Ab wann können Babys den Kopf heben & selber halten?
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Ab wann können Babys den Kopf heben & selber halten?

Babyentwicklung: Das Halten des Köpfchens - Die Kontrolle des eigenen Kopfes ist zunächst sehr schwierig und gehört zu den zahlreichen Herausforderungen, die ein Neugeborenes bewältigen muss.  Zudem ist dies eine wichtige Voraussetzung für alle weiteren Fortschritte, wie Drehen, Krabbeln oder Laufen.

Frau Dr. Rothe
von Dr. Anne Rothe
Kinderärztin
Mo, 11/18/2013 - 16:56 Fri, 05/31/2019 - 15:29

Auf der Welt angekommen: das Halten des Kopfes in den ersten 8 Wochen

Kurz nach der Geburt sind die Nackenmuskeln noch schwach. In den ersten vier bis acht Wochen ist es deshalb sehr wichtig, den Kopf immer vorsichtig zu stützen, sei es beim Halten oder beim Drehen Ihres Babys. Diese Hilfe ist nur noch unterstützend notwendig, sobald ein Baby selbst seinen Kopf heben kann. Dies kann mitunter auch bis zu acht Wochen dauern. Schauen Sie beim Halten des Kopfes möglichst oft ins Gesicht Ihres Babys. So können Sie die Bindung zu Ihrem Kleinen intensivieren und ihm auch ein Gefühl von Liebe und Geborgenheit geben.

Manche Kinder können bereits zwischen der sechsten und achten Woche in der Rückenlage seinen Kopf schon selbst für kurze Zeit anheben. Ebenfalls sind viele Babys im zweiten Monat in der Lage, ihren Kopf in der Bauchlage von der einen zur anderen Seite zu drehen. Beim Tragen an Ihrer Schulter werden Sie bemerken, dass es (zwar noch unsicher und wackelig) langsam an Kontrolle über das Halten des eigenen Köpfchen gewinnt. Da Ihr Baby aber noch nicht ausreichend Kraft hat, um selbst in einem Rückentragegestell oder Buggy sitzen zu können, sollten Sie entsprechend Kinderwagen, Tragetücher oder Schaukelliegen nutzen oder es einfach auf eine Krabbeldecke auf den Boden legen.

Achten Sie darauf Ihr Baby auch in den ersten Wochen nie alleine auf einem Tisch, der Wickelablage oder dem Sofa liegen zu lassen. Auch ohne eine konkrete, bewusste Steuerung der eigenen Bewegungen kann es zufällig so viel Kraft entwickeln, dass es seine Liegeposition verändert und somit herunterfallen kann. Der Fall von einer erhöhten Ablage gehört zu den häufigsten Unfallursachen bei Babys. Lassen Sie deshalb Ihr Baby nie unbeaufsichtigt bzw. ungesichert liegen.

Dritter bis vierter Monat: die Bauchlage als Training

Immer öfter sollten Sie Ihr Baby im Wachzustand auf den Bauch legen. Das beugt einerseits einem flachen Hinterkopf aufgrund des häufigen Liegens auf dem Rücken vor, andererseits fördert es die Ausdauer und Kraft beim Heben des Köpfchens.

Einige Babys mögen es zunächst gar nicht, auf dem Bauch zu liegen. In manchen Fällen gewöhnen sie sich allerdings schnell an die Bauchlage. Es gibt allerdings auch Babys, denen es wirklich unangenehm ist. Versuchen Sie es einfach Tag für Tag aufs Neue. Mit dem Interesse für Spielzeuge lassen sich viele auch für längere Zeit für die Bauchlage begeistern.

Fünfter bis sechster Monat: auf zu den nächsten Meilensteinen

Bereits nach den ersten 20 Wochen können die meisten Babys ihren Kopf ruhig halten, selbst drehen und beim Ziehen in die Sitzposition den Kopf mit anheben. Dies sind wichtige Voraussetzungen, um die nächsten Meilensteine Sitzen und Krabbeln zu erreichen.

So können Sie Ihr Baby unterstützen

Beim Thema Köpfchen halten sollten Sie auf den Schutz Ihres Babys achten. Eine unzureichende Kopfunterstützung in den ersten Lebenswochen kann zu Schmerzen und Verletzungen an der Nackenmuskulatur führen.

Obwohl es durchaus möglich ist, drei- bis sechsmonatige Babys mit entsprechender Unterstützung (beispielsweise durch Kissen) in die Sitzposition zu bringen, raten Kinderärzte und Hebammen davon ab. Zwar kann dies zur Stärkung der Nackenmuskulatur beitragen, doch die Verletzungsgefahr ist viel zu groß. Ebenso wie bei anderen Entwicklungsschritten wird Ihr Baby sein Köpfchen in Sitzpositionen alleine halten, wenn es auch wirklich körperlich und geistig dazu bereit ist.

Sie haben Bedenken, weil Ihr Baby sich laut verschiedenen Babyratgebern nicht zeitgemäß entwickelt? Sprechen Sie Ihre Hebamme oder den Kinderarzt Ihres Vertrauens an. Diese können Ihnen mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. Bedenken Sie auch, dass jedes Baby vollkommen individuell seine Entwicklungsschritte vollzieht. Und dies erfolgt nicht immer nach Entwicklungskalender.

Zu früh geborene Kinder ("Frühchen") erreichen die ersten Entwicklungsmeilensteine ebenfalls etwas später als zum Entbindungstermin geborene Babys.

© marchibas - Fotolia.com

Tipps von Kinderärztin Frau Dr. Rothe
  • Baby hochnehmen: Drehen Sie Ihr Baby erst auf der Unterlage auf die Seite und heben Sie es dann seitlich nach oben, indem Sie es mit beiden Händen unter den Achseln fassen und mit den Fingern den Kopf stützen. So kann der Kopf nicht nach hinten kippen.
  • Gut zu wissen: Erst mit 3-4 Jahren ist die Nackenmuskulatur stark genug gegenüber Stößen – das ist auch der Grund, warum empfohlen wird, dass Sie Ihr Kind von Geburt an im Auto bis zum 4. Lebensjahr in einem Reboarder-Sitz transportieren sollten!
  • Im Kinderwagen sollten Sie erst dann von der Liege- zur Sitzposition wechseln, wenn Ihr Kind sicher frei sitzen kann. Auch normale Hochstühle sollten erst zu diesem Zeitpunkt verwendet werden (Ausnahme: Hochstühle mit Babyschalen oder schräger Liegeposition).

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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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