Die Orale Phase: Warum Babys alles in den Mund nehmen
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Die Orale Phase: Warum Babys alles in den Mund nehmen

Mit Mund-Hand-Auge-Koordination die Welt entdecken - In den ersten Lebenswochen Ihres Babys werden Sie feststellen, dass die Koordination von Augen, Händen und Fingern noch nicht so recht gelingen will. Mit zunehmenden Alter ändert sich das.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mo, 11/18/2013 - 17:18 Tue, 11/27/2018 - 11:40

Lippen und Zunge meisterhaft einsetzen

Die Bewegung der Lippen und der Zunge gehört zu den Körpererfahrungen, die ein Baby schon früh selbst kontrollieren und steuern kann. Zusätzlich kommen an keiner anderen Stelle im Körper so viele Nervenenden auf einen Quadratmillimeter zusammen, wie im Mundbereich. Das Erfühlen und Probieren mit dem Mund wird somit wesentlich intensiver wahrgenommen, als mit den Fingern. Deshalb bevorzugen auch Babys, die das Greifen schon gut gelernt haben, das Kennenlernen der unterschiedlichsten Gegenstände mit dem Mund. Eine Vorliebe, die nicht immer ungefährlich ist.

Achten Sie stets darauf, dass Ihr Baby keine Dinge ergreift und zum Mund führt, die

  • so klein sind, dass sie verschluckt werden können,
  • scharfe Kanten haben oder
  • aus Materialien sind, die nicht in den Mund genommen werden dürfen.

Erklären Sie diese Gefahren auch unbedingt den größeren Geschwistern, die beispielsweise ihre winzige Spielzeugüberraschung aus ihrer Cornflakespackung dem Baby nicht unbeaufsichtigt in die Hand geben sollten. Grundsätzlich gilt: Alle Spielzeuge, die so klein sind, dass sie in den Mund eines Babys passen, sind gefährlich.

Die sogenannte orale Phase

Sicherlich ist Ihnen schon einmal die Begrifflichkeit "orale Phase" begegnet. Dabei handelt es sich um eine Bezeichnung aus der Tiefenpsychologie. Geprägt von dem berühmten Psychoanalytiker Sigmund Freud, bezeichnet die orale Phase den Entwicklungsabschnitt eines Babys, bei dem es seine Umwelt überwiegend mit dem Mund erfährt und auch daraus seine Zufriedenheit und Freude gewinnt.

Neugeborene nutzen beispielsweise oft ihre zu Fäustchen geballten Hände, um die Brust der Mama fürs Stillen in Position zu bringen und somit schneller satt zu werden. Auch die eigenen Finger und greifbare Gegenstände werden verstärkt im ersten halben Jahr zum Mund geführt, um sie genauer zu erkunden. Danach kommen die Hände mit zunehmender Greif- und Fingerfertigkeit zum Einsatz.

Der Drang, alles mit Zunge und Lippen zu untersuchen hält bei vielen Babys bis ins Kleinkindalter (etwa 2 Jahre) an. Aus diesem Grund gilt für kleine Spielzeuge bzw. Spielgeräte mit Kleinteilen die Empfehlung "Nicht unter drei Jahren."

Achten Sie nicht nur auf die Spielzeuge, die Sie Ihrem Baby zum Spielen geben. Sobald es nach dem ersten halben Jahr langsam mobil wird, sind auch viele andere Dinge nicht davor gefeit, ausführlicher mit dem Mund untersucht zu werden. Mit den ersten Trink- und Essenserfahrungen stellen sich die Kleinen auch oftmals die Frage, wie und ob etwas schmeckt. Vor diesem Hintergrund sollten Sie prüfen, ob Ihre Zimmerpflanzen für den Fall der Fälle ungiftig sind. Die Blumenerde können Sie mit speziellen Sicherheitsabdeckungen vor neugierigen Händen und Mündern bewahren.

Vollmundig: Essen und Trinken

Je mehr Ihr Baby die Kunst des Greifens für sich entdeckt, umso mehr lernt es, sowohl die Hände als auch den Mund für seine Erfahrungen zu nutzen. Um den sechsten Monat, wenn es auch immer mehr in Kontakt mit Getränken und Lebensmitteln kommt, wendet es diese Erkenntnis allzu gern an. Das heißt: Lebensmittel und Getränke werden auch mit den Händen gründlich erforscht. Nicht immer zur Freude der Eltern, da dies mitunter zu sehr chaotischen Mahlzeiten führen kann.

Lassen Sie es dennoch zu, da diese Art der kulinarischen Erfahrung die Sinne Ihres Kleinen schult. Mit etwas Übung und dem geeignetem Baby- und Kleinkind-Geschirr werden auch die Mahlzeiten wieder entspannter.

Kauen als Zahnungshilfe

Das Herumkauen auf Spielzeugen dient in der Entwicklung eines Babys nicht nur dem Forschungsdrang. Vielen Babys hilft es, wenn ein neuer Zahn kommt. Da das Zahnen oft mit Schmerzen verbunden ist, die sich mit etwas Kühlung mindern lassen, können sogenannte Beißringe schnell für Linderung sorgen.

© Elena Stepanova - Fotolia.com

Tipp von Hebamme Christina Altmann
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Kommentare 4 Kommentare

14.01.2017

Mary

Hallo. Wollte mal fragen wie es sich bei euch entwickelt hat? Unsere Baby macht genau wie bei dir diese Sachen nicht. Haben drei Mädels und die zwei grossen konnten alles schon sehr früh. Man soll sie zwar nicht vergleichen aber eine Kinderärztin meinte das sie die Beine zu wenig benutzt.

23.09.2016

Hebamme Ina Ilmer

vielen Dank für Ihren Kommentar. Sehr schön, dass ihre Tochter schon öfters tagsüber ohne den geliebten Schnuller sein kann. Das würde ich auch immer wieder betonen, dass sie stolz sein kann, so groß ist und es schon so lange Zeit ohne ihren Schnuller schafft. Ich finde es mit 2.5 Jahren auch absolut in Ordnung, dass in bestimmten Phasen, wie Einschlafen, Trost etc. der Schnuller da sein muss. Später kann es durchaus die Schnullerfee sein, die den Schnulli abholt und ein Geschenk im Tausch bringt.

19.09.2016

monique

Hallo..ich habe da mal eine Frage.Und zwar ist meine Tochter jetzt knapp 2,5 Jahre.Leider braucht sie ihren Schnuller noch recht oft.versuchen es am Tag schon oft ohne,aber es klappt nicht immer.Nun sagten uns die Erzieherinnen von meiner Tochter dass die sogenannte 'orale Phase'(sie nimmt seit einiger Zeit alles in den Mund) eigentlich schon längst vorbei wäre.Nun weiß ich nicht so recht was ich machen kann. Ich würde mich über eine Antwort freuen. Mit freundlichen Grüßen Monique

14.01.2016

Anne

...nimmt bisher nichts in den Mund und macht auch noch keine Versuche, sich fortzubewegen. Was bedeutet das Fehlen dieser wichtigen Phasen?

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