Masern
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Masern

Eine Bekämpfung mit Antibiotika hilft bei Masern nicht - Obwohl Masern auch Erwachsene treffen können, gelten sie als typische Kinderkrankheit. Das hängt damit zusammen, dass es einerseits eine Impfung gibt, andererseits hinterlässt eine einmal durchgemachte Masernerkrankung lebenslange Immunität.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mo, 11/25/2013 - 12:00

Symptome: Masern verlaufen in zwei typischen Phasen

Verantwortlich für den Ausbruch von Masern ist der Masernvirus, welcher sich über die Luft überträgt.

Sofern das Kind nicht geschützt ist, beträgt die Übertragungswahrscheinlichkeit und damit das Erkrankungsrisiko beinahe 100 Prozent.

Phase 1:

Die Symptome ähneln einer Erkältung. Das Kind bekommt Husten, Schnupfen und klagt über Halsschmerzen. Hinzu kommt Fieber, das auf bis zu 39 °C ansteigt. Die meisten Kinder bekommen zusätzlich eine mehr oder weniger ausgeprägte Bindehautentzündung. Als typische erste Zeichen für die Masern zeigen sich weiße Flecken im Mund, genauer an der Wangenschleimhaut.

Dieser, von Medizinern Koplik-Flecken genannte Ausschlag, sieht aus wie kleine weiße Kalkspritzer. Nach einer kurzzeitigen Besserung folgt die nächste Phase.

Phase 2:

Das Fieber steigt erneut an - jetzt jedoch auf bis zu 40 °C. Hinzu kommt der für Masern typische Hautausschlag. Er beginnt in der Regel hinter den Ohren und breitet sich von dort über den gesamten Körper aus. Die ovalen bis runden Flecken sind zuerst hellrot und dunkeln immer mehr nach, sodass sie tiefrot erscheinen. Manchmal können sie auch zusammenfließen und dann wie eine Flechte aussehen.

Nach fünf bis acht Tagen verblasst der Ausschlag wieder und verschwindet in der gleichen Reihenfolge, in der er gekommen ist. Mit dem Verschwinden des Ausschlages sinkt auch das Fieber.

Insgesamt fühlt sich das Kind sehr müde und schlapp. Es wird sogar von selbst nach dem Bett verlangen, sich gerne hinlegen und ausruhen.

Achtung! Falls nach spätestens zehn Tagen noch keine Entfieberung stattgefunden hat, kann das ein Zeichen für Komplikationen sein!

Wann sollten Eltern ihr Kind einem Arzt vorstellen?

Sofern Verdacht auf Masern besteht, sollte ein Kinder- und Jugendarzt das Kind gründlich untersuchen und eine zweifelsfreie Diagnose stellen. In seltenen Fällen kann der Virus einen steifen Nacken oder Krämpfe als Vorboten einer Gehirnentzündung verursachen. Dann handelt es sich um einen Notfall, der einen sofortigen Arztbesuch notwendig macht.

Die Masern sind ausgebrochen - Therapie

Weil der Verursacher der Krankheit ein Virus ist, kommt eine Bekämpfung mit Antibiotika nicht infrage. Sie wären nutzlos. Die Masertherapie zielt deshalb in erster Linie auf die Linderung der Beschwerden ab:

  • 10 bis 14 Tage liebevolle elterliche Fürsorge
  • strenge Bettruhe
  • bei Bindehautentzündung empfinden die meisten Kinder das Abdunkeln des Zimmers als angenehm
  • Zu hohes Fieber kann durch Maßnahmen wie Wadenwickel, Fieberzäpfchen, bei älteren Kindern Tabletten oder Saft gesenkt werden
  • Aufgrund des für Masern typischen hohen Fiebers benötigt das Kind viel Flüssigkeit! Die Eltern müssen deshalb sorgfältig darauf achten, dass es ausreichend trinkt.
  • Sofern Appetit vorhanden ist, bietet sich leichte Kost, wie Kompott oder Kartoffelbrei an.
  • Gegen juckenden Hautausschlag hilft kühles Wasser, mit dem das Kind von Zeit zu Zeit abgewaschen wird.

Homöopathische Mittel zur Unterstützung

Einige Kinderärzte verfügen über eine naturkundliche Zusatzausbildung. Sofern der behandelnde Arzt hierzu keine speziellen Kenntnisse besitzt, sollten sich interessierte Eltern zusätzlich an einen Homöopathen oder Heilpraktiker wenden.

