Risikoschwangerschaft
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Risikoschwangerschaft

Häufigere Vorsorgeuntersuchungen notwendig - Von einer Risikoschwangerschaft sprechen Mediziner, wenn bei Frauen bestimmte Faktoren auftreten, die zu Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt führen können. Außerdem kann das Risiko für eine Störung der kindlichen Entwicklung erhöht sein.

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von Dr. Verena Breitenbach
Di, 04/22/2014 - 13:04 Fri, 02/01/2019 - 08:54

Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das?

Zu diesem umfangreichen Risiken-Katalog, der mittlerweile über 50 Punkte umfasst, gehören beispielsweise das Alter der Mutter (über 35 und unter 18 Jahre), chronische Krankheiten der Schwangeren oder Mehrlingsgeburten.

Besteht eine Risikoschwangerschaft werden die Frauen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen häufiger untersucht und erhalten eine besonders intensive Betreuung. Dadurch lassen sich mögliche Komplikationen häufig auf ein Mindestmaß reduzieren.

Viele Schwangere bekommen häufig Angst, wenn ihr Gynäkologe im Mutterpass den Vermerk Risikoschwangerschaft einträgt.

Für sie ist es besonders wichtig zu wissen, dass es in ihrer Schwangerschaft nicht automatisch zu Komplikationen kommen muss. Viele Risikoschwangerschaften und -geburten verlaufen ganz normal.

Anders als der Begriff es vermuten lässt, besteht nur selten eine akute Gefahr für die Mutter und ihr ungeborenes Kind.

Wann liegt eine Risikoschwangerschaft vor?

Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass Frauen als Schwangere mit einem erhöhten Risiko eingestuft werden. Wir stellen Ihnen die häufigsten Faktoren im Überblick vor:

  • Das Alter der Schwangeren: Eine Risikoschwangerschaft besteht dann, wenn Frauen älter als 35 Jahre sind. Mit steigendem Alter der Mutter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung beim Ungeborenen. Aber auch Frauen, die jünger als 18 sind fallen in diese Kategorie: Bei ihnen kann es häufiger zu vorzeitigen Wehen oder Durchblutungsstörungen der Gebärmutter kommen.
  • Komplikationen in früheren Schwangerschaften: Ein erhöhtes Risiko ist bei Frauen vorhanden, die bereits eine Früh- oder Fehlgeburt, eine Totgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft erlitten haben.
  • Chronische Krankheiten der werdenden Mutter wie zum Beispiel Diabetes, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen, Rheuma und viele andere erfordern eine spezielle Überwachung während der Schwangerschaft.
  • Mehrlingsschwangerschaften: Das Risiko einer Frühgeburt ist bei Zwillingen bzw. Mehrlingen erhöht.
  • Ungünstige Lage des Ungeborenen: Eine Beckenendlage oder Steißlage erschwert eine spontane Geburt. Häufig ist ein Kaiserschnitt nötig.
  • Stoffwechselerkrankung: Bei Frauen, die an einer Gestose in der späten Schwangerschaft leiden, ist das Risiko einer Frühgeburt erhöht.
  • Rhesus-Unverträglichkeit: Eine Risikoschwangerschaft besteht, wenn bei der Untersuchung der Blutgruppen von Mutter und ungeborenem Kind Unverträglichkeiten des Rhesusfaktors festgestellt werden.
  • Kaiserschnitt: Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen, die bereits per Kaiserschnitt entbunden haben.
  • Mehrfach-Mama: Eine Frau, die mehr als vier Kinder zur Welt gebracht hat, wird als Risikoschwangere eingestuft.
  • Drogenmissbrauch: Schwangere, die regelmäßig Alkohol, Medikamente und Drogen konsumieren gelten als Risikoschwangere und benötigen eine engmaschige Kontrolle.

Was tun bei einer Risikoschwangerschaft?

So vielfältig die Faktoren sind, die zur Einstufung einer Risikoschwangerschaft führen können, so individuell sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Wenn eine Risikoschwangerschaft besteht werden die Vorsorgeuntersuchungen im Vergleich zu einer 'normalen' Schwangerschaft häufiger durchgeführt und je nach individuellem Befund durch spezielle Tests ergänzt.

Bei einer Risikoschwangerschaft werden die Frauen also intensiver begleitet und überwacht, um mögliche Komplikationen zu verringern oder sogar zu vermeiden. Die Kosten für die zusätzlichen Untersuchungen übernimmt die Krankenkasse.

Risikoschwangerschaft: Ist auch die Geburt ein Risiko?

Besteht bei Frauen eine Risikoschwangerschaft ist auch das Risiko für mögliche Komplikationen unter der Geburt erhöht.

Aus diesem Grund muss bei der Entbindung neben der Hebamme außerdem eine Ärztin oder ein Arzt dabei sein. Von einer Geburt zu Hause oder im Geburtshaus wird aus medizinscher Sicht deshalb abgeraten.

Wenn sich zum Beispiel die Herztöne des Kindes verschlechtern oder die Geburtsposition extrem ungünstig ist, können die Ärzte individuell entscheiden. Das Baby wird dann mit der Saugglocke oder per Kaiserschnitt entbunden.

Aber keine Angst: In vielen Fällen verläuft die Geburt auch bei einer Risikoschwangerschaft völlig normal und das Baby kann spontan auf die Welt gebracht werden. Bei Risikoschwangerschaften kann es aber auch zu Frühgeburten kommen. Die Babys werden dann viele Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin mit einem Kaiserschnitt entbunden und müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Ob Frauen mit einer Risikoschwangerschaft auch bei weiteren Schwangerschaften mit Komplikationen rechnen müssen, muss individuell vom Arzt geklärt werden.

Fest steht: Frauen, die bereits eine Fehl- oder Totgeburt erlitten oder ein Frühchen zur Welt gebracht haben, werden wieder als Schwangere mit einem erhöhten Risiko eingestuft.

Ob es aber tatsächlich zu Komplikationen kommt, kann niemand vorhersagen. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt können Bedenken und Sorgen bei einer folgenden Schwangerschaft besprochen werden.

 

 

© Valua Vitaly - Fotolia.com

Fazit
Das Risiko von Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt ist erhöht.
Komplikationen können auftreten, müssen es aber nicht zwangsläufig.
Risiko-Schwangere erhalten eine intensive ärztliche Betreuung und Überwachung.
Durch engmaschige Untersuchungen lassen sich Komplikationen minimieren.
Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse bezahlt.
Es besteht nur selten eine akute Gefahr für Mutter und Kind.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach:
  • Da heute Frauen bei der Geburt der Kinder häufig älter sind, sind auch gesundheiltiche Risiken eher erhöht, aber die medizinische Betreuung und die Früherkennung der Erkrankungen haben sich auf der anderen Seite auch verbessert.
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