Kuscheltiere

Kuscheltiere – Mehr als nur Spielzeug

Für Kinder sind Kuscheltiere wichtige Begleiter im Alltag. Nicht selten sind sie überall mit dabei: Im Urlaub, beim Einkauf oder zur Beruhigung beim Einschlafen. Und oft hält die Liebe zum Kuscheltier sogar ein Leben lang. Viele Erwachsene können sich sehr gut an ihr erstes Kuscheltier erinnern oder besitzen es immer noch. Doch weshalb ist das Spielzeug insbesondere für die Kleinen so wichtig? Dieser Ratgeber verrät Eltern, wie Kuscheltiere die Entwicklung ihres Kindes unterstützen und worauf beim Kauf zu achten ist.

Welche Plüschtiere gibt es?

Bei Kuscheltieren handelt es sich um Spielzeug, das in der Regel aus weichem Natur- oder Kunstfaser-Material hergestellt ist – einem weichen, kuscheligen Obermaterial und einer ebenso weichen Füllung.

Kuscheltiere können auf der einen Seite realistische Nachbildungen des echten Vorbilds sein, auf der anderen Seite finden sich aber auch menschenähnliche oder fantastische Plüschtiere im Sortiment. Daher werden neben traditionellen Kuscheltieren wie dem Teddybär oder „Teddy“ auch beliebte Serien- und Filmtiere wie beispielsweise Disney-Figuren aus Plüsch nachgebildet. Die Auswahl ist also groß und so können sich Eltern bei der Auswahl des Plüschtiers einfach von den Vorlieben der Kinder leiten lassen.

Kuscheltiere: Von Säuglings- bis ins Kleinkind-Alter

Je nach Lebensphase nehmen Kinder ihre Kuscheltiere unterschiedlich wahr. Gerade im ersten Lebensjahr durchlaufen Säuglinge schnell viele Entwicklungsphasen und stellen daher unterschiedliche „Ansprüche“ an ihr Kuscheltier.

Kuscheltiere für Neugeborene

Mit der Geburt nehmen Säuglinge ihre Umwelt besonders intensiv über den Tastsinn wahr und empfinden Berührungen, Wärme und Kälte über die Haut besonders intensiv. Bei Berührung werden Reize an das Gehirn weitergeleitet und es entstehen neue Nervenbahnen. In diesem Alter greifen die Kleinen Kuscheltiere noch nicht selbständig, spüren jedoch die weiche Oberfläche auf der Haut. Streicheln Eltern die Haut des Kindes zärtlich mit dem Stofftier, sorgen sie für Entspannung bei den Kleinen.

Gerne legen Eltern ihren Kindern Kuscheltiere mit ins Bettchen, um eine gemütliche, beruhigende Umgebung zu schaffen. Jedoch sollten Mama und Papa beachten, dass ein Plüschtier idealerweise nur unter Aufsicht im Bettchen Platz finden sollte. Gerade im Säuglingsalter sollten Kuscheltiere für einen sicheren Babyschlaf nicht mit ins Bett gelegt werden.

Des Weiteren sollten Kuscheltiere in diesem Alter eher klein sein – nicht größer als die halben Körpermaße des Kindes. Denn je größer das Plüschtier, umso leichter kann es passieren, dass es vor Mund oder Nase die Atmung verhindert.

Säuglinge ab 4 Monaten

In den ersten drei Lebensmonaten fasst das Baby dank seinem Greifreflex automatisch zu, wenn etwas seine Handinnenfläche berührt. Mit etwa 4 Monaten beginnen die Kleinen jedoch, erste Gegenstände selbständig in die Hand zu nehmen und mit allen Sinnen zu erkunden.

In diesem Alter ist es sinnvoll, dem Kind Kuscheltiere anzubieten, die es gut fassen kann: Praktisch ist zum Beispiel ein Plüschtier mit großen Ohren, langen Beinen oder einem langen Schwanz.

Diese einzelnen Stoffelemente kann das Baby schnell mit der Hand fassen und umschließen.

Kinder im ersten Entwicklungsjahr lernen besonders schnell. Kuscheltiere mit unterschiedlichen Oberflächen sind besonders interessant und schulen den Tastsinn.

