Kinderschuh Berater

Kinderschuhe – Qualität für die gesunde Entwicklung kleiner Füße

Die ersten Schuhe nehmen Einfluss auf die gesamte Entwicklung des kindlichen Bewegungsapparates. Doch viele Eltern orientieren sich beim Kauf eher an Faktoren wie Preis oder Optik, anstatt sich mit den besonderen Bedürfnissen von Kinderfüßen und der unterschiedlichen Beschaffenheit von Kinderschuhen gründlich auseinandersetzen. Aus diesem Grund klärt der folgende Ratgeber, wie Kinderschuhe sicher ausgewählt werden, worauf es wirklich ankommt und wie Mama und Papa die passende Größe finden.


1. Ab wann braucht ein Kind feste Schuhe?

Die ersten freien Schritte sind einer der ganz großen Meilensteine in der Entwicklung eines Babys zum Kleinkind. Viele Kinder wagen bereits kurz nach dem 1. Geburtstag die ersten Schritte – anfangs noch abgestützt an Möbeln oder den stolzen Eltern.

Bis etwa zum 18. Lebensmonat kann es dauern, bis ein Kind aufrecht und ohne Hilfe gehen kann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen die Füße zum ersten Mal das gesamte Körpergewicht tragen und ausbalancieren. Jedes Kind lernt diese Fähigkeiten in seiner eigenen Geschwindigkeit.

Erst, wenn Babys beginnen, frei außerhalb der eigenen vier Wände zu laufen, ist der Zeitpunkt für die ersten richtigen Kinderschuhe gekommen. Vorher genügen weiche Krabbelschuhe oder ABS-Socken, um die empfindlichen Füße zu schützen.

Das durchschnittliche Alter, in dem Kinder mit dem Laufen beginnen, spiegelt sich auch im Größenangebot der verschiedenen Schuh-Hersteller wider: Lauflernschuhe gibt es in der Regel bis Größe 24/25, Kinderschuhe oft erst ab Größe 26. Diese Grenze entspricht ungefähr der Schuhgröße eines Kindes ab dem zweiten Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt rennen, hüpfen und klettern viele Kinder bereits. Erfahrene Eltern raten deswegen dazu, spätestens ab dem 24. Lebensmonat die ersten Kinderschuhe im Haus zu haben.

Barfußlaufen für eine gesunde Entwicklung

Kleine Kinder wollen ihre Welt mit dem ganzen Körper erkunden – gerade in den ersten Lebensjahren sollten Eltern deshalb nicht darauf bestehen, dass die Kleinen ihre Kinderschuhe auch in der Wohnung anbehalten. In der sicheren häuslichen Umgebung kann sogar auf Socken verzichtet werden, denn Barfußlaufen stimuliert die vielen feinen Nervenenden in der Fußsohle.

Dies wiederum trägt zur Entwicklung des Gehirns bei, denn dort werden durch die Stimulation neuronale Verbindungen geschlossen. Häufiges Barfußlaufen unterstützt außerdem die Durchblutung und stärkt das Immunsystem.


2. Kinderschuhe und ihr Einfluss auf die Entwicklung von Kindern

Während 98 % aller Babys mit gesunden Füßen zur Welt kommen, kann heutzutage nur noch etwa ein Drittel der Erwachsenen Füße ohne Fehlstellungen vorweisen. Die möglichen gesundheitlichen Spätfolgen von zu engen, zu kleinen oder zu großen Schuhen in der Kindheit sind immens:

  • Senk-, Spreiz- und Plattfüße
  • Knie- und Hüftschäden
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Haltungsschäden
  • Verformungen der Wirbelsäule

Der Fuß ist ein technisches Meisterwerk der Natur: Mit 28 Knochen und zahlreichen Gelenken, Muskeln und Bändern wird das Körpergewicht auf vergleichsweise kleiner Fläche geschickt fortbewegt und ausbalanciert. Die Fußmuskulatur und die Knochenstruktur beeinflussen wiederum die gesamte Körperhaltung. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Entwicklung der Füße untrennbar mit der gesamten Körperentwicklung verbunden ist. Um auf gesunden Füßen durchs Leben zu kommen, sind hochwertige Kinderschuhe in der richtigen Größe also unerlässlich.

