Pränataldiagnostik » Was ist das? Was sind Pros & Contras

Pränataldiagnostik » Was ist das? Was sind Pros & Contras

Die Pränataldiagnostik bietet verschiedene invasive und nicht-invasive Methoden zur Untersuchung des ungeborenen Kindes auf mögliche Krankheiten und Behinderungen. Diese Untersuchungen sind freiwillig und bedürfen der schriftlichen Einwilligung der Mutter. Sie können beruhigen, aber auch verunsichern und sind oft mit Kosten verbunden, die die Eltern selbst tragen müssen.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

Alle Beiträge des Experten

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Untersuchungen im Rahmen der pränatalen Diagnostik, wie Fruchtwasserpunktion (medizinisch: Amniozentese) oder der Trimestertest sind nicht Bestandteil der normalen Vorsorgeuntersuchungen. Sofern jedoch bestimmte, familiär bedingte oder gesundheitliche Risiken vorliegen, ist der Arzt dazu verpflichtet, der werdenden Mutter alle Möglichkeiten der Pränataldiagnostik aufzeigen.


Pränataldiagnostik – nur mit Einwilligung der Frau

Neben der Art, dem Zweck, dem Umfang und der möglichen Konsequenzen der vorgeschlagenen pränatalen Untersuchung, muss er die Schwangere außerdem über Risiken oder psychische Belastungen aufklären. Die Kosten muss die Frau zumeist selbst tragen.

Merke: Pränatale Diagnostik bedarf immer des schriftlichen Einverständnisses der Frau. Sie darf ihre Einwilligung jederzeit widerrufen.

Was ist Pränataldiagnostik (pnd)?

Unter dem Begriff Pränataldiagnostik, kurz pnd, fasst die Medizin alle vorgeburtlichen Untersuchungsmethoden zusammen, die über bestimmte Behinderungen und mögliche Krankheiten des ungeborenen Kindes Auskunft geben. Dabei unterscheidet sie zwei grundsätzliche Methoden:

1. Nichtinvasive pränatale Untersuchungsmethoden

Es erfolgt kein körperlicher Eingriff. Somit stellen diese Methoden für den Fötus keine Gefahr dar. Anhand verschiedener Parameter, wie etwa dem Alter der schwangeren Frau oder den Blutwerten lassen sich Wahrscheinlichkeiten für manche Störungen oder Erkrankungen des Kindes berechnen. Nach der nichtinvasiven vorgeburtlichen Untersuchung liegt also keine eindeutige Diagnose vor, sondern lediglich eine in Zahlen erfasste Wahrscheinlichkeit (Beispiel: 1:500 oder 1:25). Je nach Aussage kann das auf die werdenden Eltern sehr beruhigend wirken oder aber ungeheuer verunsichernd. Zudem muss das Paar eigenverantwortlich entscheiden, ob es weitere Untersuchungen wünscht oder nicht.

Beispiele für nichtinvasive Methoden der Pränataldiagnostik:

  • Cardiotokographische Untersuchung (CTG)
  • Nasenbeinmessung
  • Fetometrie
  • Feinultraschall
  • Triple-Test
  • Nackentranzparenzmessung
  • 3-D oder 4-D Ultraschall

2. Invasive pränatale Untersuchungsmethoden

Diese Untersuchungsmethoden erfordern ein besonders sorgfältiges Abwägen des pro und contra, weil der Mediziner direkt in den Körper der Schwangeren eingreift. Es geht beispielsweise um Gewebeproben vom Mutterkuchen, das Abnehmen kindlichen Blutes oder um Fruchtwasserproben.

Anhand der Proben kann der Experte Aussagen über eventuell vorliegende Chromosomenstörungen oder eine schwerwiegende Krankheit treffen. Aussagen über die Schwere einer Behinderung oder Ausprägung der Erkrankung sind allerdings nur bedingt möglich.

Fruchtwasseruntersuchung

Beispiele für invasive Methoden der Pränataldiagnostik:

Häufigste Gründe, warum Paare sich für Pränataldiagnostik entscheiden:

  • Wunsch nach einem gesunden Baby.
  • Entscheidungshilfe für einen Schwangerschaftsabbruch bei Vorliegen bestimmter Risiken.
  • Die normale Vorsorgeuntersuchung hat Hinweise auf gesundheitliche Probleme des Babys geliefert.
  • Alle Möglichkeiten, die die Medizin bietet, sollen auch genutzt werden.
  • Der Gynäkologe hat der Frau zur Pränataldiagnostik geraten.
  • Falls die Möglichkeit einer Behinderung beim Baby besteht, möchten die Eltern vorbereitet sein.
  • Im Falle einer Behinderung oder Krankheit stehen die Chanchen auf Heilung möglicherweise besser, wenn bereits vor der Geburt mit einer Behandlung begonnen wird.
  • Die Schwangere ist über 35 Jahre alt und fürchtet deshalb Komplikationen.

