Meditation für Kinder
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Meditation für Kinder

Meditation, Achtsamkeit und Yoga. Zwar sind uns diese Konzepte auch im Westen schon seit Langem bekannt, in hektischen Zeiten wie heute aber mehr denn je gefragt. Denn nicht nur die buddhistischen Mönche, sondern auch moderne Wissenschaftler kennen mittlerweile die wohltuenden Wirkungen dieser spirituellen Rituale, von denen sowohl Erwachsene als auch Kinder profitieren.

Nadine Langhard
von Nadine Langhard
Ergotherapeutin
Mi, 05/02/2018 - 11:35 Mon, 05/07/2018 - 07:58

Positive Auswirkungen der Meditation

Regelmäßiges Meditieren soll Stress abbauen, zu höherer Konzentrationsfähigkeit führen und dem Praktizierenden helfen, gelassener mit dem täglichen Auf und Ab des Lebens umzugehen. Denn wer meditiert, kann angeblich zuerst reflektieren, anstatt sofort zu reagieren und so wird manche Entscheidung aus einem entspannteren Zustand heraus getroffen. Auch die kognitive Leistungsfähigkeit, besonders das logische Denken, ist bei Langzeit-Meditierenden angeblich besser als bei Nicht-Meditierenden. Doch werden dem Meditieren nicht nur positive geistige Effekte nachgesagt. Wer meditiert, profitiert auch körperlich davon. Verbesserte Schlafqualität, niedrigerer Blutdruck und ein gestärktes Immunsystem sind nur einige der wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile.

Ist Meditation auch für Kinder geeignet?

Es stellt sich die Frage, ob wir das Meditieren erst im Erwachsenenalter erlernen können, oder ob auch Kinder profitieren.

Schon junge Kinder haben Ängste, machen sich Sorgen, erleben Konflikte und Druck und wissen nicht immer, wie sie am besten mit Situationen und Gefühlen umgehen können. Auch die Reizüberflutung durch Medien kann sich belastend auf Kinder auswirken und Stress hervorrufen.

Gespräche mit den Eltern, die die Ängste und Sorgen ihrer Kinder erkennen und akzeptieren, helfen bei der Bewältigung. Regelmäßige und altersgerechte Meditationsübungen können diese Bemühungen aber noch unterstützen. Denn hierbei lernen die Kinder, sich bewusst zu entspannen, Pausen einzulegen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich von ihren Gedanken etwas zu distanzieren. Üben sie regelmäßig, entsteht bald eine ruhigere Grundstimmung und Gelassenheit. Auf lange Sicht wird die Widerstandsfähigkeit / Belastbarkeit und das Selbstbewusstsein gestärkt und viele Lebenssituationen können besser gemeistert werden.

Meditieren ist für Kinder kinderleicht

In der Ruhe und ganz bei uns selbst zu sein, müssen wir uns als Erwachsene oft erst mühsam antrainieren, wohingegen es bei Kindern meist noch ein natürlicher Zustand ist. Beobachtet man ein Kind beim Spielen, so stellt man fest, dass es oft ganz bei der Sache und nicht leicht ablenkbar ist. Erwachsene beschäftigen sich im Gegensatz dazu gedanklich oft mit Situationen der Vergangenheit oder potentiellen Zukunftsszenarien, wobei ihnen die sogenannte Achtsamkeit (das bewusste Im-Moment-Sein) abhanden kommt.

Man kann also davon ausgehen, dass Kindern Achtsamkeits- und Meditationsübungen leichter fallen und sie diese mit Anleitung ihrer Eltern oder in einer Meditationsgruppe für Kinder ohne Probleme lernen können.

Und wie meditiert man mit Kindern?

Denkt man an Meditation, kommt einem vielleicht ein buddhistischer Mönch im Schneidersitz und die Silbe ’Om’ in den Kopf. Diese Art der Sitzmeditation ist zwar bei Meditierenden recht beliebt, besonders für jüngere Kinder allerdings gar nicht geeignet. Meditieren kann man aber glücklicherweise auf viele Arten.

