Zahnpflege in der Schwangerschaft
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Arztgeprüft

Zahnpflege in der Schwangerschaft

An die Belastung der Zähne in der Schwangerschaft denkt wohl kaum eine Frau als erstes, wenn sie erfährt, dass ein Baby unterwegs ist.

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von Dr. Verena Breitenbach
Mi, 04/09/2014 - 12:50 Tue, 02/19/2019 - 10:37

Zahnpflege in der Schwangerschaft

Die körperlichen und hormonellen Veränderungen dieser Zeit wirken sich jedoch auch auf die Mund- und Zahngesundheit aus. Gute Zahnpflege und Mundhygiene sowie eine "zahngesunde" Ernährung mit Rohkost, Vollkornprodukten, wenig Zucker und nur moderatem Säureanteil sind deshalb in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Unsere Großmütter wussten zu berichten, dass jedes Kind die Mutter einen Zahn kostet. Eine andere landläufige Auffassung besagt, dass die Zähne schwangerer Frauen weicher werden, da sich das Baby die Kalziummenge, die es benötigt, aus den Zähnen seiner Mutter holt.

Medizinisch völlig korrekt sind diese Volksweisheiten zwar nicht - trotzdem verweisen sie darauf, dass Mundhöhle und Zähne in der Schwangerschaft eine Veränderung erfahren. Für gesunde Zähne in der Schwangerschaft sollte sich die werdende Mutter so früh wie möglich mit diesen Themen beschäftigen:

Mundraum und Zähne in der Schwangerschaft - durch hormonelle Faktoren sehr empfindlich

Die Veränderungen im Mundbereich beginnen zeitgleich mit der Schwangerschaft. Verantwortlich dafür sind die hormonellen Umstellungen durch die Schwangerschaft und vor allem der starke Anstieg des Östrogen-Spiegels im Blut der Mutter.

Die höhere Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone bewirkt eine stärkere Auflockerung Zahnfleischs, das hierdurch empfindlicher und weicher wird.

Auch Bakterien fällt die Ansiedlung im Mundbereich jetzt leichter, woraus oft Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen - die sogenannte Schwangerschafts-Gingivitis - resultieren. Die Entzündungsneigung verstärkt sich in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Insgesamt sind 30 bis 70 Prozent aller Schwangeren davon betroffen.

Seltener sind gutartige Wucherungen der Mundschleimhaut, der medizinische Begriff dafür lautet Schwangerschafts-Epulis. Sie werden ebenfalls durch hormonelle Faktoren sowie lokale Reize, wie Zahnstein oder scharfe Kronenränder, ausgelöst. Meist verschwinden die Wucherungen, die auch bluten und recht schmerzhaft werden können, nach der Geburt von selbst, anderenfalls muss der Zahnarzt sie entfernen.

Eine Schwangerschafts-Epulis kommt bei rund zehn Prozent aller schwangeren Frauen vor.

Die hormonellen Veränderungen wirken sich auch auf die Zusammensetzung und die Eigenschaften des Speichels aus, der deshalb etwas saurer wird. Die meisten werdenden Mütter verspüren zudem bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft vermehrten Speichelfluss.

Die Schwangerschaftsübelkeit kann ebenfalls zum Problem für die Zahngesundheit werden, da durch das Erbrechen Magensäure in den Mundbereich gelangt, wo sie den Zahnschmelz angreift. Durch diese Faktoren sowie durch die oft veränderten Ernährungsgewohnheiten steigt in der Schwangerschaft das Kariesrisiko.

Vor allem bereits bestehende und vielleicht noch gar nicht entdeckte kariöse Stellen weiten sich in der Schwangerschaft oft aus und können unbehandelt den Bestand des befallenen Zahns gefährden.

Gute Mund- und Zahnpflege verhindern größere Schwierigkeiten

Die Möglichkeiten, schwangerschaftsbedingten Zahnproblemen vorzubeugen, gestalten sich eher begrenzt, da hormonelle Faktoren dabei die entscheidende Rolle spielen.

Gute Zahnpflege hilft jedoch dabei, erste Schwierigkeiten zu vermeiden. Wie sonst auch benötigen die Zähne in der Schwangerschaft eine regelmäßige Reinigung. Am besten mit einer möglichst weichen Bürste, um das jetzt empfindlichere Zahnfleisch nicht zu verletzen.

Zahnseide oder spezielle Bürsten dienen zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Jede Schwangere sollte - und zwar auch, wenn sich keine Symptome zeigen - ihr Zahnfleisch regelmäßig massieren.

Intensive Mundpflege ist auch die Grundlage der Behandlung von Entzündungen der Mundschleimhaut. Es ist zu empfehlen, während der Schwangerschaft den Zahnarzt aufzusuchen und eventuell eine professionelle Zahnreinigung machen zu lassen.

