Schwangerschaftsvergiftung (Gestose)
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Schwangerschaftsvergiftung (Gestose)

Eine Schwangerschaftsvergiftung wird auch als Gestose bezeichnet und tritt vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Was zunächst mit Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen in Beinen und Händen recht harmlos beginnen kann, kann für die Mutter und ihr ungeborenes Baby unter Umständen lebensbedrohlich sein.

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von Dr. Verena Breitenbach
Mo, 03/10/2014 - 16:23 Fri, 02/01/2019 - 07:44

Symptome der Gestose

Zu den Symptomen einer Gestose gehören vor allem Bluthochdruck, Eiweißausscheidungen im Urin sowie Wassereinlagerungen.

Auf einen erhöhten Blutdruck deuten bei Schwangeren Werte von über 140/90 mmHg hin. Als normal gelten Werte bis zu 135/85 mmHg.

Da die Schwangerschaftsvergiftung bei jeder Schwangeren unterschiedlich verlaufen kann, sollten sich werdende Mütter bei ersten Anzeichen sofort mit ihrem Arzt in Verbindung setzen.

Wird die Gestose rechtzeitig erkannt und kann der Arzt entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, stehen die Chancen gut, dass die Mutter ein gesundes Kind zur Welt bringt.

Nimmt die Schwangerschaftsvergiftung jedoch einen schweren Verlauf an, kann sie zu einer Frühgeburt führen.

Wird die Gestose zu spät oder auch gar nicht erkannt, kann das im Extremfall zum Tod des Kindes und der Mutter führen. Dies ist vor allem in Entwicklungsländern der Fall.

Der Begriff der Schwangerschaftsvergiftung ist mittlerweile übrigens veraltet, da früher angenommen wurde, dass der Erkrankung eine Vergiftung zugrunde liegt.

Verschiedene Formen der Gestose

Ärzte unterscheiden zunächst die Früh- und Spätgestose voneinander. Die Frühgestose tritt im ersten Drittel der Schwangerschaft auf und ist vor allem durch Übelkeit und Erbrechen gekennzeichnet. Die Symptome verschwinden meist um die 12. Schwangerschaftswoche wieder und haben keine Auswirkungen auf Mutter und Kind.

Weitaus gefährlicher ist die Spätgestose, die im letzten Drittel einer Schwangerschaft auftritt. Rund 5 bis 10 Prozent der Schwangeren in Deutschland leiden an der sogenannten EPH-Gestose, auch als Präeklampsie bezeichnet, die durch diese drei messbaren Symptome gekennzeichnet wird: Edema (Ödeme), Proteinurie (Eiweißausscheidungen im Urin) und Hypertonie (Bluthochdruck).

Bereits bei einem dieser Symptome sollten Schwangere ihren behandelnden Arzt aufsuchen. Wird die Schwangerschaftsvergiftung rechtzeitig erkannt, kann der Arzt Gegenmaßnahmen ergreifen. Eine Schwangerschaftsvergiftung kann in verschiedenen Schweregraden auftreten.

Bei einer schweren Form der Gestose, der Eklampsie, kann es zu schweren Krampfanfällen kommen. Als Komplikationen können Thrombosen, Hirnödeme sowie akutes Nierenversagen auftreten, die für Mutter und Kind lebensbedrohlich sind. Nach der Geburt normalisiert sich der Zustand der Mutter wieder. Nur in seltenen Fällen kann es zu Organschäden kommen.

Auch das HELLP-Syndrom ist eine schwere Verlaufsform der EPH-Gestose, bei der die Blutgerinnung und die Funktion der Leber gestört wird. Die Symptome sind starke Schmerzen im Oberbauch sowie Übelkeit und Erbrechen. Besonders tückisch:

Das HELLP-Syndrom ist besonders schwer zu erkennen und kann im Extremfall in wenigen Stunden zum Tod führen. Der Zustand der Mutter normalisiert sich nach der Geburt wieder.
Generell gilt: Eine Gestose kann leider nicht während der Schwangerschaft geheilt werden, nach der Geburt klingen die Symptome jedoch langsam wieder ab.