In dieser Entwicklungsphase schlafen die Kleinen schon einmal mit ihrem Kuscheltier in der Hand ein, da es eine entspannende Wirkung auf sie ausübt. Ebenso nehmen sie ihr Kuscheltier gerne in den Mund. Deswegen sollten Eltern in diesem Alter besonders darauf achten, dass das Kind nicht unbeaufsichtigt mit dem Spielzeug ist – selbst bei Kuscheltieren, die nach DIN EN 71 zertifiziert sind und deshalb keine lösbaren Kleinteile besitzen.

Kuscheltiere: Von Säuglings- bis ins Kleinkind-Alter

Säuglinge ab 8 Monaten

In diesem Alter können Babys nicht nur selbständig greifen, sondern das Spielzeug auch aktiv an sich ziehen oder wegschieben. Ebenso erkennen sie langsam Unterschiede zwischen Personen und Gegenständen. Sie entwickeln Vorlieben für bestimmtes Spielzeug: Nicht selten suchen sich die Kleinen innerhalb der ersten 2 Lebensjahre ihr ganz persönliches Lieblings-Kuscheltier aus, das sie überall hin begleitet.

Kuscheltiere und Kleinkindalter (ab 13. Monat)

Mit dem Eintritt in das Kleinkindalter haben sich Kinder oft bereits einen treuen Kuscheltier-Begleiter ausgewählt. Diese Wahl treffen Kinder völlig individuell. Eltern sollten darauf Rücksicht nehmen, auch wenn sie die Entscheidung der Kleinen nicht nachvollziehen können. Wird das erwählte Stofftier verloren oder weggenommen, bedeutet dies für Kinder einen großen emotionalen Verlust.

Oft ist die Liebe zum Kuscheltier in diesem Zeitraum so groß, dass Kleinkinder nur einschlafen können, wenn sie ihr Spielzeug in den Armen halten. Kinderärzte empfehlen aber, das Kuscheltier erst dann die ganze Nacht im Bett zu belassen, wenn die Kinder alt genug sind, um mit Decke und Kissen zu schlafen. In der Regel sind Kinder dann etwa 3 Jahre alt. Sind die Kinder jünger als 3 Jahre, sollten Eltern die Tiere nach dem Einschlafen aus dem Bett nehmen.

Kinder entscheiden selbst, wie lange Kuscheltiere feste Begleiter in ihrem Alltag sind. Es ist ganz natürlich, dass das Stofftier das Kind lange Zeit begleitet. Im Laufe der Grundschulzeit schwindet das Interesse am Spielzeug in der Regel. Dafür treten andere Interessen in den Vordergrund.

Psychologische Effekte von Kuscheltieren

Kuscheltiere sind für Kinder bis in das Grundschulalter hinein wichtige „Bezugspersonen“, denen sie ihre Geheimnisse anvertrauen. Kuscheltiere sind für Kinder laut Psychologen emotional nicht nur Spielzeuge, sondern echte Freunde, mit denen die Kleinen vieles zusammen erleben. Oftmals sind die Kuscheltiere in den kompletten Tagesablauf eingebunden und begleiten das Kind sogar in den Kindergarten. Doch weshalb ist die Bindung zwischen Kind und Kuscheltier so stark?

Kuscheltiere als Übergangsobjekt

Das Kuscheltier als Übergangsobjekt repräsentiert die Verbindung zwischen Mutter und Kind, wenn die Mutter nicht anwesend ist. Das Kuscheltier wird zum realen Mutterersatz und tröstet darüber hinweg, dass die reale Bezugsperson fehlt. Das Kind überträgt Bedürfnisse und Erfahrungen auf das Kuscheltier, die es bereits kennt oder die es vermisst. Das Kuscheltier wird in diesem Moment zum Stellvertreter für Mama oder Papa.

Selbstgewählte Beziehung

Das Kuscheltier ist oftmals der erste Freund, den sich Kinder selbst auswählen. Dabei lassen sie sich in ihrer Wahl selten von den Eltern beeinflussen. Hieraus entsteht eine innige Kind-Stofftier-Beziehung, bei der meist nicht die Schönheit des Tieres im Vordergrund steht. Mit dieser Entscheidung gehen Kinder einen großen Schritt Richtung Selbständigkeit. Daher sollten Eltern die Wahl des Gefährten tolerieren und nicht negativ über ihn sprechen. Denn werten Eltern das Plüschtier ab, übertragen Kinder dies auf sich selbst.

