Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft
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Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft

Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft gehört zu den Beschwerden, unter denen viele schwangere Frauen leiden. Bereits im ersten Schwangerschaftstrimester kann es durch die Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft zu mehr oder weniger ausgeprägten Luftproblemen kommen.

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von Dr. Verena Breitenbach
Do, 10/02/2014 - 14:23 Thu, 11/30/2017 - 11:32

Unter Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft leiden viele Frauen.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel drücken die wachsende Gebärmutter und das Baby immer stärker auf das Zwerchfell, so dass die Lunge der Mutter immer weniger Raum hat, sich zu entfalten. Die Folgen bestehen in Kurzatmigkeit und manchmal auch recht ausgeprägter Atemnot. Gefährlich ist die Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft weder für Sie selbst noch für Ihr Baby. Ihr Körper signalisiert Ihnen damit jedoch auch, dass er sich mehr Ruhepausen wünscht.

Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft - ein harmloses und völlig normales Phänomen

Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft ist ein harmloses und völlig normales Phänomen. Zu Beginn der Schwangerschaft passt sich der Körper auch damit an die Bedürfnisse des werdenden Lebens an - schließlich muss er ab jetzt zwei Menschen mit Sauerstoff versorgen. Ihr Sauerstoffbedarf steigt deshalb schon im ersten Schwangerschaftstrimester spürbar an, gleichzeitig verändert sich Ihr Atemrhythmus.

Auch die im Verlauf der Schwangerschaft allmählich wachsende Blutmenge hat an diesen Prozessen ihren Anteil. Je mehr Blut im Körper zirkuliert, desto höher ist auch der Sauerstoffbedarf. Daher steigert sich die Atemtiefe schwangerer Frauen, bis zum Ende der Schwangerschaft wird ihr Atemvolumen um rund 25 Prozent gewachsen sein.

Nicht alle Schwangeren nehmen die Veränderung ihrer Atmung von Anfang an deutlich wahr, andere leiden stark darunter, da die Luftnot die in den ersten Schwangerschaftswochen ohnehin vorhandene Müdigkeit verstärkt.

Zusätzlich spielen hormonelle Faktoren bei der Entstehung von Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft eine Rolle - unter anderem dadurch, dass sich durch die Wirkung der Schwangerschaftshormone die Gefäße weiten. Die bessere Durchblutung bewirkt jedoch auch, dass viele Frauen spätestens ab der Mitte ihrer Schwangerschaft unter einer permanent verstopften Nase leiden.

Im zweiten Schwangerschaftstrimester macht sich die Kurzatmigkeit, wenn überhaupt, meist nur sehr moderat bemerkbar. Der Körper hat die Anpassung an die Schwangerschaft hinter sich gebracht, der neue Atemrhythmus ist zur Normalität geworden.

Stärkere Atembeschwerden melden sich meist erst wieder im dritten Trimester und werden nun vor allem durch das Wachstum von Uterus und Kind verursacht. Körperliche Anstrengungen werden jetzt auch durch den Druck der Gebärmutter auf das Zwerchfell und die daraus resultierenden Atemprobleme mühsam.

Sobald sich der Kopf des Babys in das kleine Becken senkt, fällt der Mutter das Atmen - und auch das Essen - endlich wieder leichter, da nun der Druck auf Lunge und Zwerchfell weg ist. Bei vielen Babys ist der Zeitpunkt dafür in der 36. Schwangerschaftswoche gekommen.

Wann müssen Sie zum Arzt?

Normalerweise ist Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft kein Krankheitszeichen, sondern gehört zum normalen Schwangerschaftsverlauf. Zum Arzt müssen Sie nur dann, wenn die Atemprobleme für Sie stark belastend oder mit weiteren Beschwerden verbunden sind.

Wenn sich zusammen mit der Kurzatmigkeit Herzklopfen, Brustschmerz, feuchte Hände, blaue Lippen oder blaue Finger zeigen, ist ein Arztbesuch jedoch dringend angesagt. Hinter solchen Symptomen können sich andere Erkrankungen oder Schwangerschaftskomplikationen - beispielsweise eine Präeklampsie (hyptertensive Gestose, "Schwangerschaftsvergiftung") - verbergen, die umgehend behandelt werden müssen.

Asthmatikerinnen sollten sich von ihrer Hebamme oder ihrem Frauenarzt besonders ausführlich zum Verhalten bei akuter Atemnot beraten lassen. Dazu sollten Sie auch noch eine Lungenspezialisten in schwierigen Fällen aufsuchen. Sie müssen lernen, die Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft von einem Asthmaanfall zu unterscheiden. Übrigens tritt Asthma in der Schwangerschaft oft weit zurück - vielen daran erkrankten Frauen geht es in dieser Zeit deutlich besser.

