Migräne oder Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Migräne oder Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können Kopfschmerzen und Migräne häufiger auftreten oder sich in ihrer Intensität verändern. Während auf Medikamente in der Regel verzichtet werden sollte, können alternative Methoden wie Akupunktur, spezielle Ernährungsumstellungen und Entspannungstechniken Linderung verschaffen. Warnsignale wie Bluthochdruck sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

Alle Beiträge des Experten

Migräne oder Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

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Die Ursachen sind vielfältig: Kopfschmerzen können in der Schwangerschaft immer mal wieder auftreten und sind in den meisten Fällen harmlos. Schwangere leiden vor allem in den ersten drei Monaten vermehrt an Kopfschmerzen. Experten vermuten, dass die Hormon- und Kreislaufumstellung dafür verantwortlich sind.


Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Es gibt aber weitere Faktoren, die die Schmerzen begünstigen können: So kann zum Beispiel der Verzicht auf Koffein in der Schwangerschaft Kopfschmerzen zur Folge haben.

Aber auch unregelmäßiger Schlaf, viel Stress, Verspannungen, ein niedriger Blutzuckerspiegel oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können Gründe sein. Frauen, die früher an menstruationsbedingten Kopfschmerzen oder Migräne gelitten haben, können in der Schwangerschaft häufig sogar aufatmen und sind schmerzfrei.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn zu den Kopfschmerzen Bluthochdruck und Eiweiß im Urin hinzukommen. Dies können Anzeichen für eine Präeklampsie sein, die früher auch als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wurde.

Weitere Warnsignale: Schmerzen im Oberbauch sowie ein Anschwellen von Gesicht, Händen oder Füßen. Suche in diesem Fall sofort deinen Arzt auf!

Migräne in der Schwangerschaft

Wesentlich schmerzhafter als normale Kopfschmerzen ist eine Migräne. Typische Symptome sind quälende, pulsierende Schmerzen im Bereich der Stirn, der Schläfen sowie der Augen, eine extreme Lichtempfindlichkeit und Erbrechen.

Oft kündigt sich ein Migräneanfall mit Wahrnehmungsstörungen, der sogenannten Aura, an: Diese können sich in Gesichtsfeldausfällen und einer verzerrten Sicht, aber auch mit Störungen des Gleichgewichts und Lähmungserscheinungen äußern. Ein Migräneanfall kann mehrere Stunden dauern und verschlechtert sich durch Bewegung. Deshalb ist für die Betroffenen viel Ruhe wichtig.

Obwohl die Ursachen für eine Migräne unklar sind, gibt es eine Vielzahl an Auslösern, wie zum Beispiel Stress und Hormonschwankungen bei Frauen. Ähnlich wie bei Kopfschmerzen können aber auch Koffeinentzug, Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten oder eine bestimmte Wetterlage Faktoren sein, die zu Migräneattacken führen können.

Studien haben gezeigt, dass in der Schwangerschaft die Häufigkeit von Migräneattacken aufgrund des erhöhten Hormonhaushalts abnimmt. Schwangere, die jedoch weiter an Migräne leiden, müssen diese anders behandeln als vor der Schwangerschaft, da Medikamente nicht eingenommen werden sollten.

Im ersten und letzten Drittel der Schwangerschaft sind Schmerzmittel tabu, da sie sich negativ auf das Ungeborene auswirken können. Nach Absprache mit dem Arzt können Schwangere im zweiten Schwangerschaftsdrittel Paracetamol einnehmen.

Bei akuten Anfällen ist es ratsam, sich in ein dunkles Zimmer zu legen. Für eine Linderung der Schmerzen sorgen zum Beispiel kühlende Kompressen oder Massagen.

Das hilft bei Kopfschmerzen und Migräne

Das Dilemma in der Schwangerschaft: Um das ungeborene Kind nicht zu schädigen, sollten im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel keine Schmerzmittel eingenommen werden. Um die Kopfschmerzen zu lindern oder ihnen vorzubeugen, gibt es für Schwangere verschiedene Möglichkeiten.

