Darf man Eier in der Schwangerschaft essen?
Ja, Eier dürfen in der Schwangerschaft grundsätzlich gegessen werden. Sie liefern hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Nährstoffe wie Jod, Eisen, Zink, Vitamin D und verschiedene B-Vitamine. Diese unterstützen unter anderem die Entwicklung des ungeborenen Babys und tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei.
Entscheidend ist jedoch die Zubereitung. Während vollständig durchgegarte Eier in der Schwangerschaft unbedenklich sind, sollten rohe oder nicht vollständig gegarte Eier vermieden werden.
Wertvolle Nährstoffe in Eiern für eine gesunde Schwangerschaft
Die Nährwerte eines Hühnereis der Größe L (ca. 70 Gramm) im Überblick:
| Nährstoff | Menge pro Ei |
|---|---|
| Kalorien | ca. 96 kcal |
| Eiweiß | 8 bis 9 g |
| Fett | ca. 8 g |
| Kohlenhydrate | unter 1 g |
Weiterhin enthalten Eier zahlreiche Mikronährstoffe, die für die Entwicklung des Babys und die Gesundheit der werdenden Mutter wichtig sind:
- Eiweiß: Unterstützt das Wachstum des Babys sowie den Aufbau von Plazenta, Gebärmutter und mütterlichem Gewebe.
- Cholin: Einer der wichtigsten Nährstoffe im Ei. Cholin spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des ungeborenen Kindes und ist zudem an Zellteilung und Wachstum beteiligt.
- Folsäure: wichtig für die Zellteilung und die Entwicklung des Neuralrohrs, aus dem später Gehirn und Rückenmark entstehen.
- Vitamin B12: Unterstützt die Blutbildung und die Entwicklung des Nervensystems.
- Jod: Trägt zu einer normalen Entwicklung von Gehirn und Nerven des Babys bei.
- Vitamin D: wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen.
- Eisen: Unterstützt die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind.
- Vitamin A: Spielt eine Rolle bei der Entwicklung von Augen, Haut und Immunsystem des Babys.
Besonders bemerkenswert ist das hochwertige Eiweiß im Hühnerei. Es besitzt eine hohe biologische Wertigkeit, sodass der Körper es ausgezeichnet verwerten kann.
Gefahr durch Salmonellen in Eiern: Was Schwangere wissen müssen
Rohe oder nicht vollständig gegarte Eier können mit Salmonellen belastet sein. Dabei handelt es sich um Bakterien, die sowohl im Inneren des Eies als auch auf der Eierschale vorkommen.
Eine Infektion mit Salmonellen in der Schwangerschaft kann Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber verursachen. Häufig geht eine Salmonellen-Infektion mit einem hohen Flüssigkeitsverlust einher, was den Körper der Schwangeren stark belasten kann.
Schwere Verläufe sind selten. In Einzelfällen können Salmonellen jedoch Komplikationen in der Schwangerschaft verursachen. Dazu gehören schwere Infektionsverläufe, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordern. In sehr seltenen Fällen wurde zudem eine Übertragung der Bakterien auf das ungeborene Kind beschrieben.
Durch ausreichendes Erhitzen werden Salmonellen zuverlässig abgetötet. Hart gekochte Eier sowie vollständig durchgegarte Spiegeleier oder Rühreier gelten daher als sichere Wahl.
Da sich Salmonellen obendrein auf der Eierschale befinden können, sollten nach dem Kontakt mit rohen Eiern immer die Hände gründlich gewaschen und Arbeitsflächen sorgfältig gereinigt werden.
Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel in der Schwangerschaft?
Eier enthalten vergleichsweise viel Cholesterin. Ein Ei der Größe L liefert etwa 185 bis 200 Milligramm. Zum Vergleich: Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten, nicht mehr als 250 bis 300 Milligramm Cholesterin pro Tag aufzunehmen.
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Einflüsse auf den Cholesterinspiegel von Schwangeren
Das verunsichert viele Schwangere, zumal die Cholesterinwerte während der Schwangerschaft ohnehin ansteigen. Dieser Anstieg ist jedoch meist vollkommen normal. Der Körper benötigt zusätzliche Fette, um das ungeborene Baby zu versorgen und wichtige Hormone zu bilden. Deshalb steigen sowohl die Cholesterin- als auch die Triglyceridwerte während der Schwangerschaft natürlicherweise an.
