Wasser in den Beinen
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Wasser in den Beinen

Übermäßige Wassereinlagerungen während der Schwangerschaft (medizinisch: Ödeme) treten bei den meisten Frauen zuerst an den Beinen auf. Das Problem macht sich besonders am Ende des Tages oder bei besonders warmer Witterung bemerkbar, speziell nach ausgedehntem Sitzen oder Stehen. Die Unterschenkel, Knöchel und Füße werden dick.

Ina Ilmer
von Ina Ilmer
Hebamme & Mutter
Mi, 11/20/2013 - 23:35 Tue, 12/19/2017 - 08:50

Beschwerden sind meist harmlos und verschwinden nach der Entbindung von selbst

Sobald eine Frau ihre Schuhe erst einmal ausgezogen hat, ist es ihr einige Zeit später unmöglich, wieder hineinzuschlüpfen. In der Schwangerschaft kann es auch zu vermehrten Wasseransammlungen in den Unterarmen, Händen oder im Gesicht kommen. Alles fühlt sich geschwollen an und die Fingerringe werden zu eng.

Natürliche Ursache

In den meisten Fällen sind die Schwangerschaftshormone für das Wasser in den Beinen verantwortlich. Sie bewirken nämlich, dass sich die Blutgefäße weiten und an Elastizität verlieren. Gleichzeitig wird jedoch die Gesamtblutmenge, welche durch den weiblichen Organismus zirkuliert, infolge der Schwangerschaft deutlich mehr und die Gefäße werden durchlässiger. Das Risiko für das "Versacken" des Blutes im Gewebe erhöht sich. Im Bindegewebe sammelt sich zusätzliche Flüssigkeit an.

Warum sind besonders die Knöchel und Zehen so geschwollen?

Während der Schwangerschaft vollbringen die Venen Höchstleistungen. Die wachsende Gebärmutter übt gerade auf die Beckenvenen einen starken Druck aus, wobei die große untere Hohlvene auf der rechten Körperseite besonders betroffen ist. Die Venen in den Beinen pumpen permanent das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen.

Sobald die Venen gegen den überhöhten Druck nicht mehr ankommen, versackt das Blut mitsamt der Gewebeflüssigkeit in den Beinen. Neben Wasser in den Beinen kann dieser Mechanismus auch Krampfadern oder Besenreiser provozieren.

Wie viel Wasser in den Beinen ist normal?

Bei etwa zwei Dritteln aller werdenden Mütter lagert sich vorzugsweise im letzten Schwangerschaftsdrittel zusätzlich Wasser im Organismus ein. Insbesondere die Unterschenkel und Füße können dabei anschwellen. Während die Schwangere am Morgen noch bequem in ihre Pumps schlüpfen konnte, passen ihre Füße am Abend vielleicht gerade mal noch in bequeme Birkenstock-Pantoletten.

Solange keine weiteren Beschwerden hinzukommen, sind die Ödeme zwar äußerst unangenehm, aber sowohl für die Mutter als auch ihr Kind unschädlich. Direkt nach der Entbindung wird die überschüssige Flüssigkeit wieder ausgeschieden.

Wann wird es gefährlich?

Wasser in den Beinen, den Armen und im Gesicht kann jedoch auch auf eine ernsthafte, schlimmstenfalls sogar für Mutter und ihr Baby lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikation hinweisen. Verbunden mit

  • hohem Blutdruck
  • erhöhten Eisweißwerten im Urin
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Augenflimmern
  • manchmal auch Schmerzen im Oberbauch

könnte eine Gestose, auch Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklamspie genannt, die Ursache für die Entstehung der Ödeme sein. Nicht immer treten alle Symptome gemeinsam auf, sodass es bereits bei geringstem Verdacht ratsam ist, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

Achtung! In diesem Zusammenhang ist es für jede werdende Mutter auch ganz wichtig, regelmäßig alle Vorsorgetermine wahrzunehmen!

Mythos Salz und Reis

Früher gaben viele Frauenärzte schwangeren Frauen den Rat, auf gesalzene Speisen möglichst zu verzichten. Angeblich würde das Salz das Blut dicker mache und die Venen hätten es damit noch schwerer, es aus den Extremitäten zum Herz zu pumpen. Allerdings konnten klinische Studien diese Theorie eindeutig widerlegen. Inzwischen gilt die Empfehlung, weiter normal zu salzen.

