Worauf Schwangere beim Verzehr von Leberwurst achten sollten, erklärt dieser Beitrag.
Toxoplasmose & Listerien: Darf man Leberwurst in der Schwangerschaft essen?
Ja, grundsätzlich dürfen Schwangere Leberwurst essen. Allerdings kommt es auf die Menge und den Zeitpunkt der Schwangerschaft an.
Leberwurst gehört zu den Kochwürsten. Sie wird bei der Herstellung stark erhitzt und ist dadurch vollständig durchgegart. Im Gegensatz zu Rohwurst wie Teewurst besteht deshalb normalerweise kein Risiko einer Toxoplasmose-Infektion.
Die Gefahr von Listerien ist bei frischer, ungeöffneter Leberwurst ebenfalls deutlich geringer als bei Rohwurst. Nachdem die Verpackung allerdings angebrochen ist, können sich Listerien vermehren. Deshalb sollten Schwangere die Wurst stets gut gekühlt lagern, hygienisch entnehmen und innerhalb weniger Tage verbrauchen.
Vitamin A: Darum ist in der Schwangerschaft Leberwurst problematisch
Leberwurst gehört zwar zu den durchgegarten Wurstsorten, dennoch sollten Schwangere sie nur in Maßen verzehren. Der Grund liegt nicht in der Herstellung der Wurst, sondern in ihrem Leberanteil.
Leberwurst & Vitamin A: Das Basiswissen
Leber enthält besonders viel Vitamin A in Form von Retinol. Während dieses Vitamin für viele Körperfunktionen unverzichtbar ist, kann eine zu hohe Aufnahme in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby schaden.
Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen ist der Körper in der Lage, überschüssiges Vitamin A zu speichern. Deshalb kann eine dauerhaft zu hohe Aufnahme problematisch sein. Im Folgenden Video wird die Wirkung von Vitamin A genauer erklärt:
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Gut zu wissen: Leberwurst enthält zwar weniger Vitamin A als reine Leber, dennoch bleibt der Vitamin-A-Gehalt nach der Herstellung weitgehend erhalten. Das liegt daran, dass Vitamin A beim Erhitzen relativ stabil ist und während der Produktion kaum abgebaut wird.
Vitamin A kann dem ungeborenen Baby schaden
Vitamin A ist für den Körper unverzichtbar. Es unterstützt unter anderem:
- Wachstum von Zellen und Gewebe
- Entwicklung der Augen
- Gesundheit von Haut und Schleimhäuten
- Normale Funktion des Immunsystems
Deswegen ist während der Schwangerschaft eine ausreichende Versorgung wichtig. Entscheidend ist jedoch die richtige Art und Menge des Vitamins.
Vitamin A gibt es in Lebensmitteln in zwei Formen. Retinol ist die aktive Form und steckt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Leber, Leberwurst, Eigelb und Milchprodukten.
Beta-Carotin heißt die pflanzliche Vorstufe von Vitamin A und kommt beispielsweise in Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und Spinat vor. Der Körper wandelt Beta-Carotin nur bei Bedarf in Vitamin A um. Deshalb gilt es in der Schwangerschaft als unbedenklich.
Problematisch ist hauptsächlich eine zu hohe Aufnahme von Retinol. Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine Überversorgung das Risiko für Fehlbildungen des ungeborenen Kindes erhöhen. Vitamin-A-Präparate sollten während der Schwangerschaft ebenfalls nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
Leberwurst in der Schwangerschaft: Leber kann Umweltschadstoffe speichern
Nicht nur der hohe Vitamin-A-Gehalt spricht für einen zurückhaltenden Verzehr von leberhaltiger Streichwurst in der Schwangerschaft. Die Leber dient im Körper als Stoffwechselorgan und kann Schadstoffe aus der Umwelt anreichern. Dazu gehören unter anderem Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (PCB). Dabei handelt es sich um Schadstoffe aus der Umwelt, die über das Tierfutter in den Körper von Nutztieren gelangen und sich unter anderem in der Leber anreichern können.
Demzufolge empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Schwangeren, auf den Verzehr von Leber zu verzichten und leberhaltige Produkte wie Leberwurst nur zurückhaltend zu verzehren. So lässt sich die Aufnahme von zu viel Vitamin A und möglichen Umweltschadstoffen möglichst gering halten.
Schwangerschaft: Welche Nährstoffe enthält Leberwurst?
