Blinddarmentzündung beim Kind
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Blinddarmentzündung beim Kind

Eine Operation ist immer notwendig - Bauchschmerzen sind bei Kindern keine Seltenheit: Vielleicht haben sie etwas Falsches gegessen oder Sorgen und Ängste drücken ihnen auf den Bauch. Hinter Bauchschmerzen kann sich aber auch eine Blinddarmentzündung verbergen...

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mi, 07/29/2015 - 17:25 Tue, 11/07/2017 - 17:17

Was genau ist eigentlich eine Blinddarmentzündung?

Bei einer Blinddarmentzündung, auch Appendizitis genannt, handelt es sich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes, der sich am Blinddarm befindet. Zu den häufigsten Ursachen gehört ein Verschluss des Wurmfortsatzes mit Kotsteinen, ein Darminfekt oder ein Abknicken des Wurmfortsatzes. Seltener können auch Fremdkörper wie zum Beispiel Obstkerne, ein Wurmbefall oder Tumore eine Blinddarmentzündung auslösen.

Eine Blinddarmentzündung kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig sind allerdings Kinder zwischen 5 und 12 Jahren betroffen. Das Gefährliche an einer Blinddarmentzündung: Wird sie zu spät oder gar nicht erkannt, kann es zu einem Blinddarmdurchbruch kommen.

Stuhlgang und Bakterien gelangen dann in den Bauchraum und können eine lebensgefährliche Entzündung des Bauchfells auslösen. Besonders tückisch: Je jünger die Kinder sind, desto untypischer sind bei ihnen die Symptome. Das Risiko eines Blinddarmdurchbruchs ist bei kleinen Kindern deshalb besonders hoch.

Anzeichen einer Blinddarmentzündung

Eine Entzündung des Blinddarms ist gerade bei Kindern nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihr Kind über anhaltende, krampfartige Bauchschmerzen klagt. Typisch für eine Blinddarmentzündung sind Schmerzen im Oberbauch, die nach einiger Zeit in den rechten Unterbauch wandern können sowie eine hohe Berührungsempfindlichkeit.

Aber auch Fieber, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen können erste Anzeichen sein. In vielen Fällen verstärken sich die Schmerzen beim Gehen und auch ein Hüpfen auf dem rechten Bein ist nicht möglich. Wenn die Bauchschmerzen länger als drei Stunden anhalten, sollten Eltern unbedingt ins Krankenhaus fahren, da ein lebensgefährlicher Blinddarmdurchbruch drohen kann. In diesem Fall muss das Kind sofort operiert werden.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung tastet der Arzt zunächst den Bauch des kleinen Patienten ab, misst die Körpertemperatur und untersucht das Blut auf erhöhte Entzündungswerte. Außerdem kann anhand einer Ultraschalluntersuchung der Blinddarm genauer unter die Lupe genommen und eine mögliche Entzündung erkannt werden. Zusätzlich kann der Arzt mit dem Finger vorsichtig den Enddarm des Kindes abtasten.

Die einzige Therapie: Operation

Wurde beim Kind eine Blinddarmentzündung diagnostiziert, muss der entzündete Wurmfortsatz möglichst zeitnah operativ entfernt werden. Nur so kann ein gefährlicher Durchbruch verhindert werden. Es gibt zwei operative Methoden unter Vollnarkose, die bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Anwendung finden: In etwa 70 Prozent der Fälle wird der Wurmfortsatz mit einer operativen Bauchspiegelung, der sogenannten Schlüssellochmethode, entfernt.

Mittels drei kleiner Schnitte wird eine Sonde in den Bauchraum eingeführt und der Wurmfortsatz vom Blinddarm abgetrennt. Der Vorteil dieser minimalinvasiven Methode: Sie ist für die kleinen Patienten schonender und es bleibt keine sichtbare Narbe zurück. Aber auch die konventionelle Methode, der Bauchschnitt, wird bei einer Blinddarm-OP angewandt. Bei dieser offenen Operation wird der Wurmfortsatz durch einen bis zu vier Zentimeter langen Schnitt im Unterbauch entfernt.

Auch wenn es sich bei einer Blinddarm-Operation mittlerweile um einen Routineeingriff handelt, ist sie wie jede andere Operation auch mit Risiken verbunden. In seltenen Fällen können Komplikationen wie zum Beispiel Blutungen nach der OP auftreten. Grundsätzlich wird der Eingriff jedoch von Kindern gut vertragen und sie sind schnell wieder fit. In der Regel können sie nach drei bis sieben Tagen das Krankenhaus verlassen.

© Tanja - Fotolia.com

Fazit
Bei einer Blinddarmentzündung ist der Wurmfortsatz entzündet
Ursachen: Verschluss oder Infektion des Wurmfortsatzes
Typische Symptome: Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber
Bei einer Entzündung ist eine Operation immer notwendig
Ein Durchbruch kann für das Kind lebensgefährlich sein
Zwei gängige Operations-Methoden: Offener Bauchschnitt und Schlüssellochmethode
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