Baby & Sehen » Wie, wann und was Babys sehen

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Vom verschwommenen Sehen kurz nach der Geburt bis zum Erkennen von Farben und Formen machen Babys im ersten Lebensjahr enorme Fortschritte in ihrer visuellen Entwicklung. Mit zunehmendem Alter verbessert sich auch die Fähigkeit, Gegenstände zu erkennen und zu greifen.

Dr. Anne Rother

Kinderärztin Anne Katrin Rothe ist Kinder- und Jugendärztin, die ihren Kindheitstraum verwirklicht hat. Ihr medizinischer Werdegang führte sie von Bonn und London über die Schweiz und die USA nach München.…

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Babyentwicklung: Sehen – mit den Augen die Welt entdecken. Entgegen einiger medizinischer Annahmen im 20. Jahrhundert können Babys schon von Geburt an sehen.


Die Entwicklung der Sehkraft im ersten Lebensjahr

Im Gegensatz zum Hörsinn, der bereits nach vier Wochen sehr gut ausgereift ist und durch Erfahrungswerte verfeinert wird, entwickelt sich der Sehsinn eines Neugeborenen erst nach und nach.

Ein Baby kann schon im Mutterleib sehen und erblickt zur Geburt nicht nur wörtlich das Licht der Welt. Das Sehvermögen von Neugeborenen ist zunächst ziemlich unscharf. Sie können maximal bis 30 Zentimeter Abstand scharf sehen. Die Brust der Mutter sowie Gesichter empfinden Babys naturgemäß als besonders attraktiv. Ebenfalls sorgen starke Kontraste, wie Schachbrett-Muster bei vielen Babys für Aufmerksamkeit. Farbnuancen erkennen sie noch nicht.

Das Fokussieren von Gegenständen erfordert ein hohes Maß an Koordination und auch Augenmuskelkraft. Da beides trainiert werden muss, kommt es in den ersten Wochen bei vielen Babys oft dazu, dass sie vor lauter Anstrengung schielen. Sobald sie die Augen kurz schließen, gibt sich das in der Regel wieder. Nach vier Wochen ist ein Baby oftmals sehr gut in der Lage, einem interessanten Gegenstand, wie einer Rassel, mit den Augen zu folgen.

Im zweiten und dritten Lebensmonat können Babys Farbnuancen immer besser erkennen und unterscheiden. Strahlende Primärfarben und immer kompliziertere Formen sorgen bis zum vierten Monat für erhöhtes Interesse. Rund um den vierten Monat beginnt dein Baby die Augen-Hand-Koordination und somit die Tiefenwahrnehmung intensiv zu trainieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Dinge präzise zu greifen. Auch kleinere Gegenstände lernt dein Baby ab dem fünften Monat immer sicherer zu erkennen und in seine Hände zu nehmen.

Das (Wieder-)Erkennen von Gegenständen, auch wenn sie nur teilweise zu sehen sind, ist ebenfalls nach etwa vier Monaten möglich. Nun ist der richtige Zeitpunkt, um mit den beliebten Versteckspielen zu beginnen, mit denen du dein Kind noch einige Monate beschäftigen kannst.

Erst nach ungefähr acht Monaten ist die Sehkraft eines Babys soweit entwickelt, dass es seine Umwelt ähnlich wie ein Erwachsener wahrnehmen kann. Die Augenfarbe, die dein Kind auch als Erwachsener haben wird, zeigt sich bei den meisten Babys im neunten Monat. Mit der zunehmenden visuellen Wahrnehmung und Erfahrung lassen sich jetzt auch Spielzeuge im Raum entdecken. Nun ist die Zeit gekommen, in der dein Baby auf weiter entfernte Spielzeuge zeigen wird, um sie mit deiner Hilfe möglichst schnell zu bekommen.

Zusätzlich animiert das Sehen von interessanten Dingen außerhalb der eigenen Reichweite, den Drang, sich beispielsweise robbend, rollend oder krabbelnd vorwärts oder rückwärts zu bewegen. Nach einem Jahr kann dein Baby bekannte Personen auch in größerer Entfernung problemlos erkennen.