Zeitweilige Fehlstellungen sind normal

Säuglinge und kleine Kinder besitzen in ihrem Fußskelett noch kein ausgebildetes Längs- und Quergewölbe. Daher ist es völlig normal, dass Kinder in den ersten drei Lebensjahren Plattfüße haben. Erst nach und nach werden beim Laufen die Fettpölsterchen des Babyspecks durch Muskulatur ersetzt und der Fuß richtet sich langsam auf. Deshalb haben Kinderschuhe auch noch kein Fußbett.

Bis zum Schuleintritt dauert es in der Regel, bis das Fußgewölbe vollständig ausgebildet ist und sich die Beinachsen gerade eingestellt haben. Bewegungsmangel, Übergewicht und nicht zuletzt die falsche Größe der Kinderschuhe können jedoch dazu führen, dass sich eine zeitweilige Fußfehlstellung im Kleinkindalter etabliert, die auch die weitere Entwicklung der Füße beeinträchtigt, sodass die Fehlstellung permanent erhalten bleibt.


3. Unterschiedliche Varianten von Kinderschuhen

Im Bereich der Kinderschuhe gibt es heutzutage eine riesige Auswahl, die sich nicht vor dem Sortiment für Erwachsene verstecken muss. Eine gute, kindgerechte Passform und eine ansprechende Optik schließen sich dabei nicht aus. Um für den Besuch bei den Großeltern genauso gerüstet zu sein wie für einen heißen Tag im Stadtpark, werden Kinderschuhe außerdem in verschiedenen Formen und Typen angeboten:

Krabbelschuhe

Sobald der Nachwuchs beginnt, sich krabbelnd fortzubewegen, bieten Krabbelschuhe mehr Schutz als Socken, sind jedoch noch nicht so fest wie andere Kinderschuhe. Sie schützen vor allem die empfindlichen Zehen vor Kanten an Möbeln und halten sie warm. Zu diesem Typ Schuhe zählen auch atmungsaktive und wärmende Lederpuschen, die es in vielen Farben und Designs gibt und die auch von größeren Kindern noch als Hausschuhe verwendet werden können.


Lauflernschuhe

Beim Laufen außerhalb der Wohnung braucht der Fuß mehr Halt und muss vor Gefahren auf dem Boden wie Glasscherben oder Dornen geschützt werden. Lauflernschuhe sind besonders flexibel und weich, um die wachsende Fußmuskulatur nicht einzuschränken. Eine vorne hochgezogene Sohle verringert die Abnutzung der Schuhkappe der Kinderschuhe beim Krabbeln oder beim Fahren mit dem Rutschauto, unterstützt das korrekte Abrollverhalten und schützt das Kind davor, sich schmerzhaft die Zehen anzustoßen.


Kindersandalen

Im Sommer freuen sich auch Kinder über mehr Luft an den Füßen. Hochgeschlossene Kinderschuhe würden in der heißen Jahreszeit nur zu unangenehmen Schweißfüßen führen. Durch Klettverschlüsse passen sich Sandalen auch breiteren Füßen sanft an, ohne einzuschnüren. Sandalen für Laufanfänger haben außerdem oft noch eine Zehenkappe, um die empfindlichen Füße vor Verletzungen und in die Schuhe eindringenden Schmutz zu schützen.


Halbschuhe

Wie ein normaler Straßenschuh für Erwachsene, nur kleiner, leichter und generell an die Bedürfnisse von Kindern angepasst. Diese Schuhe sollten erst angezogen werden, wenn das Kind bereits selbstständig aufrecht gehen kann – dann bieten sie hervorragenden Schutz zu allen Seiten und ein Profil, das für sicheren Halt sorgt.


Kinderhausschuhe

Hausschuhe aus Wolle oder Filz wärmen zuhause oder in der Kita die Füße. Beim Spielen sorgt ihre dünne, rutschhemmenden Sohle für ausreichend Halt und dank Klettverschlüssen sind sie leicht an- und ausgezogen. Kinder, die noch nicht laufen können, können Hausschuhe auch im Kinderwagen anziehen – dann schützen sie in erster Linie vor Kälte und sehen schick aus, weswegen sie von vielen Eltern als "Ausfahrschuhe" bezeichnet werden.