Gute Mundhygiene bleibt übrigens auch nach der Geburt des Babys wichtig. Die Mutter schützt damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch dies des Kindes. Wenn karieserzeugende Bakterien durch den Speichel, beispielsweise auf einem abgeleckten Löffel, in den Mund des Kindes gelangen, kann dies eine erhöhte Anfälligkeit für Karies bewirken.

Hier finden Sie Zahnpflegeprodukte wie Zahnbürsten, Zahnpasta und Mundspülung.

Zahnarztbehandlungen in der Schwangerschaft?

Bei einer geplanten Schwangerschaft ist optimal, wenn der Besuch beim Zahnarzt bereits in die Zeit vor dem Schwanger-werden fällt. Anderenfalls sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ein Vorsorgetermin vereinbart werden.

Falls sich dabei größere "Baustellen" zeigen, entscheidet der Zahnarzt, ob eine Behandlung dringend nötig ist oder ob sie auf die Zeit nach der Geburt verschoben werden kann. Kleinere Behandlungen sind in der Regel kein Problem.

Vorsicht ist vor allem bei chirurgischen Eingriffen sowie sehr ausgedehnten Gebissbehandlungen angeraten. Auch das Entfernen von Amalgamfüllungen gehört, wenn irgend möglich, nicht in die Zeit der Schwangerschaft.

Schmerzen, Medikamente und auch der Stress der Mutter bei größeren Eingriffen können potenzielle Risiken für das Baby bergen.

Eine Röntgenaufnahme sollte vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten vermieden werden - falls sie unumgänglich ist, wird das Ungeborene vor der Röntgenstrahlung durch eine Bleischürze geschützt.

Auch während der Stillzeit sollten größere Zahnbehandlungen wegen der damit verbundenen Medikamentengabe möglichst unterbleiben - der optimale Zeitpunkt dafür ist erst mit dem Abstillen sichergestellt.

Kostet die Schwangerschaft die Mutter wirklich einen Zahn?

Ganz klar - mindestens in unseren Breiten hängen Schwangerschaft und Zahnverlust schon längst nicht mehr zusammen. Wenn die Frau ihre Zähne in der Schwangerschaft gut pflegt und auch bei kleineren Beschwerden zum Zahnarzt geht, wird ihr Gebiss diese Zeit unbeschadet überstehen.

Neben Vorsorge und optimaler Zahn- und Mundpflege sind hier jedoch noch einige weitere Faktoren wichtig: Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium ist während der gesamten Schwangerschaft unverzichtbar - für die Zahngesundheit der Mutter, aber auch für eine gesunde Entwicklung des Babys selbst, das das Spurenelement für seinen Knochenaufbau braucht.

Zur Zufuhr von Folsäure (Vitamin B9, B11) als Nahrungsergänzung raten Ärzte inzwischen nicht nur im ersten Trimester, sondern während der gesamten Schwangerschaft. Das Baby benötigt Folsäure vor allem für die Entwicklung von Gehirn und Nerven, bei der Mutter beugt sie Zahnfleischerkrankungen und -beschwerden vor.

Auch eine gute Versorgung mit Fluoriden ist für gesunde Zähne in der Schwangerschaft unverzichtbar.

Fluoride tragen zur Remineralisierung des Zahnschmelzes bei, "härten" so die Zähne und beugen Karies-Attacken damit in hohem Maße vor.

Ein Teil ihres Bedarfs daran nimmt die Mutter mit dem Trinkwasser und der Nahrung auf, zusätzliche Fluorid-Quellen sind damit angereicherte Zahncremes, Mundwässer und Gele. Evtl. wird der Arzt dazu raten, besonders empfindliche Zähne mit einem Fluoridlack zu versiegeln.

Fazit
Die Belastung der Zähne in der Schwangerschaft ist durch hormonelle Faktoren begründet. Durch die Wirkung der Hormone steigt die Anfälligkeit für Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie Karies.
Eine optimale Zahn- und Mundpflege sowie eine "zahngesunde" Ernährung verhindern größere Beschwerden oder sogar Zahnverlust.
Ein Vorsorgetermin beim Zahnarzt sollte idealerweise schon vor Beginn der Schwangerschaft oder aber in einem sehr frühen Stadium erfolgen.
Umfangreiche Zahnbehandlungen oder chirurgische Eingriffe wird der Arzt - falls nicht unbedingt erforderlich - auf einen Zeitpunkt nach der Geburt sowie dem Ende der Stillzeit verschieben.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Da heute Frauen bei der Geburt der Kinder häufig älter sind, sind auch gesundheiltiche Risiken eher erhöht, aber die medizinische Betreuung und die Früherkennung der Erkrankungen haben sich auf der anderen Seite auch verbessert.
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