Leberwurst liefert nicht nur viel Vitamin A. Sie enthält außerdem hochwertiges Eiweiß sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Dazu gehören unter anderem mehrere B-Vitamine, die den Energiestoffwechsel unterstützen und zur normalen Blutbildung beitragen. Gleichzeitig enthält Leberwurst viel Fett und Salz. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Nährstoffe pro 100 Gramm feiner Leberwurst.
| Nährstoff | Menge pro 100g |
|---|---|
| Kalorien | 357 kcal |
| Eiweiß | 12,3 g |
| Fett | 33,2 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 12,1 g |
| Kohlenhydrate | 2,1 g |
| Salz | 1,9 g |
| Vitamin A | 4.050 µg |
| Vitamin B1 | 0,48 mg |
| Vitamin B2 | 1,01 mg |
| Folsäure | 40,8 µg |
| Vitamin B12 | 2,6 µg |
| Eisen | 5,9 mg |
Die Nährwerte können je nach Hersteller und Rezeptur stark variieren. Insbesondere der Vitamin-A-Gehalt hängt davon ab, wie viel Leber in der Wurst enthalten ist.
Wie viel Leberwurst darf man essen, wenn man schwanger ist?
Eine einheitliche, offizielle Empfehlung, wie viele Gramm Leberwurst Schwangere essen dürfen, existiert nicht. Das liegt unter anderem daran, dass der Vitamin-A-Gehalt bei den Produkten unterschiedlich ausfällt.
Wie sehen die Empfehlungen aus?
Grundsätzlich ist Vitamin A für die Entwicklung des ungeborenen Kindes unverzichtbar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren daher eine tägliche Zufuhr von 800 Mikrogramm Vitamin A (Retinolaktivitätsäquivalente, RAE). Entscheidend ist jedoch die richtige Form und Menge des Vitamins. Eine zu hohe Aufnahme von Retinol aus tierischen Lebensmitteln sollte möglichst verhindert werden.
Eben darum raten Fachgesellschaften und Behörden seit vielen Jahren dazu, während der Schwangerschaft auf Leber zu verzichten und leberhaltige Produkte wie Leberwurst nur zurückhaltend zu verzehren. Kleine Portionen gelten in der Regel als vertretbar, sollten jedoch nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
Besondere Vorsicht zu Beginn der Schwangerschaft
Besondere Vorsicht gilt im ersten Schwangerschaftsdrittel. In dieser Phase entwickeln sich die Organe des ungeborenen Kindes. Da eine Überversorgung mit Retinol das Risiko für Fehlbildungen erhöht, empfehlen Fachgesellschaften und Behörden, in den ersten Schwangerschaftsmonaten die Leberwurst möglichst vom Speiseplan zu streichen.
Wer unsicher ist oder regelmäßig Leberwurst isst, kann sich von seinem Frauenarzt oder einer Ernährungsfachkraft individuell beraten lassen.
Welche Leberwurst ist in der Schwangerschaft am besten geeignet?
Viele fragen sich, ob etwa Kalbsleberwurst in der Schwangerschaft besser geeignet ist, als Schweineleberwurst. Leider ist dem nicht so. Denn eine Leberwurst, die sich für Schwangere besonders gut eignet, gibt es nicht.
Alle leberhaltigen Wurstsorten besitzen Vitamin A in Form von Retinol, weswegen sie unabhängig von der Art nur gelegentlich verzehrt werden sollten.
Zu den gängigen Sorten gehören:
- Schweineleberwurst: Sie zählt zu den am häufigsten angebotenen Sorten und enthält in der Regel Schweineleber sowie Schweinefleisch und Speck.
- Rinderleberwurst: Diese wird überwiegend aus Rindfleisch und Rinderleber hergestellt.
- Geflügelleberwurst: Sie enthält Geflügelleber und Geflügelfleisch. Obwohl sie teilweise weniger Vitamin A enthalten kann als andere Sorten, liefert sie ebenfalls Retinol und sollte deshalb nur in kleinen Mengen gegessen werden.
- Kalbsleberwurst: Eine Kalbsleberwurst muss zwar überwiegend Kalbs- oder Jungrindleber enthalten, kann aber zusätzlich Schweineleber und Schweinefleisch enthalten. Welche Zutaten tatsächlich verarbeitet wurden, zeigt die Zutatenliste.
So essen Schwangere Leberwurst möglichst sicher
Leberwurst zählt zwar zu den durchgegarten Wurstsorten, dennoch sollten Schwangere beim Einkauf, der Lagerung und dem Verzehr einige Hygieneregeln beachten. So lässt sich das Risiko einer Vermehrung von Listerien möglichst gering halten.
- Kühl transportieren: Leberwurst am besten zum Schluss in den Einkaufswagen legen und gekühlt nach Hause transportieren.
- Richtig lagern: Streichwurst im Kühlschrank bei maximal 4 °C aufbewahren.
- Schnell verbrauchen: Innerhalb von zwei bis drei Tagen verzehren.
- Sauber arbeiten: Immer mit einem sauberen Messer schneiden, um eine Verunreinigung mit Keimen zu vermeiden.