  • Leichte sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Yoga, Gymnastik oder Spaziergänge an der frischen Luft können Kopfschmerzen, aber auch Migräne vorbeugen und die Beschwerden mildern. Bewährt haben sich außerdem Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Schwangere sollten sich neben der Bewegung aber auch ausreichend Ruhepausen gönnen und sich erholen.
  • Unregelmäßige Schlafzeiten, aber auch zu wenig oder zu viel Schlaf können Kopfschmerzen fördern. Schwangere sollten deshalb auf regelmäßigen Schlaf achten.
  • 2 Liter Flüssigkeit sollten Schwangere jeden Tag zu sich nehmen. Ideal ist Wasser, Früchte- oder Kräutertee sowie verdünnte Fruchtschorlen.
  • Ist der Blutzuckerspiegel im Keller, kündigen sich häufig Kopfschmerzen an. Tipp für Schwangere: Esse über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten und pack dir für unterwegs kleine Snacks wie Früchte, Müsliriegel oder Nüsse in die Tasche.
  • Bei Migräne ist es außerdem ratsam, seine Ernährungsgewohnheiten einmal zu überprüfen. So stehen zum Beispiel Schokolade und einige Käsesorten in Verdacht, die Migräneattacken zu verstärken. Durch die gesündere und bewusstere Ernährung in der Schwangerschaft verbessern sich jedoch häufig die Schmerzanfälle.
  • Bei akuten Kopfschmerzen und Migräneanfällen wirkt eine kalte Kompresse auf Stirn, Schläfe oder im Genick oft Wunder.
  • Bei einer professionellen Massage durch einen Physiotherapeuten können Schwangere nicht nur herrlich entspannen. Verspannte Regionen im Nacken oder Rücken werden mit der Massage sanft gelöst und können Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen. Du solltest jedoch einen Physiotherapeuten wählen, der Erfahrung mit der Massage von Schwangeren hat.
  • Egal ob bei Kopfschmerzen oder Migräne: Pfefferminzöl mit leichtem Druck auf Schläfen, Stirn und Nacken einmassiert, empfinden viele Schwangere als sehr angenehm.
  • Nach Absprache mit dem Arzt können auch Vitamin-B2- oder Magnesiumpräparate helfen, der Migräne vorzubeugen.

Mit alternativen Heilmethoden gegen Kopfschmerz und Migräne

Bei vielen typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Ischiasschmerzen kann Akupunktur helfen. Aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne können die kleinen Nadeln Linderung verschaffen. Viele Ärzte und Hebammen bieten die Akupunktur, Homöopathie und andere naturheilkundliche Verfahren mittlerweile als Zusatzleistung in ihrer Praxis an. Die Kosten sind meistens von den Schwangeren zu tragen.

Aber auch die sanfte manuelle Therapie in der Osteopathie kann für Schwangere mit Kopfschmerzen oder Migräne eine Lösung sein. Blockaden werden vom Osteopathen mit den Händen aufgespürt und gelöst.

Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen, wird allerdings noch nicht von vielen Krankenkassen bezahlt.

Zusätzlich kann die Gabe spezieller Globuli (Homöopathie) bei Schmerzen helfen. Informationen findest du bei einem Naturheilpraktiker, Apotheker oder einer Hebamme.

© Tatyana Gladskih – Fotolia.com

Fazit

  • Stress, Hormonschwankungen und unregelmäßige Ernährung können Auslöser sein
  • Beschwerden lassen in der Schwangerschaft häufig nach
  • Medikamente nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen
  • Mit Bewegung, Ernährung und viel Ruhe Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen
  • Alternative Heilmethoden: Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Auch andere Verfahren wie Akupressur, Heilströmen oder Visualisieren können helfen.
  • Verzichte auf Schmerzmittel, wenn es irgendwie geht.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

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Die Ursachen sind vielfältig: Kopfschmerzen können in der Schwangerschaft immer mal wieder auftreten und sind in den meisten Fällen harmlos. Schwangere leiden vor allem in den ersten drei Monaten vermehrt an Kopfschmerzen. Experten vermuten, dass die Hormon- und Kreislaufumstellung dafür verantwortlich sind.


Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Es gibt aber weitere Faktoren, die die Schmerzen begünstigen können: So kann zum Beispiel der Verzicht auf Koffein in der Schwangerschaft Kopfschmerzen zur Folge haben.

Aber auch unregelmäßiger Schlaf, viel Stress, Verspannungen, ein niedriger Blutzuckerspiegel oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können Gründe sein. Frauen, die früher an menstruationsbedingten Kopfschmerzen oder Migräne gelitten haben, können in der Schwangerschaft häufig sogar aufatmen und sind schmerzfrei.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn zu den Kopfschmerzen Bluthochdruck und Eiweiß im Urin hinzukommen. Dies können Anzeichen für eine Präeklampsie sein, die früher auch als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wurde.

Weitere Warnsignale: Schmerzen im Oberbauch sowie ein Anschwellen von Gesicht, Händen oder Füßen. Suche in diesem Fall sofort deinen Arzt auf!

Migräne in der Schwangerschaft

Wesentlich schmerzhafter als normale Kopfschmerzen ist eine Migräne. Typische Symptome sind quälende, pulsierende Schmerzen im Bereich der Stirn, der Schläfen sowie der Augen, eine extreme Lichtempfindlichkeit und Erbrechen.

Oft kündigt sich ein Migräneanfall mit Wahrnehmungsstörungen, der sogenannten Aura, an: Diese können sich in Gesichtsfeldausfällen und einer verzerrten Sicht, aber auch mit Störungen des Gleichgewichts und Lähmungserscheinungen äußern. Ein Migräneanfall kann mehrere Stunden dauern und verschlechtert sich durch Bewegung. Deshalb ist für die Betroffenen viel Ruhe wichtig.

Obwohl die Ursachen für eine Migräne unklar sind, gibt es eine Vielzahl an Auslösern, wie zum Beispiel Stress und Hormonschwankungen bei Frauen. Ähnlich wie bei Kopfschmerzen können aber auch Koffeinentzug, Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten oder eine bestimmte Wetterlage Faktoren sein, die zu Migräneattacken führen können.

