Präeklampsie
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Hebammengeprüft

Präeklampsie

Wirksam vorbeugen lässt sich die Erkrankung kaum - Aus medizinischer Sicht wird die Präeklampsie den Spätgestosen zugeordnet, da sie sich erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte - und in der Mehrzahl aller Fälle erst im letzten Schwangerschaftstrimester - zeigt.

Ina Ilmer - Hebamme & Mutter
von Ina Ilmer
Hebamme & Mutter
Mo, 12/22/2014 - 13:14 Fri, 07/19/2019 - 14:20

Präeklampsie - Was ist das?

Die Präeklampsie gehört zu den schwangerschaftsbedingten Erkrankungen (Gestosen - Neuere Bezeichnung: Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie)., die sich erst sehr spät im Laufe einer Schwangerschaft zeigt.

Ihre Leitsymptome bestehen in erhöhtem Blutdruck (Hypertonie), einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) sowie verstärkten Wassereinlagerungen in den Geweben (Ödeme).

Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft spielt die Suche nach bisher verborgenen Präeklampsie-Symptomen eine wesentliche Rolle - das Messen des Blutdrucks und ein Urintest gehören zu den Standarduntersuchungen, die zu jedem Vorsorgetermin erfolgen.

Eine unbehandelte Präeklampsie kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen (Eklampsie, HELLP-Syndrom) sowie Entwicklungsstörungen des Kindes führen.

Ursachen einer Präeklampsie

Die Ursachen der Präeklampsie sind bisher ebenso wie für andere Gestosen nicht vollständig erforscht. Früher gingen die Ärzte davon aus, dass es sich dabei um eine "Schwangerschaftsvergiftung" handelt, was nach dem heutigen Stand der Forschung jedoch nicht mehr haltbar ist.

Mögliche Gründe könnten in einer Überlastung des mütterlichen Körpers durch die Schwangerschaft, aber auch in einer Fehl- oder Mangelernährung der Mutter liegen. Diskutiert wird in der medizinischen Forschung außerdem der Einfluss sogenannter Angiogenese-Faktoren, die von der Plazenta gebildet werden - dabei handelt es sich um Substanzen, die das Gefäßwachstum der Plazenta (des Mutterkuchens) steuern und damit die Versorgung des Babys sicherstellen.

Neuere Studien belegen, das bei Frauen, die eine Präeklampsie entwickeln, das Zusammenspiel dieser Faktoren aus der Balance geraten ist, was in Zukunft möglicherweise auch von Bedeutung für die Früherkennung der Erkrankung ist.

Drei medizinische Leitsymptome: Hoher Blutdruck, Eiweiß im Urin, Ödeme

Wichtig: Ödeme oder ein erhöhter Blutdruck sind für sich genommen nicht zwangsläufig ein Anzeichen für eine Präeklampsie. Wassereinlagerungen bilden etwa 80 Prozent aller schwangeren Frauen aus - in den meisten Fällen sind sie kein Krankheitszeichen, sondern eine normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft.

Rund zehn Prozent aller Schwangeren leiden zeitweise oder dauerhaft unter erhöhtem Blutdruck, was allerdings eine besonders engmaschige medizinische Überwachung im Rahmen der Schwangerschaft begründet. Für die Diagnose einer Präeklampsie ist insbesondere das gemeinsame Auftreten von Bluthochdruck und Proteinurie ausschlaggebend.

Nach der Geburt verschwinden diese Symptome meist sehr schnell, nach maximal vier bis sechs Wochen ergeben Untersuchungen von Blutdruck und Urin in der Regel wieder normale Werte.

Beschwerden und Komplikationen

Bei leichten Formen der Erkrankung empfinden die betroffenen Frauen subjektiv oft keinerlei Symptome bzw. deuten diese als normale Schwangerschaftsbeschwerden. In schweren Fällen kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Plötzliche deutliche Gewichtszunahme von mehr als einem Kilogramm pro Woche
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
  • Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit
  • Unruhe, Verwirrtheit, Schläfrigkeit
  • Krampfanfälle, die im ungünstigsten Fall zum Koma führen können (Übergang der Präeklampsie in eine voll ausgebildete Eklampsie)
  • Schmerzen im rechten Oberbauch als ein mögliches Zeichen dafür, dass die Schwangere ein HELLP-Syndrom entwickelt.

Derartige Beschwerden weisen auf einen schweren Verlauf der Krankheit sowie auf die unmittelbare Gefahr von Komplikationen hin. Potentiell lebensbedrohliche Komplikationen sind die Eklampsie, die sich in neurologischen Störungen und Krampanfällen äußert, sowie das HELLP-Syndrom.