Häufigste Gründe, warum Geburtsmediziner zur Pränataldiagnostik raten:

  • Es ist die erste Schwangerschaft einer Frau, die über 35 Jahre alt ist.
  • Es liegt eine Mehrlingsschwangerschaft vor.
  • In vorangegangenen Schwangerschaften sind Komplikationen, wie Fehl- oder Totgeburten aufgetreten.
  • Die Frau hat bereits mehr als fünf Kinder geboren.
  • Die werdende Mutter leidet unter schwerwiegenden und/oder chronischen Krankheiten, wie Diabetes oder Infektionskrankheiten.
  • Die Schwangerschaft entstand aus einer verwandtschaftlichen Beziehung (Cousin/Cousine).
  • Die schwangere Frau ist drogen- oder alkoholabhängig.

Pränataldiagnostik: Pro und Contra

Die Statistik der Geburtsmedizin spricht eine deutliche Sprache: In Deutschland kommen 97 Prozent aller Babys vollkommen gesund zur Welt.

Trotzdem ist es für viele Eltern eine große Erleichterung, wenn sie bereits vor der Geburt erfahren, dass ihr Wunschkind gesund ist. So wie unauffällige Befunde beruhigen, können jedoch andere auch massiv verunsichern. Das kann so weit führen, dass werdende Mütter und Väter es kaum wagen, eine innere Bindung zu ihrem zukünftigen Kind aufzubauen.

Es ist richtig: Pränatale Diagnosen können helfen, Erkrankungsrisiken oder absehbare Behinderungen einzuschätzen. Das Paar kann sich schon vor der Geburt auf kommende Schwierigkeiten einstellen oder den Abbruch der Schwangerschaft in Erwägung ziehen. Eines ist nämlich auch klar: Manchmal geht es in der pränatalen Diagnostik auch um die Entscheidung, ob ein Kind überhaupt das Licht der Welt erblicken darf. Zusätzlich besteht bei invasiven pränatalen Untersuchungen immer ein nicht zu unterschätzendes Risiko, dass es zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommt.

Selbst Experten der Geburtsmedizin warnen davor, dass die Erwartungen vieler werdender Eltern an die Pränataldiagnostik häufig nicht erfüllbar sind. Auch die modernste Untersuchungsmethode vermag keine 100-prozentige Sicherheit geben, verursacht jedoch unter Umständen immense Kosten, die das Paar selbst tragen muss.

© Sven Bähren – Fotolia.com

Fazit

  • Je besser sich werdende Eltern informieren, umso sinnvoller können sie die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik für sich nutzen.
  • Müttern und Vätern, die auch Risiken und Nebenwirkungen nicht außer acht lassen, bietet sie bei bestimmten Unsicherheiten beste Chancen, ein gesundes Kind zu bekommen.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Eine hundertprozentige Garantie für ein gesundes Kind gibt es nicht.
  • Bei den Untersuchungsmethoden besser schon vorher überlegen, wie man sich entscheidet, wenn das Kind nicht gesund ist
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

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Untersuchungen im Rahmen der pränatalen Diagnostik, wie Fruchtwasserpunktion (medizinisch: Amniozentese) oder der Trimestertest sind nicht Bestandteil der normalen Vorsorgeuntersuchungen. Sofern jedoch bestimmte, familiär bedingte oder gesundheitliche Risiken vorliegen, ist der Arzt dazu verpflichtet, der werdenden Mutter alle Möglichkeiten der Pränataldiagnostik aufzeigen.


Pränataldiagnostik – nur mit Einwilligung der Frau

Neben der Art, dem Zweck, dem Umfang und der möglichen Konsequenzen der vorgeschlagenen pränatalen Untersuchung, muss er die Schwangere außerdem über Risiken oder psychische Belastungen aufklären. Die Kosten muss die Frau zumeist selbst tragen.

Merke: Pränatale Diagnostik bedarf immer des schriftlichen Einverständnisses der Frau. Sie darf ihre Einwilligung jederzeit widerrufen.

Was ist Pränataldiagnostik (pnd)?

Unter dem Begriff Pränataldiagnostik, kurz pnd, fasst die Medizin alle vorgeburtlichen Untersuchungsmethoden zusammen, die über bestimmte Behinderungen und mögliche Krankheiten des ungeborenen Kindes Auskunft geben. Dabei unterscheidet sie zwei grundsätzliche Methoden:

1. Nichtinvasive pränatale Untersuchungsmethoden

Es erfolgt kein körperlicher Eingriff. Somit stellen diese Methoden für den Fötus keine Gefahr dar. Anhand verschiedener Parameter, wie etwa dem Alter der schwangeren Frau oder den Blutwerten lassen sich Wahrscheinlichkeiten für manche Störungen oder Erkrankungen des Kindes berechnen. Nach der nichtinvasiven vorgeburtlichen Untersuchung liegt also keine eindeutige Diagnose vor, sondern lediglich eine in Zahlen erfasste Wahrscheinlichkeit (Beispiel: 1:500 oder 1:25). Je nach Aussage kann das auf die werdenden Eltern sehr beruhigend wirken oder aber ungeheuer verunsichernd. Zudem muss das Paar eigenverantwortlich entscheiden, ob es weitere Untersuchungen wünscht oder nicht.