Kinderstiefel

Stiefel sind bereits für Laufanfänger eine tolle Ergänzung zum normalen Schuh. Winterschuhe und -stiefel sind durch ein extra Innenfutter, wie zum Beispiel Lammfell, Fleece oder Baumwolle sehr warm. Durch wasserdichte und atmungsaktive Materialien schützen im Winter vor Kälte, Schnee und Nässe. Somit bleiben die Füße der Kinder trocken und warm ohne zu Schwitzen.


Kindergummistiefel

Insbesondere mit Gummistiefeln darf durch Matsch und Pfützen gesprungen werden, ohne, dass die Füße nass werden oder frieren. Für verregnete Tage und Ausflüge über matschige Waldwege sind diese Kinderschuhe fester Bestandteil jeder guten Kinderausstattung.


Kindersportschuhe

Beim Kinderturnen und beim Vereinssport müssen Turnschuhe getragen werden. Sie geben dem Kind bei schwungvolleren Bewegungen mehr Halt und sind gerade für ältere Kinder ein unverzichtbarer Bestandteil der Garderobe. Hier ist es ratsam, sich vorher bei den Vereinen zu erkundigen, welche Schuhe erlaubt sind. Oft dürfen nur helle Sohlen getragen werden, um das Abfärben auf dem empfindlichen Hallenboden zu verhindern.


Gerade Halbschuhe und Stiefel für ältere Kinder, aber auch einige Lauflernschuhe, haben schon Schnürsenkel, während andere Modelle mit Klettverschlüssen geschlossen werden.

Kindergartenkinder haben großen Spaß daran, sich ihre Schuhe selbstständig an- und auszuziehen. Was für einen Erwachsenen Alltag ist, kann in jungen Jahren das Selbstbewusstsein stärken. Mit Klettverschlüssen gelingt das An- und Ausziehen auch den Kleinsten im Handumdrehen.

Kinderschuhe mit Schnürsenkeln zu binden ist der nächste große Schritt für das Selbstbewusstsein: Etwa ab dem vierten Lebensjahr können Eltern mit ihrem Nachwuchs üben, eine Schleife zu binden. Hat das Kind den Dreh einmal raus, sollten Schuhe mit Klettverschluss schrittweise weniger häufig verwendet werden. So hat das Kind einen Anreiz, diese wichtige Fertigkeit weiterhin zu üben und seine Feinmotorik zu schulen.

Kinderschuhe werden auch mit unterschiedlichen Motiven auf dem linken und rechten Schuh angeboten. Das sieht nicht nur gut aus, sondern erleichtern Kindern auch die selbstständige Unterscheidung von Links und Rechts.


4. Auf welche Eigenschaften sollten Eltern beim Kauf achten?

Das Angebot an modischen Schuhen für Mädchen und Jungen ist enorm gewachsen. Da kann es für Eltern schwierig werden, einen guten Kinderschuh auf Anhieb zu erkennen. Marken wie Superfit, Sterntaler oder Primigi stehen zwar für Qualität und Erfahrung, doch wenn Kinder eigene Vorlieben oder Anforderungen haben, muss jeder Schuh dennoch genau betrachtet werden. So ist für manche Kinder ein schwerer Kinderschuh kein Problem, andere behindert er jedoch beim Laufen.

Mama und Papa sollten sich bei der Auswahl der passenden Kinderschuhe also nach den Fähigkeiten und Vorlieben ihres Kindes richten, dabei aber gleichzeitig auf einige wichtige Punkte achten:

  1. Material:
    Für zarte Kinderfüße eignen sich am besten Kinderschuhe aus Leder, Veloursleder oder atmungsaktiven Kunstmembranen wie GoreTex. Diese Obermaterialien sind robust genug, um gegen Stöße zu schützen, dabei aber auch weich genug, um dem Fuß ausreichend Raum zur Entfaltung zu bieten und so schmerzhafte Druck- und Scheuerstellen oder Blasen zu vermeiden. Bei geschlossenen Schuhen sollten Eltern auf die Herstellerangabe zur Atmungsaktivität achten. So gibt es beim Tragen keine Schweißfüße.
  2. Flexibilität:
    Kinderschuhe müssen weich und biegsam sein, um die wachsende Muskulatur nicht zu hemmen und alle Bewegungen zuzulassen. Oft wird behauptet, dass Kinderschuhe knöchelhoch sein sollten, um die Gelenke zu stützen und ein Umknicken zu vermeiden. Das ist allerdings nicht richtig, denn die Gelenke sollen sich durch den Muskelaufbau beim ungestützten Laufen überhaupt erst stärken.
  3. Sohle:
    Bei aller Flexibilität müssen Kinderschuhe auch Halt und Sicherheit geben. Deswegen sollte die Sohle dick genug sein, um die Füße vor spitzen Gegenständen und Kälte zu schützen. Eine Sohle mit Profil gibt auf rutschigen Böden Halt. Außerdem haben gute Kinderschuhe eine fest vernähte Sohle, durch die kein Wasser eindringen kann.
  4. Gewicht:
    Um den natürlichen Bewegungsfluss nicht zu behindern, sollten Kinderschuhe leicht sein. Gerade Laufanfängern macht ein hohes Gewicht zu schaffen, denn sie lernen nicht, die Füße richtig abzurollen und stolpern dadurch viel. Lauflernschuhe aus Leder wiegen je nach Größe etwa 180 bis 220 g.
    Eltern können sich an diesem Gewicht orientieren, sollten aber jederzeit auf das Laufverhalten der Kleinen achten und gegebenenfalls ein neues Paar leichtere Kinderschuhe kaufen. Kinder, die bereits Klettern oder Rutschen, profitieren außerdem von weniger klobigen Schuhen, mit denen sie weniger leicht hängenbleiben.
  5. Einlegesohlen und Polster:
    Kinderschuhe brauchen keine speziellen Sohlen oder Polster, denn der Schuh soll sich locker an den Fuß anschmiegen können. Aus demselben Grund besitzen die meisten Kinderschuhe kein Fußbett. Als Ausnahme gelten Ledereinlegesohlen, um Schweißfüße zu vermeiden, sowie Thermosohlen und Gummistiefelinnenschuhe für den Winter.
    Dabei müssen Eltern allerdings beachten, dass diese den Platz im Schuh verkleinern. Die Größe muss dann entsprechend nachkontrolliert beziehungsweise beim Kauf entsprechend ausgewählt werden.

Kinderschuhe sollten aus Hygienegründen täglich ausgelüftet werden. Am besten sollten Mama und Papa zwei Paare kaufen, damit das Kind diese im Wechsel tragen kann. Gereinigt werden können Kinderschuhe meist nur per Hand, da ihr Material in der Waschmaschine brüchig wird und einläuft. Erfahrene Eltern raten auch deshalb, immer mindestens ein Paar Schuhe zum Wechseln zur Hand zu haben.


5. Gibt es Zertifikate oder Qualitätsgarantien für Kinderschuhe?

Leider können sich Eltern beim Kauf von Kinderschuhen nicht auf Zertifikate oder Qualitätssiegel verlassen, denn es gibt nur wenige, die auch auf Kinderschuhe angewendet werden:

  • Das CE-Kennzeichen ist eine Bescheinigung des Herstellers, dass bei der Produktion alle europäischen Richtlinien – insbesondere zu Schadstoffen – eingehalten wurden. Alle in der EU in Umlauf gebrachten Kinderschuhe müssen über dieses Kennzeichen verfügen.
  • Der Blaue Engel wird vom Deutschen Umweltministerium vergeben und beinhaltet vor allem strenge Richtlinien zu Schadstoffen, beispielsweise in Farben von textilem Obermaterial.
  • Der OEKO-TEX Standard 100 ist ein international anerkannter Standard zur Vermeidung von Schadstoffen in Textilien, der auch Chemikalien wie beispielsweise Pestizide umfasst, die in Kinderschuhen nicht durch Gesetze geregelt werden.

