Babyakne
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Arztgeprüft

Babyakne

Fair ist es nicht: Ihr Baby ist erst ein paar Wochen alt und plötzlich zeigt sich eine Babyakne. Mit einem solchen Anblick hatten Sie, zumindest wenn es Ihr erstes Baby ist, vermutlich erst in der Pubertät gerechnet. Von anderen Müttern, Ihrer Hebamme oder dem Kinderarzt hören Sie nun, dass es sich dabei um Baby-, Neugeborenen- oder auch Säuglingsakne handelt.

Frau Dr. Rothe
von Dr. Anne Rothe
Kinderärztin
Fr, 01/03/2014 - 18:28 Fri, 07/19/2019 - 14:41

Babyakne - natürliche Reaktion auf hormonelle Veränderungen

Richtig ist, dass es sich bei den Pickeln um eine spezielle Form der Acne vulgaris handelt, unter der wir als Teenager mehr oder weniger stark zu leiden hatten. Nicht korrekt ist jedoch der identische Gebrauch dieser drei Begriffe: Neugeborenen- oder Babyakne ist völlig harmlos und tritt vor allem in den ersten Lebenswochen Ihres Babys auf.

Eine Säuglingsakne entwickelt sich dagegen erst zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat und erfordert in der Regel eine ärztliche Behandlung.

Die Babyakne ist eine völlig natürliche Reaktion auf hormonelle Veränderungen. Die medizinischen Fachbegriffe dafür lauten Akne neonatorum oder Neugeborenen-Exanthem. Die roten Pickel mit einem kleinen gelben Knoten in der Mitte erscheinen anfangs im Gesicht und breiten sich von dort körperabwärts aus.

Manche Kinder sind so stark betroffen, dass sie zeitweise kleinen "Streuselkuchen" gleichen. Der Ausschlag ist schmerzlos, erzeugt keinen Juckreiz und heilt später ohne Narbenbildung ab. Etwa 20 Prozent aller Babys sind von einer Neugeborenenakne betroffen. Sie beginnt immer in den ersten Lebenswochen und ist oft mit einem Wachstumsschub verbunden.

Falls die Akne bereits zwischen dem zehnten und 14. Lebenstag erscheint, liegen ihre Gründe in hormonellen Einflüssen, die lange vor dem Geburtstermin begonnen haben. Im letzten Schwangerschaftsdrittel schüttet der mütterliche Körper verstärkt Hormone aus, die unter anderem die Lungenreifung sowie die Entwicklung des kindlichen Immunsystems fördern, allerdings auch auf die Talgdrüsen des Babys wirken.

Viele Kinder entwickeln in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt Talgablagerungen auf Stirn und Nase oder eben eine Babyakne. Zwischen der dritten und sechsten Lebenswoche stellt sich der Hormonhaushalt des Babys um, was ebenfalls zu einer Akne führen kann. Neuere US-amerikanische Studien vermuten außerdem, dass bestimmte Medikamente, welche die Mutter in der Stillzeit einnimmt, eine Neugeborenenakne nach sich ziehen können.

Kleine Jungen haben mit den hormonellen Umstellungen nach der Geburt und wohl auch mit dem Einfluss der mütterlichen Hormone in der Schwangerschaft stärker zu kämpfen als Mädchen, aus diesem Grund entwickeln sie etwas häufiger eine Babyakne. Verschlimmern kann sich der Ausschlag durch Überhitzung - also bei Fieber oder durch zu warme Kleidung - sowie durch Hautirritationen.

Hautpflege bei Neugeborenenakne: Weniger ist mehr!

Den Kindern bereitet eine Babyakne meist keinerlei Beschwerden. Eine ärztliche Behandlung erfordert diese Akne-Variante nicht. Falls Sie sich trotzdem Sorgen machen, können Ihre Nachsorge-Hebamme oder der Kinderarzt Ihre Befürchtungen mit Sicherheit zerstreuen. Eine Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind in der Pubertät besonders stark an hormonell bedingten Hautproblemen leidet, ist mit einer Neugeborenenakne nicht verbunden.

Hebammen und erfahrene Mütter wissen: In der Hautpflege bei einer Babyakne ist weniger in der Regel mehr! Am besten baden Sie das Baby bzw. waschen Sie die betroffenen Hautpartien nur mit lauwarmem Wasser sowie mehrmals wöchentlich mit einem milden, feuchtigkeitsspendenden Reinigungssyndet für Babys.

