hCG (humanes Choriongonadotropin) und hCG-Wert – alle Informationen

hCG (humanes Choriongonadotropin) und hCG-Wert – alle Informationen

Das Hormon hCG, auch „schwangerschaftserhaltendes Hormon“ genannt, wird ab dem fünften Tag nach der Befruchtung gebildet und spielt eine zentrale Rolle in der Frühschwangerschaft. Es stimuliert die Produktion von Progesteron im Gelbkörper, das für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft unerlässlich ist.

Der hCG-Gehalt im Blut kann diagnostische Informationen liefern, z. B. zur Bestätigung einer Schwangerschaft oder zur Erkennung bestimmter Komplikationen. Außerdem wird hCG in der Fruchtbarkeitsmedizin eingesetzt, um die Progesteronproduktion anzuregen und so die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

Alle Beiträge des Experten

hCG (humanes Choriongonadotropin) und hCG-Wert – alle Informationen

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Das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) wird auch als „schwangerschaftserhaltendes Hormon“ bezeichnet. Es stimuliert die Bildung des Schwangerschaftshormons Progesteron, ohne das die Schwangerschaft nicht fortbestehen könnte.


Was ist hCG?

Das schwangerschaftserhaltende Hormon wird ab dem fünften Tag nach der Befruchtung in den äußeren Zellschichten der befruchteten Eizelle gebildet. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, die Produktion von Progesteron in Gang zu bringen.

Zu Beginn der Schwangerschaft sorgt Progesteron dafür, dass die Schleimhaut der Gebärmutter darauf vorbereitet wird, die befruchtete Eizelle aufzunehmen. Im Zusammenspiel mit anderen Hormonen verhindert es, dass die Gebärmutterschleimhaut zum Zyklusende abgestoßen wird und unterbindet für die Zeit der Schwangerschaft weitere Monatszyklen.

Rapider Anstieg im ersten Schwangerschaftstrimester

Der Normalwert von hCG im Blut liegt bei nicht schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter unter 2 IU/Liter (IU – international unit/internationale Einheit – eine Maßeinheit, die in der Medizin häufig verwendet wird). Vier bis fünf Tage nach der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut (Nidation) steigt die Konzentration des schwangerschaftserhaltenden Hormons im Blut der Mutter rapide an.

In den ersten beiden Wochen nach der Empfängnis – also in der 3. und 4. Schwangerschaftswoche – verdoppelt sie sich mindestens jeden zweiten Tag, danach alle drei Tage und ab der 7. Schwangerschaftswoche jeden 5. Tag. Ihr Maximum erreicht sie – mit großen individuellen Schwankungsbreiten – in der zweiten Hälfte des ersten Schwangerschaftstrimesters und beläuft sich in der 7. bis 12. Schwangerschaftswoche auf 11.000 bis 289.000 IU/Liter.

Bis zum Ende der Schwangerschaft fällt die hCG-Konzentration danach kontinuierlich ab, bis sie ein bis zwei Wochen nach der Geburt wieder ihr Ausgangsniveau erreicht.

hCG, Progesteron und die Aufgabe des Gelbkörpers in der frühen Schwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft wird das schwangerschaftserhaltende Hormon direkt durch die befruchtete Eizelle gebildet, später wird seine Produktion unter Mitwirkung der äußeren Eihülle -des Chorions – von der Plazenta übernommen. Etwa fünf Tage nach der Empfängnis – also kurz vor der Nidation – beginnen die Trophoblasten-Zellen damit, hCG zu produzieren, das die Ausschüttung von Progesteron im Gelbkörper stimuliert.

Der Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht während des Eisprungs. Er besteht aus den Zellen der Follikelhaut, die übrig bleiben, nachdem die reife Eizelle das Eibläschen (Follikel) durch den Eisprung verlassen hat. Unmittelbar danach beginnt der Gelbkörper damit, Progesteron sowie weibliche Sexualhormone (Östrogene) zu produzieren.

Weitere Entwicklung

Für den Erhalt der Schwangerschaft ausreichende Progesteron-Mengen werden jedoch erst unter dem Einfluss des schwangerschaftserhaltenden Hormons gebildet. Es sorgt außerdem dafür, dass der Gelbkörper erhalten bleibt – durch die Wirkung des Hormons nimmt an Größe zu und füllt gegen Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters etwa die Hälfte des Eierstockes aus, in dem das Ei für diese Schwangerschaft gereift war.

Bis in den 4. Schwangerschaftsmonat hinein ist der Gelbkörper der Hauptlieferant des Progesterons. Danach übernimmt diese Aufgabe die Plazenta, die das Hormon bis zur Geburt in wesentlich größeren Mengen produziert. Die Aufgabe des schwangerschaftserhaltenden Hormons ist damit erfüllt – seine Produktion kann jetzt zurückgefahren werden.

