Wie lange Stillen?
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Wie lange Stillen?

Wie lange Stillen? Diese Frage beschäftigt viele Mütter und verbreitet eine große Unsicherheit. Die Weltgesundheitsorganisation rät allen Müttern, ihr Baby sechs Monate voll zu stillen und dann langsam feste Nahrung beizufüttern.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Fr, 11/29/2013 - 15:38 Tue, 10/16/2018 - 14:42

Wie lange dauert die normale Stillzeit?

Knochenfunde aus prähistorischer Zeit, Bibelinterpretationen und historische Aufzeichnungen belegen, dass die Stilldauer in unseren Breiten früher bedeutend länger war als heute. Forscher gehen davon aus, dass damals die Kinder erst mit etwa zwei bis drei Jahren von der Mutterbrust entwöhnt wurden. Noch bis weit in die Neuzeit hinein war das Stillen von Kleinkindern keineswegs die Ausnahme. Aus Sicht der evolutionären Verhaltensforschung ist das Langzeitstillen also kein abartiges Verhalten, sondern typisch menschlicher Standard. Aber die Frage nach "Wie lange Stillen" ist damit immer noch nicht vollkommen beantwortet. Welche Faktoren sprechen denn für oder gegen das Stillen?

Die Mutterbrust als optimale Nahrungsquelle für Babys und Kleinkinder

Grundsätzlich spricht für das Stillen die gehaltvolle Muttermilch, welche sich nicht nur bezüglich der zur Verfügung stehenden Menge, sondern auch in ihrer Zusammensetzung optimal an die Bedürfnisse des Kindes anpasst. Gestillte Kinder erhalten alle wichtigen Vitamine und sind vor Krankheitserregern bestens geschützt. In Deutschland dauert die durchschnittliche Stillzeit knapp sieben Monate. Etwa 21 Prozent der Frauen stillen ihr neun Monate altes Baby noch. Bei den einjährigen Kleinkindern bekommen lediglich noch acht bis neun Prozent Muttermilch. Voll gestillt, also ohne jegliche Beikost, werden deutsche Kinder etwa bis zu ihrem fünften Lebensmonat. Befragungen unter stillenden Müttern ergaben, dass sich die Wenigsten von Anfang an vorgenommen hatten, ihr Kind länger als 12 Monate zu stillen.

Was spricht für das Langzeitstillen?

  • Für viele Frauen fühlt es sich einfach gut und richtig an. Sie genießen den Stillvorgang an sich und die körperliche Nähe zu ihrem Kind. Auch nach der Einführung von Beikost möchten sie darauf nicht verzichten.
  • Es gilt als erwiesen, dass länger gestillte Kinder in ihrem späteren Leben seltener an Übergewicht leiden.
  • Die Muttermilch schützt das Kind auch über den sechsten Lebensmonat hinaus vor Krankheitserregern.
  • Das Risiko, eine Allergie zu bekommen, ist bei länger gestillten Kindern bedeutend niedriger als bei nichtgestillten.
  • Langzeitstillen beugt Gebissanomalien vor.

Übrigens: Trotz der möglicherweise schädlichen Auswirkungen auf die Kiefer- und Gebissentwicklung, finden es die meisten Menschen völlig normal, wenn zwei- oder dreijährige Kinder mit dem Schnuller im Mund herumlaufen. Gesunde Kinder behalten nämlich ihren Sauginstinkt bis zum fünften, manche sogar bis zum siebten Lebensjahr.

Wie lange Stillen? - Entscheidung zum Abstillen

Es gilt als erwiesen, dass in den westlichen Ländern die Arbeitsbedingungen der Frauen wesentlich dazu beigetragen haben, die gesellschaftliche Sichtweise auf die natürliche Ernährung der Babys zu verändern. Logischerweise ist es bedeutend schwieriger, ein Kind in der Fabrik zu stillen als auf einem Feld in den Hochebenen Nepals. Infolge dieser Einflüsse änderte sich in den Industriestaaten auch die innere Bewertung des Stillens durch die Mütter selbst. Auch wenn niemand mehr den Vorteil von Muttermilch abstreitet, sind viele Menschen doch irritiert, wenn ein zweijähriges Kind den Pulli seiner Mutter nach oben schiebt und zu trinken beginnt. Auf die Frage nach dem "Wie lange Stillen" erfolgt dann häufig auch einer der folgenden Gründe zum Abstillen.