Hinzu kommt, dass der Cholesterinspiegel im Blut nicht allein von einzelnen Lebensmitteln abhängt. Faktoren wie Bewegung, Körpergewicht, genetische Veranlagung und die allgemeine Ernährungsweise spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Cholesterin durch Eier in der Schwangerschaft: Keine falschen Sorgen machen
Für gesunde Schwangere besteht daher in der Regel kein Grund, wegen des Cholesteringehalts auf Eier zu verzichten. Viel wichtiger ist eine insgesamt ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und ausreichend Eiweiß.
Frauen mit Diabetes, Übergewicht oder bekannten Fettstoffwechselstörungen sollten ihre Blutfettwerte dagegen regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.
Gekochte Eier in der Schwangerschaft
Gekochte Eier dürfen in der Schwangerschaft im Normalfall gegessen werden. Entscheidend ist jedoch der Gargrad. Ein gekochtes Ei in der Schwangerschaft sollte vollständig durchgegart sein. Das bedeutet, dass sowohl das Eiweiß als auch das Eigelb fest sind.
Ein weich gekochtes Ei in der Schwangerschaft wird dagegen nicht empfohlen. Ist das Eigelb noch flüssig oder wachsweich, können Krankheitserreger im Ei unter Umständen überleben. Deswegen sollten Schwangere vorsichtshalber auf weich gekochte Eier verzichten.
Rührei in der Schwangerschaft
Rührei darf in der Schwangerschaft gegessen werden. Aber hier gilt ebenso: Es sollte vollständig durchgegart sein. Besonders cremiges oder noch leicht flüssiges Rührei sollten Schwangere sicherheitshalber meiden. Wer im Restaurant oder Café ein Rührei ordert und nicht mit dem Gargrad zufrieden ist, sollte es besser noch einmal in die Küche zurückgehen lassen. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Spiegeleier in der Schwangerschaft
Spiegeleier sind in der Schwangerschaft erlaubt, sofern Eigelb und Eiweiß vollständig gegart sind. Da das Eigelb bei Spiegeleiern häufig noch weich bleibt, empfiehlt es sich, das Ei beidseitig zu braten.
Wer Spiegeleier lieber mit flüssigem Eigelb isst, sollte während der Schwangerschaft besser darauf verzichten. Durchgebratene Spiegeleier können dagegen bedenkenlos auf dem Speiseplan stehen.
Pochierte Eier in der Schwangerschaft
Pochierte Eier gelten für viele als die edelste Art, ein Ei zuzubereiten. Sie komplettieren Avocado-Toast oder werden als Eggs Benedict serviert. Charakteristisch ist dabei stets das zarte Eiweiß, das einen meist noch weichen Kern umschließt.
Genau dieser flüssige Kern macht pochierte Eier in der Schwangerschaft jedoch problematisch. Da das Eigelb bei der klassischen Zubereitung nicht vollständig gart, sollten Schwangere darauf verzichten.
Pasteurisierte Eier in der Schwangerschaft
Pasteurisierte Eier wurden für kurze Zeit erhitzt, um mögliche Krankheitserreger abzutöten. Sie gelten daher als wesentlich sicherer als rohe Eier.
Besonders relevant sind pasteurisierte Eier in der Schwangerschaft bei Lebensmitteln, die traditionell mit rohem Ei zubereitet werden. Dazu zählen unter anderem Mayonnaise, Tiramisu, Mousse au Chocolat oder bestimmte Desserts.
Viele industriell hergestellte Produkte enthalten ebenfalls keine rohen, sondern pasteurisierte Eier. Dadurch sind sie in der Regel sicherer als selbstgemachte Varianten. Wer verunsichert ist, kann einen Blick auf die Zutatenliste werfen oder beim Hersteller nachfragen.
Diese Speisen mit Ei sollten Schwangere meiden
Rohe Eier verstecken sich oft in Lebensmitteln, bei denen viele Schwangere sie gar nicht vermuten. Während ein flüssiges Frühstücksei sofort als Risiko erkannt wird, fallen Desserts, Soßen oder Dressings schnell durchs Raster.
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Speisen geboten, weil sie normalerweise mit rohen Eiern hergestellt werden:
- Tiramisu
- Mousse au Chocolat
- Zabaione
- selbstgemachte Mayonnaise
- selbstgemachte Sauce Hollandaise
- Caesar-Dressing
- roher Kuchen- oder Plätzchenteig

Vor allem bei hausgemachten Speisen lässt sich nicht erkennen, ob rohe Eier enthalten sind oder nicht. Wer im Restaurant oder Café bestellt, sollte deshalb im Zweifel immer nachfragen.