Für kleinere Kinder gilt der Leitsatz: ‘Je konkreter, desto besser’. Es ist hilfreich, konkrete Gegenstände in die Meditation einzubeziehen. So können Sie zum Beispiel mit Ihrem Kind eine Muschel oder ein Blatt anschauen und es anleiten, diesen Gegenstand ganz genau und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Fragen wie ‘Wie fühlt sich das an?’, ‘Wie riecht das?’, ‘Welches Geräusch macht es?’ regen das Interesse und die Konzentrationsfähigkeit zusätzlich an.

Fällt es Ihrem Kind schwer, längere Zeit still zu sitzen, können Sie zum Beispiel auch während eines Spazierganges meditative beziehungsweise achtsame Übungen machen. Halten Sie doch einfach mal zwischendurch an und fragen: ‘Was siehst du?’, ‘Was hörst du?’ oder ‘Was riechst du?’. Alternativ können Sie die Aufmerksamkeit auch auf den Körper lenken: ‘Fühlst du, wie deine Arme schwingen beim Gehen?’, ‘Kannst du die kühle Luft auf deiner Haut spüren?’, ‘Wie fühlt es sich an, wenn wir in Zeitlupe gehen oder kräftig auf den Boden stampfen?’

Phantasiereisen eignen sich sowohl für kleine als auch für große Kinder. Es gibt sie auf CD oder Sie erfinden einfach selbst eine Geschichte. Das Wichtige an einer Phantasiereise ist, dass das Thema der Reise Ihr Kind interessiert und in seinen Bann zieht. Sie sollte positiv sein und in einer entspannten und heiteren Atmosphäre stattfinden. So werden angenehme Gefühle erzeugt und es kann sich ein allgemeines Wohlbefinden einstellen.

Klang ist ebenfalls ein gutes Medium, um Kindern die Meditation zu erleichtern. Eine geeignete Übung wäre zum Beispiel, mit Ihrem Kind langsam im Raum umherzugehen und beim Klang eines Gongs oder einer Triangel stehenzubleiben, die Augen zu schließen und zu versuchen, dem Klang bis ganz zum Ende zuzuhören.

Bei älteren Kindern eignen sich auch meditative Atemübungen, die dabei helfen sollen, Stress abzubauen, innere Ruhe zu finden und sich gezielt zu konzentrieren. So kann man zum Beispiel damit beginnen, an einer imaginären Blume zu riechen und imaginäre Kerzen auszublasen. Oder Ihr Kind legt die Hände auf den Bauch und beobachtet, wie er sich mit jedem Atemzug auf- und abwärts bewegt. In einer anderen Übung sitzt Ihr Kind aufrecht und zählt im Stillen seine Atemzüge (Einatmen - 1, Ausatmen - 1, Einatmen - 2, Ausatmen - 2 usw...bis 10 und dann wieder von vorne).

Für weitere Anregungen und Ideen stehen sowohl eine Vielzahl von Büchern (zum Beispiel: ‘Stillsitzen wie ein Frosch’; ‘Du bist nie allein - Meditationen und Fantasiereisen, die Kinderseelen stark machen’; ‘Mit Kindern wachsen: die Praxis der Achtsamkeit in der Familie’) als auch verschiedene Internetseiten zur Verfügung. Dort werden praktische Meditationsübungen für Kinder verschiedenen Alters dargestellt und erklärt.

Meditationsgruppen für Kinder werden immer beliebter und bieten sich vor allem für die Älteren an. Die Motivation und der Spaßfaktor in einer Gruppe ist mit Gleichaltrigen oft größer.

Fazit
Regelmäßiges Meditieren tut gut und kann die Lebensqualität verbessern.
Nicht nur Erwachsene können meditieren lernen und davon profitieren, auch Kindern helfen Meditationsübungen.
Um Kindern das Meditieren beizubringen, ist es wichtig, altersgerechte Übungen zu finden, die Spaß machen und das Kind nicht überfordern. Den Möglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt.
terapisti testato

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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