Frauen geben häufig folgende Gründe für das Abstillen an:

  • Ernsthafte Erkrankung und/oder Medikamenteneinnahme.
  • Stillprobleme, die sich auch durch Abpumpen, homöopathische Mittel oder Stillberatung nicht lösen lassen.
  • Das Kind möchte die Brust nicht mehr.
  • Die berufliche Situation lässt längeres Stillen nicht mehr zu.
  • Stillen, Abpumpen und Zufüttern sind insgesamt zu aufwendig.
  • Der Mann reagiert eifersüchtig.
  • Appetit auf bestimmte Speisen und Alkohol.
  • Sehnsucht nach Unabhängigkeit. Der Wunsch, mal wieder auszugehen oder nachts durchzuschlafen.
  • Erneute Schwangerschaft.

Achtung! Eine Frau, die sich entscheidet, mit dem Stillen aufzuhören, sollte sich nicht rechtfertigen müssen!

Fazit
Jede Mutter sollte versuchen, ihr Baby mindestens fünf bis sechs Monate voll zu stillen.
Sofern eine Mutter nicht so lange stillen kann oder möchte, braucht sie jedoch kein schlechtes Gewissen zu haben. Geeignete Säuglingsnahrung aus dem Fläschchen beeinträchtigt keineswegs die Gesundheit des Babys.
Der Begriff "Langzeitstillen" ist relativ.
Aus kinderärztlicher Sicht entstehen auch besonders lange gestillten Kindern, sofern sie entsprechend beigefüttert werden, keinerlei Nachteile.
Letztendlich sind immer die Gefühle der Mutter und ihres Kindes entscheidend. Solange das Stillen beiden gefällt, kann es auch fortgeführt werden.
Tipps von Hebamme Ina Ilmer
  • Stillen und Arbeiten - ein häufiger Abstillgrund, der nicht notwendig ist. In Zeiten moderner Stillhilfsmittel wie z.B elektrischen Milchpumpen und auch Flaschen, die zu wenig Saugverwirrung führen, ist Stillen und das Arbeitsleben gut zu kombinieren. Bedenken Sie, dass Ihnen regelmäßige Still- oder Abpumpzeiten im Betrieb zustehen. Diese sind im Mutterschutzgesetz festgeschrieben.
  • Freuen Sie sich über die gemeinsame, schöne Zeit. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, ein Baby zu stillen. Seien Sie stolz darauf, Ihr Baby nähren zu können!
  • Anfängliche Schwierigkeiten sind meist schnell überwunden. Fragen Sie Ihre Nachsorgehebamme um Rat und denken Sie daran, dass Sie die Hilfe Ihrer Hebamme während der ganzen Stillzeit in Anspruch nehmen können.

Kommentare 20 Kommentare

17.05.2017

T

Was spricht denn dagegen, dass Stillen bequem ist? Ist doch toll. Man hat schon genug Stress im Familienalltag. Ein bisschen Bequemlichkeit ist da doch prima. Ich stille meinen 1.5 Jährigen immer abends beim Gute-Nacht-Lied-Singen. Der große Bruder (8J.) ist ganz begeistert, auch immer dabei sein zu dürfen und sich ankuscheln zu können. Nach dem Lied geht es absolut zufrieden und entspannt ins Bett für den Kleinen. Man hört ihn dann noch 10 Minuten vor sich hinbrabbeln und dann ist Ruhe. Nachts gibt es Wasser aus der Flasche, falls der Kleine mal wach wird und Durst hat. Auch aus Bequemlichkeit, geht einfach schneller als Stillen. Und am Morgen starten wir ganz relaxt mit einer kleinen Milchmahlzeit in den Tag. Nach der Arbeit/Tagesmutter gibt es noch einen Entspannungstrunk. Fällt eine Milchmahlzeit aus, ist das nicht schlimm, für keinen von uns. Einschlafen, Aufwachen und auch der Nachmittag gehen ohne Probleme auch ohne Milchmahlzeit. Schließlich isst der Kleine ja auch selbständig alles was man ihm sonst so vorsetzt. Im eigenen Bett und Zimmer haben meine Kinder überigens auch recht früh geschlafen, aber nur, weil die Nächte für alle so ruhiger sind und wir uns nicht gegenseitig wecken - also auch aus Bequemlichkeit.