Welche diagnostischen Informationen liefert der hCG-Wert?

Der Nachweis von humanem Choriongonadotropin im Blut ist ein sicherer Beleg dafür, dass eine Schwangerschaft besteht – vom Arzt kann dieser Test bereits etwa sieben Tage nach der Empfängnis vorgenommen werden. Die handelsüblichen Schwangerschaftstests messen dagegen die deutlich niedrige hCG-Konzentration im Urin der Mutter, ein zuverlässiges Ergebnis liefern sie erst ab der 5. Schwangerschaftswoche.

Sehr hohe Konzentrationen des Hormons können durch eine Mehrlingsschwangerschaft, aber auch embryonale Fehlentwicklungen wie eine Blasenmole oder eine Entartung des Chorions zustande kommen.

Sehr niedrige Werte sind unter Umständen ein Hinweis auf einen nicht lebensfähigen Embryo oder eine Extrauterin-Gravidität (Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft). Bei der Erstuntersuchung und weiteren Vorsorgeuntersuchungen in der frühen Schwangerschaft wird daher immer auch der hCG-Wert untersucht.

Humanes Choriongonadotropin im Ersttrimester-Screening und in der Fruchtbarkeitsmedizin

Im Rahmen des sogenannten Ersttrimester-Screenings werden die Nackentransparenz des Kindes sowie verschiedene Blutwerte der Mutter – darunter auch die Konzentration von freiem Beta-hCG – gemessen. Anhand dieser Daten berechnet der Arzt die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der das Baby an einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) oder einigen anderen genetischen Defekten leidet. Beispielsweise ist bei Trisomie-21-Kindern der Beta-hCG-Wert im Blut der Mutter meist deutlich höher als bei anderen Kindern.

Daneben findet hCG auch in der Fruchtbarkeitsmedizin Verwendung. Eine Gelbkörperschwäche ist oft der Grund dafür, dass keine Schwangerschaft zustande kommt oder davon betroffene Frauen ihr Kind durch eine sehr frühe Fehlgeburt verlieren – Injektionen des schwangerschaftserhaltenden Hormons sollen in solchen Fällen sowohl das Wachstum des Gelbkörpers als auch seine Hormonproduktion stimulieren.

Fazit
Das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) ist verantwortlich für den Erhalt der Schwangerschaft
Es stimuliert die Produktion von Progesteron im Gelbkörper und sorgt dafür, dass dieser bis in den 4. Schwangerschaftsmonat hinein seine Funktion als Progesteron-Lieferant erfüllen kann
In der frühen Schwangerschaft erfüllt der hCG-Wert verschiedene diagnostische Funktionen
Außerdem findet das schwangerschaftserhaltende Hormon in der Fruchtbarkeitsmedizin Verwendung
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Außerhalb der Schwangerschaft kann ein erhöhter hCG Wert auf einen Tumor hinweisen.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

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Das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) wird auch als „schwangerschaftserhaltendes Hormon“ bezeichnet. Es stimuliert die Bildung des Schwangerschaftshormons Progesteron, ohne das die Schwangerschaft nicht fortbestehen könnte.


Was ist hCG?

Das schwangerschaftserhaltende Hormon wird ab dem fünften Tag nach der Befruchtung in den äußeren Zellschichten der befruchteten Eizelle gebildet. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, die Produktion von Progesteron in Gang zu bringen.

Zu Beginn der Schwangerschaft sorgt Progesteron dafür, dass die Schleimhaut der Gebärmutter darauf vorbereitet wird, die befruchtete Eizelle aufzunehmen. Im Zusammenspiel mit anderen Hormonen verhindert es, dass die Gebärmutterschleimhaut zum Zyklusende abgestoßen wird und unterbindet für die Zeit der Schwangerschaft weitere Monatszyklen.

Rapider Anstieg im ersten Schwangerschaftstrimester

Der Normalwert von hCG im Blut liegt bei nicht schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter unter 2 IU/Liter (IU – international unit/internationale Einheit – eine Maßeinheit, die in der Medizin häufig verwendet wird). Vier bis fünf Tage nach der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut (Nidation) steigt die Konzentration des schwangerschaftserhaltenden Hormons im Blut der Mutter rapide an.

In den ersten beiden Wochen nach der Empfängnis – also in der 3. und 4. Schwangerschaftswoche – verdoppelt sie sich mindestens jeden zweiten Tag, danach alle drei Tage und ab der 7. Schwangerschaftswoche jeden 5. Tag. Ihr Maximum erreicht sie – mit großen individuellen Schwankungsbreiten – in der zweiten Hälfte des ersten Schwangerschaftstrimesters und beläuft sich in der 7. bis 12. Schwangerschaftswoche auf 11.000 bis 289.000 IU/Liter.

