Darf man in der Schwangerschaft Joghurt essen?
Ja, Joghurt darf in der Schwangerschaft prinzipiell gegessen werden. Er liefert wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Eiweiß und Vitamin B2, die sowohl die werdende Mutter als auch das ungeborene Baby benötigen. Zudem enthalten viele Joghurts lebende Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können.
Entscheidend ist jedoch, dass der Joghurt aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde. Bei der Pasteurisierung wird die Milch kurzzeitig erhitzt, wodurch mögliche Krankheitserreger abgetötet werden. Da die meisten Joghurts im Supermarkt aus pasteurisierter Milch hergestellt sind, gelten sie für Schwangere als unbedenklich.
Anders sieht es bei Joghurt aus Rohmilch aus. Rohmilch wird nicht erhitzt und kann daher Keime wie Listerien enthalten. Eine Infektion mit diesen Bakterien verläuft bei gesunden Erwachsenen häufig unbemerkt oder verursacht nur leichte Beschwerden. Während der Schwangerschaft kann sie jedoch schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben und unter anderem das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten oder schwere Erkrankungen des Neugeborenen erhöhen.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher ausschließlich pasteurisierten Joghurt kaufen und bei regionalen oder handwerklich hergestellten Produkten einen Blick auf die Verpackung werfen. Rohmilchprodukte müssen entsprechend gekennzeichnet werden.
Wie gesund ist Joghurt in der Schwangerschaft?
Joghurt gilt als nährstoffreiches Lebensmittel und kann einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft leisten. Er enthält unter anderem:
- Kalzium für den Aufbau von Knochen und Zähnen
- Eiweiß für Wachstum und Zellbildung
- Vitamin B2 für den Energiestoffwechsel
- Milchsäurebakterien zur Unterstützung der Darmflora
- Kalium für die normale Funktion von Muskeln und Nerven
Wie viel Joghurt sollte eine Schwangere essen?
Joghurt kann einen wichtigen Beitrag zur Kalziumversorgung während der Schwangerschaft leisten. Die D-A-CH-Referenzwerte empfehlen für Schwangere ab 20 Jahren eine tägliche Kalziumzufuhr von 1.000 Milligramm. Für Schwangere unter 20 Jahren liegt die Empfehlung sogar bei 1.200 Milligramm pro Tag.
Milch und Milchprodukte zählen zu den wichtigsten Kalziumlieferanten. Experten raten zu täglich drei bis vier Portionen Milch und Milchprodukten. Eine Portion entspricht beispielsweise 200 Gramm Joghurt oder Quark, 200 Millilitern Milch oder 30 Gramm Hartkäse. Auf diese Weise lassen sich etwa 750 bis 1.000 Milligramm Kalzium pro Tag aufnehmen.
Wie viel Joghurt genau gegessen wird, bleibt Geschmackssache. Bereits ein Becher Naturjoghurt mit etwa 200 Gramm liefert rund 250 Milligramm Kalzium und kann damit einen wertvollen Beitrag zur täglichen Versorgung leisten.
Welche Joghurtsorten sind in der Schwangerschaft geeignet?
Grundsätzlich dürfen Schwangere alle Joghurtsorten essen, die aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden. Dennoch unterscheiden sich die einzelnen Produkte hinsichtlich ihrer Nährstoffe, ihres Fett- und Zuckergehalts.
Naturjoghurt in der Schwangerschaft
Naturjoghurt gilt als besonders empfehlenswert. Er enthält keine zugesetzten Aromen oder großen Mengen Zucker und liefert gleichzeitig wertvolles Eiweiß, Kalzium und Vitamin B2. Wer seinen Joghurt süßen möchte, kann ihn mit frischem Obst, Beeren oder Nüssen kombinieren.
Griechischer Joghurt in der Schwangerschaft
Griechischer Joghurt enthält meist mehr Eiweiß als herkömmlicher Joghurt und sorgt dadurch für eine langanhaltende Sättigung. Gleichzeitig liefert er wichtige Nährstoffe wie Kalzium und eignet sich daher gut als Bestandteil einer ausgewogenen Schwangerschaftsernährung. Je nach Produkt kann der Fettgehalt allerdings höher ausfallen.