15.03.2017

H.B.

Alle schreiben es ist so toll und gut und weiß nicht was. Ich kann nur dabei den Kopf schütteln. Stillen ist natürlich gut und das werde und kann ich nicht bestreiten, aber nicht bis 3 Jahre. Ich habe 2 Kinder und habe beide bis zum 6 LM gestillt. Beide sind gesund(nicht übergewichtig, keine Allergien usw.) Und beide wurden mit 1 Jahr aus Elternschlafzimmer ausquartiert, und beide haben nie mit uns im Bett geschlafen.(Ausnahme Fieber) Gehen auch nicht schreiend ins Bett....OHNE SCHNULLER. Meiner Meinung nach die Mütter die so lange stillen und die Kinder im eigenen Bett schlafen lassen, machen es aus Bequemlichkeit. Natürlich ist es einfach die Brust in den Mund zu stecken und warten bis es einschläft. Nach einem stressigen Tag reicht es einfach zu kuscheln, ohne Stillen. Wenn man den Kindern alles rechtzeitig beibringt, dann hat es auch kein Stress. Mein Großer hat mit 2 Jahren nach dem Abendbrot eine Geschichte angehört im eigenen Bett und nicht an der Brust gehangen.

05.12.2017

Polly

Ich finde es schön meine Tochter zu stillen und sie neben mir einschlafen zu lassen... Mit Faulheit hat das nichts zu tun ? totaler Käse!

17.10.2017

Anja

Du verteidigst dich aber wirklich. Natürlich macht jede Mutter es so wie es sich für sie am Besten anfühlt. Warum sollte man abstillen wenn es Kind und Mutter gefällt? Und mit dem Schlafen ist es doch genauso. Unser Kleiner hat schon ganz früh im eigenen Zimmer geschlafen weil wir so alle besser zur Ruhe gefunden haben. Andere Kinder brauchen viel mehr Nähe oder die Mama mag sich noch nicht trennen... jeder entscheidet selbst und jedes Kind ist unterschiedlich.

26.02.2017

Mario

Hi. Mal aus Vatersicht :) Unser Sohn wird mit 15 Monaten auch noch gelegentlich gestillt. Und ich habe damit überhaubt kein Problem, solange er es aus freien Stücken entscheidet, schließlich ist es auch sein "natürliches" Recht. Und genau hier greifen Floskeln wie Schädlich, Unnormal, Normal eben nicht. Das sagt 0 aus. Ich denke jeder sollte so "normal" leben wie er es möchte und nicht so normal wie es andere gerne hätten. Und das gilt auch für unsere Liebsten, denn die Kleinen wissen auch schon ganz genau was sie wollen und was nicht. Es wird meiner Meinung nach dann problematisch, wenn z.B. die Mutter ein persönliches Bedürfnis daraus machen würde. Ein wenig schmunzelt musste ich bei der Feststellung, dass der Mensch sich entwickelt hätte. Natürlich ist die Zeitrechnung oder die Technik eine andere, aber die Menschen sind und bleiben immer die Gleichen. In diesem Sinne. VG

24.02.2017

Lena

ein 2 oder 3 jähriges kind auszulachen weil es noch gestillt wird oder nicht allein schläft ist traurig. Wegen solchen menschen wie Ihnen ist das vollkommen normale abnormal geworden. Wenn sie gestillt hätten, wären sie wahrscheinlich anderer Meinung.