Sehen als Lernprozess unterstützen

Je mehr Seherfahrungen dein Kleines sammelt, umso besser kann sich seine visuelle Wahrnehmung entwickeln. Aus diesem Grund kannst du beispielsweise am Wickelplatz für sichtlich Interessantes sorgen. Mobilés oder Bilder in leuchtenden Farben sind Beispiele, wie du den Sehsinn und auch die Aufmerksamkeit deines Babys spielerisch fördern kannst. Fühl- und Papp-Bilder-Bücher sorgen ebenfalls für spannende Augenblicke, bei denen nicht nur die Sehkraft, sondern auch das haptische Wahrnehmen, Hören und Sprachverstehen trainiert wird.

© chrisberic – Fotolia.com

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Fazit

Bereits im Mutterleib können die Augen des Ungeborenen ungefähr ab der 28. Schwangerschaftswoche Lichteinfall wahrnehmen. Ab der Geburt können Babys sehen, jedoch zunächst unscharf und nur kurze Entfernungen. In den ersten Lebensmonaten entwickelt sich die Sehfähigkeit kontinuierlich weiter und ist mit ungefähr 8 Monaten mit der von Erwachsenen vergleichbar. Voraussetzung für das Erreichen einer normalen Sehkraft sind viele verschiedene visuelle Sinneseindrücke und zwei gesunde Augen.

Tipps von Kinderärztin Dr. Anne Rothe
  • Das menschliche Gesicht ist das faszinierendste Beobachtungsobjekt für die kleinen Erdenbürger. Die Mimik seines Gegenübers ist für ein Kind eine wichtige Lernquelle und vor allem für die Entwicklung der eigenen Gefühle nützlich. Häufiger Blickkontakt mit deinem Baby insbesondere in Kombination mit Ansprache sind sehr wichtige Faktoren für eine gesunde Entwicklung.
  • In den ersten Monaten sind Spielzeuge mit kontrastreichen Farben oder Mustern für Babys attraktiver als gedeckte Farben. Bewegte Dinge, wie Mobilés oder Schwingfiguren, die an Federn auf und ab hüpfen, erregen leicht Aufmerksamkeit und werden oft lange betrachtet.
  • Ab dem vierten Lebensmonat „sehen“ Babys zunehmend auch mit dem Mund: alle erreichbaren Gegenstände werden zur besseren Wahrnehmung in den Mund gesteckt, denn auch im Mundraum kann sich das Kind durch das Ertasten eines Gegenstandes mit Lippen, Zunge und Gaumen ein „Bild“ von ihm machen. Wichtig ist hier immer, dass die Gegenstände groß genug sind und nicht aus Versehen verschluckt werden können.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Anne Rother

Kinderärztin Anne Katrin Rothe ist Kinder- und Jugendärztin, die ihren Kindheitstraum verwirklicht hat. Ihr medizinischer Werdegang führte sie von Bonn und London über die Schweiz und die USA nach München.…

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Im Gegensatz zum Hörsinn, der bereits nach vier Wochen sehr gut ausgereift ist und durch Erfahrungswerte verfeinert wird, entwickelt sich der Sehsinn eines Neugeborenen erst nach und nach.

Ein Baby kann schon im Mutterleib sehen und erblickt zur Geburt nicht nur wörtlich das Licht der Welt. Das Sehvermögen von Neugeborenen ist zunächst ziemlich unscharf. Sie können maximal bis 30 Zentimeter Abstand scharf sehen. Die Brust der Mutter sowie Gesichter empfinden Babys naturgemäß als besonders attraktiv. Ebenfalls sorgen starke Kontraste, wie Schachbrett-Muster bei vielen Babys für Aufmerksamkeit. Farbnuancen erkennen sie noch nicht.

Das Fokussieren von Gegenständen erfordert ein hohes Maß an Koordination und auch Augenmuskelkraft. Da beides trainiert werden muss, kommt es in den ersten Wochen bei vielen Babys oft dazu, dass sie vor lauter Anstrengung schielen. Sobald sie die Augen kurz schließen, gibt sich das in der Regel wieder. Nach vier Wochen ist ein Baby oftmals sehr gut in der Lage, einem interessanten Gegenstand, wie einer Rassel, mit den Augen zu folgen.

