Windpocken
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Windpocken

Warum heißt die Infektionskrankheit Windpocken? Die Virusinfektion ist für Kinder sehr lästig, verläuft aber zumeist harmlos - Verantwortlich für den Ausbruch der Erkrankung ist ein spezieller Virus. Sein medizinischer Name lautet "Varicella-Zoster" und er wird buchstäblich "mit dem Wind", also äußerst schnell und über große Entfernungen hinweg, von einem Menschen auf den anderen übertragen.

Bereits ein kurzer Aufenthalt in einem Raum, in dem sich eine infizierte Person befindet, reicht aus, um sich sicher mit Windpocken anzustecken.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mo, 11/25/2013 - 11:08

Windpocken gibt es auf der ganzen Welt

Der Volksmund nennt sie oft auch Wasserpocken oder Feuchtblattern, weil der für die Infektionskrankheit typische Ausschlag wie kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen aussieht. Windpocken gehören weltweit zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Schätzungen zufolge waren über 90 Prozent aller heutigen Erwachsenen im Kindesalter daran erkrankt.

In den meisten Fällen verlaufen die Windpocken, trotz der vergleichsweise dramatisch erscheinenden Beschwerden harmlos. Lediglich für Neugeborene innerhalb der ersten Lebenswochen und für Kinder mit einem, infolge anderer Krankheiten geschwächten Immunsystem, bedeuten sie eine ernsthafte Gefahr.

Übertragung und Ansteckung

Der für die Krankheit verantwortliche Varicella-Zoster-Virus gehört zur Familie der Herpes-Viren. Er überträgt sich sowohl durch Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen) als auch über den Bläscheninhalt des Hautausschlags. Sobald die Bläschen platzen, verbreiten sich die Viren in Windeseile durch die Luft und lassen sich auf einem neuen menschlichen "Wirt" nieder. So kann sich der Erreger sogar dann von einem Kind auf das andere übertragen, wenn sich diese mehrere Meter voneinander entfernt aufhalten.

Die Inkubationszeit für Windpocken ist im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten relativ lang. Die Ansteckungsgefahr besteht bereits ein bis zwei Tage, bevor der Hautausschlag überhaupt sichtbar ist, und dauert bis zum völligen Austrocknen der Bläschen an. Insgesamt können das bis zu 28 Tage sein! Demnach ist es kaum möglich, bei Kindern eine Ansteckung zu verhindern.

Typische Symptome

Bei den meisten Kindern kündigen sich die Windpocken mit leichtem Fieber an. Viele Kinder sind weinerlich und fühlen sich schlapp. Innerhalb weniger Tage entwickelt sich dann der typische Hautausschlag, der in drei verschiedenen Stadien erscheint:

  • linsengroße, rote Flecken
  • stark juckende Knötchen
  • mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen

Der Ausschlag tritt bei den meisten Kindern zuerst am Rumpf und im Gesicht auf, kann sich jedoch auch auf die Arme und Beine ausbreiten. Manchmal befällt er sogar die Schleimhäute im Mund, in der Nase und an den Genitalien. Innerhalb von acht bis 14 Tagen bildet sich auf den Bläschen eine Kruste, die schließlich abfällt.

Eltern können bei ihrem an Windpocken erkrankten Kind eine gewisse Zeit lang alle unterschiedlichen Stadien des Ausschlags gleichzeitig beobachten. Dann sind zwischen 50 und 250 Flecken, Knötchen, Bläschen und Krusten sichtbar (Sternenhimmelmuster).

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Sofern bereits der typische Hautausschlag sichtbar ist, kann der Kinder- und Jugendarzt die Windpocken zweifelsfrei diagnostizieren. In einigen, seltenen Fällen kann die Bläschenbildung jedoch so schwach ausfallen, dass der Arzt eventuell eine Blutuntersuchung veranlasst. Anhand spezifischer Antikörper ist der Nachweis der Windpockeninfektion dann eindeutig möglich.