29.01.2017

Mimi

Vielleicht siehst du das so da du nicht stillen konntest.. Wegen den Leuten in der Öffentlichkeit ist es noch überhaupt kein Grund abzustillen. Was interessieren mich die Leute und ihre vorurteile. Es ist sehr schön das ihr ne tolle Bindung habt und dein Kind ohne schreien einschläft nur leider ist das nicht bei jedem der Fall und wieso sollte man das stillen zwanghaft abgewöhnen wenn sich beide dabei wohlfühlen?!. NichtS kommt an die muttermilch ran von ihren Nährstoffen usw keine pre Nahrung oder sonstige Lebensmittel. Finde es toll wie im Artikel gesagt wird das 2 oder 3 jährige mit Schnuller im Mund vollkommen normal sind aber ein Kind das in dem alter noch die brust bekommt nicht oder was?! Und Kinder werden auch wegen anderen Dingen ausgelacht zb ne Brille oder sonstiges ich lebe mein leben doch nicht um den Leuten zu gefallen

15.01.2017

Kira

Ich lese hier ganz viele Kommentare von denen die dies natürlich befürworten, da sie selber so lange stillen. Und auch durchschnittlich 4 Jahre weltweit, ist ja ein toller Kommentar, wenn man den Nachtrag daraus lässt, der ja ganz klar sagt das dies aufgrund der vielen Länder in Armut liegt. Ja stillen ist das beste fürs Kind, und die Bindung von mir aus. Kann ich nicht mitreden, ich konnte nicht stillen. Muss aber sagen mein Sohn und ich haben eine wunderbare Bindung immer gehabt und sie bis heute. Ein Kind bis in den Kindergarten Alltag stillen, finde ich Persönlich übertrieben und ganz klar empfinde ich es eher als schädlich. Nicht fürs Kind zwingend aber generell. Wir leben nun mal nicht mehr im 18.jahrhundert, der Mensch hat sich entwickelt. Und ein Kleinkind in der Öffentlichkeit an der brust zu sehen, ist irritierend und auch kein schöner Anblick. Und das die Mehrheit der hier lebenden Menschen dies so sieht spricht wohl seine eigene sprache. Mit zwei Jahren, war mein Kind in der Lage selbstständig zu essen, zu trinken sich zu artikulieren und auch im eigenen Bett zu schlafen. Er hatte nie einen Schnuller, und ist nie unter schreien ins bett gegangen. Hat keinerlei allergien,ist nicht übergewichtig, hat keine kiefer Probleme, und vorallem wurde er nie ausgelacht weil er noch im Kindergarten gestillt wurde. Was einem anderen Kind passiert ist. Er wurde auch nie ausgelacht weil er im familienbett schläft. Sondern könnte problemlos Übernachtungsgäste mitbringen. Stillen bis ins Kleinkind Alter ist einfach nicht mehr normal heute. Und das mit gutem Grund.

28.12.2016

Suse

Hallo und danke für diesen Artikel. Ich stille meinen noch nicht ganz 2,5 Jahre alten Sohn auch (noch) - das man in der Öffentlichkeit oftmals schräg deshalb angeschaut wird kann ich leider auch bestätigen. Ich kann mich den vorherigen Kommentaren zum Teil nur anschließen - auch mein Sohn verlangt danach nach einem stressigen Kitatag - auf die ständig auftretende Frage wie lange ich denn bitte noch vorhabe ihn zu stillen gebe ich mittlerweile nur noch eine Antwort: bevor er Sexualkunde hat wird es vorbei sein - und - wenn ich denke dass er deshalb mit anderen Kindern Probleme hat hören wir auch auf. In dem Alter mit 2,5 Jahren kann man ja auch schon bißchen fragen und erklären. Ich finde *Langzeitstillen*ist ein ebenso brisantes Thema wie *Familienbett* - und wie sie in Ihrem Beitrag ja schreiben - ja nur kulturbedingt - was vielen nicht klar ist. Unser Sohn schläft nicht nur aus dem Stillgrund noch im Familienbett sondern auch weil wir es nicht für nötig empfinden ihn dazu zu zwingen im eigenen Bett oder sogar Zimmer zu schlafen. Wir finden es unmenschlich ihn mit *Schreien* dort auszulagern. Aber sorry - das ist nun wieder ein anderes *Fass* lg

