Schwiegereltern - Eine besondere Beziehung
Schwiegereltern - Eine besondere Beziehung
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Schwiegereltern - Eine besondere Beziehung

Zeigen Sie Grenzen auf, seien Sie aber auch nicht zu stolz, einen Rat anzunehmen - Schwiegereltern - Fluch oder Segen? Ist es tatsächlich so, wie das Klischee behauptet und Schwiegereltern mischen sich überall ein, wissen alles besser, möchten alles kontrollieren? Welche Wege gibt es für ein harmonisches Miteinander?

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Mo, 06/22/2015 - 09:46 Fri, 11/24/2017 - 08:32

Die Rolle der Schwiegereltern

Für Eltern ist es nicht immer einfach, wenn ihr liebevoll großgezogenes Kind eine eigene Familie gründet: Das Kind ist erwachsen und den Eltern wird möglicherweise ihr eigenes Alter bewusst. Auch wird endgültig deutlich, dass es nun ein eigenständiges Leben an der Seite des Partners führt.

Dadurch fühlen sich manche Eltern überflüssig. Es kann zu Eifersucht kommen, nehmen doch die jungen Partner untereinander einen hohen Stellenwert ein. Sympathie und Antipathie beeinflussen die Emotionen ebenfalls.

Kritisch wird der Partner beäugt: Ist die Haushaltsführung ordentlich? Kommt gesundes Essen auf den Tisch? Stimmen Berufswahl und Einkommen? Sind die Umgangsformen angemessen? Ist das Erscheinungsbild korrekt?

Das ist natürlich nicht bei allen Schwiegereltern gleichermaßen ausgeprägt, entsprechend müssen sich keine gravierenden Probleme im Miteinander einstellen. Ein harmonisches Verhältnis ist durchaus möglich.

Generationenkonflikt: klassische Rollenverteilung

Bei Eltern mit klassischer Rollenverteilung kommt es eher zwischen der Schwiegermutter und der Partnerin des Sohnes zu Problemen: Fortan kümmert sich die Schwiegertochter um ihn, womit sie aus Sicht der Mutter deren Rolle einnimmt. Diese möchte nur das Beste für den Sohn und überwacht ihr Tun.

Für den Sohn kann sich das ebenfalls als problematisch erweisen: Beide Frauen erwarten seine Loyalität. Bezieht er für eine Seite Stellung, bedeutet das für die andere eine Zurückweisung.

Selbstverständlich wünschen sich auch Mütter für ihre Töchter einen zuverlässigen Partner, womit gewisse Erwartungen an den Schwiegersohn verbunden sind. Dennoch kommt es hier seltener zu Spannungen. Der Schwiegersohn wird weniger direkt kritisiert, stattdessen werden Gespräche zwischen Mutter und Tochter geführt.

Ein Mann hat oft eine objektivere Haltung: Die eigene Frau war für Haushalt und Familie zuständig, weshalb er sich diesbezüglich auch bei der Schwiegertochter nicht einmischt. Vom Schwiegersohn wird Zuverlässigkeit erwartet, jedoch nicht jeder seiner Schritte überwacht.

Diese Extreme im Verhältnis zu den Schwiegerkindern treten selbstverständlich nicht pauschal auf. Probleme im Miteinander sind stets von den beteiligten Individuen abhängig.

Wege zu einem harmonischen Verhältnis

Sie müssen die Eltern des Partners nicht mögen und mit deren Einstellung nicht konform gehen. Ebenso verhält es sich umgekehrt. Natürlich müssen Sie aber auch nicht jede Einmischung oder übertriebene Kritik hinnehmen.

Sie haben eine eigene Familie gegründet, haben ein Recht auf eigene Erfahrungen und darauf, das Leben nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Folglich erwarten Sie entsprechenden Freiraum, Akzeptanz und Respekt. Genau dies sollten Sie auch den Schwiegereltern entgegenbringen.

Das erweist sich als schwierig, wenn die Schwiegereltern nicht dieselbe Einstellung vertreten. Dann kann es helfen, zwar klar Stellung zu beziehen, aber auch Kompromissbereitschaft zu signalisieren. Es gestaltet sich umso einfacher, wenn Sie und Ihr Partner sich einig sind und an einem Strang ziehen. Zeigen Sie Ihre Grenzen auf, seien Sie aber nicht zu stolz, auch mal einen Rat anzunehmen.

Vermeiden Sie Vorwürfe den Schwiegereltern gegenüber. Diese fühlen sich weniger angegriffen, wenn Sie in einem ruhigen Gespräch über Ihre Gefühle reden. Seien Sie dankbar für Unterstützung und Tipps und machen Sie zugleich deutlich, in welchen Situationen Sie sich eventuell übergangen fühlen.

Veranschaulichen Sie sich, dass Ihr Partner eventuell empfindlich reagiert, wenn seine Eltern kritisiert werden. Auch hier ist es sinnvoll, in einem ruhigen Gespräch Ihre Gefühle darzulegen. Ihr Partner kann auf diese Weise Verständnis für die Situation entwickeln, ohne sich in der Zwickmühle zu sehen.

Vielleicht laden Sie anschließend die Schwiegereltern zum Abendessen oder Spieleabend ein. Verbringen Sie in lockerer Runde Zeit miteinander, können Sie die Gelegenheit nutzen, zusammen Regeln für das künftige Miteinander aufzustellen. Erklären Sie, dass Sie deren Einstellung anerkennen, aber auch möchten, dass Ihre anerkannt wird und Ihr familiärer Freiraum bewahrt bleibt.

Wenn sich Nachwuchs einstellt

Eltern und Schwiegereltern können eine wertvolle Unterstützung sein, wenn die Familie um ein eigenes Kind bereichert wird. Ein Enkelkind ist die Chance, sich zusammenzuraufen: Alle wollen dasselbe, nämlich das Beste für das Kind.

Oma und Opa sind stolz und möchten das Enkelkind so oft wie möglich sehen. Das kann unerwünschte Begleiterscheinungen haben, indem sie zum Beispiel Ihr Kind mit Geschenken überhäufen, ihm mehr erlauben, als Ihnen lieb ist, ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. Übermäßige Strenge ist ebenfalls möglich.

Eine fürsorgliche Schwiegermutter geht Ihnen vielleicht gerne zur Hand und gibt Tipps im Umgang mit dem Nachwuchs. Das kann besserwisserisch wirken, Sie fühlen sich dadurch bevormundet.

Wiederum ist Kompromissbereitschaft hilfreich. Geben Sie den Schwiegereltern das Gefühl, dass Sie deren Erfahrungen und Unterstützung zu schätzen wissen. Vereinbaren Sie Zeiten, die Oma und Opa mit dem Enkel verbringen dürfen: Das kann für Sie eine Entlastung sein, dafür verdienen die Schwiegereltern Ihren Dank.

So können sie besser akzeptieren, dass beispielsweise unangemeldete Besuche unerwünscht sind. Machen Sie Ihre Vorstellungen zur Erziehung deutlich, scheuen Sie aber nicht das Gespräch, wenn Oma und Opa mit eigenen Erfahrungen aufwarten. Je mehr sich die Schwiegereltern verstanden fühlen, umso leichter fällt es ihnen, auch mal zurückzutreten.

Fazit
Verhaltensregeln für einen harmonischen Umgang:
gegenseitiger Respekt
ruhige, klärende Gespräche
klare Regeln
Kompromissbereitschaft
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