Eine weitere Ursache für Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft kann ein bisher nicht erkannter Eisenmangel sein, der durch die zusätzliche Gabe von Eisenpräparaten behandelt werden muss, um eine ausreichende Versorgung mit dem lebenswichtigen Spurenelement zu sichern.

Während der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Arzt durch eine Blutuntersuchungen auch ermitteln, ob Ihr Eisenhaushalt ausgeglichen ist und Ihnen ein entsprechendes Präparat verschreiben. Wichtig: Selbstmedikationen mit Eisen sind absolut tabu, da überschüssiges Eisen sich in den inneren Organen absetzt und hierdurch auch der Gesundheit Ihres Babys schaden kann.

Was hilft gegen Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft?

Vollkommen verhindern können Sie Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft sehr wahrscheinlich nicht, da sie durch normale körperliche Vorgänge verursacht wird. Durch vorbeugende Maßnahmen sorgen Sie jedoch dafür, dass die Beschwerden nicht zu belastend werden.

Durch ausgewogene Ernährung, reichliches Trinken und viel Bewegung an der frischen Luft vermeiden Sie eine zu starke Gewichtszunahme und Dehydrierung, welche auch die Kurzatmigkeit verstärken. Eisenreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, grünes Blattgemüse, Vollkornerzeugnisse und dunkle Beeren helfen, einem Eisenmangel vorzubeugen.

Ihre Hebamme wird Ihnen gern Atemübungen zeigen, die während der Geburt wichtig sind, aber auch gegen Atemprobleme in der Schwangerschaft helfen können. Auch in den Geburtsvorbereitungskursen spielt das Thema Atmung eine Rolle. Durch sanftes Yoga kombinieren Sie nicht nur Bewegung und Entspannung, sondern lernen auch, Ihren Atem zu kontrollieren.

Vielleicht probieren Sie in Ihrem Alltag einmal eine einfache Übung aus: Legen Sie eine Pause ein und versuchen Sie, für etwa zehn Minuten bewusst und konzentriert ein- und auszuatmen. Sie lernen dabei Ihren natürlichen Atemrhythmus kennen und geben Ihrer Lunge Gelegenheit, sich auszudehnen. Konzentriertes Atmen hilft Ihnen außerdem dabei, körperlich und seelisch zu entspannen.

Achten Sie während Ihrer Schwangerschaft auf ausreichende Ruhepausen. Hektik, Stress sowie körperliche oder seelische Überforderung verstärken auch die schwangerschaftsbedingten Probleme mit der Atmung. Für einen erholsamen Nachtschlaf empfiehlt sich vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel eine Schlafposition mit erhöhtem Oberkörper - zur Entlastung Ihres Kreislaufs möglichst auf der linken Seite.

Was hilft bei akuter Luftnot?

Akute Luftnot ist sehr unangenehm und versetzt Sie vielleicht sogar in Panik. Machen Sie sich klar, dass dafür kein Grund besteht. Versuchen Sie, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Nehmen Sie sich Zeit, setzen oder legen Sie sich mit erhöhtem Oberkörper hin, atmen Sie tief durch und denken Sie dabei an angenehme Dinge.

Manche Frauen schwören in einer solchen Stresssituation auf die sogenannten "Rescue-Tropfen". Nehmen Sie sich auch nach einer solchen Attacke genügend Zeit für sich - schalten Sie ab und ruhen Sie sich aus. Die Luftnot ist auch ein Zeichen dafür, dass Sie mehr Ruhepausen brauchen.

Wenn die Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft so stark wird, dass Sie massiv darunter leiden, können Akupunktur, Osteopathie oder Chiropraktik helfen, Druck, Blockaden und Verspannungen zu lösen und Ihren Körper wieder in ein gutes Gleichgewicht zu bringen. Sprechen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt auf diese Behandlungsmöglichkeiten an.

© drubig-photo

Fazit
Kurzatmigkeit ist normalerweise harmlos.
Kurzatmigkeit kann weder Ihnen noch Ihrem Baby schaden.
Im ersten Schwangerschaftstrimester ist Kurzatmigkeit eine Begleiterscheinung der Anpassung des Körpers an die Schwangerschaft.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel wirkt sich der wachsende Druck der Gebärmutter auf das Zwerchfell und die Lunge aus.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Versuchen Sie gerade in der Schwangerschaft bewusst und langsam in den Bauch zu atmen. Das entspannt und beruhigt. Der Körper nimmt so mehr Sauerstoff auf.

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