Ab wann können sich Babys drehen und wie können sie dies fördern?
https://www.windeln.de/magazin/sites/default/files/artikel/big/2017-06/babyentwicklung_meilensteine_drehen_artikel.jpg
Arztgeprüft

Ab wann können sich Babys drehen und wie können sie dies fördern?

Babyentwicklung: das Herumdrehen - Vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt. Von rechts nach links und von links nach rechts. Mit der stärkeren Kontrolle der Kopfbewegungen und der Stärkung der Nackenmuskulatur wird Ihr Baby lernen, sich hin- und herzudrehen. Bei einigen Babys erfolgt das Lernen des Herumdrehens parallel mit dem Sitzenlernen.

Frau Dr. Rothe
von Dr. Anne Rothe
Kinderärztin
Mo, 11/18/2013 - 22:47 Mon, 02/05/2018 - 16:03

Den Dreh raus haben

Mit dem Heben des Kopfes in der Bauchlage und den daraus oft folgenden Mini-Liegestützen schaffen Babys in den ersten drei bis vier Monaten die wichtigsten Voraussetzungen, um sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen. Die ersten Drehungen geschehen dabei oft überraschend und zufällig.

Babys können das Herumdrehen in den folgenden Monaten soweit perfektionieren, dass sie sich damit gezielt von einem Ort zum anderen bewegen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Wenige lassen den Meilenstein des Drehens zugunsten des Robbens oder sofortigen Krabbelns auch vollkommen aus.

Warten Sie demzufolge nicht allzu sorgenvoll auf das Drehen Ihres Babys. Solang es immer wieder neue Fähigkeiten erwirbt, entwickelt es sich sehr wahrscheinlich gesund. Bei Unsicherheiten ist es immer ratsam, den Kinderarzt oder die Hebamme um Rat zu fragen. Ebenfalls kann es sinnvoll sein, regelmäßig einen Osteopathen begleitend zur motorischen Entwicklung zu konsultieren.

So schaffen Sie spielerisch Drehmomente

Legen Sie Ihr Baby zum Spielen auf den Bauch, denn diese Position spielt eine wichtige Rolle beim Stärken der Arm-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Einige Babys mögen diese Position nicht allzu sehr da sie anstrengender ist als die Rückenlage. So lernen sie oft nach etwas Protest sehr schnell sich wieder zurück auf den Rücken zu drehen. Wenn Sie Ihr Baby in solch einer Situation wieder auf den Bauch drehen und es sich sofort wieder zurück auf den Rücken dreht, haben Sie wahrscheinlich ein Spiel entdeckt, welches sehr viel Spaß bereiten kann. 

Protestiert Ihr Baby arg wenn es in die Bauchlage gebracht wird, so unterstützen sie es am Besten, indem Sie sich neben es legen, Ihren Unterarm unter seinen Brustkorb bringen und ihre andere Hand auf seinen unteren Rückenbereich platzieren. So erleichtern Sie Ihrem Baby das Halten dieser vorerst ungewohnten Position.

Auch das Platzieren auf einem kleinen Physioball kann Ihrem Baby dabei helfen, sich in der Bauchlage besser zu halten und seine Muskeln weiter zu stärken. Achten Sie hierbei darauf, dass seine Füsse den Boden berühren und Sie es mit beiden Händen am Rumpf festhalten. Sie können es dabei sanft vor- und zurück wippen lassen.

Sie können Ihr Baby zusätzlich zum Drehen von Bauch- zur Rückenlage anspornen, indem Sie es mit einem interessanten Objekt oder seinem Lieblingsspielzeug locken. Zeigen Sie ihm das Spielzeug und positionieren Sie es dann in Sicht- aber nicht in Reichweite, sodass Ihr Baby sich drehen muss, um es zu greifen.

Diese Motivation funktioniert auch gut in Rückenlage. Zeigen Sie ihm das Spielzeug und legen Sie es dann neben Ihr Baby. Sie können die Drehbewegung damit unterstützen indem Sie das linke Bein Ihres Babys über das rechte legen, wenn es sich nach rechts drehen soll und umgekehrt. 

Denken Sie daran, sobald Ihrem Baby etwas gelingt, sollten Sie ihm Ihre Freude zeigen. Das gibt Ihrem Kleinen Bestätigung und Sicherheit. Ebenfalls nimmt es Ängste, die so eine zunächst ungewohnte Körperbewegung und Perspektive mit sich bringen kann.

