Candidose: Soor bei Babys und Kleinkindern
https://www.windeln.de/magazin/sites/default/files/artikel/big/2017-06/kleinkinder_kinderkrankheiten_soor_artikel.jpg

Candidose: Soor bei Babys und Kleinkindern

Jucken, Rötungen, Pusteln und weiße Beläge - die Pilzerkrankung Soor, auch Candidose genannt, kann sich sowohl im Mundraum als auch im Windelbereich ausbreiten.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Di, 05/06/2014 - 10:19 Thu, 10/11/2018 - 15:42

Eine schnelle und konsequente Behandlung ist notwendig

In sehr seltenen Fällen sind auch Hautstellen und Schleimhäute befallen. Allgemein gilt sie bei Babys und Kleinkindern als gut behandelbar.

Die Ursachen für die Entstehung von Soor

Der Hefepilz Candida albicans ist für die Entstehung von Soor verantwortlich. Er ist auf der Haut und im Verdauungstrakt vieler Menschen zu finden und überträgt sich deshalb sehr leicht auf andere Menschen und somit auch auf Babys und Kleinkinder.

Gerät das pH-Milieu von Schleimhäuten oder Haut in Schieflage bzw. liegt eine Schwächung des Immunsystems vor, kommt es innerhalb kurzer Zeit zur verstärkten Besiedlung mit dem Hefepilz und somit zu Soor. Da sich Candida albicans in feucht-warmen Umgebungen am wohlsten fühlt, tritt er besonders:

  • im Mund
  • unter feuchten Stilleinlagen oder
  • im Windelbereich in Erscheinung

Erkennbar ist eine übermäßige Hefepilz-Besiedelung durch Rötung der Haut mit Ausschlag und weißlichen Ablagerungen, die oft mit Juckreiz und Brennen verbunden sind. Babys, die jünger als sechs Monate sind, haben meist ein noch zu schwaches Immunsystem, das die Ausbreitung des Candida albicans ausreichend unterbindet.

Sehr oft entsteht auch eine Ping-Pong-Infektion zwischen Mutter und Baby, da die Brustwarzen beim Stillen ebenfalls oft befallen werden und so immer wieder Ausgangspunkt einer Neuinfektion für das Baby sind.

Zusätzlich können Antibiotika und Kortisonbehandlungen bei Säuglingen und Kleinkindern für ein Ungleichgewicht der Schleimhäute und Haut sorgen, was schließlich zu Soor führt. Auch viele Frauen kennen diese Auswirkung und leiden nach einer Antibiotika-Behandlung beispielsweise unter einer Scheidenpilz-Infektion.

Die Symptome von Soor bei Kleinkindern

Je nach Infektionsort am Körper unterscheiden Mediziner zwischen:

Mundsoor:

  • tritt meist innerhalb der ersten acht Lebenswochen auf, weißer Belag auf Mundschleimhaut und Zunge, der sich nicht abwischen lässt,
  • ist aufgrund von Schmerzen mitunter mit Trinkschwierigkeiten verbunden und
  • kann Mundgeruch verursachen

Vaginal- und Windelsoor:

  • ist von der Windeldermatitis zu unterscheiden
  • zeigt sich durch Hautrötung, rote Pusteln mit feinen weißen Rändern sowie offene Hautstellen und Schuppungen
  • breitet sich sehr schnell im Windelbereich aus (innerhalb weniger Stunden)
  • tritt häufig in den ersten sechs Lebensmonaten auf

Erfahrene Kinder-, Haus- und Hautärzte können einen Pilzbefall durch eine äußere Untersuchung feststellen. In wenigen Fällen wird ein schmerzloser Abstrich an den betroffenen Haut- und Schleimhautbereichen vorgenommen und mikroskopisch bzw. labortechnisch untersucht.

Die Verlaufsformen

Obwohl Soor als harmlose Erkrankung bei Babys und Kindern gilt, ist eine konsequente Behandlung wichtig. Auch schon leichte Mund- und Windelsoorfälle können sehr schnell zu Schmerzen und zum Unwohlsein führen und sollten deshalb schnellstmöglich behandelt werden. Bei Kindern und Erwachsenen mit sehr schwachen Abwehrkräften kann es sogar zu einem schmerzhaften Befall der Speiseröhre und somit zu Problemen beim Essen kommen.

Wachstumsstörungen können bei Babys die Folge sein. Unbehandelt kann Cadida albicans zu einer Infektion des Blutes und somit zu Leber-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen führen.

Die Therapiemaßnahmen bei Soor

Mithilfe von Antimykotika (Medikamente, die pilztötend wirken) lässt sich Soor in der Regel schnell und unkompliziert, sowohl bei Säuglingen und Kindern als auch bei Erwachsenen behandeln. Die häufigsten Wirkstoffe der Wahl sind Nystatin und Clotrimazol.

Während beim Mundsoor in der Regel Tropfen oder Suspensionen verschrieben werden, kommen bei dem Befall anderer Körperstellen Salben, Cremes oder auch Zäpfchen zum Einsatz. Bei Säuglingen, die gestillt werden, ist die Behandlung der Mutter unbedingt mit vorzunehmen.

Alternative homöopathische Behandlungsformen greifen für die Soor-Behandlung auf Ratanhia, Myrrhe-Tinkturen, Mercurius solubilis sowie Kalium chloratum Globuli D6 zurück. Die positive medizinische Wirkung ist jedoch nicht durch Studien bewiesen.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Soor

Da entzündete Brustwarzen sehr häufig bei Stillbabys eine Soor-Infektion verursachen, ist es wichtig dieser vorzubeugen. Der häufige Wechsel von Stilleinlagen, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden, ist eine wichtige Präventionsmaßnahme.

Die Körperpflege des Babys sollte in den ersten Lebenswochen und -monaten altersgerecht erfolgen.

Sowohl zu wenige als auch zu häufige Bäder können das Milieu auf der Haut stark beeinflussen. Häufiges Windelwechseln ist ebenfalls für die Soor-Vorbeugung wichtig, da es den Po trocken hält. Besteht bereits ein Pilzbefall ist eine ärztliche Behandlung empfehlenswert, um die weitere Ausbreitung auf und im Körper zu vermeiden.

© Ermolaev Alexandr - Fotolia.com

Hebammentipps von Ina Ilmer
  • Bei Pilzbefall im Windelbereich achten Sie auf eine ausreichende Luftzirkulation. Lassen Sie Ihr Baby häufig nackt strampeln.
  • Auch ein Hydrolat aus Rose- und Teebaum ist sehr angenehm und wohltuend bei gereiztem Baby Po (erhältlich in der Apotheke).
  • Reinigung des Pos mit Schwarztee führt durch den Gerbstoff zu einem schnelleren Wundverschluss.
  • Wenn Ihre Brustwarzen selbst betroffen sind, achten Sie ebenfalls auf eine gute Luftzirkulation und eine zuckerarme Ernährung - je süßer desto wohler fühlt sich der Pilz.

Ihr Kommentar