Stofftiere vermitteln Sicherheit

Da Kinder ihren Plüsch-Gefährten eine eigene Identität zusprechen, haben sie immer einen Freund an der Seite, auf den sie sich verlassen können. Das Plüschtier tröstet das Kind nicht nur mit seiner Anwesenheit. Kinder lieben es, Kuscheltiere fest zu drücken und das Gefühl zu haben, einem Vertrauten nahe zu sein. So vermittelt das Stofftier ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit und hilft beim Abbau von emotionalem Stress und Sorgen.

Erlebtes verarbeiten

Kinder reflektieren zusammen mit ihrem Kuscheltier in Rollenspielen, was sie erlebt haben und wie sie sich in der jeweiligen Situation gefühlt haben. Sie üben ein, was richtig und was falsch ist und verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Außerdem lassen sie das Kuscheltier in ihrem Namen sprechen und bewerten so bestimmte Situationen. Dies hilft ihnen dabei, ihre Identität und ihren Selbstwert auszubilden.

Kuscheltiere mit Baby

Material und Verarbeitung von Kuscheltieren

Da das Kuscheltier zusammen mit dem Kind viel erlebt, sollte es qualitativ hochwertig und robust verarbeitet sein. Je nach Hersteller variieren die verwendeten Materialien. Da ein Spielzeug mit weicher Füllung und einfacher Form gemäß DIN EN 71 für Kinder unter 36 Monaten geeignet sein muss, haben Hersteller besondere Auflagen bezüglich des Materials, sowie der Verpackung und Kennzeichnung einzuhalten. Folgende gesetzliche Grundlagen regeln die Herstellung sicherer Kuscheltiere:

  • Spielzeugrichtlinie: Richtlinie 2009/48/EWG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Sicherheit von Spielzeug (In Deutschland als DIN EN 71 realisiert)
  • Zweite Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz
  • Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch

Die Richtlinien empfehlen Eltern außerdem, Kuscheltiere immer mit Rücksicht auf die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes hin auszuwählen.

Sicherheits-Anforderungen an das Material

Laut den Verordnungen dürfen keine Materialien genutzt werden, die leicht entflammbar sind. Das heißt: Wird eine Zündflamme angehalten und dann weggenommen, müssen die Stoffe von selbst erlöschen – das ist insbesondere bei Kuscheltieren mit Haarähnlichen Oberflächen der Fall.

Plüschtiere mit monofilen Fasern, die länger als 50 mm sind, sind für Kinder unter 10 Monaten nicht geeignet. Diese Fasern sind fest und starr und werden beispielsweise für die Nachbildung von Schnurrhaaren bei Stofftieren verwendet, wenn das Tier möglichst realistisch aussehen soll. Derartige Spielzeuge müssen über einen Sicherheitshinweis verfügen. Auch an das Füllmaterial werden spezielle Ansprüche gestellt:

  • Es dürfen keine harten Fremdkörper eingearbeitet sein.
  • Die Füllung muss mit der Hand eindrückbar sein.
  • Kleinteile wie Styroporkugeln oder Granulat müssen sicher durch Stoff eingeschlossen sein, sodass sie nicht austreten und verschluckt werden können.
  • Batteriefächer dürfen nicht verschluckbar oder so beschaffen sein, dass sie bei einem Aufprall zerbrechen können.

Kuscheltiere werden auch als „ohrnahes“ Spielzeug bezeichnet, da sie von Kindern in Kopfnähe gehalten werden können. Sind Kuscheltiere also mit Geräuschquellen ausgerüstet (z.B. Spieluhren), dürfen diese einen Schalldruckpegel von 80 dB nicht überschreiten. Hat der Hersteller den Geräuschpegel nicht auf die Verpackung gedruckt, können Eltern diesen beispielsweise mit entsprechenden Smartphone-Apps überprüfen, bevor sie das Spielzeug an ihr Kind weitergeben.

Die unterschiedlichen Materialien für Kuscheltiere

Bei einem Großteil aller Stofftiere besteht das Obermaterial aus Baumwolle oder Plüschstoff. Mikrofaser wird vor allem zur Herstellung von Fell-Imitat verwendet, da es sich sehr weich auf der Haut anfühlt. Frotteestoffe kommen meist bei der Herstellung von Babyspielzeug zum Einsatz, da das Material besonders pflegeleicht ist. Alle diese Materialien lassen sich problemlos in der Waschmaschine reinigen – insbesondere im Alter, in dem Kinder ihre Kuscheltiere noch in den Mund nehmen, wird so hygienische Sicherheit gewährleistet.