6. Schuhgrößen einfach daheim ermitteln

Kinder können noch nicht zuverlässig mitteilen, ob ein Schuh zu groß oder zu klein ist. Durch das schnelle Fußwachstum müssen Kinderschuhe in einigen Fällen außerdem häufiger neu gekauft werden als nur nach einem Saisonwechsel.

Wie das Kind wächst, wachsen auch die Füße

Alle drei bis vier Monate sollten Mama und Papa deshalb die Füße ihrer Kinder zu Hause nachmessen, bei Kindern unter drei Jahren sogar alle acht Wochen. Vor allem, wenn das Kind gerade einen deutlichen Schub nach oben macht, können Eltern davon ausgehen, dass die Füße ebenfalls gewachsen sind und die aktuellen Kinderschuhe nun zu klein geworden sind.

Das Nachmessen sollte auch beim Kauf von Hausschuhen nicht vergessen werden, denn diese werden oft länger und häufiger getragen als andere Kinderschuhe.

Das eigenständige Messen ist vor allem deshalb wichtig, da nicht selten je nach Hersteller und Herkunftsort unterschiedliche Fußlängen unterschiedlichen Schuhgrößen zugeordnet sind. Für in der EU angebotene Kinderschuhe wird typischerweise die EU-Schuhgröße angegeben, die mit der in Deutschland gebräuchlichen Schuhgröße übereinstimmt:

Alter des Kindes (zur groben Orientierung)

Fußlänge in cm

EU/DE Schuhgröße

9 - 12 Monate 12,3 - 12,9 20
12 - 15 Monate 13,0 - 13,6 21
15 - 18 Monate 13,7 - 14,2 22
18 - 21 Monate 14,3 - 14,8 23
21 - 24 Monate 14,9 - 15,4 24
2 Jahre 15,5 - 16,1 25
2 - 3 Jahre 16,2 - 16,7 26
3 - 4 Jahre 16,8 - 17,3 27
5 Jahre 17,4 - 18,0 28
6 Jahre 18,1 - 18,6 29
7 Jahre 18,7 - 19,3 30
8 Jahre 19,4 - 20,0 31

Um die richtige Schuhgröße zu finden, wird zur gemessenen Fußlänge immer auch noch die sogenannte Schub- und Zuwachslänge hinzugerechnet. Die Schublänge bestimmt den Platz, den der Fuß beim Abrollen benötigt, während die Zuwachslänge Platz für das Fußwachstum garantiert. Für Kinderschuhe beträgt dieser Spielraum insgesamt 12 mm. Erst ab Größe 31 erhöht er sich auf 15 mm, was etwas der Größe eines 1-Cent-Stücks entspricht.

Neben der Länge ist die Breite ein wichtiger Faktor: vor allem jüngere Kinder haben eher breite Füße und einen hohen Spann. Viele Hersteller bieten ihre Kinderschuhe deshalb in drei verschiedenen Weiten (schmal, mittel, weit) an. Mit welchen Maßen diese Standard-Weiten definiert wurden, kann den Herstellerangaben entnommen werden.

Beim Ausmessen der Füße müssen Mama und Papa lediglich vier wichtige Tipps beachten:

  1. Füße sind oft unterschiedlich groß. Die Messung muss also immer beide Füße betreffen.
  2. Die beste Zeit zum Anprobieren ist der späte Nachmittag, wenn der Fuß eingelaufen ist.
  3. Fuß und Zehen sollten entspannt sein, um in maximaler Länge gemessen zu werden.
  4. Gemessen wird immer im Stehen, da die Füße dann am stärksten vom Körpergewicht plattgedrückt werden.

Bei vielen Kinderschuhen lassen sich die Innensohlen herausnehmen. Besitz ein Kind bereits ein paar Schuhe, können Mama und Papa so leicht herausfinden, ob die Schuhe noch passen oder für das nächste Paar eine andere Größe gewählt werden sollte.