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Skyr in der Schwangerschaft
Skyr stammt ursprünglich aus Island und erfreut sich mittlerweile in Deutschland ebenfalls großer Beliebtheit. Das Milchprodukt enthält besonders viel Eiweiß und gleichzeitig wenig Fett. Da Skyr in der Regel aus pasteurisierter Milch hergestellt wird, kann er während der Schwangerschaft bedenkenlos verzehrt werden. Wer seinen Eiweißbedarf erhöhen möchte, findet in Skyr eine gute Alternative zu klassischem Joghurt.
Probiotischer Joghurt und Bifidus-Joghurt in der Schwangerschaft
Probiotische Joghurts enthalten spezielle Milchsäurebakterien wie Laktobazillen oder Bifidobakterien. Diese können die natürliche Darmflora unterstützen und sich positiv auf die Verdauung auswirken.
Bio-Joghurt in der Schwangerschaft
Schwangere dürfen besonders gerne zu Bio-Joghurt greifen. Er wird nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus hergestellt und enthält dieselben wichtigen Nährstoffe wie konventionelle Produkte.
High-Protein-Joghurt in der Schwangerschaft
High-Protein-Joghurts enthalten zusätzliches Eiweiß und werden häufig von sportlich aktiven Menschen konsumiert. Für Schwangere sind sie grundsätzlich geeignet. Ein gesundheitlicher Vorteil gegenüber Naturjoghurt oder Skyr besteht jedoch nicht zwingend, da diese Produkte bereits ebenfalls reich an Eiweiß sind.
Fruchtjoghurt und Vanillejoghurt in der Schwangerschaft
Fruchtjoghurt und Vanillejoghurt sind für Schwangere erlaubt. Allerdings enthalten viele Produkte größere Mengen Zucker sowie Aromen oder andere Zusatzstoffe. Deshalb empfiehlt es sich, diese Sorten eher gelegentlich zu genießen.
Pflanzliche Alternativen zu Joghurt in der Schwangerschaft
Wer sich in der Schwangerschaft vegan ernährt, unter einer Laktoseintoleranz leidet oder Abwechslung sucht, greift einfach zu pflanzlichen Joghurtalternativen. Viele Produkte auf Basis von Soja, Kokos oder Lupinen sind in der Schwangerschaft unproblematisch. Allerdings unterscheiden sie sich teilweise deutlich von herkömmlichem Joghurt in ihrem Nährstoffgehalt.
Sojajoghurt in der Schwangerschaft
Sojajoghurt ist eine beliebte Alternative zu Joghurt aus Kuhmilch. Er enthält hochwertiges pflanzliches Eiweiß und ist von Natur aus laktosefrei. Zudem wird er meist mit Kalzium angereichert. Schwangere können Sojajoghurt grundsätzlich bedenkenlos essen. Die enthaltenen Isoflavone, auch Phytoöstrogene genannt, werden zwar immer wieder diskutiert, nach aktuellem Kenntnisstand gelten normale Verzehrmengen jedoch als unbedenklich.
Kokosjoghurt in der Schwangerschaft
Kokosjoghurt ist ebenfalls für Schwangere geeignet. Er besitzt jedoch deutlich geringere Mengen an Eiweiß als herkömmlicher Joghurt oder Sojajoghurt und trägt daher weniger zur Eiweißversorgung bei. Viele Produkte enthalten außerdem relativ viel Fett. Kokosjoghurt eignet sich vor allem als gelegentliche Alternative.
Lupinenjoghurt in der Schwangerschaft
Lupinenjoghurt wird aus den Samen der Süßlupine hergestellt und liefert pflanzliches Eiweiß sowie Ballaststoffe. Für Schwangere gilt er grundsätzlich als unbedenklich. Menschen mit einer Erdnussallergie sollten jedoch vorsichtig sein, da Kreuzreaktionen mit Lupinen möglich sind.
