Zytomegalie » Gefahr für Frühchen & Ungeborene

Zytomegalie » Gefahr für Frühchen & Ungeborene

Zytomegalie ist ein weit verbreitetes Gesundheitsrisiko, insbesondere für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder, mit möglichen Langzeitfolgen wie Taubheit und Entwicklungsverzögerungen. Während die Übertragung des Virus oft unbemerkt bleibt, ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung für infizierte Neugeborene von entscheidender Bedeutung. Vorbeugende Maßnahmen und regelmäßige Tests für schwangere Frauen sind unerlässlich, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

Alle Beiträge des Experten

Zytomegalie » Gefahr für Frühchen & Ungeborene

Alle Beiträge des Experten

Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung Deutschlands sind betroffen – Bei der Zytomegalie (CMV) handelt es sich um eine Virusinfektion, die für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos verläuft. Hervorgerufen wird diese Erkrankung durch den Zytomegalie-Virus, der zu den Herpes-Viren gehört.


Zytomegalie – Was ist das?

Wer sich einmal mit dem Virus angesteckt hat, muss vor allem bei viel Stress oder einem geschwächten Immunsystem mit einem Ausbruch der Erkrankung rechnen – ein Leben lang.

Die Infektion äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sowie einem Anschwellen der Lymphknoten.

Während die Zytomegalie für einen gesunden Erwachsenen ungefährlich ist, ist sie für immungeschwächte Menschen und Frühchen mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Aber auch Ungeborene sind gefährdet, wenn sich die werdende Mutter während ihrer Schwangerschaft zum ersten Mal mit dem Zytomegalie-Virus ansteckt.

In einigen Fällen kann die CMV-Infektion eine Frühgeburt auslösen. Zu den Symptomen der Zytomegalie gehören zum Beispiel Hörschäden, Wachstumsstörungen, Vergrößerung von Leber und Milz oder Entwicklungsstörungen des Gehirns.

Dennoch: Nicht jedes Kind, das sich im Mutterleib infiziert hat, trägt später Schädigungen davon. Laut Schätzungen sind in Deutschland bis zu 1 Prozent aller Schwangeren von einer Erst-Infektion mit dem Virus betroffen. Rund 10 Prozent dieser Kinder weisen nach der Geburt Symptome der Zytomegalie auf.

Schwangere, die den CMV-Virus aus einer früheren Infektion bereits in sich tragen, müssen sich keine Sorgen machen, da sie bereits Antikörper gebildet haben.

Übertragung des Virus

Der Zytomegalie-Virus wird über Blut, Speichel und Urin übertragen. Erwachsene können sich zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, einer Bluttransfusion oder Organtransplantation anstecken. Besonders tückisch: Schwangere bemerken nicht, ob sie sich angesteckt haben und geben den Virus mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 40 Prozent an ihr Ungeborenes weiter.

Aber auch während des Geburtsvorgangs ist eine Ansteckung auf das Baby möglich, da das Virus mit dem Zervixsekret ausgeschieden wird. Nach der Geburt kann die Übertragung durch die Tröpfchen- und Schmierinfektion erfolgen, aber auch über die Muttermilch.

Symptome nach der Geburt

Während bei gesunden und reif geborenen Babys die Infektion mit dem Virus häufig ohne erkennbare Symptome verläuft, kann die Zytomegalie bei unreifen Frühchen zu Schäden führen. Zur Risikogruppe gehören vor allem Babys, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden und Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 g.

Da das Virus über die Muttermilch übertragen wird, raten Mediziner vom Stillen der Frühchen ab. Bei infizierten Säuglingen kann sich die Zytomegalie mit Entwicklungsverzögerungen, Taubheit, Sehstörungen, Organvergrößerungen, Blutarmut oder einer geistigen Behinderung äußern. Bei vielen Neugeborenen treten die Symptome erst Monate nach der Infektion auf. Zu den häufigsten Spätfolgen gehört die Schwerhörigkeit.

