Doch gilt diese Empfehlung auch für Schwangere? Dieser Artikel zeigt, ob und wie viel Honig in der Schwangerschaft erlaubt ist, welche Risiken tatsächlich bestehen und worauf beim Kauf geachtet werden sollte.
Darf man Honig in der Schwangerschaft essen?
Ja, Honig darf in der Schwangerschaft grundsätzlich gegessen werden. Das gilt sowohl für Honig aus dem Supermarkt als auch für Honig vom Imker. Dennoch sollten Schwangere Honig nur in Maßen genießen. Der Grund dafür ist nicht die Herkunft oder Verarbeitung des Honigs, sondern sein hoher Zuckergehalt.
Honig besteht zu etwa 80 Prozent aus Zucker und kann den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Wer Honig regelmäßig verwendet, sollte deshalb den gesamten Zuckerkonsum im Blick behalten. Dies gilt insbesondere bei Schwangerschaftsdiabetes oder einem erhöhten Risiko dafür. Weitere Infos zum Honigkonsum in der Schwangerschaft bietet das folgende Video:
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Warum ist Honig für Schwangere erlaubt, aber für Babys verboten?
Dass Babys im ersten Lebensjahr keinen Honig essen dürfen, sorgt bei vielen Schwangeren für Unsicherheit. Tatsächlich gibt es zwei Gründe, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden: Säuglingsbotulismus und Listerien.
Honig in der Schwangerschaft: kein Risiko für Säuglingsbotulismus
Der Grund, warum Babys im ersten Lebensjahr keinen Honig essen dürfen, ist das Risiko des sogenannten Säuglingsbotulismus. Honig kann in seltenen Fällen Sporen des Bodenbakteriums Clostridium botulinum enthalten, die über Erde, Staub oder Pflanzen in den Honig gelangen können. Bei Säuglingen kann sich das Bakterium im noch unreifen Darm vermehren und das gefährliche Botulinumtoxin bilden. Dieses greift das Nervensystem an und kann unter anderem zu Muskelschwäche, Schluckstörungen und Atemproblemen führen.
Für Schwangere besteht dieses Risiko jedoch nicht. Das Verdauungssystem von Erwachsenen verfügt über eine ausgereifte Darmflora, die verhindert, dass sich die Bakterien vermehren und das gefährliche Botulinumtoxin bilden.
Das ungeborene Baby ist ebenfalls geschützt. Die Plazenta bildet eine natürliche Barriere, sodass die Bakteriensporen nicht zum Kind gelangen können. Deswegen gilt Honig während der Schwangerschaft als unbedenklich.
Schwangerschaft und Honig: Besteht ein Risiko durch Listerien?
Listerien sind Bakterien, die bei Schwangeren eine Listeriose auslösen können. Für gesunde Erwachsene verläuft die Erkrankung meist mild oder sogar unbemerkt. Während der Schwangerschaft kann sie jedoch gefährlich werden, da die Erreger in der Lage sind, die Plazenta zu überwinden. Anschließend können sie das ungeborene Baby infizieren. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf Lebensmittel mit einem erhöhten Listerienrisiko, wie Rohmilchprodukte, rohes Fleisch oder Räucherfisch, verzichten.
Honig kann theoretisch ebenfalls geringe Mengen von Listerien enthalten. Aufgrund seines hohen Zucker- sowie geringen Wassergehalts können sich die Bakterien darin jedoch kaum vermehren. Nach heutigem Wissensstand birgt Honig deshalb kein relevantes Listeriose-Risiko und darf während der Schwangerschaft gegessen werden.
Wie viel Honig ist in der Schwangerschaft erlaubt?
Entscheidend bei der Beantwortung der Frage ist nicht die Honigmenge, sondern der gesamte Konsum sogenannter freier Zucker. Dazu zählen neben Haushaltszucker unter anderem auch Honig, Sirupe sowie Zucker, der Lebensmitteln und Getränken zugesetzt wird.
Wie sieht die Empfehlung der WHO aus?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Aufnahme freier Zucker auf weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Für zusätzliche gesundheitliche Vorteile wird sogar eine Aufnahme von weniger als 5 Prozent empfohlen.
Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum kann unter anderem:
- das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöhen,
- eine übermäßige Gewichtszunahme begünstigen,
- langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes haben.
Unnötige Risiken lieber vermeiden
Es existieren Hinweise darauf, dass eine zuckerarme Ernährung während der Schwangerschaft gesundheitliche Vorteile für das Kind bietet. So zeigte eine große Studie, dass Kinder von Müttern mit einer insgesamt geringeren Zuckeraufnahme später seltener an Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erkrankten.
Leiden Schwangere bereits an Schwangerschaftsdiabetes oder besteht ein erhöhtes Risiko dafür, sollte der Verzehr von Honig mit dem behandelnden Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
Ist Honig in der Schwangerschaft gesünder als Zucker?
Honig wird häufig als gesündere Alternative zu Haushaltszucker angepriesen. Und tatsächlich enthält das Bienenprodukt neben verschiedenen Zuckerarten auch Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Enzyme.
| Inhaltsstoff | Vorkommen im Honig | Bedeutung |
|---|---|---|
| Fruchtzucker (Fructose) | ca. 34 bis 41 % | Liefert schnell Energie und sorgt für die Süße des Honigs. |
| Traubenzucker (Glucose) | ca. 28 bis 35 % | Dient ebenfalls als schneller Energielieferant und beeinflusst die Kristallisation des Honigs. |
| Wasser | ca. 15 bis 19 % | Trägt zur Haltbarkeit und Konsistenz des Honigs bei. |
| Enzyme | Nur in Spuren | Unterstützen u.a. die antibakteriellen Eigenschaften des Honigs. |
| Antioxidantien | In geringen Mengen | Schützen die Zellen vor oxidativem Stress. |
| Vitamine & Mineralstoffe | In geringen Mengen | Enthält unter anderem B-Vitamine, Vitamin C, Kalzium, Magnesium und Eisen -jedoch in sehr geringen Mengen. |
Die enthaltenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen sind gering und tragen nur wenig zu einer gesunden Nährstoffversorgung bei. Aufgrund seines hohen Zuckergehalts ist Honig deshalb ernährungsphysiologisch nicht wesentlich gesünder als Haushaltszucker.
Kann Honig bei Erkältungen in der Schwangerschaft helfen?
Viele Schwangere greifen bei einer Erkältung zunächst zu bewährten Hausmitteln. Das liegt vorrangig daran, dass manche Medikamente während der Schwangerschaft nur eingeschränkt geeignet sind. Honig zählt zu den beliebtesten natürlichen Mitteln gegen Husten und Halsschmerzen.
Worauf deuten wissenschaftliche Studien hin?
Studien deuten darauf hin, dass Honig die Hustenhäufigkeit und den Schweregrad von Husten verringern sowie Halsschmerzen lindern kann. Vermutlich bildet er einen beruhigenden Schutzfilm auf den gereizten Schleimhäuten im Hals und Rachen. Außerdem besitzt Honig antimikrobielle Eigenschaften. Die wissenschaftliche Studienlage in Bezug auf die Wirkung von Honig bei Erkältung ist jedoch nicht einheitlich, sodass weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Honig alleine reicht manchmal nicht
Fest steht: Als Hausmittel kann Honig einen Erkältungsinfekt zwar nicht heilen, die Beschwerden aber möglicherweise lindern. Er eignet sich beispielsweise zum Süßen von lauwarmem Tee oder warmer Milch. Halten die Beschwerden länger an, verschlimmern sie sich oder treten Fieber und Atemnot auf, sollten Schwangere immer ärztlichen Rat einholen.
Tipp: Mehr zum Thema Hustenstiller und welche ab wann für Kinder geeignet sind, erklärt unser Expertenbeitrag hier.
Worauf sollten Schwangere beim Kauf von Honig achten?
Honig ist auch in der Schwangerschaft grundsätzlich ein sicheres Lebensmittel. Wer Wert auf eine hohe Qualität legt, sollte beim Einkauf auf einige Punkte achten:
- Regionale Imker, Bio-Honig oder Produkte seriöser Hersteller bevorzugen.