Worauf bei pflanzlichen Alternativen zu achten ist
Pflanzliche Joghurtalternativen unterscheiden sich je nach Produkt erheblich. Während manche Varianten mit Kalzium, Vitamin B12 oder Vitamin D angereichert sind, enthalten andere deutlich weniger Nährstoffe als klassischer Joghurt. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich daher besonders. Empfehlenswert sind Produkte mit möglichst wenig Zucker sowie einer Anreicherung mit Kalzium, damit sie einen ähnlichen Beitrag zur Nährstoffversorgung leisten können wie herkömmlicher Joghurt.
Tabelle: Beliebte Joghurtmarken in der Schwangerschaft
Das Joghurtregal im Supermarkt ist groß. Die folgende Übersicht zeigt, welche beliebten Produkte für Schwangere geeignet sind und worauf beim Kauf geachtet werden sollte. Am besten direkt vor dem nächsten Einkauf abspeichern oder screenshotten.
| Joghurtprodukt | In der Schwangerschaft geeignet? | Hinweise |
|---|---|---|
| Activia | ja | enthält probiotische Kulturen |
| Ehrmann Almighurt | ja | häufig hoher Zuckergehalt |
| Landliebe Joghurt | ja | Naturvarianten bevorzugen |
| Andechser Bio Joghurt | ja | Bio-Qualität |
| Weihenstephan Joghurt | ja | pasteurisierte Milch |
| Rewe Bio Joghurt | ja | Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz bevorzugen |
| LC1 | ja | probiotische Kulturen |
| Arla Skyr | ja | besonders eiweißreich |
| Alpro Soja | ja | pflanzliche Alternative |
| Müller Joghurt mit der Ecke | ja | oft hoher Zuckeranteil |
| Zabaione Joghurt | bedingt | Zutatenliste prüfen, frische Zabaione kann rohe Eier oder Alkohol enthalten |
Joghurt-Dressing, Joghurt-Drinks und andere Produkte
Joghurt-Dressings und Joghurt-Drinks dürfen in der Schwangerschaft grundsätzlich verzehrt werden. Bei industriell hergestellten Produkten kommen in der Regel pasteurisierte Zutaten zum Einsatz, sodass sie unbedenklich sind.
Vorsicht ist lediglich bei frisch zubereiteten Joghurt-Dressings geboten. Diese können rohe Eier enthalten, die ein Risiko für Salmonelleninfektionen bergen. Im Restaurant oder an der Frischetheke kann es daher sinnvoll sein, bei Unsicherheiten nach den Zutaten zu fragen.
Joghurt-Drinks gelten ebenfalls als unproblematisch, sofern sie aus pasteurisierten Milchprodukten hergestellt wurden. Wie bei vielen Fruchtjoghurts lohnt sich jedoch ein Blick auf die Zutatenliste, da einige Produkte größere Mengen Zucker enthalten.
Selbstgemachter Joghurt in der Schwangerschaft
Selbstgemachter Joghurt geht auch in der Schwangerschaft, sofern pasteurisierte Milch verwendet und bei der Zubereitung auf eine gute Hygiene geachtet wird. Wichtig sind dabei folgende Punkte:
- Ausschließlich pasteurisierte Milch verwenden
- Alle Gefäße, Löffel und Geräte gründlich reinigen
- Den Joghurt während der Herstellung nicht unnötig lange ungekühlt stehen lassen
- Nach der Zubereitung im Kühlschrank lagern
- Bei ungewöhnlichem Geruch, Geschmack oder Aussehen entsorgen
Wer diese Grundregeln beachtet, kann selbstgemachten Joghurt während der Schwangerschaft bedenkenlos genießen. Und so einfach geht’s:
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FAQ zu Joghurt in der Schwangerschaft
Welchen Joghurt darf man in der Schwangerschaft essen?
Schwangere dürfen grundsätzlich alle Joghurts essen, die aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden. Dazu zählen unter anderem Naturjoghurt, griechischer Joghurt, Skyr sowie probiotische Joghurts. Von Joghurt aus Rohmilch wird dagegen dringend abgeraten.
Dürfen Schwangere täglich Joghurt essen?
Ja, Joghurt darf täglich auf dem Speiseplan stehen. Er liefert unter anderem Kalzium, Eiweiß und Vitamin B2 und trägt so zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft bei.