Kinderschuhe sind kein gutes Erbe

Da Kinderfüße schnell wachsen, werden Kinderschuhe zu einem eher kostspieligen Vergnügen. Dennoch gilt: Getragene Kinderschuhe sollten nicht an jüngere Kinder weitergereicht werden – auch nicht als Spielschuhe. Von außen machen Kinderschuhe zwar oft einen guten Eindruck, von innen hat sich hingegen längst die individuelle Fußform des Vorgängers eingeprägt. Solche Schuhe führen beim zweiten Träger schnell zu schmerzhaften Druckstellen und begünstigen Fehlstellungen.


7. Die ideale Schuhgröße mit dem Weiten-Maß-System (WMS) bestimmen

Schlecht passende Kinderschuhe sind nachweislich einer der Hauptgründe für spätere Fehlstellungen der Füße. Eltern, die sicher gehen möchten, dass die Schuhe ihrer Kinder weder zu lang, noch zu kurz, zu eng oder zu weit sind, setzen deswegen auf WMS-zertifizierte Schuhe.

Das Größensystem des Deutschen Schuhinstituts (DSI) ist nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern wurde in den 40 Jahren seines Bestehens auch immer wieder durch Expertengremien an neueste orthopädische Erkenntnisse angepasst. Dadurch profitieren Mama, Papa und natürlich auch die Kleinen von mehreren Vorteilen:

  • WMS-Schuhgrößen sind genormt. So kommt es nicht vor, dass dieselbe Schuhgröße je nach Hersteller unterschiedliche Maße aufweist.
  • WMS-Schuhgrößen bieten ausreichend Schub- und Zuwachslänge für Kinderschuhe, ohne zu viel Spielraum zu lassen.
  • WMS-Schuhgrößen beachten neben der Länge der Füße auch deren Breite. Die Unterteilung der Breite in „weit“, „mittel“ und „schmal“ ist aus orthopädischer Sicht enorm wichtig, um den Füßen optimalen Halt zu geben, sie aber andererseits auch nicht einzuengen.

Entscheiden sich Mama und Papa für Schuhe im Weiten-Maß-System, sollten sie zunächst die Größe der Kinderfüße durch Fachpersonal bestimmen lassen. Viele Kinderärzte bieten die Messung sowie die Bestimmung der dazu passenden WMS-Größe in ihren Praxen an und Hersteller wie Superfit stellen die entsprechend zertifizierten Kinderschuhe zur Verfügung.


8. Die Checkliste für Kinderschuhe

  • Kinderschuhe – wann und warum?
    • Richtige Schuhe werden erst gebraucht, wenn das Kind selbstständig läuft.
    • Der Zeitpunkt ist individuell, im Durchschnitt laufen Kinder mit 12 bis 18 Monaten ohne Hilfe.
    • Zu kleine oder zu große Kinderschuhe verursachen gesundheitliche Spätfolgen, u.a. Fußschäden, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Wirbelsäulenverformungen.
    • Kurzzeitige Fehlstellungen wie Plattfüße sind normal und entwickeln sich bei ausreichender Bewegung von allein zurück.
    • Die Fußentwicklung beeinflusst die gesamte Körperentwicklung. Falsches Schuhwerk, Bewegungsmangel und Übergewicht etablieren frühkindliche Fehlstellungen.
  • Modelle
    • Krabbelschuh:
      Ab dem Krabbelalter; Schützen vor Kanten und Kälte; noch sehr weich
    • Lauflernschuh:
      Für Laufanfänger gedacht; flexibel und weich im Vergleich zu geschlossenen Schuhen für ältere Kinder; schränken die Fußmuskulatur weniger ein; Hochgezogene Sohlenspitze verringert Abnutzung beim Krabbeln, erleichtert das Abrollen und schützt die Zehen
    • Sandale:
      Für heiße Tage; Klettverschlüsse für guten Tragekomfort; weich; Zehenkappe verhindert Verletzungen und schützt vor eindringendem Schmutz
    • Halbschuh:
      Normale Straßenschuhe; für Kinder, die schon aufrecht gehen; zum Schutz zu allen Seiten geschlossen; profilierte Sohle
    • Stiefel und Gummistiefel:
      Für Läufer und Laufanfänger; für matschiges und feuchtes Gelände
    • Sportschuh:
      Bietet besseren Halt bei schwungvollen Bewegungen; für sportliche Aktivitäten wie Kinderturnen oder Vereinssport; Beschaffenheit der Sohle beachten und eventuell beim Verein nachfragen, welche Sohlen erlaubt sind
    • Hausschuh ("Ausfahrschuh"):
      Weich; aus Wolle oder Filz; rutschhemmende Sohle; Klettverschlüsse zum leichten An- und Ausziehen