Therapie und Vorbeugung

Frauen können im frühen Stadium ihrer Schwangerschaft einen Bluttest machen lassen, ob sie das Virus bereits in sich tragen und Antikörper dagegen gebildet haben. In diesem Fall ist das Ungeborene nicht gefährdet. Fällt der Test negativ aus, sollte er alle 6 bis 8 Wochen wiederholt werden. Wird dagegen eine Erst-Ansteckung mit dem Zytomegalie-Virus festgestellt, werden Schwangeren spezielle Antikörper verabreicht.

Da der CMV-Test nicht zu den Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge gehört, wird er auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Möchte die Schwangere sich testen lassen, sollte sie ihren behandelnden Arzt ansprechen. Eine Impfung gegen das Zytomegalie-Virus gibt es bisher noch nicht.

Bei Ungeborenen kann mit einer Blut- oder Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden, ob es sich mit dem Virus angesteckt hat.

Die Therapie richtet sich bei einer Infektion mit CMV nach dem Krankheitsverlauf. Bei Kindern und Erwachsenen ohne oder mit leichten Symptomen ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Bei Neugeborenen ist laut Experten eine medikamentöse Therapie sinnvoll.

Es gibt aber auch Möglichkeiten, einer Ansteckung mit dem Virus vorzubeugen: Für Schwangere ist sorgfältiges Händewaschen deshalb besonders wichtig. Außerdem sollten Frauen, die noch nicht mit dem Virus infiziert sind engen Kontakt mit kleinen Kindern vermeiden, da sie den Virus über Speichel und Urin übertragen.

Besonders gefährdet sind deshalb Frauen, die als Erzieherinnen, Tagesmütter oder Kinderkrankenschwestern arbeiten.

Fazit

  • Zytomegalie wird durch einen Herpes-Virus übertragen
  • Ansteckung über Blut, Sperma, Urin, Speichel, Muttermilch
  • Infektion bleibt häufig unentdeckt
  • Gefahr für ungeborene Kinder und Frühchen
  • Folgeschäden für das Kind: z.B Organschäden, Schwerhörigkeit, Entwicklungsverzögerungen
  • CMV-Test gehört bisher nicht zur Schwangerschafts-Vorsorge
  • Es gibt keine Impfung gegen Zytomegali
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Ich rate zu einer CMV Bestimmung in der Schwangerschaft
  • Hygienemaßnahmen sollten Sie in der Schwangerschaft besonders beachten
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

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Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung Deutschlands sind betroffen – Bei der Zytomegalie (CMV) handelt es sich um eine Virusinfektion, die für gesunde Erwachsene in der Regel harmlos verläuft. Hervorgerufen wird diese Erkrankung durch den Zytomegalie-Virus, der zu den Herpes-Viren gehört.


Zytomegalie – Was ist das?

Wer sich einmal mit dem Virus angesteckt hat, muss vor allem bei viel Stress oder einem geschwächten Immunsystem mit einem Ausbruch der Erkrankung rechnen – ein Leben lang.

Die Infektion äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sowie einem Anschwellen der Lymphknoten.

Während die Zytomegalie für einen gesunden Erwachsenen ungefährlich ist, ist sie für immungeschwächte Menschen und Frühchen mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Aber auch Ungeborene sind gefährdet, wenn sich die werdende Mutter während ihrer Schwangerschaft zum ersten Mal mit dem Zytomegalie-Virus ansteckt.

In einigen Fällen kann die CMV-Infektion eine Frühgeburt auslösen. Zu den Symptomen der Zytomegalie gehören zum Beispiel Hörschäden, Wachstumsstörungen, Vergrößerung von Leber und Milz oder Entwicklungsstörungen des Gehirns.

Dennoch: Nicht jedes Kind, das sich im Mutterleib infiziert hat, trägt später Schädigungen davon. Laut Schätzungen sind in Deutschland bis zu 1 Prozent aller Schwangeren von einer Erst-Infektion mit dem Virus betroffen. Rund 10 Prozent dieser Kinder weisen nach der Geburt Symptome der Zytomegalie auf.

