Ab wann Kinder laufen lernen: Die richtige Unterstützung
Ab wann Kinder laufen lernen: Die richtige Unterstüzung
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Ab wann Kinder laufen lernen: Die richtige Unterstützung

Babyentwicklung: Die ersten Schritte - Zwischen dem ersten Schrei und dem ersten, bewussten Schritt Ihres Babys vergehen viele Monate, in denen es zahlreiche vorbereitende Meilensteine meistern wird. Das Laufen gehört zu einem der wichtigsten Entwicklungsschritte eines Kindes und stellt einen wichtigen Übergangspunkt vom Baby zum Kleinkind dar.

Christina Altmann
von Christina Altmann
Hebamme & Mutter
Mo, 11/18/2013 - 23:10 Fri, 12/10/2021 - 14:24

Auf den eigenen Füßen stehen

Nachdem ein Baby gelernt hat, sich zu drehen, zu sitzen und zu krabbeln, entdeckt es mit ungefähr acht Monaten, dass es sich an Gegenständen hochziehen und stehen kann. Hierfür muss auch die Greiffähigkeit schon gut entwickelt sein, damit sich das Baby überhaupt an Gegenständen festhalten kann.

Nach dieser wichtigen Erkenntnis benötigt es viel Erfahrung, ein hohes Maß an Vertrauen und Balance, um die ersten Schritte erst mit Festhalten und später freihändig zu wagen. Der Zeitpunkt dafür ist vollkommen individuell.

Einige Babys laufen schon zu ihrem ersten Geburtstag sicher an der Hand. Andere beginnen erst ein halbes Jahr später mit ihren allerersten, zaghaften Schritten.

Die Entwicklung des Gehens in der Übersicht

Obwohl in den ersten acht Wochen nach der Geburt die ersten Schritte als kaum vorstellbar sind, zeigt dein Baby den sogenannten Schreitreflex. Sobald du es unter den Armen nimmst und seine Füße mit einer festen Unterlage in Berührung kommen, scheint es loslaufen zu wollen. In diesem Alter kann es allerdings auf keinen Fall sein Gewicht selbst tragen. Diese Reaktion verliert sich im dritten Monat.

Erst um den fünften Monat wirst du merken, dass dein Baby es genießt, auf deinen Oberschenkeln balancieren und hüpfen zu dürfen, wenn du es beim Sitzen vor dir hältst. Lass ihm den Spaß. Diese Übung kräftigt die Beine deines Kleinen, denn zum Laufen braucht es eine gut ausgebildete Beinmuskulatur.

Sobald es dann Krabbeln und das Hochziehen an Hosenbeinen und Möbelstücken entdeckt hat, lassen die ersten Schritte oftmals nicht mehr lang auf sich warten. Etwa um den zehnten Monat kann dein Kleines stolz ums Sofa herumlaufen. Für niedrige Möbel mit scharfen Kanten empfiehlt sich ein Kantenschutz, um bei einem Sturz Verletzungen zu vermeiden.

Der Zeitraum, bis dein Kind keine Stütze zum Laufen mehr benötigt, hängt einerseits von den Lauf-Erfahrungen und andererseits vom Mut deines Kleinen ab. Während von "Gehfrei-Lauflernhilfen" wegen ihrer schwerwiegenden Verletzungsrisiken aus kinderärztlicher Sicht abzuraten ist, können schiebbare Babywalker oder Puppenwagen für den laufenden Transport der Lieblingsspielzeuge ein spannender Lauftrainer sein.

Das Gehen ganz ohne Hilfe erleben etwa 75 Prozent der Babys rund um den 13. Lebensmonat. Einige Babys versuchen schon mit 14 Monaten die ersten Seitwärtsschritte. Um diesen Zeitpunkt herum beginnen auch viele Kleinkinder, sich ohne umzufallen aus dem Sitzen in den Stand zu bringen.

Treppensteigen ist für viele mit entsprechender Hilfe ab dem 16. Monat möglich. Das Tanzen und Fußballspielen entdecken die Kleinen teilweise schon mit 1,5 Jahren. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr wird dein Kind seine Bewegungsabläufe so perfektionieren, dass diese annähernd denen eines Erwachsenen entsprechen.

So kannst du deinem Kind beim Laufenlernen helfen

Generell gilt die Regel, dein Kind zwar beim Laufenlernen zu motivieren und es dabei zu unterstützen, es aber gleichzeitig auch nicht zu überfordern. Verlange also nichts von ihm, zu dem es entwicklungstechnisch noch nicht in der Lage ist.

Du hilfst deinem Kind beispielsweise, indem du dich vor es setzt oder kniest und es mit ausgestreckten Händen ermutigst, auf dich zuzukommen. Lasse dein Baby auch unter Aufsicht einen Stuhl oder einen Babywalker schieben, aber verzichte völlig auf sogenannte Laufhilfen.

Gestalte die Umgebung deines Babys sicher, so dass es zu keinen ernsthaften Verletzungen bei Stürzen kommen kann.

Auf Schuhe solltest du laut Expertenmeinung zunächst verzichten, da das Barfußlaufen die Koordination und Balance besser trainiert als das Gehen mit Schuhen.

Bei der Wahl der ersten Schuhe solltest du unter anderem auf folgende Kriterien achten:

  • Kaufe erst Schuhe, wenn dein Baby sicher auf zwei Füßen unterwegs ist und nun seine Laufkünste auch draußen ausprobieren möchte.
  • Ein Schuh sollte mindestens 12 bis maximal 17 Millimeter länger sein als der Fuß, sonst kann dein Baby beim Laufen seinen Fuß nicht optimal abrollen.
  • Fertige eine "Fußschablone" an. Diese kannst du einfach auf die Schuhsohlen legen und so überprüfen, ob der Schuh passt. Dafür brauchst du nur den Fuß deines Baby auf eine Pappe zu stellen, den Umriss nachzuzeichnen und auszuschneiden.
  • Wähle eine möglichst flexible, leichte und rutschfeste Sohle.
  • Achte auf einen guten Halt sowie atmungsaktives Material. Schuhe aus Kunststoff können im ungünstigsten Fall neben Schweißfüßen auch Pilzinfektionen verursachen.
  • Lasse dein Kind die Schuhe vor dem Kauf erst anprobieren und beobachte, ob es darin gut laufen kann.

© Edler von Rabenstein - Fotolia.com

Fazit
Jedes Kind lernt zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt laufen. Dieser physiologische Vorgang kann nicht beschleunigt werden, demnach muss jedem Kind die entsprechende Zeit gegeben werden, um das Laufen zu erlernen.
Manche Kinder tun ihre ersten Schritte mit 9 Monaten, andere erst im doppelten Alter.
Wichtig ist es, dass du deinem Kind von Anfang an Möglichkeiten bietest, sich zu bewegen und es dabei spielerisch zu unterstützen. Sollte dein Kind ab dem 18. Lebensmonat noch keine Anzeichen machen, selbstständig zu laufen, solltest du dies ab diesem Zeitpunkt mit einem Kinderarzt besprechen.
Tipp
von Hebamme Christina Altmann
  • Manchmal hat man ja den Eindruck, man müsse alles fördern, damit das Kind etwas lernt: Entspannung! Der Antrieb mobil zu sein, ist von alleine da - zu laufen, selbstständig zu werden – das ist der Art Mensch so angeboren. Keiner krabbelt zur Führerschein-Prüfung!

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