Bis zum Ende der Schwangerschaft fällt die hCG-Konzentration danach kontinuierlich ab, bis sie ein bis zwei Wochen nach der Geburt wieder ihr Ausgangsniveau erreicht.

hCG, Progesteron und die Aufgabe des Gelbkörpers in der frühen Schwangerschaft

Zu Beginn der Schwangerschaft wird das schwangerschaftserhaltende Hormon direkt durch die befruchtete Eizelle gebildet, später wird seine Produktion unter Mitwirkung der äußeren Eihülle -des Chorions – von der Plazenta übernommen. Etwa fünf Tage nach der Empfängnis – also kurz vor der Nidation – beginnen die Trophoblasten-Zellen damit, hCG zu produzieren, das die Ausschüttung von Progesteron im Gelbkörper stimuliert.

Der Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht während des Eisprungs. Er besteht aus den Zellen der Follikelhaut, die übrig bleiben, nachdem die reife Eizelle das Eibläschen (Follikel) durch den Eisprung verlassen hat. Unmittelbar danach beginnt der Gelbkörper damit, Progesteron sowie weibliche Sexualhormone (Östrogene) zu produzieren.

Weitere Entwicklung

Für den Erhalt der Schwangerschaft ausreichende Progesteron-Mengen werden jedoch erst unter dem Einfluss des schwangerschaftserhaltenden Hormons gebildet. Es sorgt außerdem dafür, dass der Gelbkörper erhalten bleibt – durch die Wirkung des Hormons nimmt an Größe zu und füllt gegen Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters etwa die Hälfte des Eierstockes aus, in dem das Ei für diese Schwangerschaft gereift war.

Bis in den 4. Schwangerschaftsmonat hinein ist der Gelbkörper der Hauptlieferant des Progesterons. Danach übernimmt diese Aufgabe die Plazenta, die das Hormon bis zur Geburt in wesentlich größeren Mengen produziert. Die Aufgabe des schwangerschaftserhaltenden Hormons ist damit erfüllt – seine Produktion kann jetzt zurückgefahren werden.

Welche diagnostischen Informationen liefert der hCG-Wert?

Der Nachweis von humanem Choriongonadotropin im Blut ist ein sicherer Beleg dafür, dass eine Schwangerschaft besteht – vom Arzt kann dieser Test bereits etwa sieben Tage nach der Empfängnis vorgenommen werden. Die handelsüblichen Schwangerschaftstests messen dagegen die deutlich niedrige hCG-Konzentration im Urin der Mutter, ein zuverlässiges Ergebnis liefern sie erst ab der 5. Schwangerschaftswoche.

Sehr hohe Konzentrationen des Hormons können durch eine Mehrlingsschwangerschaft, aber auch embryonale Fehlentwicklungen wie eine Blasenmole oder eine Entartung des Chorions zustande kommen.

Sehr niedrige Werte sind unter Umständen ein Hinweis auf einen nicht lebensfähigen Embryo oder eine Extrauterin-Gravidität (Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft). Bei der Erstuntersuchung und weiteren Vorsorgeuntersuchungen in der frühen Schwangerschaft wird daher immer auch der hCG-Wert untersucht.

Humanes Choriongonadotropin im Ersttrimester-Screening und in der Fruchtbarkeitsmedizin

Im Rahmen des sogenannten Ersttrimester-Screenings werden die Nackentransparenz des Kindes sowie verschiedene Blutwerte der Mutter – darunter auch die Konzentration von freiem Beta-hCG – gemessen. Anhand dieser Daten berechnet der Arzt die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der das Baby an einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) oder einigen anderen genetischen Defekten leidet. Beispielsweise ist bei Trisomie-21-Kindern der Beta-hCG-Wert im Blut der Mutter meist deutlich höher als bei anderen Kindern.

Daneben findet hCG auch in der Fruchtbarkeitsmedizin Verwendung. Eine Gelbkörperschwäche ist oft der Grund dafür, dass keine Schwangerschaft zustande kommt oder davon betroffene Frauen ihr Kind durch eine sehr frühe Fehlgeburt verlieren – Injektionen des schwangerschaftserhaltenden Hormons sollen in solchen Fällen sowohl das Wachstum des Gelbkörpers als auch seine Hormonproduktion stimulieren.

Fazit
Das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) ist verantwortlich für den Erhalt der Schwangerschaft
Es stimuliert die Produktion von Progesteron im Gelbkörper und sorgt dafür, dass dieser bis in den 4. Schwangerschaftsmonat hinein seine Funktion als Progesteron-Lieferant erfüllen kann
In der frühen Schwangerschaft erfüllt der hCG-Wert verschiedene diagnostische Funktionen
Außerdem findet das schwangerschaftserhaltende Hormon in der Fruchtbarkeitsmedizin Verwendung
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Außerhalb der Schwangerschaft kann ein erhöhter hCG Wert auf einen Tumor hinweisen.
Arztgeprüft

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