Auditive Wahrnehmungsstörungen: Die Hyperakusis
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Auditive Wahrnehmungsstörungen: Die Hyperakusis

Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern - Ihr Kind schreckt schon bei kleinsten Alltagsgeräuschen zusammen? Es reagiert auf das Klingeln des Telefons verschreckt oder stark weinend? Falls Ihnen diese Reaktionen häufiger auffallen, ist es möglich dass Ihr Kind unter der sogenannten Hyperakusis leidet.

Nicole Ulrich
von Nicole Ulrich
Kindertherapeutin
Mi, 10/15/2014 - 14:55 Thu, 01/04/2018 - 10:59

Körperliche Signale beachten

Leidet ein Baby oder Kind an Hyperakusis ist es häufig nicht nur schreckhaft und weint bzw. schreit. Die nervösen, sehr ängstlichen oder teils aggressiven Reaktionen sind häufig auch mit Zittern, Herzrasen und einem Anstieg des Blutdrucks verbunden. Verspannungen im Nacken sowie eine teilweise sehr zurückgezogene Verhaltensweise sind ebenfalls Symptome der Geräuschüberemfpindlichkeit.

Da in der Umgebung von Babys und Kindern permanent Geräusche auftreten, insbesondere wenn Geschwisterkinder vorhanden sind, kann die Hyperakusis sehr belastend sein. Obwohl es oftmals hilfreich ist, sollten Sie Ihr Kind aufgrund der gesteigerten Geräuschempfindlichkeit nicht dauerhaft von anderen Kindern trennen.

Eine dauerhaft ruhige Umgebung kann die Hyperakusis- Beschwerden verstärken. Vielmehr ist eine individuelle fachmedizinische Behandlung und Therapie empfehlenswert.

In einigen Fällen ist ein Tinnitus die Ursache für die Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern. Dieser lässt sich für medizinische Laien kaum erkennen und wird bei kleinen Kindern häufig nur von erfahrenen HNO-Ärzten diagnostiziert. Sowohl die Hyperakusis als auch der Tinnitus treten im Baby- und Kindheitsalter eher selten auf.

Diagnose der Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern

Schon bei größeren Kindern und Erwachsenen ist die Diagnose Hyperakusis häufig schwierig zu stellen. Bei Kleinkindern und Babys, die sich über ihr Befinden nicht umfassend äußern können, ist es umso komplizierter der Erkrankung auf die Spur zu kommen.

Hinweise könnten sein, dass sich das Kind bei lauten Geräuschen die Ohren zuhält, wegdreht oder Bezugspersonen auffordert, leise zu sein, wenn es gerade selbst viel Lärm macht.

Meist kommen HNO-Ärzte eher auf den Gedanken an eine Hyperakusis als Kinderärzte. Sobald Sie das Gefühl haben, dass sich scheinbar normale, alltägliche Geräusche negativ auf Ihr Kind auswirken, sollten Sie den Weg zum Facharzt nicht scheuen.

Vielfältige Ursachen für die Hyperakusis

Bei der Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern kommt es zu Störungen während der Verarbeitung akustischer Signale im Gehirn. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Ärzte und Hirnforscher vermuten, dass der Mechanismus, wichtige von unwichtigen Geräuschen zu unterscheiden, bei einer Geräuschüberempfindlichkeit nicht richtig funktioniert. Dies geschieht unter anderem kurzzeitig infolge von:

  • Stress
  • Hörsturz
  • Migräne
  • neurologischen Erkrankungen (Gesichtslähmung, Epilepsie) sowie
  • Medikamenteneinnahme

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Zusammenfassung: nur wenig Behandlungsmöglichkeiten für kleine Patienten
Da die Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern und deren Ursachen bei Babys und kleinen Kindern sehr selten ist, zeigen sich die erforschten Therapiemöglichkeiten äußerst gering. Oftmals reagieren die Kinder- und HNO-Ärzte nach erfolgter Diagnose zunächst abwartend.

Erst ab dem Kindergarten- oder Schulalter ist eine Behandlung mit einem "Noiser" möglich. Ein Noiser ist ein kleiner, hörgeräteähnlicher Ohreinsatz, der dem Ohr eine Geräuschkulisse vorspielt. Diese lässt sich soweit verändern, dass das Gehirn nach und nach lernen kann, besser mit der Hörumgebung umzugehen. Eine medikamentöse Behandlung der Geräuschüberempfindlichkeit bei Babys und Kindern wird derzeit noch entwickelt.
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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