Minijob für Mütter und Väter
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Minijob für Mütter und Väter

Minijob für Mütter und Väter - Bis zu 450 Euro können Sie monatlich verdienen. Ihr Vorteil ist, dass Sie von allen Sozialabgaben befreit sind, dennoch gibt es einiges zu beachten. Wir haben alles Wissenswerte für Sie zusammengestellt.

windeln.de Redaktion
von windeln.de Redaktion
Do, 02/20/2014 - 18:30 Wed, 01/03/2018 - 18:16

Wissenswertes zum Minijob für Mütter und Väter

Die monatliche Einkommensgrenze für einen Minijob, umgangssprachlich auch als 400 Euro Job bezeichnet, liegt bei 450 Euro (die Einkommensgrenze wurde 2013 erhöht). Unterliegt das monatliche Einkommen Schwankungen, gilt eine jährliche Einkommensgrenze von 5.400 Euro.

Bei einem Minijob sind Sie von den Sozialabgaben befreit, lediglich der Arbeitgeber führt eine Pauschale von 30 Prozent ab. Üben Sie den Minijob in einem Privathaushalt aus, reduziert sich die Pauschale für den Arbeitgeber auf 13,7 Prozent.

Ihr Bruttoeinkommen aus der Tätigkeit entspricht also dem Nettoeinkommen: Die Pauschale des Arbeitgebers umfasst neben der Renten- und Krankenversicherung auch die Steuer.

Sie können mehrere Minijobs parallel ausüben, allerdings darf das gesamte monatliche Einkommen aus den Tätigkeiten 450 Euro monatlich beziehungsweise 5.400 Euro jährlich nicht übersteigen.

Hier gibt es eine Ausnahme: Üben Sie bereits eine Hauptbeschäftigung aus und möchten mit dem Minijob etwas hinzuverdienen, ist nur eine Tätigkeit abgabenfrei. Üben Sie mehrere aus, werden alle weiteren zum Haupteinkommen addiert und unterliegen der Abgabepflicht.

Kurzfristige Beschäftigungen gelten auch bei höherem Einkommen als Minijob, sofern die Beschäftigung sich auf zwei Monate im Jahr oder bei maximal vier Tagen pro Woche auf insgesamt 50 Tage im Jahr beschränkt. Übersteigt das Einkommen aus der Tätigkeit 5.400 Euro im Jahr, bleiben Sie dennoch von Sozialabgaben befreit, unterliegen aber der Steuerpflicht.

Ansonsten ist die wöchentliche Arbeitszeit bei einem Minijob nicht beschränkt, nur während der Elternzeit gilt eine weitere Ausnahmeregelung.

Im Krankheitsfall haben Sie auch bei einem Minijob Anspruch auf Lohnfortzahlung, diese ist auf 42 Tage im Jahr begrenzt. Für den Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen, die Unfallversicherung und den Mutterschutz gelten die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für eine Vollzeittätigkeit im Angestelltenverhältnis.

Minijob und Krankenversicherung

Bei einem Minijob wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass Sie diesen neben einem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob beziehungsweise dem Bezug von Arbeitslosengeld I oder II ausüben, über den Ehepartner oder privat versichert sind. Die vom Arbeitgeber abgeführte Pauschale fällt daher in die Solidargemeinschaft.

Das bedeutet konkret: Sind Sie aus irgendeinem Grund nicht krankenversichert und üben einen Minijob aus, sind Sie dadurch nicht automatisch versichert - Sie müssen also eine Krankenversicherung abschließen.

Minijob für Mütter und Väter in der Elternzeit

Während der Elternzeit dürfen Sie einen Minijob ausüben. Hier gilt es zu beachten, dass die wöchentliche Arbeitszeit 30 Stunden pro Woche nicht überschreiten darf.

Möchten Sie einen Minijob bei einem anderen als dem eigentlichen Arbeitgeber ausüben, muss dieser seine Zustimmung erteilen. Sind Sie arbeitslos, muss das zuständige Arbeitsamt informiert werden, die Einkünfte werden anteilig mit den monatlichen Bezügen verrechnet.

Auch mit dem Elterngeld werden die Einkünfte aus dem Minijob verrechnet. Nicht aber, wenn Sie Elterngeld Plus beziehen (gilt für die Kinder, die ab 1. Juli 2015 geboren wurden). Nach Ablauf des Bezuges von Elterngeld ist die gestattete wöchentliche Arbeitszeit während der Elternzeit dennoch auf 30 Wochenstunden beschränkt. Nach der Elternzeit gilt diese Grenze nicht mehr.

Typische Minijobs

Oft werden Saisontätigkeiten als Minijob vergeben. Diese sind häufig gut bezahlt und bleiben, sofern die zulässige Arbeitszeit im Jahr nicht überschritten wird, für den Beschäftigten frei von Sozialabgaben. Zur Urlaubs- und Krankenvertretung werden ebenfalls gerne Minijobber gewählt.

Ansonsten kann eigentlich jede Beschäftigung als Minijob vergeben werden. Restaurants und Cafés stellen Kellner auf dieser Basis ein, Bürokräfte können ebenso einen 400 Euro Job ausüben wie Kassiererinnen im Supermarkt, Reinigungskräfte, Haushaltshilfen oder Lagerarbeiter. Eine ganz typische Beschäftigung ist das Austragen von Zeitschriften.

Fazit
Für Mütter und Väter kann ein Minijob die ideale Lösung sein, um neben der Betreuung des Kindes stundenweise zu arbeiten und etwas zum Lebensunterhalt zu verdienen. Dies trifft auch nach Beendigung der Elternzeit zu, wenn Sie im Anschluss nicht mehr in Ihren vorherigen Job zurückkehren. Beachten Sie einige Regeln, sind Sie bei diesem Einkommen von Sozialabgaben und Steuern befreit.
Überblick
Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich/5.400 Euro jährlich
Ausnahmeregelung für kurzfristige Beschäftigung
während der Elternzeit maximal 30 Stunden/Woche
gegebenenfalls Erlaubnis des Arbeitgebers einholen
Krankenversicherungsschutz prüfen

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