FAQ: Eier in der Schwangerschaft
Im Folgenden beantworten wir kurz einige ergänzende Fragen zum Eikonsum.
Wie viele Eier darf man in der Schwangerschaft essen?
Für Schwangere gibt es keine spezielle Obergrenze für den Eierverzehr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen als Orientierungswert ein Ei pro Woche. Diese Empfehlung berücksichtigt jedoch nicht nur gesundheitliche Aspekte, sondern ebenso Nachhaltigkeitskriterien. Wichtig ist primär, Eier in der Schwangerschaft nur vollständig durchgegart zu verzehren.
Sind Bio-Eier in der Schwangerschaft sicherer?
Nein. Bio-Eier können ebenfalls mit Salmonellen belastet sein. Entscheidend sind daher die richtige Lagerung, Küchenhygiene und eine vollständige Garung.
Dürfen Schwangere gefärbte Eier aus dem Supermarkt essen?
Ja, grundsätzlich sind gefärbte Eier aus dem Supermarkt erlaubt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, färbt hart gekochte Eier jedoch selbst, da sich deren Frische besser beurteilen lässt.
Darf man als Schwangere Eier ausblasen?
Schwangere sollten Eier möglichst nicht selbst ausblasen, da sich Salmonellen auf der Schale befinden können.
Interesse an weiteren Fachbeiträge zu Lebensmitteln, Gewürzen und Inhaltsstoffen?
Dann am besten die folgenden Beiträge anschauen:
- Feta in der Schwangerschaft: erlaubt oder eine Gefahr?
- Honig in der Schwangerschaft: gesund oder gefährlich?
- Leberwurst in der Schwangerschaft: Erlaubt oder gefährlich?
- Mozzarella in der Schwangerschaft: erlaubt oder gefährlich?
- Kurkuma in der Schwangerschaft: erlaubt oder besser vermeiden?
- Joghurt in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?
- Große Übersicht: Ungeeignete Lebensmittel in der Schwangerschaft
Fazit: Dürfen Schwangere Eier essen?
Eier müssen während der Schwangerschaft glücklicherweise nicht vom Speiseplan gestrichen werden. Denn sie liefern viele wertvolle Nährstoffe, die Mutter und Baby in dieser besonderen Lebensphase benötigen. Entscheidend ist nicht das Ei selbst, sondern die Art und Weise, wie es zubereitet wird.
Wer auf durchgegarte Eierspeisen setzt und Gerichte mit potenziell rohem Ei meidet, kann Eier auch in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen. So lassen sich die ernährungsphysiologischen Vorteile nutzen, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Quellen:
- gesund.bund.de: Ernährung in der Schwangerschaft, https://gesund.bund.de/schwangerschaft-ernaehrung
- Bundeszentrum für Ernährung: Eier: Gesundheit und Umwelt, https://www.bzfe.de/kueche-und-alltag/vom-acker-bis-zum-teller/eier/eier-gesundheit-und-umwelt
- MotherToBaby | Fact Sheets. Brentwood (TN): Organization of Teratology Information Specialists (OTIS); 1994, Salmonella, Published online: March 2024, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK582942/
- The potential of a simple egg to improve maternal and child nutrition, Chessa K. Lutter et al., Matern Child Nutr., 2018 Oct;14 Suppl 3, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30332538/
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Auch zu Ostern Eier genießen, https://www.dge.de/presse/meldungen/2024/auch-zu-ostern-eier-geniessen/
- DocMedicus: Blutfette in der Schwangerschaft: Warum Cholesterin und Triglyceride ansteigen, https://www.gesundheits-lexikon.com/Schwangerschaft-Stillphase/Beschwerden/Blutfette-in-der-Schwangerschaft-Warum-Cholesterin-und-Triglyceride-ansteigen
- ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.: Gefährden Eier und Cholesterin das Herz? https://www.aponet.de/artikel/gefaehrden-eier-und-cholesterin-das-herz-23136
- Allianz: Cholesterin-Mythen. Wie schädlich sind cholesterinreiche Lebensmittel eigentlich? https://gesundheitswelt.allianz.de/gesundheit-ernaehrung/essen-trinken/cholesterin-mythen.html
Titelbild & Bild im Text erstellt per KI mit Google Gemini.



Seit mehr als 10 Jahren ist die Mutter und Bloggerin als Expertin für Familien- und Gesundheitsthemen aktiv und verfasst Fachartikel.