Im zweiten und dritten Lebensmonat können Babys Farbnuancen immer besser erkennen und unterscheiden. Strahlende Primärfarben und immer kompliziertere Formen sorgen bis zum vierten Monat für erhöhtes Interesse. Rund um den vierten Monat beginnt dein Baby die Augen-Hand-Koordination und somit die Tiefenwahrnehmung intensiv zu trainieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Dinge präzise zu greifen. Auch kleinere Gegenstände lernt dein Baby ab dem fünften Monat immer sicherer zu erkennen und in seine Hände zu nehmen.

Das (Wieder-)Erkennen von Gegenständen, auch wenn sie nur teilweise zu sehen sind, ist ebenfalls nach etwa vier Monaten möglich. Nun ist der richtige Zeitpunkt, um mit den beliebten Versteckspielen zu beginnen, mit denen du dein Kind noch einige Monate beschäftigen kannst.

Erst nach ungefähr acht Monaten ist die Sehkraft eines Babys soweit entwickelt, dass es seine Umwelt ähnlich wie ein Erwachsener wahrnehmen kann. Die Augenfarbe, die dein Kind auch als Erwachsener haben wird, zeigt sich bei den meisten Babys im neunten Monat. Mit der zunehmenden visuellen Wahrnehmung und Erfahrung lassen sich jetzt auch Spielzeuge im Raum entdecken. Nun ist die Zeit gekommen, in der dein Baby auf weiter entfernte Spielzeuge zeigen wird, um sie mit deiner Hilfe möglichst schnell zu bekommen.

Zusätzlich animiert das Sehen von interessanten Dingen außerhalb der eigenen Reichweite, den Drang, sich beispielsweise robbend, rollend oder krabbelnd vorwärts oder rückwärts zu bewegen. Nach einem Jahr kann dein Baby bekannte Personen auch in größerer Entfernung problemlos erkennen.

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Je mehr Seherfahrungen dein Kleines sammelt, umso besser kann sich seine visuelle Wahrnehmung entwickeln. Aus diesem Grund kannst du beispielsweise am Wickelplatz für sichtlich Interessantes sorgen. Mobilés oder Bilder in leuchtenden Farben sind Beispiele, wie du den Sehsinn und auch die Aufmerksamkeit deines Babys spielerisch fördern kannst. Fühl- und Papp-Bilder-Bücher sorgen ebenfalls für spannende Augenblicke, bei denen nicht nur die Sehkraft, sondern auch das haptische Wahrnehmen, Hören und Sprachverstehen trainiert wird.

© chrisberic – Fotolia.com

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Bereits im Mutterleib können die Augen des Ungeborenen ungefähr ab der 28. Schwangerschaftswoche Lichteinfall wahrnehmen. Ab der Geburt können Babys sehen, jedoch zunächst unscharf und nur kurze Entfernungen. In den ersten Lebensmonaten entwickelt sich die Sehfähigkeit kontinuierlich weiter und ist mit ungefähr 8 Monaten mit der von Erwachsenen vergleichbar. Voraussetzung für das Erreichen einer normalen Sehkraft sind viele verschiedene visuelle Sinneseindrücke und zwei gesunde Augen.

Tipps von Kinderärztin Dr. Anne Rothe
  • Das menschliche Gesicht ist das faszinierendste Beobachtungsobjekt für die kleinen Erdenbürger. Die Mimik seines Gegenübers ist für ein Kind eine wichtige Lernquelle und vor allem für die Entwicklung der eigenen Gefühle nützlich. Häufiger Blickkontakt mit deinem Baby insbesondere in Kombination mit Ansprache sind sehr wichtige Faktoren für eine gesunde Entwicklung.
  • In den ersten Monaten sind Spielzeuge mit kontrastreichen Farben oder Mustern für Babys attraktiver als gedeckte Farben. Bewegte Dinge, wie Mobilés oder Schwingfiguren, die an Federn auf und ab hüpfen, erregen leicht Aufmerksamkeit und werden oft lange betrachtet.
  • Ab dem vierten Lebensmonat „sehen“ Babys zunehmend auch mit dem Mund: alle erreichbaren Gegenstände werden zur besseren Wahrnehmung in den Mund gesteckt, denn auch im Mundraum kann sich das Kind durch das Ertasten eines Gegenstandes mit Lippen, Zunge und Gaumen ein „Bild“ von ihm machen. Wichtig ist hier immer, dass die Gegenstände groß genug sind und nicht aus Versehen verschluckt werden können.
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