Halsschmerzen
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Halsschmerzen bei Kindern

Schmerzen beim Schlucken. Beim Sprechen kratzt es im Hals. Halsschmerzen bei Kindern gehören zu den typischen Vorboten von Erkältungen, deren Ursache in den meisten Fällen Viren sind. Manchmal treten die Schmerzen lediglich auf einer Seite auf. Dann könnte eine bakterielle Mandelentzündung dahinter stecken.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Fr, 11/22/2013 - 12:49 Wed, 12/06/2017 - 17:52

Ein Vorbote einer Erkältung oder doch mehr?

Auch die klassischen Kinderkrankheiten Scharlach und Mumps gehen in der Regel mit heftigen Halsschmerzen einher. Hinzu kommen dann meist Fieber, geschwollene Lymphknoten am Hals, Hautausschlag oder die typische rote Himbeerzunge.

Häufigste Ursachen für Halsschmerzen bei Kindern

Häufiger als bei Erwachsenen werden die Halsschmerzen bei Kindern allein durch Viren ausgelöst. Kalte Winter und trockene Heizungsluft strapazieren die vergleichsweise zarten Schleimhäute, die dann einen idealen Nährboden für Keime bilden.

Hinzu kommt, dass das Immunsystem bei Kindern noch nicht vollständig ausgereift und die Ansteckungsgefahr im Kindergarten oder in der Schule besonders hoch ist. Gerade die Jüngsten, im Alter zwischen drei und neun Jahren, machen deshalb im Durchschnitt etwa acht Erkältungen im Jahr durch, die glücklicherweise innerhalb weniger Tage problemlos wieder ausheilen.

Weniger harmlos sind Bakterien. In den meisten Fällen sind dann Streptokokken, seltener das Bakterium Haemophilus influenza oder Pneumokokken verantwortlich für die Halsschmerzen mit alle anderen unangenehmen Begleitsymptomen, wie:

  • teilweise hohes Fieber
  • "klosige" Stimme
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • allgemeine Mattigkeit bis hin zur Apathie
  • gerade bei Kindern häufig Übelkeit und Erbrechen

In diesem Fall erfolgt die Übertragung der Keime durch sogenannte Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen, Küssen) von einem bereits infizierten Menschen auf das Kind. Ob eitrige Mandelentzündung, Mumps oder Scharlach: Bakterielle Infektionen sind immer hochansteckend.

Wann sollte das Kind einem Arzt vorgestellt werden?

Unbehandelte bakterielle Infektionskrankheiten können unter Umständen schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Sofern das Bakterium über den Blutkreislauf in die Organe vordringt und sich dort festsetzt, kann es unter Umständen Herzklappenentzündungen oder schwere Nierenschäden verursachen. Deshalb sollten die Eltern mit ihrem Kind bei folgenden Symptomen  umgehend einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen:

  • keine Besserung der Schmerzen nach drei bis vier Tagen
  • starke Halsschmerzen, verbunden mit Fieber
  • starke einseitige Halsschmerzen
  • Schwellung der Halslymphknoten
  • geröteter, geschwollener Rachenraum
  • weiße Stippchen auf den Mandeln
  • wenn zu den Halsschmerzen Übelkeit, Erbrechen oder heftige Bauchschmerzen hinzu kommen
  • tiefrot gefärbte Zunge, deren Oberfläche wie eine Himbeere aussieht (Verdacht auf Scharlach)
  • Anschwellen von Hals, Wangen, Ohrengegend (Verdacht auf Mumps)
  • Hautausschlag

Merke: Immer, wenn zu den Halsschmerzen ein weiteres Krankheitssymptom hinzukommt, sich das Kind krank und schlapp fühlt, ist eine ärztliche Untersuchung mit genauer Abklärung der Krankheitsursache wichtig.

Medikamente gegen Halsschmerzen

Sofern der Kinderarzt eine bakterielle Infektion, wie etwa eine Mandelentzündung diagnostiziert, wird er ein Antibiotikum verschreiben. Damit die Therapie greift und das Medikament wirklich sämtliche Bakterien abtötet, ist es wichtig, das Antibiotikum genau nach Vorschrift und bis zum Schluss zu verabreichen.