Filz, beispielsweise an den Pfoten, darf nur vorsichtig von Hand gereinigt werden und kann in der Waschmaschine beschädigt werden.

Die meisten Kuscheltiere sind mit Synthetikwatte befüllt, da diese von Allergikern gut vertragen wird. Gerade ältere Spielzeuge können mit Holzwolle gefüllt sein, die jedoch vergleichsweise hart ist und heute deshalb kaum noch Verwendung findet. In der Regel ist das Naturmaterial nur noch bei Sammlerstücken wie beispielsweise Steiff-Tieren, eingesetzt. Auch Granulate aus Kunststoff werden häufiger als Füllung verwendet, vor allem bei Körperteilen wie Armen und Beinen. Der Kunststoff macht die Kuscheltiere griffiger und verleiht ihnen mehr Gewicht.

Zur Reinigung des Futters gilt grundsätzlich: Ist das verwendete Obermaterial waschbar, ist in der Regel auch das Füllmaterial für die Nassreinigung vorgesehen. Entsprechende Hinweisschilder finden sich an der Verpackung oder direkt an das Stofftier genäht.

Verarbeitung und Reißfestigkeit

Ein Qualitätsmerkmal von Stofftieren sind sauber verarbeitete Nähte. Kann ein Kind den Faden einer Naht greifen oder besteht die Möglichkeit, allzu leicht an der Naht hängen zu bleiben, kann sie gegebenenfalls auch leicht aufgetrennt werden. Gerade, wenn es um aufgenähte Elemente am Kuscheltier geht, gelten bestimmte Bedingungen, die bei der Herstellung eingehalten werden müssen:

 
  • Einzelne Teile wie beispielsweise Accessoires und angenähte Körperteile, dürfen bei einer Belastung von 90 N (9 kg) nicht abreißen.
  • Verschluckbare Kleinteile (zum Beispiel Augen), dürfen bei einer Belastung von 50 N (5 kg) nicht abreißen.
  • Saugnäpfe mit einem Durchmesser von kleiner als 44,5 mm müssen einer Kraft von 90 N (9 kg) standhalten.
  • Saugnäpfe müssen sicher angebracht sein und dürfen sich nicht durch herausfädeln entfernen lassen.

Da Kleinkinder neugierig sind, dürfen auch keine losen Fäden herausragen. Durch sie könnten nämlich die Nähte aufgetrennt werden, wodurch die Füllung freigelegt würde. Mama und Papa sollten das Spielzeug auch nach dem Kauf in regelmäßigen Abständen auf Beschädigungen dieser Art untersuchen.

Material und Verarbeitung von Kuscheltieren

Kennzeichnung, Prüfung auf Schadstoffe und Gütesiegel

Hersteller von Spielzeug unterliegen laut DIN EN 71 (Deutsche Norm für Spielzeugsicherheit) der Kennzeichnungspflicht. Bestimmte Hinweise müssen klar und deutlich in der jeweiligen Landessprache auf dem Produkt oder der Verpackung angegeben sein:

  • Name und / oder Firma sowie die Anschrift des Herstellers müssen gut sichtbar und dauerhaft lesbar sein.
  • Falls notwendig, muss eine Gebrauchsanweisung in der Landessprache beiliegen.
  • Erforderliche Warnhinweise und Warnzeichen müssen deutlich lesbar und fest mit dem Kuscheltier verbunden sein.
  • Die CE-Kennzeichnung muss vorhanden sein – Produkte ohne diese Kennzeichnung dürfen in Europa nicht verkauft werden.

Das CE-Kennzeichen versichert, dass der Hersteller nach den produktspezifischen Vorgaben der europäischen Richtlinien arbeitet. Das Kennzeichen ist kein Gütesiegel, sondern garantiert, dass gesetzliche Mindestanforderungen eingehalten werden.