- Auf eine möglichst klare Herkunftsangabe achten.
- Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten oder Honig aus unbekannten Online-Quellen.
Immer wieder berichten Medien über Fälle von mit Zuckersirup gestrecktem Honig. Solche Fälschungen sind für Verbraucher kaum zu erkennen. Nach Einschätzung von Experten ist Honig im deutschen Handel jedoch gut kontrolliert. Auch günstiger Supermarkthonig muss die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und darf weder mit Sirup gestreckt noch mit anderen Zutaten vermischt werden.
Ein verfälschter Honig stellt nach heutigem Kenntnisstand kein besonderes Gesundheitsrisiko für Schwangere dar. Das eigentliche Problem besteht darin, dass Verbraucher für ein minderwertiges Produkt bezahlen. Woran guter Honig erkennbar ist, erklärt das folgende Video:
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FAQ: Honig in der Schwangerschaft
Darf man Honig in heißem Tee trinken?
Ja, Schwangere dürfen Honig in Tee einrühren. Damit empfindliche Inhaltsstoffe wie Enzyme möglichst erhalten bleiben, sollte der Tee jedoch nicht mehr kochend heiß sein. Am besten den Honig erst in den leicht abgekühlten Tee geben.
Darf man Honig in der Stillzeit essen?
Ja, Honig darf auch während der Stillzeit bedenkenlos gegessen werden. Die Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum gehen nicht in die Muttermilch über und stellen deshalb für das gestillte Baby kein Risiko dar.
Ab wann darf man einem Baby Honig geben?
Kinder sollten erst nach dem 1. Geburtstag Honig (in Maßen) essen. Denn vorher ist ihr Verdauungssystem noch nicht vollständig entwickelt, sodass sich Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum im Darm vermehren und einen Säuglingsbotulismus auslösen können.
Tipp: Welche Möglichkeiten es gibt, wenn Babys oder Kinder nur nachts husten, erklärt folgender Beitrag hier.
Weitere Expertenbeiträge zu Lebensmitteln, Gewürzen und Inhaltsstoffen gesucht?
Folgendes ist unsere aktuelle Artikelauswahl:
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Fazit: Honig in der Schwangerschaft in Maßen genießen
Honig muss während der Schwangerschaft nicht vom Speiseplan gestrichen werden. Das Naturprodukt gilt nach heutigem Wissensstand weder als relevantes Risiko für Säuglingsbotulismus noch für eine Listeriose. Der eigentliche Grund für einen maßvollen Verzehr ist sein hoher Zuckergehalt.
Wer Honig gelegentlich zum Süßen von Tee, Joghurt oder Müsli verwendet und insgesamt auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann ihn auch während der Schwangerschaft bedenkenlos genießen. Für eine möglichst hohe Qualität empfiehlt es sich, Honig von vertrauenswürdigen Anbietern mit transparenter Herkunft zu wählen.
Quellen:
- ZDFheute, Wenn Fake-Honig als echter Honig durchgeht, https://www.zdfheute.de/wirtschaft/fake-honig-supermarkt-labor-test-sirup-china-100.html
- AOK, Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft: gesund für Mutter und Kind, https://www.aok.de/pk/magazin/familie/schwangerschaft/ernaehrung-in-der-schwangerschaft/
- WHO, Guideline: sugars intake for adults and children, https://www.who.int/publications/i/item/9789241549028
- Gracner, T. et al. Exposure to sugar rationing in the first 1000 days of life protected against chronic disease, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39480913/
- Pharmazeutische Zeitung, Honig – Bei Wunden top, bei Erkältung eher flop, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/bei-wunden-top-bei-erkaeltung-eher-flop-150911/
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Inhaltsstoffe von Honig, https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/inhaltsstoffe_von_honig.pdf
Das Titelbild ist der KI von Google Gemini generiert worden.



Seit mehr als 10 Jahren ist die Mutter und Bloggerin als Expertin für Familien- und Gesundheitsthemen aktiv und verfasst Fachartikel.