Folsäuremangel in der Schwangerschaft
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Folsäuremangel in der Schwangerschaft

Frauen mit Kinderwunsch wird zur Prophylaxe geraten - Trotz ausgewogener Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten leiden hierzulande viele Menschen, unter Folsäuremangel. Dabei ist das Vitamin ein wichtiger Baustein für jegliche Zellbildungs- und Teilungsprozesse innerhalb des menschlichen Körpers.

 

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von Dr. Verena Breitenbach
Do, 12/19/2013 - 19:47 Tue, 11/27/2018 - 10:22

Was genau ist Folsäure?

Folsäure gehört in die Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine und muss dem Körper von außen, über die Nahrung, zugeführt werden. Der menschliche Organismus benötigt Folsäure einerseits zur Bildung roter Blutkörperchen und zusätzlich zur Produktion wichtiger Hormone, welche die Entwicklung des zentralen Nervensystems steuern. Außerdem ist das Vitamin Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit und unterstützt die Gehirnfunktion.

Wissenschaftler entdeckten die Folsäure erst in den 1940er Jahren. Gleichzeitig fanden sie heraus, dass sich Folsäuremangel negativ auf die Entwicklung von Embryonen auswirken kann.

Wie macht sich Folsäuremangel bemerkbar?

Unabhängig von einer Schwangerschaft sind die Symptome ähnlich wie bei Eisenmangel:

  • Schwächegefühl
  • dauernde Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Nervosität
  • manchmal auch Kurzatmigkeit

Grund ist eine bestimmte Art von Blutarmut (Anämie), mit den für Folsäuremangel typischen, übergroßen roten Blutkörperchen (makrozytäre Anämie). Die Symptome können einzeln oder in Verbindung aufteten. Eine genaue Aussage, ob tatsächlich Folsäuremangel vorliegt, kann ausschließlich ein Blutbild liefern.

Was sind die Ursachen für Folsäuremangel?

Die DEG (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Folsäuredosis von 400 Mikrogramm. Während der Schwangerschaft empfiehlt sie 600 µg, um den Empfängnistermin 800 µg . Forschungsergebnissen zufolge liegt die durchschnittliche Aufnahme in Deutschland bei etwa 250 µg pro Tag.

Selbst mit einer entsprechend ausgerichteten Ernährungsweise ist es nicht nur für Schwangere sehr schwer, die empfohlene Menge ausschließlich über die Nahrung aufzunehmen. Folsäuremangel droht.

Mögliche Folgen eines Folsäuremangels während der Schwangerschaft:

Folsäure ist beim Embryo maßgeblich an der Entwicklung des Zentralnervensystems beteiligt. Unter Folsäuremangel kann es zu sogenannten Neuralrohr-Schäden kommen. Als Neuralrohr bezeichnen Mediziner beim Ungeborenen die erste Entwicklungsstufe seines Zentralnervensystems. Es wird bereits drei Wochen nach der Empfängnis gebildet. Hieraus entwickeln sich später das Gehirn und Rückenmark.

Das B-Vitamin hilft dem Baby dabei, sein Neuralrohr ordnungsgemäß zu entwickeln und gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats vollständig zu schließen. Deshalb ist ein ausreichend hoher Folsäurespiegel gerade während der ersten Schwangerschaftswochen so extrem wichtig. Nachgewiesenermaßen kann Folsäuremangel zu einer Lippen-Gaumen-Spalte oder einem "offenen Rücken" führen.

Auch manche Herzfehler und Frühgeburten stehen mit Folsäuremangel in Zusammenhang.

Wie häufig sind Missbildungen infolge Folsäuremangel?

Laut Statistik kommen in Deutschland etwa ein bis zwei Babys je 1000 Schwangerschaften mit einem nicht vollständig verschlossenen Neuralrohr (offener Rücken) zur Welt. Das sind ungefähr 800 Babys pro Jahr. Teilweise leiden die Kinder auf Lebenszeit unter schweren Behinderungen.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Folsäure?

Gute Folsäurelieferanten sind Blattgemüse. Allerdings reagiert das B-Vitamin sehr empfindlich auf Hitze und Licht. Zudem ist es wasserlöslich. Um viel Folsäure zu erhalten, sollte das Gemüse deshalb möglichst als Rohkost verzehrt oder mit nur wenig Wasser angedünstet werden. Je frischer die Ware, umso mehr Vitamine sind enthalten.

Beispiele für folsäurehaltige Lebensmittel:

  • eine große Kartoffel: 40 µg
  • eine Portion Rosenkohl: 200 µg
  • eine Portion gedünsteter Spargel: 90 µg
  • eine Portion Brokkoli: 60 µg
  • eine große Orange: 50 µg
  • vier große Löffel Bohnen: 200 µg
  • 25 Gramm Weizenkeime: 100 µg

Weil es schwierig ist, die empfohlenen 400 µg oder die für Schwangere notwendigen 600 µg mit der normalen Ernährung aufzunehmen, empfehlen Ärzte Folsäure-Präparate in Form von Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel.

Folsäuretabletten bereits vor der Schwangerschaft?

Mediziner vertreten die Meinung, dass es helfen kann, Folsäuremangel bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft durch Einnahme geeigneter Präparate vorzubeugen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Frauen mit Kinderwunsch, zur vorsorglichen Einnahme von 400 Milligramm Folsäure täglich, mindestens vier Wochen vor Eintritt der Schwangerschaft.

Dann ist der Körper in der Lage, einen gewissen Vorrat anzulegen und der Embryo wird von der ersten Schwangerschaftswoche an optimal versorgt. Frauen, die vor der Schwangerschaft nichts getan haben, wird empfohlen, umgehend mit der Einnahme von Folsäurepräparaten zu beginnen, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist. Die genaue Dosierung erfolgt am besten in enger Abstimmung mit dem behandelnden Gynäkologen.

© Reicher - Fotolia.com

Fazit
Folsäuremangel während der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind zu schweren Missbildungen führen.

Eine Folsäure-Prophylaxe im Vorfeld senkt das Risiko enorm. Deshalb sollten sich Frauen mit Kinderwunsch entsprechend beraten lassen.

Folsäure-Nahrungsergänzungsmittel können auch während der ersten Schwangerschaftsmonate sinnvoll sein. Über Einnahmedauer und Dosierung informiert der behandelnde Arzt.
Tipps von Gynäkologin Dr.Verena Breitenbach
  • Auch bei Einnahme der Pille besteht ein erhöhter Folsäurebedarf.
  • In Norwegen haben Forscher einen Zusammenhang zwischen Folsäuremangel und Autismus festgestellt.
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