Eventuelle Schadstoffbelastung erkennen

Spielzeug kann trotz CE-Kennzeichen mit Schadstoffen belastet sein – denn für die Kennzeichnung genügt es, wenn die Schadstoffe einen gewissen Oberwert nicht überschreiten. Problematisch sind sogenannte Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die über Weichmacher und Farbstoffe in Kunstfell gelangen können. Sie sind geruchsneutral und lassen sich durch Waschen nicht entfernen. Sie schädigen den Körper langfristig. Seit 2015 dürfen Spielzeuge einen PAK-Maximalwert von lediglich 0,5 mg pro kg aufweisen. Eltern können sich hier nach expliziten Hersteller-Angaben wie „garantiert ohne PAK“ richten.

Neben PAK können Spielzeuge mitunter mit Formaldehyd oder dem Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP) belastet sein. DEHP ist bereits seit Jahren verboten, da es die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Leider wurde der Stoff von Stiftung Warentest dennoch in dem einen oder anderen Kuscheltier nachgewiesen. Deswegen sollten Mama und Papa auch hier darauf achten, ob die Hersteller die entsprechenden Stoffe explizit ausschließen.

Gütesiegel für Stofftiere

Neben der CE-Kennzeichnung existieren weitere Gütesiegel, an denen sich Eltern hinsichtlich Qualität und Verarbeitung orientieren können:

  • GS-Zeichen:
    Das Siegel „Geprüfte Sicherheit“ wird von der unabhängigen Prüfstelle TÜV Rheinland oder TÜV SÜD freiwillig vergeben. Dieses Zeichen erhalten nur Kuscheltiere, deren PAK-Wert unter 0,2 mg pro kg liegt.
  • Spiel gut:
    Für dieses Siegel werden Design, Sicherheit, Material, Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit untersucht. Der Hersteller muss vor der Prüfung Angaben über die verwendeten Materialien und die Einhaltung von Sicherheitsnormen machen. Seit 2005 werden keine Produkte aus PVC-Plastik (mit der Ausnahme von Elektronikspielzeug) mehr mit diesem Siegel ausgezeichnet.
  • IVN-Siegel:
    Das Gütesiegel „Naturtextil IVN zertifiziert BEST“ ist ein besonders strenges Öko-Siegel. Dieses bewertet die gesamte Produktionskette hinsichtlich Nachhaltigkeit. Insbesondere Naturfasern müssen aus biologischer Produktion stammen.
  • GOTS-Siegel:
    Das Zertifikat „Global Organic Textile Standard“ ist ein weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern.
  • Öko-Tex-Standard-100-Siegel:
    Das Gütesiegel überprüft unter anderem die Einhaltung der Grenzwerte gesundheitsbedenklicher Substanzen wie Azofarbstoffe, Formaldehyd, Schwermetalle oder PAK sowie gesundheitlich bedenklicher Chemikalien, die in vielen nationalen Sicherheitsstandards noch nicht reglementiert sind.

Da Kinder über die Haut und den Speichel mit ihren Kuscheltieren in Kontakt kommen, ist die Überprüfung von Schadstoffen und Chemikalien besonders wichtig. Daher sollten Eltern dringend auf entsprechende Siegel achten. Hinweise zu den Zertifikaten und Siegeln finden sich nicht nur auf der Verpackung selbst, sondern auch in den Herstellerbeschreibungen.

Checkliste

  • Kuscheltiere nach Alter

    Kuscheltiere, die nach DIN EN 71 geprüft wurden, sind bereits für Kinder unter 36 Monaten geeignet.

    Neugeborene:

    • Können Stofftier nicht selbständig greifen
    • Berührung der Haut mit Stofftier entspannt
    • Stofftier möglichst kleiner als die Hälfte der Körpergröße des Kindes
    • Keine Kuscheltiere zum Schlafen verwenden

    Ab 4 Monaten:

    • Kuscheltiere zum Greifen sinnvoll
    • Plüschtier mit großen Ohren, langen Beinen, langem Schwanz etc.
    • Unterschiedliche Oberflächen schulen Tastsinn
    • Kind nicht unbeaufsichtigt mit Spielzeug allein lassen

    Ab 8 Monaten:

    • Wählen persönliches Lieblings-Kuscheltier aus
    • Kuscheltier ist immer und überall mit dabei

    Kleinkindalter:

    • Enge emotionale Beziehung zum Wahl-Kuscheltier
    • Verlust ist schmerzhaft, Kuscheltier sollte deshalb nicht weggenommen werden
    • Kuscheltier bis in Grundschulzeit hinein interessant

    Hinweis: Kuscheltier erst über Nacht im Bett belassen, wenn Kind mit Kissen und Decke schlafen kann.

