Verstopfung bei Babys und Kleinkindern
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Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

Eine sanfte Massage und warme Bäder können helfen - Eine Verstopfung ist unangenehm, oft lässt sich die Stuhlkonsistenz aber mit einfachen Mitteln normalisieren. Auch vorbeugend können Sie einiges tun, um Ihrem Kind das damit einhergehende Druckgefühl und Schmerzen zu ersparen.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mi, 07/16/2014 - 07:50 Fri, 05/31/2019 - 15:41

Obstipation - mögliche Ursachen

Statistisch neigen Babys, die gestillt werden, weniger zu Verstopfung als solche, die Ersatznahrung bekommen. Das liegt darin begründet, dass Muttermilch in der Regel besser verdaulich ist. Wird dieSäuglingsnahrung falsch zubereitet oder zu kalkhaltiges Wasser verwendet, kann das den Stuhl verhärten.

Eine weitere mögliche Ursache liegt in einer Umstellung der Ernährung, beispielsweise wenn der erste Brei gefüttert wird. Gelegentlich kommt es vor, dass bestimmte Inhalte der Nahrung nicht vertragen werden oder dass die Einführung noch zu früh ist.

Neben ernährungsbedingter Obstipation sind psychische Ursachen möglich: Spannungen in der Familie, ein Umzug, die ersten Tage im Kindergarten und andere Stressfaktoren können die Verdauung beeinflussen.

Sobald Ihr Kind trocken wird und auf die Windel verzichtet, kann es durch die Umstellung kurzfristig zur Verstopfung kommen.

Einige Kinder halten den Stuhlgang zurück, weil sie mit Spielen beschäftigt sind oder keine fremde Toilette benutzen möchten. Das kann ebenfalls eine Obstipation auslösen.

Leidet Ihr Kind aufgrund einer Verstopfung unter Schmerzen, kann es Angst vor dem Toilettengang entwickeln - ein weiterer möglicher Grund, dass die Darmentleerung vermieden wird. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen, denn beim nächsten Mal stellen sich aufgrund dessen erneut Schmerzen ein.

Leidet Ihr Kind häufig oder dauerhaft unter Verstopfung, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine körperliche Ursache auszuschließen. So kann zum Beispiel Diabetes Mellitus, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Darmverengung verantwortlich sein.

Symptome

Babys und Kleinkinder können ihre Probleme noch nicht artikulieren. Es liegt dann in Ihrer Verantwortung, eine Verstopfung festzustellen. Das ist nicht immer ganz einfach.

In den ersten Lebenswochen sollte sich der Darm mehrmals am Tag entleeren, später werden die Abstände größer. Bleibt die Windel dann mal einen oder zwei Tage leer, ist das nicht unbedingt Hinweis auf eine Verstopfung: Entleert sich die Blase regelmäßig und es gibt keine weiteren Anzeichen, müssen Sie sich noch keine Gedanken machen.

Ein deutlicher Hinweis ist harter, trockener Stuhl. Tückischerweise kann aber auch eine eher schleimige Konsistenz Hinweis auf eine Verstopfung sein: Verbleibt der harte Stuhl zu lange im Darm, kann er durch Vergärung weicher werden.

Andere mögliche Symptome sind Blähungen oder blutiger Stuhl, wobei dieser auch durch eine andere Erkrankung ausgelöst werden kann.

Bemerken Sie bei Ihrem Kind einen verhärteten Bauch, lässt das eine Verstopfung vermuten. Ein Baby äußert damit einhergehende Schmerzen möglicherweise, indem es die Beine in Richtung Bauch anzieht und weint. Gelegentlich stellt sich Appetitlosigkeit ein.

Maßnahmen

Es ist nicht notwendig, bei jeder Verstopfung gleich einen Arzt aufzusuchen. Geben Sie Ihrem Kind zwischen den Mahlzeiten viel zu trinken, geeignet sind Wasser und ungesüßter Tee. Bekommt es bereits Brei, kann etwas Keimöl, Kleie oder Leinsamen zugegeben werden.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Trauben, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen sind hilfreich, um die Darmtätigkeit anzuregen. Je nach Alter des Kindes können diese püriert und der Nahrung beigegeben werden.Vermeiden sollten Sie hingegen stopfende Lebensmittel wie Banane, kakaohaltige Produkte oder Reis.