Studien haben gezeigt, dass in der Schwangerschaft die Häufigkeit von Migräneattacken aufgrund des erhöhten Hormonhaushalts abnimmt. Schwangere, die jedoch weiter an Migräne leiden, müssen diese anders behandeln als vor der Schwangerschaft, da Medikamente nicht eingenommen werden sollten.

Im ersten und letzten Drittel der Schwangerschaft sind Schmerzmittel tabu, da sie sich negativ auf das Ungeborene auswirken können. Nach Absprache mit dem Arzt können Schwangere im zweiten Schwangerschaftsdrittel Paracetamol einnehmen.

Bei akuten Anfällen ist es ratsam, sich in ein dunkles Zimmer zu legen. Für eine Linderung der Schmerzen sorgen zum Beispiel kühlende Kompressen oder Massagen.

Das hilft bei Kopfschmerzen und Migräne

Das Dilemma in der Schwangerschaft: Um das ungeborene Kind nicht zu schädigen, sollten im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel keine Schmerzmittel eingenommen werden. Um die Kopfschmerzen zu lindern oder ihnen vorzubeugen, gibt es für Schwangere verschiedene Möglichkeiten.

  • Leichte sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Yoga, Gymnastik oder Spaziergänge an der frischen Luft können Kopfschmerzen, aber auch Migräne vorbeugen und die Beschwerden mildern. Bewährt haben sich außerdem Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Schwangere sollten sich neben der Bewegung aber auch ausreichend Ruhepausen gönnen und sich erholen.
  • Unregelmäßige Schlafzeiten, aber auch zu wenig oder zu viel Schlaf können Kopfschmerzen fördern. Schwangere sollten deshalb auf regelmäßigen Schlaf achten.
  • 2 Liter Flüssigkeit sollten Schwangere jeden Tag zu sich nehmen. Ideal ist Wasser, Früchte- oder Kräutertee sowie verdünnte Fruchtschorlen.
  • Ist der Blutzuckerspiegel im Keller, kündigen sich häufig Kopfschmerzen an. Tipp für Schwangere: Esse über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten und pack dir für unterwegs kleine Snacks wie Früchte, Müsliriegel oder Nüsse in die Tasche.
  • Bei Migräne ist es außerdem ratsam, seine Ernährungsgewohnheiten einmal zu überprüfen. So stehen zum Beispiel Schokolade und einige Käsesorten in Verdacht, die Migräneattacken zu verstärken. Durch die gesündere und bewusstere Ernährung in der Schwangerschaft verbessern sich jedoch häufig die Schmerzanfälle.
  • Bei akuten Kopfschmerzen und Migräneanfällen wirkt eine kalte Kompresse auf Stirn, Schläfe oder im Genick oft Wunder.
  • Bei einer professionellen Massage durch einen Physiotherapeuten können Schwangere nicht nur herrlich entspannen. Verspannte Regionen im Nacken oder Rücken werden mit der Massage sanft gelöst und können Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen. Du solltest jedoch einen Physiotherapeuten wählen, der Erfahrung mit der Massage von Schwangeren hat.
  • Egal ob bei Kopfschmerzen oder Migräne: Pfefferminzöl mit leichtem Druck auf Schläfen, Stirn und Nacken einmassiert, empfinden viele Schwangere als sehr angenehm.
  • Nach Absprache mit dem Arzt können auch Vitamin-B2- oder Magnesiumpräparate helfen, der Migräne vorzubeugen.

Mit alternativen Heilmethoden gegen Kopfschmerz und Migräne

Bei vielen typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Ischiasschmerzen kann Akupunktur helfen. Aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne können die kleinen Nadeln Linderung verschaffen. Viele Ärzte und Hebammen bieten die Akupunktur, Homöopathie und andere naturheilkundliche Verfahren mittlerweile als Zusatzleistung in ihrer Praxis an. Die Kosten sind meistens von den Schwangeren zu tragen.

Aber auch die sanfte manuelle Therapie in der Osteopathie kann für Schwangere mit Kopfschmerzen oder Migräne eine Lösung sein. Blockaden werden vom Osteopathen mit den Händen aufgespürt und gelöst.

Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen, wird allerdings noch nicht von vielen Krankenkassen bezahlt.

Zusätzlich kann die Gabe spezieller Globuli (Homöopathie) bei Schmerzen helfen. Informationen findest du bei einem Naturheilpraktiker, Apotheker oder einer Hebamme.

© Tatyana Gladskih – Fotolia.com

Fazit

  • Stress, Hormonschwankungen und unregelmäßige Ernährung können Auslöser sein
  • Beschwerden lassen in der Schwangerschaft häufig nach
  • Medikamente nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen
  • Mit Bewegung, Ernährung und viel Ruhe Kopfschmerzen und Migräne vorbeugen
  • Alternative Heilmethoden: Akupunktur, Osteopathie und Homöopathie
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Auch andere Verfahren wie Akupressur, Heilströmen oder Visualisieren können helfen.
  • Verzichte auf Schmerzmittel, wenn es irgendwie geht.
Arztgeprüft

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