Wochenfluss
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Hebammengeprüft

Wochenfluss

Hygiene ist in der Zeit des Wochenflusses besonders wichtig! 

Ina Ilmer - Hebamme & Mutter
von Ina Ilmer
Hebamme & Mutter
Di, 05/13/2014 - 10:47 Fri, 04/17/2020 - 09:18

Der Wochenfluss

Bei der Geburt hinterlässt die Ablösung der Plazenta eine Wunde in der Gebärmutterwand. Als Wochenfluss wird das Wundsekret bezeichnet, dass nach der Geburt langsam vom Körper ausgeschieden wird.

Restliches Plazentagewebe, Blut und Schleim werden wie bei der Menstruation über den Körper nach und nach oder auch schubweise abgegeben. Bis die Wunde vollständig verheilt ist kann es 4 bis 6 Wochen dauern.

Der Ausfluss verfärbt sich in den ersten Wochen von hellrot zu braun und wechselt ab der dritten Woche ins Gelbliche. Mit einer weißlichen Farbe ebbt der Wochenfluss nach etwa vier Wochen langsam ab.

Begünstigt wird der Wochenfluss durch die Kontraktionen der Gebärmutter. Und auch das Stillen hat einen positiven Effekt: Durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin wird die Gebärmutter angeregt, sich zusammenzuziehen.

Der Wochenfluss tritt übrigens auch bei Frauen auf, die mit einem Kaiserschnitt entbunden haben. Häufig ist er bei ihnen nicht ganz so stark, wie bei einer Frau mit einer spontanen Geburt.

Wochenfluss: Die richtige Hygiene

Viele Frauen empfinden den Wochenfluss gerade am Anfang als äußerst unangenehm, da große Mengen Blut austreten können und auch der Geruch sehr intensiv ist. Um Verklumpungen zu lösen und Keime wegzuspülen, ist Hygiene in dieser Zeit besonders wichtig.

Um die Scheide sanft zu reinigen, sind Spülungen mit lauwarmen klarem Wasser über einem Bidet ideal. Bewährt hat sich aber auch das Spülen mit warmem Wasser aus einer befüllten Plastikflasche über der Toilette.

Duschgels und andere Pflegeprodukte sollten nicht verwendet werden, um die Haut nicht unnötig zu reizen. Um Infektionen vorzubeugen, sollten in dieser Zeit keine Tampons benutzt werden.

Hebammen empfehlen sogenannte Vorlagen, die Frauen in den ersten Tagen im Krankenhaus erhalten oder Binden. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie sich vor und nach dem Wechseln der Binden sorgfältig die Hände waschen.

Wenn sich der Ausfluss staut

Da im Wundsekret auch Keime enthalten sind, sollten Sie darauf achten, dass sich der Wochenfluss nicht staut. Wenn der Ausfluss länger als einen halben Tag ins Stocken gerät, können Sie zu Hause mit sanften Massagen oder einem warmen Sitzbad mit Kochsalz den Fluss wieder anregen.

Sollten jedoch Anzeichen wie zum Beispiel ein unangenehmer Geruch, Kopfschmerzen, Fieber und Schmerzen im Unterbauch hinzukommen, kontaktieren Sie Ihre Hebamme oder suchen Sie einen Arzt auf.

Lange und sehr hartnäckig hielt sich übrigens die Annahme, dass der Wochenfluss einer Frau hoch infektiös sei. Dem ist nach heutigem Wissen nicht mehr so. In dem Ausfluss sind nicht mehr Keime enthalten als bei einer Menstruation. Hinweis: Trotzdem solle der Wochenfluss nicht mit der Brust in Kontakt kommen, da die Keime Brustentzündungen verursachen können.

Wochenfluss und Sex

Eine Frage, die sich junge Eltern immer wieder stellen: Ab wann dürfen wir wieder miteinander schlafen? Bereits während des Wochenflusses ist aus medizinischer Sicht nichts gegen Sex einzuwenden. Mediziner raten jedoch dazu, dass ein Kondom benutzt werden sollte, um Infektionen bei der Frau vorzubeugen.

Der Grund: Nach der Geburt sind in der Vagina noch kleine Wunden und Risse vorhanden, die langsam verheilen.

Hebammen raten genau aus diesem Grund anfangs häufig zur Enthaltsamkeit, damit der Körper genügend Zeit hat, um sich von der Geburt zu erholen. Letztlich müssen jedoch die Paare für sich selbst entscheiden, ob sie sich für die körperliche Liebe schon bereit fühlen.

Fazit

  • Der Wochenfluss ist ein Wundsekret bestehend aus Plazentagewebe, Blut und Schleim
  • Der Ausfluss dauert 4 bis 6 Wochen
  • Auch Frauen mit Kaiserschnitt haben einen Wochenfluss
  • Hygiene ist in dieser Zeit besonders wichtig
  • Ein Wochenflussstau äußert sich durch Kopfschmerzen, Schmerzen im Unterbauch und Fieber
  • Sex ist aus medizinischer Sicht erlaubt

© Ana Blazic Pavlovic - Fotolia.com

Tipps von Hebamme Ina Ilmer
  • Achten sie auf weiche Binden ohne Plastikfolie und Kern, um die Wundheilung einer evtl. Geburtsverletzung nicht zu gefährden.
  • Zur Anregung des Wochenfluss achten sie im Wochenbett immer auf warme Füße und nehmen sie regelmäßig nach dem Stillen die Bauchlage ein- das regt den Fluss an und schützt sie vor einem Stau.
  • Außerdem prima sind spezielle Rückbildungstees mit Hirtentäschel und Frauenmantel oder auch ein anregendes Senfmehlfußbad. Fragen Sie hierzu ihre Hebamme um Rat.
  • wenn noch Fäden der Geburtsverletzung vorhanden sind empfehle ich, mit dem Geschlechtsverkehr zu warten bis diese entfernt werden oder sich von selber aufgelöst haben. Die Knötchen können eine unangenehme Reibung verursachen.
  • Außerdem empfehle ich beim Sex in der Stillzeit immer ein geeignetes kondomverträgliches Gleitmittel zu verwenden, da die Schleimhaut der stillenden Frau hormonell etwas trockener ist.
  • Den Damm nichtbelastende Stellungen sind nach der Geburt zu bevorzugen z. B Kissen unter das Gesäß legen.
Hebammengeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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