Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss
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Wenn ein Kind ins Krankenhaus muss

So erleichtern Sie Ihrem Kind den Aufenthalt - Muss das eigene Kind ins Krankenhaus, dann ist das auch für die Eltern nicht leicht. Als Eltern sollten Sie aber ruhig und zuversichtlich bleiben, denn ein Krankenhausaufenthalt kann für viele Kinder beängstigend sein.

Nicole Ulrich
von Nicole Ulrich
Kindertherapeutin
Mo, 09/01/2014 - 10:39 Tue, 07/23/2019 - 14:51

Kind im Krankenhaus - das sollten Sie beachten

In der Regel erfolgt die Aufnahme ins Krankenhaus zu einem vorab vereinbarten Termin. Sie melden sich mit Ihrem Kind in der Aufnahme oder der jeweiligen Station. Wenn möglich, sollten Sie ein Krankenhaus wählen, das sich auf Kinder spezialisiert hat oder wenigstens eine Kinderstation besitzt.

Als Eltern sollten Sie mit dem Krankenhausaufenthalt Ihres Kindes einverstanden sein. Haben Sie Bedenken, holen Sie eine weitere Meinung bei einem Kinderarzt ein.

Lassen Sie Ihr Kind nicht allein

In der Medizin weiß man heute, dass die Trennung des Kindes von den Eltern traumatisierend wirken kann. Sind die Eltern in der Nähe des Kindes, unterstützt das den Heilungsprozess. Aus diesem Grund ist es mittlerweile in vielen Kinderkrankenhäusern und auf vielen Kinderstationen möglich, dass Mutter oder Vater ebenfalls aufgenommen werden.

Häufig bekommt die Bezugsperson die Möglichkeit, auf einer Liege mit dem Kind in einem Zimmer zu schlafen. Einige Krankenhäuser halten auch spezielle Mutter-Vater-Kind-Zimmer bereit. Möglicherweise lassen die Räumlichkeiten auch nur eine Unterbringung in einem anderen Bereich des Klinikgeländes zu.

Die Mehrkosten, die durch die Aufnahme der Begleitperson entstehen, werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Dafür muss allerdings eine medizinische Notwendigkeit gegeben sein. Diese Notwendigkeit besteht in der Regel bei Säuglingen und Kindern bis zu einem Alter von acht/neun Jahren.

Über dieses Alter hinaus kann auch eine medizinische Notwendigkeit bestehen, wenn das Kind eine Behinderung hat oder ein spezieller Not- oder Krankheitsfall vorliegt. Die medizinische Notwendigkeit muss durch einen Arzt oder eine Ärztin des Krankenhauses bestätigt werden. Informieren Sie sich vorher, wie die Aufnahme der Bezugsperson bei Ihrer Krankenkasse geregelt ist.

Ist eine Unterbringung im Krankenhaus nicht möglich, dann sollten Sie Ihr Kind so oft wie möglich besuchen. Für Eltern gibt es zumeist keine festen Besuchszeiten. Sie können Ihrem Kind von morgens bis abends Gesellschaft leisten.

In der Regel haben Eltern auch Anspruch darauf, aufgrund der Krankheit ihres Kindes vom Beruf freigestellt zu werden. Leben weitere Kinder unter zwölf Jahren mit im Haushalt, können Eltern zudem eine Haushaltshilfe beantragen.

So erleichtern Sie Ihrem Kind den Aufenthalt im Krankenhaus

Können Sie aus beruflichen oder anderen Gründen nicht rund um die Uhr bei Ihrem Kind sein, dann lassen Sie persönliche Dinge im Krankenzimmer. Bringen Sie Fotos der Familie mit und überlassen Sie dem Kind ein Erinnerungsstück an die Eltern. Der Schal von Mama kann in einsamen Stunden sehr beruhigend sein. Außerdem könnten Sie einen kleinen Glücksbringer bestimmen, der Ihr Kind während des Aufenhaltes begleitet.

Im Krankenhaus haben Kinder trotz der Erkrankung häufig viel Zeit. Nutzen Sie diese Zeit für schöne Dinge. Lesen Sie gemeinsam, spielen Sie ein Spiel, basteln oder malen Sie mit Ihrem Kind und berichten Sie vom Familienalltag.

Das braucht Ihr Kind für den Krankenhausaufenthalt

Für den Aufenthalt im Krankenhaus benötigt Ihr Kind einige Dinge. Ist Ihr Kind schon größer, können Sie mit Ihm gemeinsam die Tasche fürs Krankenhaus packen.

Das sollte die Reisetasche beinhalten:

  • Schlafanzug
  • Bademantel
  • Leichte Kleidung, zum Beispiel ein Jogginganzug
  • Unterwäsche und Strümpfe
  • Hausschuhe
  • Waschsachen
  • Zahnputzsachen
  • Spielsachen, zum Beispiel das Lieblingskuscheltier

Packen Sie nicht zu viel in die Krankenhaustasche. Langweilt sich das Kind im Krankenhaus, können Sie immer noch Sachen wie Bücher, Spiele und Rätselhefte mitbringen.

