Frühförderung für Baby und Kleinkind
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Frühförderung für Baby und Kleinkind

Körper- und Bewegungserfahrungen sind für Babys besonders wichtig - Frühförderung gehört zu den Begriffen, die vielen Eltern schon vor der Geburt begegnen. Um dem eigenen Kind die bestmöglichen Entwicklungschancen zu geben, raten sowohl viele erfahrene Eltern als auch Experten dazu, das eigene Kind schon früh zu fördern.

Nicole Ulrich
von Nicole Ulrich
Kindertherapeutin
Mi, 07/09/2014 - 08:33 Tue, 07/23/2019 - 10:18

Spielerisch fördern anstatt überfordern

Es gibt Mütter, die ein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr kleines Baby nur einen oder gar keinen Babykurs besucht. Andere Mütter nehmen Zeit- und Organisationsstress in Kauf, um möglichst viele Fördermöglichkeiten wahrzunehmen.

Natürlich ist es richtig und auch entwicklungspsychologisch bewiesen, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes überaus wichtig für dessen Entwicklung sind.

Das Gehirn entwickelt sich in der Zeit nach der Geburt besonders intensiv und schnell weiter. Einige Fähigkeiten, wie die Sprachentwicklung, lassen sich zudem nur in speziellen Zeitfenstern in Perfektion ausbilden. Das fast mühelose Erlernen einer Fremdsprache ist beispielsweise nur bis zum siebten Lebensjahr möglich.

Die spätere Leistungsfähigkeit wird auch von den Anforderungen und Eindrücken innerhalb der ersten 3 bis 6 Jahre bestimmt.

Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich förderlich, wenn das Umfeld eines Kindes möglichst viele Entwicklungsanreize bietet. Baby- und Kleinkinderförderkurse können dafür sinnvoll sein, sofern Sie im richtigen Maß wahrgenommen werden und spielerisch den Nachwuchs an neue Lernherausforderungen führen.

Sie sollten jedoch weder die Eltern hinsichtlich ihrer Lebens- und Zeitplanung noch die Kinder im Bezug auf die Fülle der Eindrücke überfordern. Fühlt Ihr Kind sich mit den Aufgaben oder dem Umfeld eines Förderkurses nicht wohl, dann sollte es keinesfalls zur Teilnahme gezwungen werden. Das kann sich negativ auf zukünftige Lernsituationen auswirken.

Übrigens, auch das Spielen zuhausedraußen in der Natur, die ungezwungene Begegnung mit anderen Babys und Kinder sowie der alltägliche Umgang miteinander, sollten Sie als wichtigsten Bestandteil der Frühförderung begreifen. Machen Sie das freie Spielen ohne Strukturen und Grenzen zur obersten Priorität, bevor Sie sich nach Kursen zur Frühförderung umschauen. Bestimmen Sie dabei nicht die Regeln des Spielens, sondern folgen Sie den Ideen und Interessen (soweit möglich und sicher) Ihres Kindes.

Solange Ihr Kind spannende Anreize erfährt und die Möglichkeit erhält, sich mitzuteilen und sein Umfeld mitzugestalten sowie auch ausreichend Zeit hat, um sich in Ruhe mit spannenden Dingen und Aufgaben zu beschäftigen, lernt es und entwickelt es sich weiter.

Versuchen Sie deshalb, auf den Rhythmus und das Tempo Ihres Kindes zu achten, welches es in den verschiedenen Spiel- und Lebenssituationen zeigt. Das Hetzen von einem Kurstermin zum anderen führt nicht selten zu Sinnesüberflutung, Überforderung und Frust bei Eltern und Kindern gleichermaßen.

Die Entscheidung für regelmäßige Baby- und Kleinkindförderangebote sollte sich deshalb an den zeitlichen Möglichkeiten und den Schlaf- und Ruhegewohnheiten des Kindes orientieren. Zusätzlich sollten Sie nur das auswählen, wo sich sowohl Kind und Eltern wohlfühlen.