Eine sanfte Massage und Wärme wirken sich ebenfalls anregend auf die Darmtätigkeit aus. Beides hilft außerdem, den Bauch zu entkrampfen, Schmerzen können so gelindert werden: Gönnen Sie Ihrem Kind zum Beispiel ein warmes Bad und streichen Sie anschließend mit etwas Bäuchleinöl kreisend im Uhrzeigersinn über den Bauch.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Kind auf den Rücken zu legen und mit den Beinen nach oben kreisende Bewegungen wie beim Fahrrad fahren auszuführen. Ältere Kinder können Sie zur Bewegung animieren, um die Verdauung anzuregen.

Gehen Sie gemeinsam raus auf einen langen Spaziergang oder lassen Sie es nach Herzenslust herumtoben.

Neben ballaststoffreichen Nahrungsmitteln, Kleie, Keimöl und viel Flüssigkeit hat sich bei Verstopfung Milchzucker bewährt. Diesen erhalten Sie in der Apotheke, er sollte jedoch sorgfältig dosiert werden.Milchzucker kann flüssiger und fester Nahrung beigegeben werden, zu viel führt allerdings schnell zu Durchfall. Erkundigen Sie sich daher vorab nach der geeigneten Menge.

Wann einen Arzt aufsuchen?

Ob ein Arztbesuch notwendig ist, richtet sich nach dem Schweregrad der Verstopfung. Dauert diese mehrere Tage an oder leidet Ihr Kind unter stärkeren Schmerzen, ist medizinische Hilfe angesagt.

Ein Arzt kann entsprechende Medikamente verschreiben, häufig werden diese in Form von Zäpfchen verabreicht. Außerdem kann er anhand der Symptome und eventueller weiterer Informationen eher Rückschlüsse auf die mögliche Ursache ziehen als ein Laie.

Begleitend zu den ärztlicherseits verordneten können Sie selbstverständlich obige Maßnahmen ergreifen, um Ihrem Kind zu helfen.

Der Verstopfung vorbeugen

Sinnvolle vorbeugende Maßnahmen sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung. Auf dem Speiseplan sollten vorzugsweise ballaststoffreiche Nahrungsmittel und ungesüßte Getränke stehen.

Sobald Ihr Kind auf das Töpfchen oder die Toilette geht, können Sie es regelmäßig ermuntern, diese aufzusuchen. So lässt sich unter Umständen vermeiden, dass es den Stuhl - bewusst oder unbewusst - zurückhält und es dadurch zu einer Obstipation kommt.

Hat Ihr Kind bereits aufgrund von Schmerzen eine Art Trauma entwickelt und hält den Stuhl deshalb zurück, setzen Sie es nicht unter Druck. Psychischer Stress verstärkt die Problematik eher noch.

Ihr Kind muss die Angst vor dem Toilettengang wieder verlieren, positive Erlebnisse können dazu beitragen.

Machen Sie den Aufenthalt im Badezimmer zu einem Vergnügen: Singen Sie gemeinsam, denken Sie sich lustige Geschichten aus oder lesen Sie etwas Spannendes vor.

Das macht Spaß, lenkt ab und entspannt. Vielleicht entleert sich der Darm unterdessen ganz ohne Schmerzen, zumindest aber kann die negative Assoziation abgeschwächt werden.

Fazit
Eine Obstipation ist bei Babys und Kleinkindern nicht selten. Unabhängig von der Ursache und einer eventuellen ärztlichen Behandlung können Sie zur Linderung und Vorbeugung beitragen:
ballaststoffreiche Ernährung
viel Flüssigkeit
viel Bewegung
zum Toilettengang ermutigen
Einfühlsamkeit in Stresssituationen
Tipps von Hebamme Christina Altmann
  • Bei Kleinkindern wirkt der Sud von über Nacht in Wasser eingelegten Pflaumen oft noch besser als die Pflaume selbst, um die Verstopfung zu lösen.
  • Windelfrei aufwachsende Kinder haben in aller Regel keine Probleme mit Verstopfung – vielleicht wäre dies (auch in Teilzeit) etwas für Sie?

Video zum Thema Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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