Ursachen und Risiken für eine Schwangerschaftsvergiftung

Die Ursachen, die einer Schwangerschaftsvergiftung zugrunde liegen, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Viele Mediziner betrachten den erhöhten Blutdruck als zentrales Merkmal einer Gestose. Andere Ärzte sehen die Ursache in einer Stoffwechselstörung begründet.

Das Risiko für eine Gestose ist erhöht, wenn die Schwangeren entweder sehr jung sind oder mit über 35 Jahren zu den Spätgebärenden zählen. Zur Risikogruppe gehören außerdem stark übergewichtige Frauen oder Schwangere, die bereits früher einen hohen Blutdruck hatten oder erblich belastet sind. Aber auch Frauen mit einer Nierenerkrankung und Diabetes können eine Schwangerschaftsvergiftung erleiden.

Schwangerschaftsvergiftung: Was kann ich tun?

Sollten bei Ihnen eine oder mehrere der typischen Symptome einer Gestose auftreten, setzen Sie sich unbedingt mir Ihrem Arzt in Verbindung. Aber keine Angst: Nicht immer handelt es sich um eine Gestose. Wird bei Ihnen jedoch eine Schwangerschaftsvergiftung festgestellt, wird zunächst eine ausgewogene und salzhaltige Ernährung mit ausreichend Eiweißprodukten empfohlen.

Medikamente zur Entwässerung oder die früher empfohlenen Obst- und Reistage werden von Medizinern mittlerweile strikt abgelehnt. Außerdem sollten Sie privaten und beruflichen Stress vermeiden und sich zwischendurch immer wieder Ruhepausen gönnen.

Wenn der Blutdruck trotzdem nicht sinkt, werden Schwangere häufig mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt oder stationär im Krankenhaus aufgenommen. Dort kann der Gesundheitszustand von Mutter und Kind rund um die Uhr kontrolliert werden. Bei einer stark ausgeprägten Gestose muss das Baby im Extremfall per Kaiserschnitt früher geholt werden.

Vorbeugende Maßnahmen bei einer Gestose

Zunächst ist es wichtig, dass Sie alle Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt regelmäßig wahrnehmen. Mit den routinemäßig durchgeführten Urinuntersuchungen und Blutdruckmessungen können zwei der Gestose-Symptome gut kontrolliert werden.

Achten Sie außerdem darauf, ob sich in Ihren Beinen und Händen Wasser einlagert und Ihr Gesicht aufschwemmt. Wassereinlagerungen in den Beinen erkennen Sie zum Beispiel daran, dass Ihre Füße sehr viel dicker sind und die Fussfesseln von den Strümpfen eingeschnürt werden.

Vielleicht passen Ihnen auch Ihre Schuhe nicht mehr. Als effektive Gegenmaßnahme können Sie einfach die Füße hochlagern. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Füße höher liegen als das Becken. Bei geschwollenen Beinen können auch Wechselduschen und Bürstenmassagen Linderung verschaffen. Achten Sie außerdem auf ausreichend Bewegung, das regt die Durchblutung in den Beinen an. 

Eine weitere Maßnahme, um Bluthochdruck zu vermeiden, ist ausreichend Entspannung. Ruhen Sie sich aus und überlasten Sie sich nicht mit Ihrem Beruf oder den Planungen rund um den Nestbau. Nehmen Sie sich zwischendurch immer wieder kleine Ruhepausen.

Grundsätzlich legen Mediziner allen Schwangeren eine ausgewogene und gesunde Ernährung ans Herz. Droht bei Ihnen eine Gestose, empfehlen Ärzte den Verzehr von eiweißhaltigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Käse, Milch, Fisch, Nüsse oder Hülsenfrüchte. Damit die Proteine auch verwertet werden können, sollten Schwangere zusätzlich Kohlehydrate in Form von Kartoffeln oder Vollkornbrot zu sich nehmen.

Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Vollwertkost mit vorwiegend pflanzlichem Eiweiss ist sehr gut.
  • Sekundäre Plfanzenstoffe können das Risiko einer Gestose senken.
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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*Natürlich halten sich viele Babys nicht an einen bestimmten Termin. Die meisten werden im Zeitraum von zwei Wochen davor oder danach geboren. Auch der Frauenarzt wird den Geburtstermin im Laufe der Schwangerschaft noch korrigieren.