Woher weiß man, ob ein Joghurt pasteurisiert ist?
Die meisten Joghurts im Supermarkt werden aus pasteurisierter Milch hergestellt. Hinweise wie „aus Rohmilch“, „aus unbehandelter Milch“ oder „nicht wärmebehandelt“ deuten dagegen darauf hin, dass das Produkt für Schwangere nicht geeignet ist.
Ist Naturjoghurt in der Schwangerschaft gesund?
Ja, Naturjoghurt gilt als besonders empfehlenswert. Er enthält wertvolle Nährstoffe wie Kalzium und Eiweiß, kommt größtenteils ohne zugesetzten Zucker aus und lässt sich gut mit frischem Obst oder Nüssen kombinieren.
Kann Joghurt in der Schwangerschaft das Asthmarisiko des Kindes erhöhen?
Eine dänische Beobachtungsstudie deutete auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von fettarmem Joghurt in der Schwangerschaft und einem erhöhten Asthmarisiko beim Kind hin. Ein ursächlicher Zusammenhang konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Kann probiotischer Joghurt Allergien beim Kind vorbeugen? Einige Studien deuten darauf hin, dass probiotische Milchprodukte während der Schwangerschaft das Risiko bestimmter allergischer Erkrankungen beim Kind leicht senken könnten. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig, weshalb derzeit keine konkreten Empfehlungen daraus abgeleitet werden.
Sind weitere Artikel zu Lebensmitteln, Gewürzen und Inhaltsstoffen von Interesse?
Dann gerne einen Blick auf die folgenden Beiträge werfen:
- Eier in der Schwangerschaft: erlaubt oder gefährlich?
- Feta in der Schwangerschaft: erlaubt oder eine Gefahr?
- Honig in der Schwangerschaft: gesund oder gefährlich?
- Kurkuma in der Schwangerschaft: erlaubt oder besser vermeiden?
- Leberwurst in der Schwangerschaft: Erlaubt oder gefährlich?
- Mozzarella in der Schwangerschaft: erlaubt oder gefährlich?
- Große Übersicht: Ungeeignete Lebensmittel in der Schwangerschaft
Fazit: Ist Joghurt in der Schwangerschaft erlaubt?
Joghurt gehört zu den Lebensmitteln, die Schwangere in der Regel bedenkenlos genießen können. Entscheidend ist, dass er nicht aus Rohmilch hergestellt wurde. Besonders Naturjoghurt, griechischer Joghurt und Skyr liefern wertvolle Nährstoffe und passen gut in eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft.
Quellen:
- Ausgewogene Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit Im Blickpunkt: Kalzium, Zink, Omega-3-Fettsäuren und Kochsalz, https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2008/05/Ausgewogene-Ernaehrung-in-Schwangerschaft-und-Stillzeit.pdf (zuletzt aufgerufen am 07.07.2026)
- Low-fat yoghurt intake in pregnancy associated with increased child asthma and allergic rhinitis risk: a prospective cohort study, Ekaterina Maslova, Thorhallur I Halldorsson, Marin Strøm, Sjurdur F Olsen, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23449856/ (zuletzt aufgerufen am 07.07.2026)
- Joghurt in der Schwangerschaft senkt das Atopie-Risiko, https://www.allergieinfo.de/news-details/joghurt-in-der-schwangerschaft-senkt-das-atopie-risiko.html (zuletzt aufgerufen am 07.07.2026)
- Probiotika für Schwangere schützen Kinder vor Allergien, Dr. Christine Starostzik, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Probiotika-fuer-Schwangere-schuetzen-Kinder-vor-Allergien-281725.html (zuletzt aufgerufen am 07.07.2026)
- Probiotic milk consumption in pregnancy and infancy and subsequent childhood allergic diseases, Randi J. Bertelsen, PhD et al., https://www.jacionline.org/article/S0091-6749(13)01157-3/fulltext (zuletzt aufgerufen am 07.07.2026)
Titelbild erstellt per KI mit Google Gemini.



Seit mehr als 10 Jahren ist die Mutter und Bloggerin als Expertin für Familien- und Gesundheitsthemen aktiv und verfasst Fachartikel.