Wie verändern Kinder die Beziehung?
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Wie verändern Kinder die Beziehung?

Kinder: eine Herausforderung für die Liebesbeziehung - Es ist der Traum vieler Paare, eine eigene Familie mit ein, zwei oder mehr Kindern zu gründen. Studien zeigen jedoch, dass jede fünfte Ehe nach der Geburt eines Kindes zu scheitern droht.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Fr, 12/06/2013 - 19:22 Thu, 11/23/2017 - 15:09

Woran liegt das und welche Rolle spielt dabei der Familienzuwachs?

Eine Langzeitstudie mit über 170 Paaren, durchgeführt von der LBS, zeigt, dass sich die Beziehung nach der Geburt eines Kindes definitiv ändert. Ob zugunsten der Paarbeziehung oder nicht, das liegt laut Paarpsychologen an der Art und Qualität der Beziehung.

Vor der Geburt ist nicht nach der Geburt

Bereits die Schwangerschaft erfordert von einigen Paaren eine Umstellung ihrer bisherigen Lebensgewohnheiten. Diese Veränderung verstärkt sich nach einer Geburt. Das wird allerdings von den frisch gebackenen Eltern in der ersten Zeit mit Baby gern in Kauf genommen. Kurze Nächte und ein veränderter Tagesablauf stellen für die meisten Eltern kein Problem dar. Laut der LBS Studie ist es die veränderte Rollen- und Aufgabenteilung, die sich negativ auf eine Beziehung auswirken kann.

Etwa 80 Prozent der Frauen und Männer sind gemäß der LBS Erhebungen vor der Geburt berufstätig und haben ein weitestgehend gleichberechtigtes Leben hinsichtlich des Familieneinkommens und der Aufgabenverteilung geführt. Mit dem ersten Kind wandelt sich das für viele Paare grundlegend.

Viele Mütter bleiben ein bis drei Jahre Zuhause und konzentrieren sich in dieser Zeit verstärkt auf Hausarbeit und Kindererziehung. Werden mehrere Kinder innerhalb weniger Jahre geboren, verlängert sich diese berufliche Auszeit der Mutter. Dies verändert nicht nur die Karriere der Frau, sondern kann auch die Beziehung stark wandeln.

Als Mama zuständig für alle Familienangelegenheiten

Stehen für die Frau hauptsächlich Wäsche waschen, Bügeln und Kinder auf dem Alltagsprogramm, während der Mann mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, entstehen Paarsituationen, die zunächst ungewohnt sind. Insbesondere Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft berufstätig waren, fühlen sich in ihrer Rolle als Hausfrau nicht immer wohl und vermissen die soziale Anerkennung, die eine Berufstätigkeit mit sich bringt. Dennoch möchten sie bestmöglich für ihre Kinder und die gesamte Familie da sein.

Dieses Empfinden kann zu inneren Konflikten führen, die zusätzlich durch eine sehr traditionelle Aufgabenverteilung verstärkt werden. So liegen Hausarbeit und Kinderbetreuungsaufgaben bei der Mehrheit der Eltern in der Hand der Mütter. Nur selten übernehmen Väter Aufgaben, wie:

  • Kinderarztbesuche,
  • die Organisation von Betreuungsmöglichkeiten oder
  • die Teilnahme an Elternabenden

Dies löst bei einigen Frauen ein hohes Maß an Belastung und Unzufriedenheit aus, die sich wiederum auf das Befinden des Partners auswirken.

Diese Situation resultiert allerdings nicht nur aus der jeweiligen individuellen Familiensituation. Oftmals haben die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Familie einen hohen Anteil daran, dass Paare hingegen der eigenen Lebensvorstellungen zu alten Rollenbildern zurückkehren und mit diesen unzufrieden sind.

So viele Dinge auf einmal

Das Geheimnis glücklicher Elternpaare liegt laut Psychologen in einer ausgewogenen Kommunikation sowie einer hohen Aufmerksamkeit für das Befinden des Partners. Ist dies nicht gegeben, so kann eine Beziehung angesichts der zahlreichen Aufgaben, die ein Elternpaar oft zu erfüllen hat, in die Schieflage geraten. Denn neben Kind, Haushalt und Arbeitsstelle liegen nicht selten Themen, wie Hausbau oder die altersbedingte Unterstützung der eigenen Eltern, an.

Beziehungsstress wirkt sich auch auf die Kleinsten aus

Wird der Stress von Mutter oder / und Vater als sehr intensiv erlebt, dann hat dies auch Auswirkungen auf die Kinder. Dies lässt sich schon in den ersten Lebensmonaten feststellen. Gemäß einer familienpsychologischen Studie wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer schlechten Eltern-Kommunikation und dem Verhalten eines Babys festgestellt.

Bei der Untersuchung waren die Babys nicht älter als sechs Monate und wurden (sowohl von den Eltern als auch von ihrem Umfeld) als wesentlich unausgeglichener und komplizierter wahrgenommen, wenn in der Elternbeziehung Unzufriedenheit herrschte. Andere Studien bestätigen diese Erkenntnis auch für dreijährige Kleinkinder.

In vielen Fällen bereichern Kinder auch das gemeinsame Leben

Obwohl die Statistiken ein vergleichsweise trübes Bild vom Familienglück in Deutschland zeichnen, gibt es sie doch: zahlreiche Elternpaare, die das Leben mit ihren Kindern genießen. Natürlich kommt es auch in stabilen Partnerschaften und Eltern-Kind-Beziehungen zu problematischen Situationen. Diese lassen sich allerdings oft durch intensive Gespräche und die Vereinbarung gemeinsamer Ziele lösen. Auch eine Prise Humor sowie organisatorisches Talent ist für das Leben als Liebes- und Elternpaar wichtig.

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