Auch Empfehlungen zu sogenannten Reis- oder Kartoffeltagen sind heute völlig antiquiert. Im Gegenteil: Sie verhindern nicht nur keineswegs das Wasser in den Beinen, sie können der Gesundheit von Mutter und Kind sogar abträglich sein. Gesund ist dagegen eine ausgewogene Ernährung mit der gewohnten Salzmenge und ausreichend Flüssigkeit (etwa zwei Liter am Tag). Diese zwei Komponenten zusammengenommen, lassen das Blut am besten fließen.

Entwässerungsmittel sind in der Schwangerschaft tabu!

Ebenso wie schwangere Frauen die Flüssigkeitszufuhr aufgrund von Wasser in den Beinen keinesfalls reduzieren sollten, dürfen sie ohne den ausdrücklichen Rat ihres Arztes auch keine entwässernden Medikamente einnehmen.

Das gilt übrigens auch für entwässernd wirkende Hausmittel, wie etwa Brennnesseltee. Entwässernde Tabletten führen unweigerlich zu einer Unterversorgung des Organismus mit Flüssigkeit, was schwere Stoffwechsel- oder Kreislaufprobleme nach sich ziehen kann.

Hebammentipps bei Schwangerschaftsödemen

  • so oft es geht, die Beine bitte entlasten: nicht über längere Zeit stehen, hochlagern
  • bequeme Kleidung und bequeme Schuhe tragen, sobald die Hände anschwellen: Ringe ablegen
  • Stützstrumpfhosen und Stützstrümpfe verhindern das Absacken des Blutes in die Beine, am besten gleich morgens, noch im Liegen anziehen
  • viel Ruhe gönnen, in extremen Fällen empfiehlt sich sogar ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus
  • mindestens zwei Liter kalorienarme Getränke pro Tag
  • regelmäßige Bewegung verschafft Linderung, geeignet sind Sportarten, wie Wassergymnastik, Schwimmen, Walken, Barfußgehen, Fußgymnastik
  • ausgewogene, gesunde Ernährung (bitte nicht zu verwechseln mit salzarmer Diätkost!)
  • Fußbad mit Zusatz von Meersalz als Soforthilfe gegen geschwollene Füße
  • Wechselduschen und Beingüsse, am besten unter fachkundiger Anleitung

Homöopathie und Akkupunktur

Spezielle homöopathische Präparate aus verschiedenen Pflanzen und Mineralien können die Beschwerden durchaus lindern. Je nach Ausprägung empfehlen Naturmediziner bei Wasser in den Beinen während der Schwangerschaft Helonias dioica D6, Apis mellifica D12 und Solidago virgaurea D3. Allerdings ist auch hier von einer Selbstmedikation dringend abzuraten. Sowohl die genaue Zusammensetzung als auch die passende Dosierung gehören gerade bei werdenden Müttern immer in die Hände eines speziell ausgebildeten Experten.

Auch Akupunktur kann helfen, die Symptome und die daraus folgenden Beschwerden der Ödeme zu lindern. Viele Hebammen bieten solche Akupunkturbehandlungen an.

Fazit
Viele werdende Mütter leiden vor allem gegen Ende ihrer Schwangerschaft unter Wasser in den Beinen, den Armen und manchmal auch im Gesicht.
Sofern keine anderen Krankheitssymptome, hinzukommen, sind die Beschwerden harmlos und verschwinden nach der Entbindung von selbst.
Wichtig sind eine ausgewogene, gesunde Ernährung, genügend Flüssigkeit und ausreichend Bewegung.
Gegen das Wasser in den Beinen gibt es zahlreiche Hausmittel, die weder der werdenden Mutter noch dem Kind Schaden zufügen, die Beschwerden jedoch bedeutend lindern können.
Tipps von Hebamme Ina Ilmer
  • Ein schöner Mittag im Schwimmbad. Schwimmen hilft sehr gut gegen die lästigen Wassereinlagerungen und fördert zusätzlich das Wohlbefinden. Entspannen sie Sich und tun ihrem Körper damit Gutes! Der Wasserdruck fördert das Ausschwemmen des überflüssigen Wassers im Gewebe.
  • Birkenblätter. Trinken Sie einen Sud aus den Blättern. Wirkt sanft ausschwemmend. Bitte besprechen Sie mit Ihrer Hebamme die individuelle Dosierung.
 
 
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