Gliederschmerzen in der Schwangerschaft
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Arztgeprüft

Gliederschmerzen in der Schwangerschaft

Jegliche Schmerzempfindungen in den Beinen, Armen oder anderen Teilen des Bewegungsapparates werden unter dem Begriff Gliederschmerzen zusammengefasst.

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von Dr. Verena Breitenbach
Mi, 11/20/2013 - 23:14 Wed, 02/27/2019 - 14:56

Ungewöhnlich oder ein Teil der Schwangerschaft?

Dabei sind die Schmerzen an sich keine selbstständige Diagnose, sondern ein Symptom, welches auf eine spezifische Erkrankung oder einen besonderen körperlichen Zustand hinweist. In Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Ursache können die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Symptome

  • manchmal lediglich leichtes Ziehen in den Gliedmaßen, welches sich bei Bewegung verstärkt
  • in anderen Fällen deutliche Bewegungseinschränkung, die mit einer extremen Minderung der Lebensqualität einhergeht
  • im Zusammenhang mit den Gliederschmerzen fühlen sich Betroffene oft allgemein matt und abgeschlagen

Gliederschmerzen aufgrund einer Erkältung

Sollten bei einer werdenden Mutter die Gliederschmerzen im Zusammenhang mit einer Erkältung auftreten, sollte sie sich zunächst einmal viel Ruhe gönnen. Sobald jedoch noch Fieber hinzukommt, empfiehlt es sich, umgehend einen Arzt aufzusuchen, ihn auf die bestehende Schwangerschaft hinzuweisen und nach geeigneten Medikamenten zu fragen.

Grundsätzlich gilt:

  • bei einem grippalen Infekt ist während der Schwangerschaft eine nicht medikamentöse Therapie immer zu bevorzugen
  • sofern doch Medikamente notwendig sind gilt es, den Nutzen für die Mutter gegenüber dem Risiko für das Kind sorgfältig abzuwägen
  • Einsatz von Medikamenten nur so lange, wie unbedingt notwendig und nur nach Rücksprache mit dem Arzt

Gliederschmerzen im Rahmen einer CMV-Erkrankung

Steckt sich eine Frau während ihrer Schwangerschaft mit dem Cytomegalie-Virus, einem speziellen Herpesvirus an, kann das dramatische Folgen für die Gesundheit ihres Kindes haben. Das Tragische dabei: Viele Mütter spüren nicht einmal, dass sie infiziert sind. Sie nehmen lediglich harmlose Erkältungssymptome, wie leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen wahr. Bei manchen Frauen schwellen eventuell noch die Lymphknoten leicht an.

Der Virus wird durch Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Urin, Sperma oder Blut von einem Menschen auf den nächsten übertragen. Bei Vielen lebt er ein Leben lang im Körper, ohne irgendwie aktiv zu sein. In bestimmten Situationen tritt er jedoch mit den genannten Symptomen zutage.

Infiziert sich nun eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit diesem Virus und steckt über die Plazenta ihr Ungeborenes an, kann das für das Kind später schwere Folgen haben:

  • Gehirnentzündung
  • Wachstumsstörung
  • Milzvergrößerung
  • Leberschäden
  • Augenschäden
  • Schwerhörigkeit

Manche Gesundheitsschäden treten erst nach Jahren auf, andere sind schon unmittelbar nach der Geburt vorhanden. Statistiken zufolge infizieren sich circa 40 Prozent der Babys bei ihren erstinfizierten Müttern und entwickeln dauerhafte Schäden. Etwa 10 Prozent der infizierten Kinder sterben sogar.

Obwohl die CMV-Infektion zu einer der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen gehört und es heute Vorsorgemöglichkeiten dagegen gibt, wissen viele werdende Mütter gar nichts über diese Krankheit.

Die Vorsorgeuntersuchung ist bisher auch kein Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Erst wenn die Schwangere ihre Beschwerden, wie Fieber und Gliederschmerzen schildert, wird der Gynäkologe bei der Mutter eine Blutuntersuchung veranlassen, anhand von Ultraschallbildern entsprechende Anzeichen beim Kind genauer untersuchen und letztendlich die entsprechende Diagnose stellen. Rechtzeitig erkannt greift in der Regel eine Therapie sehr gut. Gleichzeitig senkt die frühzeitige, gezielte Behandlung das Risiko einer Schädigung des Neugeborenen enorm.

Wann zum Arzt?

Selbst die Behandlung eines grippalen Infektes unterscheidet sich bei schwangeren Frauen unter Umständen erheblich von der einer Nichtschwangeren. Das erklärt sich dadurch, dass immer Nutzen und Risiko sowohl für die Mutter als auch das wachsende Kind individuell beleuchtet werden müssen. Deshalb ist es immer ratsam, bei unklaren Symptomen, wie sie auch diffuse Gliederschmerzen mit oder ohne Fieber darstellen, einen Arzt aufzusuchen. Die Symptome als Lappalie abzutun ist nicht nur fahrlässig, sondern unter Umständen sogar gefährlich.

Merke: Lieber einmal zu viel und "umsonst" zum Arzt, als einmal zu wenig! Dieser Leitsatz gilt während der 10 Monate Schwangerschaft ganz besonders.

Hausmittel gegen Gliederschmerzen

Sofern ein Mediziner eine ernsthafte Erkrankung sicher ausgeschlossen und möglicherweise sogar von einer Medikamenteneinnahme abgeraten hat, kann die Frau selbst einiges tun, um ihre Gliederschmerzen zu lindern.

Hier einige, bereits über Generationen bewährte Hausmittel:

  • Ein warmes Bad, wahlweise unter Zugabe verschiedener Zusätze, wie Fichtennadeln, Birken- oder Brennnesselblättersud tut gut, fördert die Durchblutung und wirkt schmerzlindernd.
  • Selbst zubereitete Hühnerbrühe, Ingwertee oder spezielle Heiltees aus der Apotheke wirken krampflösend und dämpfen den Schmerz.
  • Manche Frauen haben jedoch überhaupt kein Bedürfnis nach Wärme. Sofern sich die Gliederschmerzen auf die Extremitäten beschränken, helfen oftmals auch kalte, im Liegen angelegte Wickel. Während diese sich langsam erwärmen, wirken sie ebenfalls durchblutungsfördernd.

Daneben kennen auch gut ausgebildete Homöopathen verschiedene Mittel gegen Gliederschmerzen. Wichtig ist, dass die werdende Mutter ihren Heilpraktiker über ihren besonderen Zustand informiert, damit das empfohlene Homöopathikum weder sie selbst noch ihr Kind in irgendeiner Art beeinträchtigen kann.

© Dan Race - Fotolia.com

Fazit
Gliederschmerzen können von einem grippalen oder viralen Infekt herrühren.
Die Abklärung der Ursache für die Gliederschmerzen durch einen Arzt ist dringend ratsam, da manche Grunderkrankungen schwere gesundheitliche Schäden des Kindes nach sich ziehen können.
Bei der Behandlung einer Erkältung während der Schwangerschaft sind nichtmedikamentöse Maßnahmen chemischen Präparaten möglichst vorzuziehen.
Tipps von Gynäkologin Dr. Verena Breitenbach
  • Gliederschmerzen in der Schwangerschaft sind außerhalb eines grippalen Infektes eher selten und sollten abgeklärt werden.
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

 
 
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*Natürlich halten sich viele Babys nicht an einen bestimmten Termin. Die meisten werden im Zeitraum von zwei Wochen davor oder danach geboren. Auch der Frauenarzt wird den Geburtstermin im Laufe der Schwangerschaft noch korrigieren.

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