Gegen die Beschwerden infolge von Masern gibt es bestens bewährte und für Kinder sehr gut geeignete Mittel, zumeist in Form von Globuli oder Pastillen. Die meisten Apotheken führen auch homöopathische Augentropfen, die praktisch nebenwirkungsfrei die Beschwerden der Bindehautentzündung lindern.

Wo erfolgt die Ansteckung?

Am häufigsten stecken sich ungeimpfte Kinder und Jugendliche, aber auch nicht geschützte Erwachsene in Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen an. Bereits seit einigen Jahrzehnten schreibt das Infektionsgesetz deshalb eindeutig vor, dass Kinder, die entweder an Masern erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, derartige Einrichtungen nicht besuchen dürfen.

Die Eltern sind außerdem verpflichtet, die jeweilige Kindergemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung ihres Sprösslings zu informieren. Sofern im Haushalt Personen leben, die nicht hinreichend geimpft sind, wie etwa Geschwister, dürfen auch diese weder Kindergarten noch Schule besuchen. Das gilt so lange, wie keine Weiterverbreitung der Masern durch das erkrankte Kind mehr zu befürchten ist. Das entsprechende Urteil fällt der Arzt.

Seltene Komplikationen

Laut Statistik entwickelt eins von einhundert Kindern infolge seiner Masern-Erkrankung Komplikationen, wie:

  • Lungenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Kehlkopfentzündung
  • Masern-Enzephalitis: Die sehr gefährliche Gehirnentzündung ist glücklicherweise sehr selten, sollte jedoch bei plötzlich auftretenden Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen immer in Betracht gezogen und als absoluter Notfall behandelt werden!

Die Masern-Impfung

Die Impfung erfolgt mit teilweise lebenden, abgeschwächten Masernviren und wird am besten im Rahmen der sogenannten Dreifachimpfung (Masern, Mumps, Röteln) ab dem 12. Lebensmonat verabreicht. Es heisst, dass nach einmaliger Impfung der Schutz bereits bei über 90 Prozent liegt. Für den Rest wird die Impfung ab dem 16. Lebensmonat wiederholt. Manche Kinder entwickeln nach der Impfung leichte Grippesymptome mit oder ohne Fieber.

Die Vorteile und Risken von Impfungen kann der Kinderarzt detailliert erläutern. Ob Eltern ihr Kind oder Baby impfen lassen, ist ihnen überlassen.

Für gefährdete Babys gibt es besondere Regelungen

Im Falle einer Masernepidemie ist das Risiko für ungeimpfte Babys, als Folge der Masern an einer Hirnhautentzündung zu erkranken, besonders groß. Deshalb kann nach sorgfältigem Abwägen des Nutzen-Schaden-Risikos auch schon vor dem 12. Lebensmonat geimpft werden. Die WHO empfiehlt in manchen, besonders gefährdeten Ländern eine Impfung sogar schon ab dem sechsten Monat.

Achtung! Falls ein Baby Kontakt zu einem Kind hatte, das bereits an Masern erkrankt ist, kann eine "Notimpfung" innerhalb der nächsten 72 Stunden den Ausbruch der Krankheit oft noch verhindern oder zumindest ihren Verlauf deutlich abmildern.

Bild: © NatUlrich - Fotolia.com

Fazit
Masern sind eine Kinderkrankheit mit heftigen Beschwerden und einem hohen Risiko für Komplikationen.
Erkrankte Kinder und unmittelbare Bezugspersonen gehören so lange in Quarantäne, bis der Arzt Entwarnung gibt.
Viele Ärzte empfehlen den Eltern, ihr Kind gegen Masern, am besten im Rahmen der Dreifachimpfung, immunisieren zu lassen und dabei gleich ihren eigenen Impfstatus zu überprüfen.

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Kommentare 1 Kommentare

19.03.2015

Sara

Dieser Artikel muss dringend geändert werden. Er wurde wohl kaum von einem Arzt abgenommen!? Ich bin auch nur Laie, weiß aber, dass bei Masern das Fieber nicht (!) gesenkt werden darf, außer natürlich es wird gefährlich hoch. Außerdem hat das Mädchen oben auf dem Bild Windpocken. Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre

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