Mit Schmutz oder Staub hat eine Akne in keinem Fall zu tun - ein intensives Rubbeln der empfindlichen Babyhaut ist also nicht erforderlich. Zur Hautpflege empfehlen Hebammen und Kinderärzte die regelmäßige Verwendung einer wirkstofffreien Babycreme oder -Lotion. Dies kann übrigens in manchen Fällen auch eine Neurodermitis bei Kindern verhindern. Ein Hausmitteltipp ist auch, die Pickelchen mit Muttermilch zu betupfen.

Zu viele Öle und Lotionen können eine Babyakne jedoch eher verschlimmern. Völlig vermeiden sollten Sie parfümierte oder paraffinhaltige Pflegeprodukte. 

Bitte versuchen Sie auf keinen Fall, die Pickel auszudrücken oder abzurubbeln - die Prozedur ist für Ihr Baby schmerzhaft und kann Entzündungen nach sich ziehen. Pflegeprodukte für eine Teenager-Akne sowie antibiotische oder kortisonhaltige Salben sind bei einer Neugeborenenakne ebenfalls tabu. Das Wichtigste bei diesen völlig natürlichen Symptomen ist Geduld - innerhalb von zwei bis drei Monaten verschwindet der Ausschlag von alleine wieder.

Säuglingsakne - veranlagungsbedingt und oft behandlungsbedürftig

Säuglingsakne und Neugeborenenakne sehen sich zwar ähnlich, sind in ihren Ursachen jedoch nicht identisch. Im Hinblick auf die Säuglingsakne nehmen Mediziner an, dass der Auslöser in einer erblichen Veranlagung besteht, die auch in der Pubertät oft zu besonders starken Akne-Schüben führt.

Eine Säuglingsakne macht sich normalerweise nicht vor dem dritten bis sechsten Lebensmonat bemerkbar. Oft erzeugt sie einen starken Juckreiz, unter dem die Kinder beträchtlich leiden können. Außerdem dauert sie normalerweise deutlich länger als eine Babyakne.

Die Behandlung einer Säuglingsakne gehört in die Hände eines Arztes, der Ihrem Kind je nach Schweregrad entzündungshemmende Präparate oder Antibiotika verschreiben wird. Wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden, können die Akne-Pusteln unschöne Narben hinterlassen.

Wie Sie Ihrem Baby bei einer Akne helfen können

Wichtig: Weder bei einer Babyakne noch bei einer Säuglingsakne haben Sie bei der Pflege oder der Ernährung Ihres Kindes irgendetwas falsch gemacht. Auch hypoallergene Babynahrung hilft gegen Akne nicht.

Jede Akne wird jedoch durch Hautreizungen verstärkt. Wenn das Baby Milch ausspuckt, sabbert oder an den Pickeln kratzt, verschlimmert dies oft den Ausschlag. Legen Sie Ihrem Baby daher immer ein trockenes, sauberes Spucktuch unter, damit sein Gesichtchen möglichst trocken bleibt.

Falls Ihr Baby an einer Säuglingsakne leidet, wird der Juckreiz es dazu zwingen, sich an den betroffenen Stellen häufig und intensiv zu kratzen. Wenn Sie das Kratzen anders nicht verhindern können, ziehen Sie ihrem Kind leichte Baumwollhandschuhe an und halten Sie die Fingernägel kurz. Achten Sie bitte auch auf eine absolut rauchfreie Umgebung Ihres Babys - Tabakrauch reizt stark die Haut und fördert damit auch die Ausbreitung der Akne.

© Vitalinko - Fotolia.com

Fazit
Babyakne ist ein häufiges Phänomen in den ersten Lebenswochen.
Es handelt sich dabei um eine Reaktion der Haut auf hormonelle Veränderungen nach der Geburt.
Der Ausschlag ist normalerweise schmerzlos und es besteht kein Juckreiz, eine besondere Pflege ist nicht erforderlich.
Sie heilt nach einigen Wochen ohne Narbenbildung ab.
Säuglingsakne ist wesentlich seltener, tritt erst nach dem dritten Lebensmonat auf und sollte ähnlich wie eine Pubertätsakne therapiert werden.
Tipps von Kinderärztin Dr. Anne Rothe
  • Generell gilt die Empfehlung, Säuglinge zwei bis drei Mal pro Woche zu baden und täglich mit einer Pflegelotion für Babys einzucremen.
  • Nach neuesten Erkenntnissen sollte Ölivenöl nicht zur Hautpflege verwendet werden, da es zum Flüssigkeitsverlust der Haut führt und häufiger leichte Hautirritationen hervorruft.
  • Muttermilch ist ein bewährtes Hausmittel bei allen Hauterkrankungen im Säuglingsalter und kann auch bei Babyakne zur Pflege verwendet werden.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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