Ein Medikament gegen Windpocken gibt es nicht

Die Varicella-Zoster-Viren lassen sich ursächlich leider nicht bekämpfen. Deshalb ist das Behandlungsziel darauf gerichtet, die Beschwerden des Kindes zu lindern.

  • Juckreiz stillende Pasten, Salben und Lotionen zum Auftragen auf die betroffenen Hautstellen.
  • Kühle Umschläge, kalte Waschungen gegen den Juckreiz.
  • Geplatzte Bläschen sollten wie kleine Wunden behandelt werden, da sie sich leicht infizieren.
  • Hände bitte besonders häufig waschen.
  • Die Fingernägel des Kindes besonders kurz halten, um ein Aufkratzen der Bläschen oder Abkratzen der Krusten möglichst zu verhindern.
  • Sofern sich Bläschen im Mund befinden: bitte auf säurehaltige Speisen und Getränke verzichten.
  • Lockere Kleidung, am besten aus Baumwolle.
  • Fiebersenkende Maßnahmen bitte nur in Ausnahmefällen und dann am besten in Form von Wadenwickeln oder Essigsocken.

Abgesehen vom lästigen Juckreiz, fühlen sich manche Kinder mit Windpocken gar nicht besonders krank. Dann ist auch keine Bettruhe notwendig. Allerdings dürfen infizierte Kinder bis zur Verkrustung aller vorhandenen Bläschen, aufgrund der Ansteckungsgefahr, keine Gemeinschaftseinrichtung, wie Kindergarten oder Schule besuchen.

Vor Windpocken schützen

Eltern können eine Infektion ihres Kindes nur verhindern, wenn sie jeglichen Kontakt mit an Windpocken erkrankten Personen strickt unterbinden. Während dieses Vorgehen für Säuglinge bis zu einem Alter von vier Wochen und für Schwangere eine wichtige Empfehlung darstellt, ist das später einfach nicht mehr praktikabel.

Eine Impfung bietet Schutz. Dabei werden dem Körper lebende, jedoch abgeschwächte Varicella-Zoster-Viren zugeführt, gegen die er sofort Abwehrstoffe bildet. Auf diese Weise wird das Kind gegen eine Infektion mit Windpocken immunisiert.

Die Impfung kann gleichzeitig mit der sogenannten Dreifachimmunisierung (Mumps, Masern, Röteln) im Alter zwischen 11 und 14 Monaten durchgeführt werden. Manche Kinderärzte empfehlen jedoch mindestens vier Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen. Eltern, die sich diesbezüglich unsicher sind, sollten sich hier unbedingt umfassend beraten lassen. Unabhängig vom Zeitpunkt der ersten Windpockenimpfung ist einige Monate später, spätestens jedoch bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres, eine zweite Impfdosis gegen Windpocken notwendig.

Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Windpocken seit 2004 für alle Kinder und Jugendliche in Deutschland. Obwohl das beste Alter für die Immunisierung zwischen 11 und 14 Monaten liegt, können ungeimpfte Kinder, die noch keine Windpocken durchgemacht haben, jederzeit nachgeimpft werden.

Die Vorteile und Risiken von Impfungen kann der Kinderarzt detailliert erläutern. Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, ist ihnen überlassen.

© UbjsP - Fotolia.com

Fazit
Die Virusinfektion Windpocken ist für Kinder sehr lästig, verläuft aber zumeist harmlos.
Typisch ist der juckende Hautausschlag, welcher verschiedene Stadien durchläuft (Flecken, Knötchen, Bläschen, Krusten).
Die Inkubationszeit kann zwischen elf und 28 Tagen betragen.
Eine gezielte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich. Allerdings lassen sich die Beschwerden, allem voran der quälende Juckreiz, mit speziellen Cremes oder Pasten lindern.
Geplatzte Bläschen und stark verkrustete Hautstellen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und Pflege, um hässliche Narbenbildung zu vermeiden.

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