30.11.2017

Elli

Sehr gute Ansichten ... ich fühle mich auch immer hin und her gerissen bei beiden Themen...die ältere Generation verlangt immer das das Kind allein schlafen soll..habt Ihr vergessen wie es manchmal als Kind war allein zu sein???...und mein Kind schreit Stunden wenn es allein schlafen soll..das kann kein Mutterherz ertragen ...mag sein das es bei vielen kindern gut klappt,aber eben nicht bei allen!
Mein Kind schläft seit es 3 Monate ist nur mit der Brust ein...das ist natürlich schon Nerven zehrend..aber so ist es eben auch noch mit 13 Monaten und seit dem der Kitaalltag ( der problemlos ohne Brust klappt) genieße ich die Nähe zu meinem Kind beim stillen.Und wenn ich lese das es „heut zu Tage“ nicht mehr schicklich ist lange zu stillen dann hat das was mit Engstirnigkeit zu tun...es ist auch Mode Size Zero zu tragen..
In armen Ländern werden die Kinder auch nicht unbedingt länger gestillt wegen des Geldmangels...denn ohne ausreichende Ernährung kann Frau auch nicht ewig stillen ...die sind nur keiner Gesellschaft unterworfen die stillen nicht schicklich finden.
Dort werden Kinder auch ewig getragen was man hier ja auch zum Vorwurf macht...
Das Ganze zerreißt einen nur und macht krank..Leben und leben lassen!

30.08.2016

Tina

...ich finde es auch gut lange zu stillen. Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 Jahre alt und ich stille ihn am Abend zum einschlafen und am Morgen. Auch nach dem Kindergarten braucht er sie noch sehr oft wenn es für ihn anstrengend war. Kenne es zu genüge wenn man von Andern angeschaut wird als sein man nicht normal. Letzten Sonntag auf einem Spielplatz im Zoo, hatte ich mich mit meinem Sohn noch in eine Ecke zurück gezogen zum stillen. Als eine Mutter zu mir sagte "ich sei jawohl pervers" so einen Großen noch an die Brust zu lassen. Daher versuche ich es immer zu vermeiden ihn in der Öffentlichkeit zu stillen. Mit dem Durchschnitt von vier Jahren kann ich mir sehr gut vorstellen. Habe auch das Gefühl das es in Deutschland die letzten Jahre auch länger geworden ist mit der Stillzeit.

09.05.2016

windeln.de

vielen Dank für Ihre Anmerkung. Stillen in Bezug auf die Familie ist ein wichtiges Thema. Meinen betreuten Familien empfehle, ich die Geschwisterkinder von Anfang an in die Stillzeit miteinzubeziehen. Das regelmäßige Stillen soll für das Geschwisterkind nicht zur ungeliebten "Mama hat keine Zeit Phase " werden, sondern sollte bestenfalls eine Zeit sein, in die auch das andere Kind miteinbezogen werden kann. Zum Beispiel wird dem großen Kind, während die Mama stillt, ein Buch vorgelesen. Auch empfehle ich häufig den sogenannten Rückengriff anzuwenden, bei welchem das Baby die Füßchen nach hinten streckt, um die Mama nicht wie beim Wiegegriff komplett zu vereinnahmen. Durch den präventiven gesundheitlichen Aspekt wird das gestillte Kind weniger krank sein, was sich auch positiv auf das Familienleben auswirkt. Auch in der Partnerschaft sollte eine lange Stillzeit kein Problem darstellen. Hier überwiegen die positiven Aspekte ebenfalls deutlich. Ich empfehle das Baby so lange zu stillen, wie es für die ganze Familie in Ordnung ist.

28.04.2016

Ralf

Alle im Artikle genannten Aspekte sind wichtig und gut. Auch das Kind bei dieser Frage in den Mittlepunkt zu stellen, ist nachvollziehbar. Nur fehlt die Väter- und Geschwister-Sicht - wie so oft - fast vollständig. Die Entscheidung, wie lange man stillt, betrifft die gesamte Famile. Dieser interessante Aspekt wird leider nicht behandelt. Warum?

