nicht so leicht, den exakt passenden Aufsatz zu finden, jedoch kann die Kommode flexibel auch jederzeit (und insbesondere, wenn das Kind trocken ist) ohne Aufsatz (weiter)verwendet werden.

Wickelkommoden: Der Aufsatz

Das Babyzimmer 2-teilig und 3-teilig

Soll das Kinderzimmer mit zueinander passenden Möbeln ausgestattet werden, bietet sich der Kauf eines kompletten Babyzimmers im Set an. Babyzimmer werden entweder als 2-teilige oder als 3-teilige Ausführung angeboten. Die 2-teilige Ausführung beinhaltet in der Regel eine Wickelkommode und ein farblich dazu passendes Babybett. Die 3-teilige Ausführung enthält zusätzlich einen Kleiderschrank, der über zwei oder drei Türen verfügt.

Die Wahl eines kompletten Babyzimmers ist nicht nur aus optischen Gründen vorteilhaft: Eltern gehen so auch sicher, dass jedes der Kindermöbel die gleiche Qualität aufweist.

Materialien

Hersteller von Wickelkommoden arbeiten mit unterschiedlichen Materialen, die jeweils über Vor- und Nachteile verfügen.

Holz und Holzwerkstoffe

Viele Kindermöbel werden aus Massivholz gefertigt, jedoch kommen auch MDF- oder Spanplatten zum Einsatz:

  • Massivholz bzw. Vollholz ist besonders robust und langlebig, da das verarbeitete Holz komplett aus einem Baum stammt. Das bedeutet, dass die einzelnen Fasern vollständig erhalten sind.
    Da die Herstellung von Massivholz-Möbeln aufwändig ist, kann eine Massivholz-Wickelkommode deutlich teurer sein als ein Modell aus Holzwerkstoff. Die hochwertige Optik und Langlebigkeit sind diesen höheren Preis jedoch wert.
  • Pressspanplatten werden häufig als Trägermaterial verwendet. Auf ihnen wird eine dünne Dekorschicht aus Massivholz verklebt. So hat das Möbelstück eine hochwertige Optik, ist aber preislich günstiger. Ein Nachteil ist, dass Spanplatten im Vergleich zu Massivholz weniger robust sind, was dazu führt, dass das Produkt weniger langlebig ist.
  • Bei der sogenannten MDF – Mitteldichte Faserplatte – handelt es sich um einen „Holzwerkstoff“. Die Platten werden auf Basis von Holzfasern erzeugt und insofern nicht aus massivem Holz gefertigt. Die zerkleinerten Fasern werden mit einem Kunststoff oder Kunstharz vermischt, um einen Werkstoff zu erzeugen, der optisch wie Massivholz wirkt, ähnlich günstig wie Pressspanplatten ist, jedoch langlebiger und robuster. Vor allem im Bad ist dieses Material beliebt, denn aufgrund des Kunststoff- bzw. Kunstharz-Anteils nimmt es weniger Feuchtigkeit aus der Luft auf.

Werden Holzwerkstoffe in Babymöbeln verarbeitet, sollten Mama und Papa darauf achten, dass diese keine Schadstoffe, wie beispielsweise Formaldehyd, ausdünsten. Dieses kann zum Beispiel in Klebern vorhanden sein, falls die Platten nicht gesteckt oder verschraubt, sondern verleimt werden. Auch bei der Herstellung von MDF-Platten wird fast immer Formaldehyd eingesetzt. Das sicherste Zeichen für MDF-Platten ohne bedenkliche Formaldehyd-Ausdünstungen ist das Umweltzeichen „Blauer Engel“ mit dem schriftlichen Zusatz „weil emissionsarm“.

Wickelkommoden: Materialien

Kunststoffe

Kunststoffe kommen bei einer Wickelkommode kaum zum Einsatz – eventuell lediglich an den Kanten oder bei der abwaschbaren Auflagefläche. Dennoch sollten Mama und Papa auch hier auf Schadstofffreiheit achten. Insbesondere PVC-Elemente können Weichmacher (Phthalate) oder toxische Schwermetalle wie Blei oder Kadmium beinhalten.

In Wickelauflagen sind Phthalate mittlerweile europaweit verboten.

Lacke und Farben

Die Konsistenz von Lacken und Farben wird oftmals über die Zugabe von Lösungsmitteln verändert. Lösungsmittel bestehen aus flüchtigen Verbindungen, welche in die Zimmerluft ausdünsten. Aber auch Farben, die als lösungsmittelfrei gekennzeichnet sind, können mit Schadstoffen, wie beispielsweise Bioziden, belastet sein. Und auch Weichmacher kommen in Farben und Lacken zum Einsatz, welche ebenso in die Atemluft ausdünsten. Beim Kauf von lackierten Kindermöbeln ist außerdem darauf zu achten, dass speichelechte Farben auf Wasserbasis verwendet wurden.

