Schwangerschaft nach Krebserkrankung
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Schwangerschaft nach Krebserkrankung

Eine Schwangerschaft nach einer Krebserkrankung gestaltet sich schwieriger als bei gesunden Frauen - Eine Krebserkrankung ist für jede Frau ein Albtraum. Junge Frauen mit einem Kinderwunsch werden von der plötzlichen Diagnose besonders hart getroffen. Dabei ist es heute nicht mehr ausgeschlossen, dass Frauen nach einer Krebserkrankung schwanger werden können.

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von Dr. Verena Breitenbach
Mi, 04/22/2015 - 14:34 Tue, 12/19/2017 - 08:27

Schwanger werden, aber wie?

Mit den steigenden Heilungschancen einer Krebserkrankung erhöht sich für junge Frauen prinzipiell auch die Chance, schwanger zu werden. Ob sie auf natürlichem Weg schwanger werden oder mithilfe künstlicher Befruchtung hängt immer von der individuellen Erkrankung ab. Eine Schwangerschaft nach einer Krebserkrankung gestaltet sich immer schwieriger als bei gesunden Frauen, da die Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie den Körper stark schwächt und gesunde Körperzellen sowie für die Fortpflanzung wichtige Organe angreifen kann.

Außerdem kann durch bestimmte Medikamente die Fruchtbarkeit eingeschränkt werden: Wie stark die Zellen geschädigt werden, hängt dabei von der jeweiligen Dosis des Krebs-Medikamentes ab. Neben aggressiven Medikamenten und deren Dosierung hat auch das Alter der Frau negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit: Je älter die Patientinnen sind, desto höher ist das Risiko, durch eine Chemotherapie unfruchtbar zu werden. Der Grund: Mit steigendem Alter nimmt die Zahl der Eizellen ab, durch die Chemotherapie werden sie zusätzlich verringert.

Methoden, um die Fruchtbarkeit nach einer Krebserkrankung zu erhalten

  • Eizellen einfrieren: Um die Fruchtbarkeit der Frau zu erhalten, können vor Beginn der aggressiven Krebstherapie befruchtete Eizellen eingefroren werden. Die Chance liegt bei bis zu 50 Prozent, dass Frauen nach erfolgreicher Krebsbehandlung später schwanger werden können. Frauen, die keinen Partner haben, können auch unbefruchtete Eizellen einfrieren lassen, um sie später eventuell künstlich befruchten zu lassen. Der Nachteil: Bei beiden Methoden ist eine begleitende Hormontherapie notwendig, um gesunde Eizellen entnehmen zu können. Diese Hormontherapie dauert in der Regel zwei Wochen. In dieser Zeit darf keine aggressive Krebstherapie erfolgen. Die Ärzte müssen von Fall zu Fall entscheiden, ob die Chemo- oder Strahlentherapie so lange hinausgezögert werden kann.
  • Eierstockgewebe einfrieren: Wenn keine Zeit für eine Hormontherapie bleibt und mit der Krebsbehandlung sofort begonnen werden muss, kann Eierstockgewebe inklusive unreifer Eizellen eingefroren werden. Zu einem späteren Zeitpunkt nach Abschluss der Krebsbehandlung kann das Gewebe wieder in den Eierstock verpflanzt werden. Je jünger die Frauen zum Zeitpunkt der Entnahme sind, desto größer sind die Chancen einer erfolgreichen Übertragung des Gewebes.
  • Anti-Hormone verabreichen: Um die Eizellen nicht zu schädigen, können die Eierstöcke während der Krebstherapie in eine Art Tiefschlaf versetzt bzw. ruhiggestellt werden. Durch die Gabe von Anti-Hormonen können die Eizellen in den Eierstöcken erst gar nicht heranreifen und werden deshalb auch nicht geschädigt.
  • Eierstöcke verlegen: Um die Eierstöcke vor der aggressiven Bestrahlung zum Beispiel im Beckenbereich zu schützen, können sie operativ verlegt werden. Nach Beendigung der Strahlentherapie werden die Eierstöcke wieder zurückverlegt. Allerdings besteht bei dieser Methode die Gefahr, dass beim Eingriff die Eileiter durchtrennt werden können.

Schwangerschaft nach Krebserkrankung: Der richtige Zeitpunkt

Um das Risiko eines Rückfalls und möglicher Fehlgeburten so niedrig wie möglich zu halten, wird Frauen empfohlen, erst zwei Jahre nach Beendigung der Krebstherapie schwanger zu werden. Frauen benötigen diese Zeit aber auch, um ihre schwere Erkrankung körperlich wie seelisch zu bewältigen. Gut zu wissen: Waren sich Mediziner früher noch einig, dass eine Schwangerschaft das Risiko eines Rückfalls der Krebserkrankung erhöht, wurde diese Meinung mittlerweile revidiert.

Grundsätzlich gilt: Frauen, die an Krebs erkrankt sind und sich ein Kind wünschen, sollten sich bereits vor der Therapie von Fachärzten wie Gynäkologen und Onkologen beraten lassen, ob ihre Fruchtbarkeit durch die Behandlung beeinträchtigt wird. Durch die Wahl des Medikaments und die Dosierung sowie mögliche Maßnahmen, wie das Einfrieren von Eizellen kann versucht werden, die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Seit 2006 gibt es das Netzwerk "Fertiprotekt", das Krebspatientinnen mit einem Kinderwunsch vor und nach einer Strahlen- oder Chemotherapie berät. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss aus Kliniken und Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und befasst sich mit der Erhaltung der Fruchtbarkeit nach einer Krebstherapie.

Stillen nach Brustkrebs

Viele Frauen machen sich Sorgen, ob sie ihr Baby nach einer Brustkrebserkrankung stillen können. Die gute Nachricht: Frauen dürfen nach Beendigung der Therapie grundsätzlich stillen, ohne eine Folgeerkrankung oder ein gesundheitliches Risiko für ihr Baby befürchten zu müssen.

Aufgrund des positiven Effekts, den das Stillen auf Mutter und Kind hat, sollten Frauen nach einer Brustkrebserkrankung sogar dazu ermutigt werden. Ob eine Frau tatsächlich stillen kann, hängt jedoch immer von individuellen Umständen wie zum Beispiel der Art der Operation und der Menge des entfernten Gewebes ab. Die Milchbildung und die Milchabgabe kann an der operierten Brust beeinträchtigt sein.

Fazit
Frauen können nach einer Krebserkrankung schwanger werden
Chemo- und Strahlentherapie sowie Medikamente können negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben
Eine natürliche Schwangerschaft ist möglich
Nach dem Ende der Therapie sollten Frauen zwei Jahre warten, bis sie schwanger werden
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Fruchtbarkeit zu erhalten
Stillen ist nach einer abgeschlossenen Brustkrebs-Therapie grundsätzlich möglich
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Auch das Thema social freezing spielt dabei immer mehr eine Rolle.
  • Eventuell kann begleitend eine Psychotherapie begonnen werden.
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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