Folsäure

Artikel 1 bis 4 von 4
Artikel 1 bis 4 von 4

Folsäure: Das Vitamin für Schwangere

Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, spielt vor allem bei einem Kinderwunsch eine wichtige Rolle. Ein Mangel des Vitamins kann bei einem Ungeborenen zu schweren Fehlbildungen des Rückenmarks oder des Gehirns führen. Da es unser Körper nicht herstellen kann, müssen wir Folsäure über unsere Lebensmittel aufnehmen oder sie mit einem Vitamin-Präparat zu uns nehmen. Für einen Erwachsenen beträgt der tägliche Bedarf an Folsäure, der über die Nahrung aufgenommen wird, 300 Mikrogramm. Bei Schwangeren erhöht er sich auf 550 Mikrogramm. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren wird die zusätzliche Einnahme des Vitamins als Tablette empfohlen. Aber auch für Erwachsene ist eine ausreichende Versorgung mit Folsäure wichtig: Herz-Kreislauf-Erkrankungen können deutlich reduziert werden.

Warum ist Folsäure für Schwangere so wichtig?

In unserem Körper ist Folsäure entscheidend an Wachstumsprozessen und der Blutbildung beteiligt. Für Schwangere ist das Vitamin B9 gerade in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft von so großer Bedeutung, da sich in dieser Zeit das Neuralrohr bildet. Bei einem Mangel kann es bei dem Ungeborenen zu Fehlbildungen des Rückenmarks und des Gehirns kommen. Da sich das Neuralrohr bereits in der 4. Schwangerschaftswoche verschließt, ist eine frühzeitige Einnahme des Präparats so wichtig. Frauen stellen zu diesem Zeitpunkt häufig erst fest, dass Sie überhaupt schwanger sind. Frauenärzte empfehlen deshalb Frauen mit Kinderwunsch das Vitamin B9 vorbeugend, also schon vor einer bestehenden Schwangerschaft, einzunehmen. Die Einnahme sollte bis zum Ende der Stillzeit unbedingt weiter erfolgen. Mediziner gehen davon aus, dass durch eine frühzeitige Prophylaxe das Risiko für Defekte am Neuralrohr um rund 70 Prozent gesenkt werden könnte.

Solltest du bezüglich eines geeigneten Präparats und der Dosierung unsicher sein, wende dich sich bitte an deinen behandelnden Frauenarzt.

So viel Folsäure benötigt unser Körper

Das Vitamin B9 ist in geringen Mengen in unseren Lebensmitteln enthalten, wir können es also über die Nahrung aufnehmen. Aber in welchen Produkten steckt dieses wichtige Vitamin eigentlich? Du kannst deinen Tagesbedarf von 300 Mikrogramm decken, indem du Salat, Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Spinat isst. Vitamin B9 ist aber auch in Vollkornprodukten, Nüssen, Eiern und Leber enthalten. Schwangere sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass sie im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft Leber ganz von ihrem Speiseplan streichen. Eine Überdosierung des in Leber enthaltenden Vitamin A kann möglicherweise das Ungeborene schädigen.

Wenn du das Vitamin B9 über das tägliche Essen aufnehmen möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass du das Gemüse besonders schonend zubereitest. Durch zu große Hitze geht die wasserlösliche Folsäure nämlich schnell verloren. Bei einer kurzen Garzeit in wenig Wasser, bleibt das Vitamin hingegen erhalten. Im Idealfall genießt du die folsäurehaltigen Produkte roh, damit dein Körper möglichst viel von dem Vitamin B9 aufnehmen kann.

So äußert sich ein Mangel

Die Einnahme von Folsäure ist aber nicht nur für schwangere Frauen wichtig: Aufgrund einseitiger Ernährung gehört der Folsäuremangel heute zu den häufigsten Mangelerscheinungen überhaupt. Bei einer längeren Unterversorgung mit dem Vitamin B9 werden nicht mehr ausreichend Blutzellen gebildet. Dies kann sich bei einem Erwachsenen durch Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Reizbarkeit äußern. Aber auch ein erhöhtes Infektionsrisiko, Verdauungsprobleme und schlechte Wundheilung werden mit einem Folsäure-Mangel in Zusammenhang gebracht. Bei einer ausreichenden Versorgung mit dem Vitamin B9 soll hingegen das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich reduziert werden.