Streptokokken in der Schwangerschaft
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Streptokokken in der Schwangerschaft

Obwohl Streptokokken zu einer der vielen Bakterienarten gehören, die im menschlichen Körper leben, ohne gesundheitliche Beschwerden zu verursachen, können sie in der Schwangerschaft zu Problemen führen. Jede dritte Frau trägt B-Streptokokken in sich. Sie siedeln sich unter anderem auch in der Vagina an.

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von Dr. Verena Breitenbach
Di, 05/06/2014 - 11:07 Tue, 12/19/2017 - 08:42

Antibiotika sorgt meist für eine Heilung ohne bleibende Gesundheitsprobleme

Unter bestimmten Umständen führen sie bei der Geburt zu schweren Infektionen beim Baby und in seltenen Fällen auch bei der Mutter. Laut medizinischen Studien ist dies allerdings nur bei einer von 2.000 Geburten der Fall. Das Risiko einer Infektion des Babys an B-Streptokokken ist erfahrungsgemäß höher, wenn:

Streptokokken Gruppe B: Der Test

Ob eine Schwangere Streptokokken der Gruppe B in sich trägt oder nicht, lässt sich leicht mit einem Test feststellen. Dabei wird ein schmerzloser Abstrich aus der Vagina entnommen, ähnlich wie bei anderen Untersuchungen beim Frauenarzt. Obwohl eine Streptokokken-Infektion in sehr seltenen Fällen die Gesundheit und das Leben von Mutter und Kind gefährden kann, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Ausnahmen bilden Risikoschwangerschaften bzw. die Geburt eines oder mehrerer älterer Geschwister, die sich mit B-Streptokokken bei der Geburt infiziert haben. Bei diesen Fällen erfolgt in der Regel eine Kostenübernahme der 20 bis 30 Euro. Der beste Zeitpunkt für den Test sind die letzten Wochen vor der Entbindung.

Die wichtigsten Schritte, wenn Streptokokken festgestellt wurden

Die Besiedelung des Körpers mit B-Streptokokken hat zunächst keinen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Neugeborenen. Erst mit bzw. nach der Geburt können sie bei Mutter und/oder Kind zu Komplikationen führen. Um diese zu vermeiden, nehmen die Ärzte bei positiv getesteten Patientinnen mit Beginn der Geburt eine Antibiotika-Therapie vor.

Sobald die Wehen eingesetzt haben bzw. die Fruchtblase geplatzt ist, wird das Antibiotikum in regelmäßigen Abständen zumeist über die Armvene der Mutter verabreicht. Sobald das Baby auf der Welt ist, endet die Antibiotika-Zufuhr.

Um die Antibiotika-Behandlung während der Geburt zu sichern, ist es sinnvoll, mit der Hebamme oder dem Frauenarzt einen Geburtsplan aufzustellen, in dem die Streptokokken-Infektion vermerkt ist. Der Beginn einer Geburt ist oftmals mit so viel Aufregung und wehenbedingten Schmerzen verbunden, dass ein positiver B-Streptokokken-Test nicht immer Erwähnung findet.

Falls Sie schon wissen, in welchem Krankenhaus Sie Ihr Kind entbinden möchten, können Sie sich dort schon voranmelden. Das hat den Vorteil, dass bereits eine Patientenakte mit allen wichtigen Informationen vorliegt, wenn Sie mit Wehen, Blasensprung oder anderen Beschwerden im Krankenhaus eintreffen. Ebenfalls können sich werdende Mütter so schon mit der Geburtsumgebung vertraut machen.

Wer in einem Geburtshaus oder Zuhause entbinden möchte und B-Streptokokken in sich trägt, kann im Regelfall keine Antibiotika-Zufuhr erhalten. Diese muss nämlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ausnahmen bestätigen in diesem Fall jedoch die Regel: Mittlerweile gibt es Geburtshäuser, die an Geburtskliniken angeschlossen sind. Dort sind oftmals natürliche Entbindungen trotz B-Streptokokken-Befund mit ärztlicher Antibiotika-Therapie möglich.

Bei einem Notkaiserschnitt hingegen liegt das Ansteckungsrisiko für das Baby höher, da während des Geburtsvorgangs schon der Zugang zur Gebärmutter und die Fruchtblase geöffnet sein können. Gebärmutter- und Harnwegsinfektionen bei der Mutter können ebenfalls durch die Streptokokken der Gruppe B ausgelöst werden.

B-Streptokokken-Infektion: Anzeichen und Therapie beim Baby

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen oder aufgrund einer nicht erkannten Infektion der Mutter zu einer B-Streptokokken-Infektion beim Kind, zeigen sich innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt unter anderem folgende Anzeichen:

  • schlechtes Still- bzw. Trinkverhalten,
  • auffallende Lethargie oder Reizbarkeit,
  • niedriger Blutdruck,
  • eine zu langsame oder zu schnelle Herz- bzw. Atemfrequenz,
  • eine zu hohe oder zu niedrige Körpertemperatur.

In seltenen Fällen entwickeln sich die Infektionen erst in der zweiten Lebenswoche oder später. Ab dem dritten Lebensmonat ist die Gefahr einer B-Streptokokken-Infektion nahezu ausgeschlossen. Unbehandelt kann sie zu einer lebensbedrohlichen Meningitis (Hirnhautentzündung) führen.

Die Behandlung erfolgt grundsätzlich mit Antibiotika, schlägt oft sehr schnell an und sorgt meist für eine Heilung ohne bleibende Gesundheitsprobleme. Vorausgesetzt: eine Infektion wird früh erkannt. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf den gesundheitlichen Zustand Ihres Babys zu achten und auch bei leisem Verdacht, den behandelnden Kinderarzt oder die Hebamme anzusprechen.

Das Infektionsrisiko zur Sicherheit des Babys und der Mutter minimieren

Auch wenn eine Streptokokken-Infektion aus statistischer Sicht bei Neugeborenen vergleichsweise selten vorkommt, ist es ratsam, dieser in der Schwangerschaftsvorsorge vorzubeugen. Wird eine Streptokokken-Besiedelung bei der Mutter und eine Streptokokken-Infektion beim Kind nicht erkannt, kann sie nach der Geburt die Entwicklung des Babys stark beeinträchtigen.

Dies ist ein Risiko, welches sich durch einen einfachen Abstrich sowie eine kurzfristige Antibiotika-Gabe während der Geburt nahezu ausschließen lässt. Vor diesem Hintergrund empfehlen viele Ärzte und Hebammen die Untersuchung auf Streptokokken wenige Wochen vor der Geburt vorzunehmen, auch wenn sie derzeit von den meisten gesetzlich Versicherten privat gezahlt werden muss.

Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Auch wenn man bei vielen Dingen auf Antibiotika verzichten kann, muss man sie bei Streptokokken auf jeden Fall geben.
  • Die Streptokokken-Infektion darf nicht unterschätzt werden.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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*Natürlich halten sich viele Babys nicht an einen bestimmten Termin. Die meisten werden im Zeitraum von zwei Wochen davor oder danach geboren. Auch der Frauenarzt wird den Geburtstermin im Laufe der Schwangerschaft noch korrigieren.

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