- Frische Ware bevorzugen: Nur originalverpackte Ware kaufen oder sich Leberwurst direkt an der Frischetheke aufschneiden lassen.
Wenngleich das Listerienrisiko bei Leberwurst deutlich geringer ausfällt als bei Rohwurst, tragen diese einfachen Hygienemaßnahmen dazu bei, das Infektionsrisiko während der Schwangerschaft weiter zu minimieren.
Welche Alternativen gibt es zu Leberwurst?
Wer sicherheitshalber während der Schwangerschaft auf Leberwurst verzichten möchte, muss nicht ohne einen herzhaften Brotaufstrich auskommen. Es gibt zahlreiche Alternativen, die kein Retinol aus Leber enthalten und sich gut für eine ausgewogene Ernährung eignen.
Dazu gehören unter anderem:
- Vegetarische Brotaufstriche auf Basis von Linsen, Bohnen oder Gemüse.
- Hummus, der aus Kichererbsen hergestellt wird und pflanzliches Eiweiß sowie Ballaststoffe liefert.
- Frischkäse aus pasteurisierter Milch.
- Avocado, die unter anderem gesunde ungesättigte Fettsäuren und Folat enthält.
- Pflanzliche Leberwurst-Alternativen oder „vegane Leberwurst“, die den typischen Geschmack nachahmen, aber ohne tierische Leber auskommen.
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FAQ: Leberwurst in der Schwangerschaft
Im Folgenden beantworten wir noch zwei typische Fragen zum Leberwurstkonsum.
Darf man Leberwurst in der Stillzeit essen?
Ja, Leberwurst ist in der Stillzeit grundsätzlich erlaubt. Anders als in der Schwangerschaft besteht für das Baby kein erhöhtes Risiko durch den Vitamin-A-Gehalt der Leberwurst.
Welche Wurstwaren dürfen Schwangere essen?
Schwangere können prinzipiell alle durchgegarten Wurstwaren essen. Dazu gehören unter anderem Kochschinken, Mortadella, Fleischwurst, Bierschinken und Leberwurst. Auf Rohwurst wie Salami, Mett, Teewurst oder luftgetrockneten Rohschinken sollten Schwangere verzichten, da diese Krankheitserreger wie Toxoplasmen oder Listerien enthalten können.
Besteht Interesse an weiteren Fachbeiträge zu Lebensmitteln, Gewürzen und Inhaltsstoffen?
In diesem Fall sind die folgenden Beiträge sehr lesenswert:
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- Feta in der Schwangerschaft: erlaubt oder eine Gefahr?
- Honig in der Schwangerschaft: gesund oder gefährlich?
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- Kurkuma in der Schwangerschaft: erlaubt oder besser vermeiden?
- Mozzarella in der Schwangerschaft: erlaubt oder gefährlich?
- Große Übersicht: Ungeeignete Lebensmittel in der Schwangerschaft
Fazit: Leberwurst in der Schwangerschaft nur in Maßen genießen
Leberwurst ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten. Da sie jedoch relativ viel Retinol enthalten kann, sollten Schwangere sie nur gelegentlich und in kleinen Mengen essen. Insbesondere im ersten Trimester kann eine zu hohe Retinol-Aufnahme zu Fehlbildungen beim Baby führen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet in der Schwangerschaft auf Leberwurst.
Quellen:
- ÄrzteZeitung, Dioxine, Keine Leberwurst in der Schwangerschaft!, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Keine-Leberwurst-in-der-Schwangerschaft-305851.html
- Verbraucherzentrale, Empfehlungen für die Vitamin-Versorgung für gesunde Erwachsene, https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2024-08/empfehlungen_vitaminversorgung_barrierefrei.pdf
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwert: Vitamin A, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a/
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Risiken erkennen, Schwangere schützen: https://www.bfr.bund.de/ueber-uns/risikobewertung-durch-das-bfr/schwangere/
- geo.de Wissen: Leberwurst, fein: Diese Vitamine stecken drin, https://www.geo.de/wissen/ernaehrung/vitamin-lexikon/leberwurst-fein-diese-vitamine-stecken-drin-30177926.html
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Lebensmittel, Delikatess Leberwurst/Feine Leberwurst/Gutsleberwurst, Code: W310000, https://blsdb.de/food?foodId=38427&token=U7X5-M9DL-UYFS-FO3Q-42KF-6JGF-8A3U-L87F
- Lebensmittelklarheit.de, Kalbsleberwurst: Wie viel Kalbsleber ist wirklich drin? https://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/kalbsleberwurst-wie-viel-kalbsleber-ist-wirklich-drin
Titelbild erstellt per KI mit Google Gemini.



Seit mehr als 10 Jahren ist die Mutter und Bloggerin als Expertin für Familien- und Gesundheitsthemen aktiv und verfasst Fachartikel.