Beispiele für nichtinvasive Methoden der Pränataldiagnostik:

  • Cardiotokographische Untersuchung (CTG)
  • Nasenbeinmessung
  • Fetometrie
  • Feinultraschall
  • Triple-Test
  • Nackentranzparenzmessung
  • 3-D oder 4-D Ultraschall

2. Invasive pränatale Untersuchungsmethoden

Diese Untersuchungsmethoden erfordern ein besonders sorgfältiges Abwägen des pro und contra, weil der Mediziner direkt in den Körper der Schwangeren eingreift. Es geht beispielsweise um Gewebeproben vom Mutterkuchen, das Abnehmen kindlichen Blutes oder um Fruchtwasserproben.

Anhand der Proben kann der Experte Aussagen über eventuell vorliegende Chromosomenstörungen oder eine schwerwiegende Krankheit treffen. Aussagen über die Schwere einer Behinderung oder Ausprägung der Erkrankung sind allerdings nur bedingt möglich.

Fruchtwasseruntersuchung

Beispiele für invasive Methoden der Pränataldiagnostik:

Häufigste Gründe, warum Paare sich für Pränataldiagnostik entscheiden:

  • Wunsch nach einem gesunden Baby.
  • Entscheidungshilfe für einen Schwangerschaftsabbruch bei Vorliegen bestimmter Risiken.
  • Die normale Vorsorgeuntersuchung hat Hinweise auf gesundheitliche Probleme des Babys geliefert.
  • Alle Möglichkeiten, die die Medizin bietet, sollen auch genutzt werden.
  • Der Gynäkologe hat der Frau zur Pränataldiagnostik geraten.
  • Falls die Möglichkeit einer Behinderung beim Baby besteht, möchten die Eltern vorbereitet sein.
  • Im Falle einer Behinderung oder Krankheit stehen die Chanchen auf Heilung möglicherweise besser, wenn bereits vor der Geburt mit einer Behandlung begonnen wird.
  • Die Schwangere ist über 35 Jahre alt und fürchtet deshalb Komplikationen.

Häufigste Gründe, warum Geburtsmediziner zur Pränataldiagnostik raten:

  • Es ist die erste Schwangerschaft einer Frau, die über 35 Jahre alt ist.
  • Es liegt eine Mehrlingsschwangerschaft vor.
  • In vorangegangenen Schwangerschaften sind Komplikationen, wie Fehl- oder Totgeburten aufgetreten.
  • Die Frau hat bereits mehr als fünf Kinder geboren.
  • Die werdende Mutter leidet unter schwerwiegenden und/oder chronischen Krankheiten, wie Diabetes oder Infektionskrankheiten.
  • Die Schwangerschaft entstand aus einer verwandtschaftlichen Beziehung (Cousin/Cousine).
  • Die schwangere Frau ist drogen- oder alkoholabhängig.

Pränataldiagnostik: Pro und Contra

Die Statistik der Geburtsmedizin spricht eine deutliche Sprache: In Deutschland kommen 97 Prozent aller Babys vollkommen gesund zur Welt.

Trotzdem ist es für viele Eltern eine große Erleichterung, wenn sie bereits vor der Geburt erfahren, dass ihr Wunschkind gesund ist. So wie unauffällige Befunde beruhigen, können jedoch andere auch massiv verunsichern. Das kann so weit führen, dass werdende Mütter und Väter es kaum wagen, eine innere Bindung zu ihrem zukünftigen Kind aufzubauen.

Es ist richtig: Pränatale Diagnosen können helfen, Erkrankungsrisiken oder absehbare Behinderungen einzuschätzen. Das Paar kann sich schon vor der Geburt auf kommende Schwierigkeiten einstellen oder den Abbruch der Schwangerschaft in Erwägung ziehen. Eines ist nämlich auch klar: Manchmal geht es in der pränatalen Diagnostik auch um die Entscheidung, ob ein Kind überhaupt das Licht der Welt erblicken darf. Zusätzlich besteht bei invasiven pränatalen Untersuchungen immer ein nicht zu unterschätzendes Risiko, dass es zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommt.

Selbst Experten der Geburtsmedizin warnen davor, dass die Erwartungen vieler werdender Eltern an die Pränataldiagnostik häufig nicht erfüllbar sind. Auch die modernste Untersuchungsmethode vermag keine 100-prozentige Sicherheit geben, verursacht jedoch unter Umständen immense Kosten, die das Paar selbst tragen muss.

© Sven Bähren – Fotolia.com

Fazit

  • Je besser sich werdende Eltern informieren, umso sinnvoller können sie die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik für sich nutzen.
  • Müttern und Vätern, die auch Risiken und Nebenwirkungen nicht außer acht lassen, bietet sie bei bestimmten Unsicherheiten beste Chancen, ein gesundes Kind zu bekommen.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Eine hundertprozentige Garantie für ein gesundes Kind gibt es nicht.
  • Bei den Untersuchungsmethoden besser schon vorher überlegen, wie man sich entscheidet, wenn das Kind nicht gesund ist
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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