Kommentare 10 Kommentare

10.03.2017

Dr. Verena Breitenbach

freut mich sehr, dass Ihnen meine Artikel gefallen. Vielen Dank und Ihnen alles Gute! Ihre Dr. Verena Breitenbach

16.02.2017

Sahin-Narot

Liebe Frau Dr Breitenbach, ich finde den Artikel sehr verständlich geschrieben und bedanke mich dafür! Sie persönlich finde ich äußerst sympathisch. Alles Liebe. ASN

03.01.2017

Dr. Verena Breitenbach

wenn der Verdacht besteht, sollten Sie auf jeden Fall häufiger zur Kontrolle gehen. Ferner sollten Sie sich eiweiß- und salzreich ernähren, sich schonen und viel ruhen. Aber unbedingt mit dem Frauenarzt darüber nochmals reden. Alles Gute!

23.12.2016

Dr. Verena Breitenbach

das kann durch die Hormonumstellung sein. Das haben viele Frauen. Auf jeden Fall Beine hochlagern, Stützstrümpfe tragen, sich viel bewegen und im Salzwasser baden. Das hilft. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrer Hebamme darüber.

20.12.2016

Jennifer Sinklar

Hallo Fr Dr Breitenbach! Bei mir wurde Gestern zu Hoher Blutdruck und zu hoher Proteingehalt im Urin festgestellt. Ich bin 30 und bekomme mein erstes Kind - 20ssw. Mein Gyn meinte, es muss keine Gestose sein, aber sie wird bestimmt austreten. Kann ich mich irgendwie dagegen schützen? Ich will alles tun, dass es meinem Baby gut geht! Liebe grüße und schöne Feiertage

14.12.2016

Katrin

Hallo, ich bin in der 18 Ssw und habe jetzt schon Wasser in den beinen. Festgestellt habe ich es anhand den abdrücken von meinen Socken. Nun bin ich beunruhigt das dies nicht normal ist. Können Sie mir da weiter helfen. Mein Blutdruck lag bisher immer im normal Bereich bei 120. Ich hatte im Sommer auch erst eine EU. Dadurch natürlich auch meine Ängste .

01.12.2016

Dr. Verena Breitenbach

es kann aber auch alles gut sein! Sie sollten unbedingt öfter zur Kontrolle, evtl. auch zu einem Gerinnungsspezialisten. Alles Gute!

27.11.2016

Cansever özden

Ich habe zwei kinder und habe ich meine zweite kind eine monate frühgeburt gekonmen bin ich 34 jahre alt meine ärtztin hat wenn ich dritte schwanger bin dann bin ich lebensgefahr die beide schwangerschaft hat schwangerschaftsvergiftung gastose hirnödeme thrambose höheblutduruck bin ich jetz dritte schwanger ich habe angst was soll ich machen

23.06.2015

Breitenbach

Es heißt natürlich anders, aber die meisten kennen die Bezeichnung SIH nicht, deswegen sind wir bei der immer noch gebräuchlichen Bezeichnung geblieben. Was die Symptome angeht, so geht es um die äußeren, die erkennbar sind. Es soll ja für jeden verständlich sein. Wir können aber gerne die biochemischen Fakten diskutieren.

21.06.2015

ellen_z

Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser artikel an einigen stellen fachlich äußerst unsauber ist. Die peripheren Ödeme sind nicht das Problem, sondern die zentralen, so dass man nicht sagen kann, Füße dick = SIH! Zudem ist dei Bezeichnung EPH-Gestose veraltet. Außerdem kann man die Symptome: zentrale Ödeme, Proteinuroie und Hypertonus in den seltensten Fällen selbst erkennen, das ist ja doch gerade das Schwierige der erkrankung...bitte nacharbeiten! Es gibt noch einige andere fachlich fragwürdige Stellen, aber Ihr Experten-/und Ärzteteam sollte das ja wissen ;) Gruß. Ellen Z.

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