Ergotherapie bei Kindern
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Arztgeprüft

Ergotherapie bei Kindern

Eine Ergotherapie hilft, psychische und physische Mängel auszugleichen -  Eine Ergotherapie wird bei unterschiedlichen Krankheiten und Einschränkungen angewandt, um Kindern eine weitgehend normale Entwicklung zu ermöglichen. Ziel des Konzepts ist die Schulung von Bewegungsabläufen sowie die Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration. 

mseeberger
von windeln.de Redaktion
Mo, 07/13/2015 - 11:21 Thu, 04/16/2020 - 14:42

Ergotherapie bei physischen und psychischen Störungen

Für gesunde Kinder ist es normal, Ball zu spielen, zu klettern, zu balancieren, zu basteln und zu malen. All das gehört zu einer gesunden Entwicklung. Ist ein Kind jedoch aufgrund einer Krankheit, einem Unfall oder einer angeborenen Einschränkung beeinträchtigt, hilft die Ergotherapie, physische und psychische Mängel auszugleichen.

Es handelt sich dabei um einen ganzheitlichen Ansatz: Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung zeigen gelegentlich auch psychische Auffälligkeiten und psychische Störungen können sich auf Bereiche der körperlichen Entwicklung auswirken.

Befunderhebung

Wird Ihr Kind zur Ergotherapie überwiesen, so bestehen die ersten Einheiten aus Überprüfungen, bestimmten Tests und anderen ergotherapeutischen Techniken (z.B. Beobachtung des Kindes im Spiel, Elterngespräch etc.), die Aufschluss über die Ursache und den Grad der Schwierigkeiten Ihres Kindes geben soll.

Dieser sogenannte Befund wird anschließend mit Ihnen besprochen, um ein weiteres Vorgehen und die Zielsetzung zu vereinbaren. Sie, als Eltern, sollen dabei ganz aktiv mit einbezogen werden, da Sie der Experte für Ihr Kind sind. Nur in enger Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Eltern können die besten Erfolge erzielt werden.

Anwendungsbereiche

Die Ergotherapie hat sich bei Kindern bewährt, die, gleich welcher Ursache, in der Entwicklung verzögert sind. Des weiteren hilft sie Kindern, die durch einen Unfall, eine Krankheit oder erbbedingt unter einer Einschränkung leiden oder eine Störung aufweisen.

Zu den Krankheitsbildern zählen unter anderem das Down-Syndrom, Autismus, ADS/ADHS, Dyskalkulie, Legasthenie, Muskelschwund, motorische Störungen oder angeborene Fehlstellungen. 

Die therapeutischen Maßnahmen werden jeweils individuell auf das Kind abgestimmt, indem der Therapeut zunächst Fähigkeiten und Defizite analysiert. Anschließend werden in mehreren Therapiestunden dem Kind Möglichkeiten geboten und Impulse gesetzt, seinen Körper und seine Sinneswahrnehmungen zu erfahren und seine Fähigkeiten zu verbessern. Motto ist hierbei, das Kind dort abholen, wo es steht. Die Schwächen werden ausgeglichen, indem die Stärken des Kindes gefördert werden. Das Kind soll hierbei neue, positive Erfahrungen machen, die sein Selbstwertgefühl und seine Autonomie unterstützen.

Therapeutische Maßnahmen

Das Ziel einer Ergotherapie ist, die Eigenständigkeit des Kindes so weit wie möglich herzustellen. Zum Einsatz kommen verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Konzentrationsübungen sowie psychomotorische und sensorische Übungen, die als spielerische Angebote verpackt werden. In einer Gruppentherapie profitieren durch die Interaktion mit anderen Kindern zugleich die Sozialkompetenz und Integrationsfähigkeit.

So dürfen Kinder über schräge Ebenen laufen, schaukeln und klettern um die Koordination und das Gleichgewicht zu schulen, auch die Konzentration wird dabei gefördert. Beim Malen sind Aufmerksamkeit, Kreativität und Feinmotorik erforderlich. Weiterhin stehen je nach Defiziten des Kindes Ball werfen, Basteln und andere körperliche Aktivitäten oder kreative Beschäftigungen auf dem Programm. Für Kinder mit Konzentrationsproblemen werden gegebenenfalls spezielle, oft computergestützte Programme angewandt.

Die Umsetzung erfolgt spielerisch und soll das Kind Schritt für Schritt zum gewünschten Ergebnis führen: Meist sind verschiedene Verknüpfungen im Gehirn nicht oder unzureichend angelegt - durch wiederholte, zwanglose Übungen können sich diese jedoch entwickeln.

Finanzierung und weitere Unterstützung

Wird die Ergotherapie aufgrund eines Defizits des Kindes ärztlich verordnet, tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten: Sie zählt zu den Heilmitteln und fällt bei Kindern unter die medizinische Grundversorgung. Bei privaten Krankenkassen richtet sich die Kostenübernahme nach den tariflichen Vereinbarungen.

Im Gespräch mit dem Therapeuten erfahren Eltern, welche Übungen und Spiele sie zu Hause mit ihrem Kind durchführen können beziehungsweise wie sie am besten auf eine bestimmte Auffälligkeit reagieren.

Dabei bietet es sich an, auch Erzieher im Kindergarten oder Lehrer in der Schule zu informieren, um gegebenenfalls Elemente aus der Ergotherapie in den Kindergarten- oder Schulalltag zu integrieren. Auf diese Weise werden die vom Therapeuten angeleiteten Maßnahmen optimal unterstützt.

© Köpenicker - Fotolia.com

Fazit - Bei folgenden Auffälligkeiten kann eine Ergotherapie helfen
grob- und feinmotorische Störungen
Einschränkungen der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Verhaltensauffälligkeiten
soziale und kommunikative Mängel
psychische Defizite
körperliche und geistige Behinderungen
Dyskalkulie und Legasthenie
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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