  • Psychologische Faktoren
    • Kuscheltiere sind „Bezugspersonen“ und Stellvertreter für Mama oder Papa
    • Kuscheltier ist erste, selbstgewählte Beziehung
    • Stofftiere vermitteln Sicherheit
    • Verarbeiten von Erlebtem im Rollenspiel
    • Helfen, Identität und Selbstwert auszubilden
  • Gesetzliche Grundlagen für Kuscheltiere beachten
    • Spielzeugrichtlinie, Zweite Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz, Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch
    • Oberfläche muss schwer entflammbar sein (kein Velours oder Pelzimitat)
    • Monofile Fasern: Länger als 50 mm nicht für Kinder unter 10 Monaten – Sicherheitshinweis am Kuscheltier vorgeschrieben
    • Keine harten Fremdkörper eingearbeitet
    • Kuscheltier-Körper per Hand eindrückbar
    • Kleinteile (Granulat-Füllung etc.) sicher durch Stoff eingeschlossen
    • Batteriefächer: Nicht verschluckbar oder zerbrechlich
    • Keine Geräuschquellen lauter als 80 dB
  • Eingesetztes Material, Verarbeitung und Reißfestigkeit

    Eingesetztes Material

    • Obermaterial: Baumwolle, Plüsch, Mikrofaser, Frottee
    • Frotteestoff besonders bei Babyspielzeug
    • Filz oftmals für Kleinteile
    • Füllmaterial: Meist Synthetikwatte, da von Allergikern gut vertragen
    • Holzwolle in hochwertigen Sammlerstücken, eher weniger als Kuscheltier geeignet
    • Kunststoff-Granulate als Füllung: Griffiger und höheres Gewicht

    Die meisten Materialien sind für die Nassreinigung geeignet – wenn das Außenmaterial dafür geeignet ist, ist es die Füllung meist auch.

    Verarbeitung und Reißfestigkeit

    • Qualitätsmerkmal: Saubere Verarbeitung der Nähte
    • Accessoires und angenähte Körperteile: Belastung von mindestens 90 N (9 kg)
    • Kleinteile (zum Beispiel Augen): Belastung von mindestens 50 N (5 kg)
    • Saugnäpfe kleiner als 44,5 mm: Belastung von mindestens 90 N (9 kg)
    • Saugnäpfe müssen sicher angebracht sein
    • Keine losen Fäden
  • Kennzeichnungspflicht für Kuscheltiere

    Kennzeichnung nach DIN EN 71: Deutsche Norm für Spielzeugsicherheit (basierend auf Europäischer Norm):

    • Name und / oder Firma, Anschrift des Herstellers
    • Gebrauchsanweisung in der Landessprache
    • CE-Kennzeichnung
    • Erforderliche Warnhinweise und Warnzeichen

    Achtung: CE-Kennzeichnung ist Pflicht, aber kein unabhängiges Gütesiegel

  • Prüfung auf Schadstoffe
    • Trotz CE-Kennzeichnung Belastung mit Schadstoffen möglich
    • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Geruchsneutral, nicht wasserlöslich, PAK-Maximalwert: 0,5 mg pro kg
    • Formaldehyd
    • Verbotener Weichmacher Diethylhexylphthalat (DEHP)

    Eltern sollten auf Herstellerhinweise zu diesen spezifischen Schadstoffen achten.

  • Gütesiegel für Stofftiere
    • GS-Zeichen:
      „Geprüfte Sicherheit“ von unabhängiger Prüfstelle vergeben, zugelassener PAK-Höchstwert: 0,2 mg pro kg
    • Spiel gut:
      Design, Sicherheit, Material, Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit untersucht
    • IVN-Siegel:
      „Naturtextil IVN zertifiziert BEST“, strenges Öko-Siegel, bewertet gesamte Produktionskette hinsichtlich Nachhaltigkeit
    • GOTS-Siegel:
      „Global Organic Textile Standard“, weltweit führender Standard für biologisch erzeugte Naturfasern
    • Öko-Tex-Standard-100-Siegel:
      Überprüft Einhaltung der Grenzwerte gesundheitsbedenklicher Substanzen wie Azofarbstoffe, Formaldehyd, Schwermetalle, PAK
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