Krabbelgruppen

Sicherlich haben Sie in ihrer eigenen Familie oder in anderen Familien beobachten können, dass Kinder mit Geschwistern sich in einigen Punkten schneller entwickeln als Einzelkinder. Gerade die Kompetenzentwicklung im Bereich des sozialen Miteinanders profitiert davon oft.

Eltern-Kind-Krabbelgruppen bieten für die Kleinsten einen spannenden Raum, mit anderen kleinen Kindern in Kontakt zu kommen. Angeleitet von Kursleitern erhalten Eltern Förderanregungen und bekommen auch Antworten auf Fragen zur Entwicklung ihrer Kleinen.

Der Austausch untereinander ist ebenfalls für viele Eltern sehr angenehm, sofern die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt.

Spezielle Bewegungskurse für Babys: PEKiP, Babyschwimmen und Co.

Körper- und Bewegungserfahrungen sind für Babys besonders wichtig und lassen sich mit einigen Kursen auch hervorragend fördern. Zu ihnen gehören beispielsweise das "Prager-Eltern-Kind-Programm" (PEKiP), bei dem Babys im ersten Lebensjahr durch spezielle Übungen motorisch gefördert werden.

Auch Babyschwimmkurse und ab dem ersten Lebensjahr "Eltern-Kind-Turnen" wirken sich positiv auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers sowie die grob- und feinmotorische Entwicklung aus. Aber das gilt nur, solange alle Beteiligten Spaß daran haben und die Kursleitung fachlich entsprechend ausgebildet ist. Ein eigener Besuch im Park, Wald, Schwimmbad oder auf dem Spielplatz bietet oftmals die gleichen Möglichkeiten zur Förderung der motorischen Entwicklung wie ein geleiteter und strukturierter Kurs.

Sprachkurse für Kleinkinder

Das Erlernen von Fremdsprachen fällt im Vorschulalter besonders einfach. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, dieses auch mit einem kleinkindgerechten Sprachkurs zu fördern. Dieser kann im Kindergartenalter zwar keine komplette Sprachkompetenz vermitteln, gibt jedoch vielen Kindern später ein sehr gutes Sprachgefühl.

Vielen Kindern mit Fremdspracherfahrungen fällt es später in der Schule auch leichter, sich in der zunächst ungewohnten Aussprache anderer Sprachen auszudrücken. Um eine Sprache akzentfrei und umfassend zu lernen, empfehlen Sprachforscher die Anmeldung in einem mehrsprachigen Kindergarten oder die tägliche Betreuung durch ein fremdsprachliches Aupair.

Sprachexperten empfehlen Sprachkurse für Kleinkinder erst ab drei Jahren, da sonst die (wenn auch seltene) Gefahr besteht, dass das muttersprachliche Sprachsystem mit der neuen Sprache vermischt wird.

Fazit
Die Zeit mit einem Baby und Kleinkind ist mit so vielen Entwicklungsschritten verbunden, dass es vielen Eltern viel Spaß bereitet, diese auch so optimal wie möglich zu fördern.
Spezielle Baby- und Kleinkindförderkurse sind dafür eine sehr gute Möglichkeit, solange sie sowohl für Babys, Kinder und Eltern nicht mit Zeit- und Organisationsstress sowie Überforderung verbunden sind und die Zeit zum freien, unstrukturierten Spielen dabei nicht zu kurz kommt.
Tipps von Kindertherapeutin Nicole Ulrich
  • Machen Sie selbst gerne Sport? Und Ihr Kind hat auch Spaß an der Bewegung? Dann besuchen Sie doch gemeinsam ein Mutter-Kind-Turnen
  • Suchen Sie sich Aktivitäten in Ihrer Nähe, um lange Anfahrtswege zu vermeiden
  • Ein Förderprogramm muss nicht, wenn überhaupt, jeden Tag sein. Kinder lernen durchs Nachahmen. Auch ein Ausflug zum Spielplatz kann sehr aufregend sein
  • Achten Sie auf den Rhythmus des Kindes; der beste Kurs ist sinnlos, wenn er zu einer Zeit stattfindet, in der Ihr Kind müde oder hungrig ist

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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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