Pucken: Vor- und Nachteile für mein Kind
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Hebammengeprüft

Pucken: Vor- und Nachteile für mein Kind

Pucken: Schutz und Geborgenheit für Babys - Mit wenigen Handgriffen sind die Kleinen fest von einer kuscheligen Decke umhüllt. Das Pucken ist eine spezielle Wickeltechnik, mit der Babys in den ersten Monaten fest in ein Tuch eingewickelt werden, um ruhiger schlafen zu können.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mo, 02/09/2015 - 13:48 Fri, 05/31/2019 - 15:38

Die Technik

Durch das enge Anliegen der Arme an den Körper, wird der unkontrollierte Reflex, die Arme bewegen zu wollen, verhindert und das Baby kann ruhig und ohne Störung schlafen. Darüber hinaus vermittelt das Pucken dem Baby ein Gefühl der Geborgenheit, welches es aus dem begrenzten Raum des Mutterleibs gewohnt ist.

Auch Studien haben belegt, dass vor allem Frühchen, unruhige Neugeborene und Schreibabys vom Pucken profitieren.

Babys können vom ersten Tag bis etwa zum fünften Monat gepuckt werden. Mit dem fünften Monat und der Reife des Nervensystems verschwindet in der Regel der Moro-Reflex. Ab diesem Zeitpunkt schlafen die meisten Babys wieder ruhiger.

Das Pucken sollte dann eingestellt werden, sobald die Säuglinge mobiler werden und beginnen, sich auf den Bauch zu drehen. Hinweis: Um den Bewegungsdrang der Kleinen nicht einzuschränken, sollten Babys nur zum Schlafen gepuckt werden und nicht, um das Kind zwischendurch ruhig zu stellen. Babys, die völlig unkompliziert ein- und durchschlafen müssen übrigens nicht gepuckt werden.

Zum Pucken eignen sich Stoffwindeln oder dünne Babydecken aus Baumwolle, mit denen das Baby fest eingewickelt wird. Diese Wickeltechnik erfordert jedoch etwas Übung und sollte von der Hebamme gezeigt werden. Wesentlich leichter geht das Pucken mit speziellen Pucktüchern. Mit wenigen Handgriffen sind die Kleinen fest von einer kuscheligen Decke umhüllt, die mit Klettverschlüssen fixiert wird.

Pucken

Wie werden Babys richtig gepuckt?

Beim ersten Mal erfordert es schon etwas Überwindung, sein Baby so fest einzuwickeln, dass es sich nicht mehr bewegen kann. Viele Eltern machen deshalb auch den typischen Anfängerfehler und wickeln die Kleinen zu leicht ein. Die Folge: Sie strampeln sich nach kurzer Zeit frei und wachen in ihrem Bettchen wieder auf.

Um die unkontrollierten Armbewegungen des Babys verhindern zu können, muss es für einen ruhigen Schlaf fest gepuckt werden. Zum Pucken eignet sich besonders gut ein Tuch oder eine Decke in der Größe 80 x 80 cm aus Baumwolle.

  • Das Tuch wird zunächst in Form einer Raute auf den Wickeltisch gelegt.
  • Die obere Spitze wird nach unten eingeschlagen.
  • Das Baby wird nun mit seinem Nacken auf die entstandene Kante gelegt.
  • Achten Sie darauf, dass die Arme des Babys parallel am Körper anliegen.
  • Die rechte Seite der Decke wird über das Baby gelegt und auf der linken Körperseite unter dem Rücken fest eingesteckt.
  • Nun wird die untere Spitze der Decke nach oben geschlagen (etwa bis zur Brust des Kindes).
  • Zum Schluss wird die linke Seite der Decke über den Körper gelegt und unter dem Rücken des Babys eingesteckt.

Beim ersten Mal ist es sinnvoll, die Hebamme um Hilfe zu bitten: Sie zeigt, wie das Tuch oder die Babydecke richtig verwendet wird.

Tipp: Wesentlich leichter geht das Pucken mit einer speziellen Puckdecke, die in vielen süßen Designs hier erhältlich ist.

Mit wenigen Handgriffen werden die Kleinen in der Decke fest eingewickelt. Diese Puckdecken können aber nicht nur zu Hause verwendet werden, sondern passen auch in die Babyschale. So kuschelig eingepackt fühlt sich Ihr kleiner Liebling rundum wohl. Einige Puckdecken sind zusätzlich mit einer Kapuze ausgestattet.

Vor- und Nachteile des Puckens

Das Pucken hat für das Baby, sofern Sie die richtige Wickeltechnik anwenden, viele Vorteile: Es führt bei Babys zu einem ruhigeren und häufig auch längerem Schlaf. Untersuchungen haben gezeigt, dass sehr unruhige Babys weniger schreien und in einer Puckdecke besser zur Ruhe kommen. Studien zufolge sinkt bei gepuckten Babys das Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben, da sie sich nicht auf den Bauch drehen können.

Es gibt mittlerweile aber auch Ärzte, die das Pucken von Babys kritisch sehen. Wird das Baby zu fest eingewickelt können nach Ansicht einiger Mediziner Nerven eingeklemmt werden.

Aber auch das Risiko einer Hüftdysplasie, einer Fehlstellung des Hüftgelenkes, könne durch das Pucken erhöht werden. Außerdem bemängeln Experten, dass den Babys durch das feste Einwickeln zu wenig Raum zum Luftholen und Schreien gegeben werde.

Eltern sollten ihre Babys deshalb immer beaufsichtigen und zwischendurch kontrollieren, ob es stark schwitzt. Tipp: Eltern sollten sich beim ersten Mal immer von einer Hebamme anleiten lassen, um ein zu festes Einwickeln des Babys zu verhindern.

Wann sollte nicht gepuckt werden?

So verlockend es sich auch anhört, das Babys durch das Pucken besser schlafen: Diese Wickeltechnik ist nicht für alle Babys geeignet. So dürfen zum Beispiel Säuglinge nicht gepuckt werden, die aufgrund einer Hüftdysplasie eine Spreizhose tragen müssen. Auch bei Fieber und heißen Temperaturen sollten Babys nicht gepuckt werden, da ein gefährlicher Hitzestau entstehen kann.

© pegbes - Fotolia.com

Fazit
Beim Pucken werden Babys fest in eine Baumwolldecke gewickelt
Durch das feste Einwickeln wird der Moro-Reflex unterdrückt
Die Babys schlafen dadurch ruhiger und schreien weniger
Folgen falscher Wickeltechnik: Nerven können eingeklemmt werden, eine Fehlstellung der Hüfte wird gefördert
Das Pucken mit einer Babydecke erfordert etwas Übung
Mit speziellen Puckdecken geht das Einwickeln ganz einfach

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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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