Schwangere, die den CMV-Virus aus einer früheren Infektion bereits in sich tragen, müssen sich keine Sorgen machen, da sie bereits Antikörper gebildet haben.

Übertragung des Virus

Der Zytomegalie-Virus wird über Blut, Speichel und Urin übertragen. Erwachsene können sich zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, einer Bluttransfusion oder Organtransplantation anstecken. Besonders tückisch: Schwangere bemerken nicht, ob sie sich angesteckt haben und geben den Virus mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 40 Prozent an ihr Ungeborenes weiter.

Aber auch während des Geburtsvorgangs ist eine Ansteckung auf das Baby möglich, da das Virus mit dem Zervixsekret ausgeschieden wird. Nach der Geburt kann die Übertragung durch die Tröpfchen- und Schmierinfektion erfolgen, aber auch über die Muttermilch.

Symptome nach der Geburt

Während bei gesunden und reif geborenen Babys die Infektion mit dem Virus häufig ohne erkennbare Symptome verläuft, kann die Zytomegalie bei unreifen Frühchen zu Schäden führen. Zur Risikogruppe gehören vor allem Babys, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden und Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 g.

Da das Virus über die Muttermilch übertragen wird, raten Mediziner vom Stillen der Frühchen ab. Bei infizierten Säuglingen kann sich die Zytomegalie mit Entwicklungsverzögerungen, Taubheit, Sehstörungen, Organvergrößerungen, Blutarmut oder einer geistigen Behinderung äußern. Bei vielen Neugeborenen treten die Symptome erst Monate nach der Infektion auf. Zu den häufigsten Spätfolgen gehört die Schwerhörigkeit.

Therapie und Vorbeugung

Frauen können im frühen Stadium ihrer Schwangerschaft einen Bluttest machen lassen, ob sie das Virus bereits in sich tragen und Antikörper dagegen gebildet haben. In diesem Fall ist das Ungeborene nicht gefährdet. Fällt der Test negativ aus, sollte er alle 6 bis 8 Wochen wiederholt werden. Wird dagegen eine Erst-Ansteckung mit dem Zytomegalie-Virus festgestellt, werden Schwangeren spezielle Antikörper verabreicht.

Da der CMV-Test nicht zu den Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge gehört, wird er auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Möchte die Schwangere sich testen lassen, sollte sie ihren behandelnden Arzt ansprechen. Eine Impfung gegen das Zytomegalie-Virus gibt es bisher noch nicht.

Bei Ungeborenen kann mit einer Blut- oder Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden, ob es sich mit dem Virus angesteckt hat.

Die Therapie richtet sich bei einer Infektion mit CMV nach dem Krankheitsverlauf. Bei Kindern und Erwachsenen ohne oder mit leichten Symptomen ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Bei Neugeborenen ist laut Experten eine medikamentöse Therapie sinnvoll.

Es gibt aber auch Möglichkeiten, einer Ansteckung mit dem Virus vorzubeugen: Für Schwangere ist sorgfältiges Händewaschen deshalb besonders wichtig. Außerdem sollten Frauen, die noch nicht mit dem Virus infiziert sind engen Kontakt mit kleinen Kindern vermeiden, da sie den Virus über Speichel und Urin übertragen.

Besonders gefährdet sind deshalb Frauen, die als Erzieherinnen, Tagesmütter oder Kinderkrankenschwestern arbeiten.

Fazit

  • Zytomegalie wird durch einen Herpes-Virus übertragen
  • Ansteckung über Blut, Sperma, Urin, Speichel, Muttermilch
  • Infektion bleibt häufig unentdeckt
  • Gefahr für ungeborene Kinder und Frühchen
  • Folgeschäden für das Kind: z.B Organschäden, Schwerhörigkeit, Entwicklungsverzögerungen
  • CMV-Test gehört bisher nicht zur Schwangerschafts-Vorsorge
  • Es gibt keine Impfung gegen Zytomegali
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Ich rate zu einer CMV Bestimmung in der Schwangerschaft
  • Hygienemaßnahmen sollten Sie in der Schwangerschaft besonders beachten
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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