Selbst wenn die Halsschmerzen und das Fieber vollständig verschwunden sind und sich das Kind wieder fit fühlt, darf die Therapie keinesfalls abgebrochen werden. Es besteht ansonsten nicht nur die Gefahr von schwerwiegenden Nachfolgeerkrankungen, sondern auch die Ausbildung von Resistenzen.

Zusätzlich helfen bewährte Hausmittel, in Verbindung mit für Kinder geeigneten Präparaten aus der Apotheke, gegen die unmittelbaren Beschwerden im Hals:

  • Gurgeln mit speziellen Tinkturen aus der Apotheke oder mit Salbeitee (das gelingt allerdings erst größeren Kindern)
  • schmerzstillende Lutschtabletten mit den Wirkstoffen Ambroxol, Benzocain oder Lidocain (Lutschtabletten und -pastillen sind jedoch erst für Kinder ab etwa 12 Jahren geeignet, die schon kontrolliert lutschen können)
  • Salbeibonbons
  • Salbeitee in kleinen Schlucken trinken
  • durch die Nase atmen
  • möglichst wenig sprechen
  • bei heftigen Halsschmerzen: Paracetamol in kindgerecht niedriger Dosis
  • Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer erhöhen (nasses Handtuch oder Verdampfer auf die Heizung)
  • darauf achten, dass das Kind viel trinkt, um die Schleimhäute stets feucht zu halten

Sofern die Halsschmerzen im Rahmen einer leichten Erkältung auftreten oder der Arzt eine eher harmlose Viruserkrankung diagnostiziert, sind die genannten Hausmittel ebenfalls geeignet, um dem kleinen Patienten Linderung zu verschaffen.

Wickel, Honig, Zwiebeln

Den meisten Kindern tut gegen die Schmerzen im Hals Wärme gut. Deshalb sollten Eltern ruhig einmal den altbewährten Halswickel ausprobieren. Dazu wird ein Baumwolltuch in lauwarmes Wasser getaucht, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber einen dicken Wollschal binden. Nach etwa zehn Minuten erneuern und immer wiederholen, solange es vom Kind als angenehm empfunden wird.

Vorsicht ist dagegen bei Milch mit Honig geboten. Obwohl viele Eltern und Großeltern von diesem Hausmittel auch heute noch fest überzeugt sind, sollte es wegen seiner verschleimenden Wirkung besser nicht eingesetzt werden.

Zwiebelsaft wirkt im Rachenraum erwiesenermaßen entzündungshemmend, desinfizierend und schmerzstillend. Verschiedene Rezepte für die Selbstherstellung finden sich im Internet oder in einschlägigen Ratgeber-Zeitschriften. Allerdings schmeckt Zwiebelsaft, ob mit oder ohne Zucker, vielen Kindern nicht, sodass sie sich auch nur schwer von dessen Einnahme überzeugen lassen. Einen Versuch ist es jedoch aufgrund der nebenwirkungsfreien, lindernden Wirkung bei Halsschmerzen allemal wert.

Vorbeugen

Gegen Erkältung hilft grundsätzlich ein starkes Immunsystem. Ausreichend Schlaf, viel Bewegung an frischer Luft, wenig Stress, gesunde Ernährung, warme Füße und Wechselduschen helfen schon den Jüngsten, gesund zu bleiben.

Jedes Jahr, zu Beginn der Grippesaison, empfehlen Kinder- und Jugendärzte den Eltern von abwehrgeschwächten Kindern, diese gegen die gefährlichen Grippeviren impfen zu lassen. Nach Absprache mit dem Arzt und Abwägen des Nutzen-Schaden-Risikos sollten sie diese Grippe-Impfung dann auch veranlassen - aber hier scheiden sich die Geister.

© Dan Race - Fotolia.com

Fazit
Oft macht sich eine nahende Erkältung zuerst mit Halsschmerzen bemerkbar.
Kommen weitere Symptome wie Schluckbeschwerden, Speicheln und Fieber hinzu, sollte das Kind unbedingt einem Arzt vorgestellt werden. Es könnte eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken.
Bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen ist es wichtig, nicht nur die Symptome wie Halsschmerzen oder Fieber zu lindern, sondern auch die Erreger konsequent zu bekämpfen.

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