Neben den persönlichen Sachen für das Kind, benötigen Sie noch medizinische Unterlagen für den Klinikaufenthalt.

Das sollten Sie mitbringen:

  • Einweisungsschein
  • Karte der Krankenversicherung
  • Gelbes Untersuchungsheft und Impfpass des Kindes
  • Medizinische Unterlagen über bereits durchgeführte Untersuchungen, zum Beispiel ärztliche Unterlagen und Röntgenbilder
  • Medikamente, die das Kind eventuell nehmen muss

Informieren Sie das Klinikpersonal auch über eventuelle Allergien Ihres Kindes und über dessen Essgewohnheiten. Hat das Kind schon einmal Medikamente eingenommen oder einen stationären Aufenthalt hinter sich, teilen Sie das mit.

Bereiten Sie sich auf den Aufenthalt vor

Ist der Aufenthalt im Krankenhaus geplant, dann können Sie sich selbst und Ihr Kind darauf vorbereiten. Erklären Sie Ihrem Kind schon Wochen vor dem Krankenhausaufenthalt, warum dieser notwendig ist und was dort passieren wird. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Krankenhäuser gibt, und dass dort Menschen mit Krankheiten behandelt werden. Erklären Sie Ihrem Kind, dass in dem Krankenhaus Ärzte und Pfleger sein werden, die ihm helfen möchten.

Eine gute Vorbereitung für den Krankenhausaufenthalt kann das Anschauen von Bilderbüchern zu dem Thema sein. Auch ein Arztkoffer hilft dabei, die Untersuchungsmethoden der Ärzte kennenzulernen. Der Teddy darf ruhig vorab eine Spritze bekommen, um dem Kind die Angst zu nehmen. Daneben kann auch ein Besuch im Krankenhaus vorab sehr sinnvoll sein.

Gehen Sie ehrlich mit Ihrem Kind um

Ist ein Kind im Krankenhaus, so gibt es viele Dinge, die es ängstigen können. Nicht nur das Alleinsein ist unangenehm, auch die routinierten Abläufe im Krankenhaus und das Klinikpersonal können einschüchternd wirken. Das Kind versteht nicht, was gerade passiert und worauf es sich einstellen muss.

Sprechen Sie daher so viel wie möglich mit Ihrem Kind. Erklären Sie ihm, was gerade passiert. Beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes und lassen Sie sich dabei so gut wie möglich von einem Arzt oder einer Pflegekraft unterstützen.

Stehen Untersuchungen an, besprechen Sie mit Ihrem Kind, was dabei passieren wird. Sollte eine Untersuchung oder eine Behandlung schmerzhaft sein, verschweigen Sie das nicht. Ihr Kind könnte das Vertrauen in Sie und das Klinikpersonal verlieren, wenn Sie wissentlich das Gegenteil behaupten. Stehen Sie Ihrem Kind bei Untersuchungen einfach bei und beruhigen Sie es. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es nicht allein sein wird.

Stabilität geben Sie dem Kind im Krankenhaus, wenn Sie sich an Absprachen halten. Sagen Sie genau, wann Sie gehen werden und wann Ihr Kind wieder mit Ihnen rechnen kann. Durch Verbindlichkeit vermitteln Sie Ihrem Kind im Krankenhaus ein Gefühl von Sicherheit. Wichtig ist auch, dass Sie mit dem Arzt nicht in Gegenwart des Kindes Fachsimpeln und über es sprechen, ohne Ihr Kind einzubeziehen.

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Fazit
Lassen Sie Ihr Kind im Krankenhaus nicht allein. Nutzen Sie die Möglichkeiten, selbst aufgenommen zu werden oder besuchen Sie Ihr Kind so oft wie möglich.
Erklären Sie Ihrem Kind alles zum Krankenhausaufenthalt und beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes.
Halten Sie Absprachen und Besuche bei Ihrem Kind ein.
Erklären Sie, was bei Untersuchungen passieren wird.
Bereiten Sie geplante Krankenhausaufenthalte vor.
Spielen Sie im Vorfeld einmal durch, wie ein Krankenhausaufenthalt des Kindes gestaltet werden könnte und was Sie alles organisieren müssen.
Persönliche Dinge wie Fotos und Kuscheltiere schlagen eine Brücke zur Familie.
Tipps
von Kindertherapeutin Nicole Ulrich
  • Kinderbücher und Arztkoffer können eine gute Vorbereitung für einen Krankenhausaufenthalt sein
  • Informieren Sie Ihr Kind rechtzeitig über den Krankenhausaufenthalt
  • Es sollte, wenn möglich, immer eine Bezugsperson bei Ihrem Kind sein
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wenn eventuell äußere Veränderungen anstehen. Erklären Sie ihm, warum es nach der OP eine Narbe haben wird oder warum vor der OP die Haare abgeschnitten werden müssen
  • Geben Sie Ihrem Kind persönliche Dinge mit
  • Besprechen Sie mögliche Ängste
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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