Beachten Sie ebenfalls, dass Ihr Baby die neu erlernten Fähigkeiten auch außerhalb von spielerischen Situationen ausprobieren und anwenden wird. Lassen Sie deshalb Ihr Kind auf erhöhten Positionen, wie der Wickelauflage nie unbeaufsichtigt. Das Herunterfallen von Möbelstücken gehört zu den häufigsten Notfallsituationen bei Baby unter einem Jahr.

Insbesondere bei Babys, die älter als ein halbes Jahr sind, kann ein starker Bewegungsdrang dazu führen, dass das Wickeln und Anziehen auf der Wickelablage sehr anstrengend werden kann. Legen Sie die Wickelunterlage zur besseren Sicherheit einfach auf den Boden, bis Ihr Kleines beim Wickeln wieder etwas ruhiger reagiert.

© Svetlana Fedoseeva - Fotolia.com

Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Kommentare 10 Kommentare

08.11.2017

mag

Warum kann man dem Kind nicht die Zeit lassen die es braucht um das Drehen zu lernen, warum muss sich sie Erde immer schneller drehen??? Die Kleinen werden immer mehr gefördert und dadurch verlieren sie die Motivation etwas selbst zu tun! Die Fördereltern sind diejenigen, die sich dann beschweren, dass ihr Kind nicht allein spiele kann, obwohl sie höchstpersönlich Schuld sind!
Lasst den Kindern Zeit, das ist für alle besser!

05.12.2016

Karl

Eine Ergotherapeutin gab und den Ratschlag mit unserer Tochter das Kiss Syndrom untersuchen zu lassen beim Osteopathen. Nach erfolgreicher Atlas-Therapie machte die kleine enorme Fortschritte und lag komplett grade auf dem Wickeltisch und nicht mehr gekrümmt. Auch wenn es die Schulmedizin nicht anerkennt, aber wer über 100Jahre zurück ist in der Forschung, weil er Tatsachen nicht sehen will, der kommt eben nicht mehr mit, mit den Alternativmedizinern. Gesundheitsreform wäre, wenn Ärzte erst Geld bekommen, wenn Sie Menschen geheilt haben, wie es in jedem anderen Beruf auch ist. Lg ein seit Jahren gesunder Alternativ lebender Papa

21.11.2017

Gast

Durch die Schulmedizin sind viele bedrohliche Krankheiten so gut wie ausgestorben und die Menschheit wird zunehmend älter. Ich kann es nicht leiden, wenn Leute ohne reflektiert zu denken immer auf studierte Menschen rumhacken. Neidisch auf die Bildung oder was ist der Grund ?

31.10.2016

Ergotherapeutin

Osteopathie besteht zu großen Teilen aus einem besonders ganzheitlichen Blick und somit der Behandlung an scheinbar unsinnigen Stellen. Nicht umsonst empfehlen Ergos und Physios z.T. den Weg zum Osteopathen, wenn sich nicht der gewünschte Erfolg zeigt.

24.08.2016

AlexK

Ihnen ist bewusst, dass Ostheopathie eine esoterische “Kunst“ ist, und mit Diagnosen von “Krankheiten“ die es nicht gibt (KISS Syndrom, hust) sogar psychischen Schaden hervorrufen kann? Damit kann man dann wirklich direkt zum Psychologen. Tut mir Leid, ich bin ein Faktenmensch, Evidenz ist mir wichtig. Deshalb, nicht zu viel verrückt machen lassen :-)

13.08.2016

anke

Typisch Lehrer.....Inhaltlich ein sehr hilfreicjer Artikel.Vielen Dank!

11.07.2016

windeln.de

wir freuen uns, dass wir so aufmerksame Leser haben! Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Text erneut überprüft. Viele Grüße, Dein windeln.de-Team

01.07.2016

Deutschlehrerin

Lieber Autor, bitte noch einmal auf Kommasetzung Korrektur lesen. Das ist ja eine Zumutung!

15.06.2016

windeln.de

da hast Du recht. Physio- und Ergotherapeuten sind sicherlich die beste Anlaufstelle, was Bewegung und Bewegungsförderung betrifft. Allerdings sind Osteopathen, dank Ihres Wissens um Anatomie und Physiologie, ebenso geeignete Ansprechpartner, bzgl. Bewegung und motorischen Verzögerungen.

07.06.2016

EineMama

Mir ist unklar, warum ein Osteopath hier als erste Anlaufstelle genannt wird. Physiotherapeuten sind die Experten für Bewegung und Bewegungsentwicklung.

Ihr Kommentar

Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Newsletter

Unsere Newsletter

Mehr Infos, passend zu Ihren Bedürfnissen!

  • Wertvolle Tipps zu Schwangerschaft und Kindesentwicklung
  • Spannende Angebote & Rabatte
  • 5 € windeln.de Gutschein

Jetzt anmelden