Letzteres ist eine der schwersten Schwangerschaftskomplikationen überhaupt, die sich jedoch nicht immer aus einer Präeklampsie, sondern zum Teil auch als eigenständiges Krankheitsbild entwickelt. In beiden Fällen wird das Kind meist durch einen Notkaiserschnitt entbunden.

Beim HELLP Syndrom kommt es zusätzlich noch zu Gerinnungsstörungen.

Mögliche Auswirkungen der Präeklampsie auf die Mutter und das Baby

Die Krankheit wirkt sich potentiell auf verschiedene Organe aus. Herz, Kreislauf und Zentralnervensystem reagieren auf den erhöhten Blutdruck, ein sehr schneller Blutdruckanstieg kann unter Umständen Hirnblutungen zur Folge haben. Niere und Leber können ihre Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktionen nicht mehr in vollem Maß erfüllen.

In leichten Fällen besteht die Folge in Ödemen, bei schwereren Verläufen kann es zu Wasseransammlungen in der Bauchhöhle, im Herzbeutel oder in der Lunge kommen. Auch die Blutgerinnung kann gestört sein.

Für das Baby ist eine Präeklampsie vor allem bei einem relativ frühen Auftreten in der Schwangerschaft gefährlich, da sie die Funktion der Plazenta behindern kann, was zu einer Mangelversorgung, Wachstumsverzögerungen oder - im ungünstigsten Fall - zum Tod des Kindes führen kann. Bei Neugeborenen, deren Mütter an einer Präeklampsie gelitten haben, treten bestimmte Störungen des Blutbildes häufiger auf, die sich in der Regel jedoch gut behandeln lassen.

Risikofaktoren und Häufigkeit der Erkrankung

Trotzdem die Ursachen der Erkrankung bisher noch nicht endgültig geklärt sind, lassen sich einige Risikofaktoren dafür benennen. Hierzu gehören:

  • Bluthochdruck, Diabetes und/oder chronische Nierenerkrankungen, die bereits vor dem Beginn der Schwangerschaft bestanden. Mediziner sprechen hier auch von einer Pfropf-Präeklampsie, die sich auf eine solche Vorerkrankung aufpfropft
  • starkes Über- oder Untergewicht
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Präeklampsien in früheren Schwangerschaften
  • sehr frühe oder sehr späte Schwangerschaften
  • familiäre Disposition

Wie wird eine Präeklampsie behandelt?

Eine ursächliche Therapie der Präeklampsie gibt es bisher nicht - es geht also um die Behandlung der Symptome und darum, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu verhindern. In leichten Fällen wird der Arzt der Schwangeren Schonung und körperliche Ruhe, zum Teil auch Bettruhe verordnen.

Wichtig sind auch eine gesunde, ausgewogene und durchaus reichliche Ernährung, die ausreichend Proteine und Salz enthalten sollte. Auf salzreduzierte Kost und entwässernde Tees sollten die betroffenen Frauen bis zum Ende ihrer Schwangerschaft komplett verzichten.

Zum Teil wird der Arzt blutdrucksenkende Medikamente verordnen. Bei einer sehr früh auftretenden Präeklampsie ist in manchen Fällen eine Behandlung mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure ("Aspirin") sinnvoll.

Gibt es Vorbeugungsmaßnahmen?

Wirksam vorbeugen lässt sich die Erkrankung kaum. Wichtig ist, dass schwangere Frauen die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig absolvieren, damit eine Präeklampsie frühzeitig erkannt und ihre Symptome behandelt werden können. Einige Ärzte empfehlen während Schwangerschaft und Stillzeit die zusätzliche Einnahme von 450 Milligramm Magnesium pro Tag.

Das Spurenelement wirkt vorbeugend gegen verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden sowie vorzeitige Wehen - seine Wirksamkeit zur Vorbeugung von Gestosen ist medizinisch jedoch nicht gesichert.

© detailblick - Fotolia.com

Fazit
Eine Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung, die in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt.
Ihre medizinischen Leitsymptome sind Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen im Gesicht sowie an Händen und Füßen.
Eine Präeklampsie ist durch Ruhe, Schonung und die Behandlung der Symptome meist gut beherrschbar.
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge spielt eine möglichst frühzeitige Diagnose der Erkrankung deshalb eine wesentliche Rolle.
Es können sogar Gestosen, wie das HELLP-Syndrom noch im Wochenbett auftreten.
Bei unklaren Beschwerden, sofort den Arzt oder die Hebamme aufsuchen, gerade das HELLP-Syndrom hat oft wenig Vorboten.
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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