17.11.2015

windeln.de

wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und werden das von uns angegebene Statement der American Academy of Pediatrics korrigieren. Vielen lieben Dank für den Hinweis! Wir freuen uns sehr wenn wir so aufmerksame Leser haben die uns dabei helfen, unsere Artikel weiter zu optimieren. Liebe Grüße, Dein windeln.de Team

17.11.2015

A.

Es ist nicht richtig, dass die American Academy of Pediatrics das ausschließliche Stillen 12 Monate lang befürwortet. Sie sagt: "The American Academy of Pediatrics reaffirms its recommendation of exclusive breastfeeding for about 6 months, followed by continued breastfeeding as complementary foods are introduced, with continuation of breastfeeding for 1 year or longer as mutually desired by mother and infant." (http://pediatrics.aappublications.org/content/129/3/e827.full#content-b…)

03.10.2014

Renny

Ja, dem kann ich absolut zustimmen, alles über 12 Monate wirkt in der Öffentlichkeit als zu lange!!? Vor meiner Tochter (13 Monate) dachte ich auch dass ein Jahr relativ lange ist. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht dass es bei Krankheiten (3-Tage-Fieber u. Magen-Darm-Infekt) sehr sinnvoll ist!!! Meine Tochter hatte z. B. mit 10 Monaten 4 Tage lange hohes Fieber (3 Tage 40,2°) und wollte hier weder Brei noch sonstige Beikost!! Wasser u. Muttermilch ging immer!! Trotzdem hat es sie geschlaucht u. abgenommen. Beim Magen-Darm-Infekt (2x eine Woche) mit 12 Monaten war es ähnlich, Beikost mit Milchanteil soll man nicht füttern, auch keine zu schwere Kost... Muttermilch hat sie vertragen und getrunken! Habe mich jetzt dafür entschieden solange weiterzustillen wie es meiner Tochter UND mir gefällt! Allerdings möchte ich nicht, dass sie irgendwann tagsüber kommt und meine Bluse aufknöpft...!! Hier würde ich eine Grenze ziehen, aber am Abend, nachts spricht nichts dagegen, Flaschennahrung wird ja auch am Abend u. in der Nacht gegeben, ist für mich das Gleiche von der Art her.... denke viele Leute konnten nicht stillen oder wollten es einfach nicht so lange, dann aber negativ zu urteilen finde ich unangebracht!!

02.10.2014

Fine

3 Jahre find ich toll. Meine Tochter ist erst 1,5 und ich habe das Gefühl, ich werde schon ein wenig schief angesehen. Den Artikel find ich auch toll. Weltweiter Still-Durchschnitt von vier Jahren kann ich mir kaum vorstellen. Wenn die deutschen Frauen so um die sieben Monate stillen, müssen die anderen ordentlich nachlegen.

15.09.2014

Charlotte

Hallo, ein super Artikel der mit einigen Vorurteilen aufräumt... Ich selbst stille jetzt über 3 Jahre und mit meiner Berufstätigkeit lässt es sich auch super vereinbaren. Der Artikel sagt schon dass eine gewisse Stillzeit empfohlen wird, dennoch ist es jeder Frau selbst überlassen wie lange. Daslanges Stillen schädlich ist höhe ich leider immer wieder. Gut dass dieser Artikel dieses in ein positives Licht rückt. Schiefe Blicke kommen dennoch... Mein Bruder hatte übrigens bis er knapp über 5 Jahre war einen Schnuller. Komischerweise war das als "relativ normal" angesehen. Unvorstellbar für viele dagegen eine so Stillzeit... Dabei ist es ja das gleiche, nur das eine in natura... ;)

04.09.2014

Martina

Ich muss mich meiner Vorrednerin anschließen. Es ist ein schöner Beitrag. Ich hoffe der Macht auch anderen Mut.

28.12.2013

S.

Sehr toll geschrieben, find ich großartig!

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