Sicherheit und Siegel

Da die Gesundheit der Kinder immer im Vordergrund steht, unterliegen Kindermöbel-Hersteller besonderen Richtlinien, was Materialien sowie Produktionsstandards betrifft. Eltern können sich anhand von Zertifikaten versichern, wie die einzelnen Hersteller arbeiten und ob ihre Produkte in der täglichen Anwendung sicher sind.

DIN EN 12221

Jede Wickelkommode unterliegt den Sicherheitsstandards der DIN EN 12221. Diese regelt Anforderungen an die Größe der Wickelfläche, die Höhe des Seitenschutzes und die Konstruktion der Ecken. Auf Basis dieser DIN-Norm prüfen unabhängige Testinstitute, wie beispielsweise der TÜV oder die GTÜ, ob die Produkte den Sicherheitsanforderungen genügen. Die DIN EN 12221 schreibt beispielsweise Tests folgender baulicher Faktoren vor:

  • Ausreichend hohe, gepolsterte Seitenschutzränder
  • Abgerundete Ecken
  • Wickelhöhe: 85 cm bis 92 cm
  • Mindest-Wickelfläche: 55 cm Breite, 75 cm Tiefe
  • Mindestbelastbarkeit: 15 kg

GS-Zeichen

Das Zeichen „Geprüfte Sicherheit“ wird von unabhängigen Testinstituten vergeben, nachdem die Wickelkommode auf Basis des Produktsicherheitsgesetzes auf europaweit vorgeschriebene Sicherheitsaspekte geprüft wurde. Kindermöbel, welche mit dem GS-Siegel versehen sind, garantieren, dass sie die Gesundheit sowie Sicherheit einer Person nicht gefährden. Dabei werden auch die im Herstellungsprozess eingesetzten Materialien im Hinblick auf mögliche Schadstoffe beurteilt.

Blauer Engel

Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung und wird für besonders umweltschonende Produkte vergeben. Es ist insofern auch ein Hinweis auf die Schadstofffreiheit von Produkten. Eine Wickelkommode mit dieser Auszeichnung und dem Zusatz „weil emissionsarm“ ist auf Emissionen und Schadsubstanzen wie Formaldehyd, Lösungsmittel und Weichmacher getestet. Zudem zeichnen sich diese Babymöbel durch ihre Langlebigkeit und hohe Qualität aus, denn oftmals sind sie reparaturfähig und aus Naturholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gefertigt.

ÖkoControl-Siegel

Eine Wickelkommode, die mit diesem Öko-Siegel versehen ist, wurde aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Die Oberflächen dürfen nur mit natürlichen Wachsen und Lasuren behandelt worden sein. Kleber dürfen bei der Produktion nur minimal zum Einsatz kommen.

Checkliste zum Kauf der passenden Wickelkommode

  • Auswahlkriterien

    Liegefläche:

    • Generell: Möglichst große Liegefläche vorteilhaft
    • Mindestmaße: 55 cm Breite, 75 cm Tiefe
    • Bewegungsspielraum: Baby wird bald aktiver, größere Liegefläche sinnvoll

    Kinder sollten auf der Wickelfläche möglichst lange genug Platz haben

    Höhe:

    • Ausreichend hohe Kommode, um den Rücken zu schonen
    • 1,60 m Körpergröße = Wickelkommoden-Höhe 85 cm
    • Ab 1,70 m Körpergröße = Wickelkommoden-Höhe 95 – 105 cm
    • Verstellbarkeit der Höhe bei manchen Wickelregalen zur Wandmontage und bei Wickelkommoden mit höhenverstellbarer Auflagefläche

    Nutzungsdauer:

    • Solange, bis Kind tagsüber trocken ist
    • Bis über das vierte Lebensjahr hinaus als Sideboard oder zum Anziehen
    • Je stabiler, desto länger nutzbar

    Stauraum:

    • Wickelkommode: Schubladen und Einlegeböden, geschlossen – bietet viel Stauraum
    • Wickeltisch: Kleiner als Kommode, mit Einlegeböden, offen – weniger Stauraum
    • Wickelregal: Kleiner als Kommode, je nach Modell mit Einlegeböden, offen – weniger Stauraum als in der Wickelkommode

    Wickelort:

    • Verfügbarer Platz: Kommode benötigt mehr Platz als Wickeltisch
    • Fester Wickelort (Kommode) oder flexibler Wickelort (Wickeltisch, Wickelregal)
    • Wickeln im Bad (Bade-Wickelkombination)
    • Wickelplatz sollte von zwei Seiten gut erreichbar sein
    • Angenehme Raumtemperatur, Platz für Heizstrahler / Wärmelampe (außerhalb der Reichweite des Kindes)
    • Keine Zugluft
    • Genügend Stauraum für Utensilien
    • Mindestens eine Wand zur Sicherheit
    • Wasser in Reichweite ist sinnvoll
    • Möglichkeit, Spielzeug (z.B. Mobile) anzubringen
  • Modelle

    Wickelkommode:

    • Schrank mit Auflagefläche
    • Erhöhte Seiten zur Vermeidung von Stürzen
    • Mit Schubladen, Einlegeböden, Türen (je nach Modell)
    • Im Vergleich zu Alternativen breite Liege- und Stellfläche

    Wickeltisch:

    • Auf ein Untergestell montierte Liegefläche
    • Kleiner als Kommode
    • Teilweise mit Staufläche
    • Teilweise zusammenklappbar und dadurch leicht zu verstauen
    • Mobil, falls mit Rollen

    Bade-Wickelkombination:

    • Mit Badewanne (unter oder neben Wickelfläche)
    • Wickelfläche mit weichem, abwaschbarem, wasserfestem Überzug
    • Mit Untergestell oder auf die Badewanne aufsetzbar
    • Kipp- und rutschsichere Konstruktion
    • Sehr platzsparend
    • Die Höhe von Bade-Wickelkombinationen, die auf die Badewanne gesetzt werden, entspricht der Höhe der Badewanne.

    Wickelregal

    • Standregal mit Wickelfläche oder ausklappbarer Wandwickeltisch zur Wandmontage
    • Rollen, zwei bis drei Einlegeböden, teilweise mit Absturzsicherung
    • Wandwickeltisch: Zur Wandmontage, einhändig zu öffnen, mit Stoßdämpferscharnier, kleines Regal als Stauraum

    Wickelaufsatz (Wickelbrett)

    • Zum Auflegen, zum Beispiel auf dem Kinderbett oder auch auf der Waschmaschine im Bad
    • Besonders platzsparend
    • Ohne Unterkonstruktion

    Hinweis: Wickelfläche mit 80 cm Tiefe meist ausreichend groß

    Babyzimmer

    • 2-teilig: Wickelkommode, Babybett
    • 3-teilig: Wickelkommode, Babybett, Kleiderschrank (zwei oder drei Türen)
    • Optisch zueinander passende Möbel
    • Gleiche Qualität eines Herstellers
  • Material

    Massivholz:

    • Robust
    • Langlebig
    • Hochwertige Optik
    • Preislich höher
    • Gegebenenfalls auf Umweltzeichen „Blauer Engel“ mit Zusatz „weil emissionsarm“ achten

    Pressspanplatten:

    • Weniger robust
    • Weniger langlebig
    • Hochwertige Optik durch Massivholz-Dekore
    • Sehr kostengünstig
    • Kann Schadstoffe enthalten
    • Auszeichnung mit „Blauem Engel“ mit Zusatz „weil emissionsarm“ vorhanden?

    MDF („Mitteldichte Faserplatte“):

    • Ausreichend robust, nimmt weniger Feuchtigkeit auf
    • Weniger langlebig
    • Hochwertige Optik
    • Teurer als Pressspan, günstiger als Massivholz
    • Kann Schadstoffe enthalten
    • Umweltzeichen „Blauer Engel“ mit Zusatz „weil emissionsarm“ vorhanden?

    Lacke und Farben:

    • Lösungsmittel dünsten aus
    • Auch lösungsmittelfreie Farben evtl. mit Schadsubstanzen versehen
    • Speichelechte Farben auf Wasserbasis
    • Umweltzeichen „Blauer Engel“mit Zusatz „weil emissionsarm“ vorhanden?

    Kunststoffe:

    • PVC-Weichmacher (Phthalate) / toxische Schwermetalle dünsten aus
    • Phthalate in Wickelunterlagen verboten
    • Umweltzeichen „Blauer Engel“ mit Zusatz „weil emissionsarm“ vorhanden?
  • Produktsicherheit

    DIN EN 12221:

    • Regelt Anforderungen an Größe der Wickelfläche, Höhe des Seitenschutzes, Konstruktion der Ecken uvm.
    • Unabhängige Testinstitute (z.B. TÜV) prüfen auf dieser Grundlage
    • Hohe, gepolsterte Seitenschutzränder
    • Abgerundete Ecken am Gestell
    • Wickelhöhe: 85 cm bis 92 cm
    • Wickelfläche: 55 cm Breite, 75 cm Tiefe
    • Mindestbelastbarkeit von 15 kg

    GS-Zeichen:

    • Vergeben durch unabhängige Testinstitute (z.B. TÜV)
    • Geprüft nach Produktsicherheitsgesetz
    • Versichert, dass Hersteller hinsichtlich der Produktsicherheit nach europäischen Richtlinien arbeiten
    • Keine Gefährdung für Gesundheit und Sicherheit bei normalem Gebrauch

    Blauer Engel:

    • Umweltzeichen der Bundesregierung
    • Auf Zusätze achten, wie z.B. „weil emissionsarm“
    • Betrifft Schadstoffbelastung, Emissionen, Verwendung von Weichmachern
    • Naturholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

    ÖkoControl-Siegel

    • Produkt aus nachwachsenden Rohstoffen
    • Mit natürlichen Wachsen und Lasuren
    • Minimaler Einsatz von Klebern

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