    Klettverschluss:

    Klettverschlüsse lassen insbesondere junge Kinder die Schuhe eigenständig an- und ausziehen – Stärkung des Selbstbewusstseins

    Schnürsenkel:

    Erfordern die Fähigkeit, eine Schlaufe zu binden; kann etwa ab dem vierten Lebensjahr erlernt werden; Von Klettverschluss auf Schnürsenkel umsteigen, um einen Lernanreiz zur Schulung der Koordinationsfähigkeit zu geben

    Unterschiedliche Motive auf beiden Schuhen:

    Unterschiedliche Motive können das Erlernen von rechts und links begünstigen

  • Merkmale guter Kinderschuhe

    Generell:

    Auf Markennamen achten, aber auch die Vorlieben und Fähigkeiten der Kinder berücksichtigen

    Material:

    Leder, Veloursleder oder atmungsaktive Kunstmembran wie GoreTex schützen vor Stößen und sind dennoch weich; Herstellerangabe zur Atmungsaktivität beachten

    Flexibilität:

    Kinderschuhe müssen weich und biegsam sein; Schuhe, die nicht knöchelhoch sind, fördern den Muskelaufbau und bieten Flexibilität in der Bewegung

    Sohle:

    Muss dick sein, um gegen spitze Steine, Kälte etc. zu schützen; Profilsohle sorgt für guten Halt; fest vernähte Sohle verhindert das Eindringen von Wasser

    Gewicht:

    Kinderschuhe müssen leicht sein, um den natürlichen Bewegungsfluss nicht zu behindern; Füße müssen natürlich abrollen können; etwa 180 bis 220 g für Lederschuhe als Richtwert; auf Laufverhalten des Kindes achten; weniger klobige Schuhe erleichtern komplexe Bewegungen wie Klettern

    Einlagen und Polster:

    Sind für Kinder unnötig; Selbst ein Fußbett ist bei Kinderschuhen normalerweise nicht vorhanden; Ausnahme: Ledereinlegesohlen oder Thermosohlen – bei der Auswahl der Schuhgröße berücksichtigen

  • Zertifikate und Qualitätsgarantien

    CE-Kennzeichen:

    Europaweite Hersteller-Garantie; Einhaltung aller Richtlinien der Europäischen Union

    Blauer Engel:

    Vom Umweltministerium; Strenge Richtlinien zu Schadstoffen

    OEKO-TEX Standard 100:

    International anerkanntes Siegel; Strenge Richtlinien zu Schadstoffen; Beachtet auch Schadstoffe, die durch regionale Gesetze nicht reguliert werden

  • Schuhgröße bestimmen
    • Regelmäßige Kontrolle der Fußlänge – alle acht Wochen bei Kindern unter 3 Jahren, darüber alle drei bis vier Monate. Zum Messen: Beide Füße nachmittags beim entspannten Stehen messen.
    • Kann die Innensohle bereits vorhandener Schuhe herausgenommen werden, können Eltern so feststellen, ob für das nächste Paar eine andere Größe gewählt werden sollte.
    • Nach dem Messen 12 mm zur Fußlänge als Schub- und Zuwachslänge hinzurechnen. Ab Größe 31 15 mm.
    • EU-Schuhgröße mit gemessener Fußlänge abgleichen.
    • Breitenmaße können je nach Hersteller unterschiedlich sein – Herstellerangabe beachten.
    • Kinderschuhe nehmen die Fußform des Besitzers an – deswegen sollte man sie nicht an jüngere Geschwister weitervererben.
    • WMS-System: Kinderschuhe, die nach dem Weiten-Maß-System zertifiziert wurden, bieten die ideale Länge und Breite und sind Hersteller-unabhängig genormt, erfordern jedoch eine Fußvermessung durch Fachpersonal

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