Herpes genitalis in der Schwangerschaft: Risiken und Schutzmaßnahmen

Herpes genitalis in der Schwangerschaft: Risiken und Schutzmaßnahmen

Herpes genitalis, eine weit verbreitete sexuell übertragbare Krankheit, kann während der Geburt auf das Kind übertragen werden und zu schweren Komplikationen führen. Die Symptome sind unterschiedlich, wobei die Erstinfektion am intensivsten ist. Während der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten, da eine Übertragung auf das Neugeborene schwerwiegende Folgen haben kann.

Die Diagnose erfolgt hauptsächlich durch Anamnese und körperliche Untersuchung, die Behandlung durch antivirale Medikamente. Vorbeugende Maßnahmen wie die Verwendung von Kondomen sind entscheidend, um das Übertragungsrisiko zu minimieren.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

Alle Beiträge des Experten

Herpes genitalis in der Schwangerschaft: Risiken und Schutzmaßnahmen

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Herpes genitalis: Ansteckung, Ursachen und Ausbrüche

Herpes-Viren gelangen durch winzige Haut- und Schleimhautverletzungen in den Körper und setzen sich dort an den Nervenknotenpunkten fest. Nach einer Erstinfektion verbleiben sie lebenslang im Körper und können jederzeit zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung führen. Herpes genitalis kann durch alle sexuellen Praktiken – also auch durch Oralverkehr oder manuelle Stimulationen – übertragen werden.

Herpes genitalis: Symptome, Ausprägung und Ansteckungsrisiko

Typische Symptome von Herpes genitalis

Die Symptome einer Infektion mit Herpes genitalis sind sehr unterschiedlich und bei der ersten Infektion meist am stärksten ausgeprägt. Spätere Ausbrüche können dagegen fast symptomlos vor sich gehen. Typische Zeichen der Erkrankung sind:

  • schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich, am Gesäß und in der Afterregion
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Juckreiz
  • vaginaler Ausfluss
  • grippeartige Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und Gliederschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen in der Leistengegend.

Dauer und Verlauf der Infektion

Die Erstinfektion kann bis zu drei Wochen dauern, Folgeinfektionen sind in der Regel nach drei bis fünf Tagen ausgestanden.

Risiko einer Ansteckung

Eine Ansteckung kann auch bei einem fast symptomlosen Ausbruch erfolgen.

Herpes genitalis in der Schwangerschaft: Risiken und Folgen

Infektionsrisiko für das Baby

In der Schwangerschaft und vor allem während der Geburt kann eine Herpes genitalis-Infektion für das Baby sehr gefährlich werden. Ein hohes Risiko besteht vor allem dann, wenn sich die Schwangere zum ersten Mal mit Herpes genitalis infiziert und noch keine Antikörper gegen den Erreger ausgebildet hat. Bereits vorhandene Antikörper bewirken bis zu drei Monaten nach der Geburt auch eine weitgehende Immunität des Babys gegen Herpes genitalis-Viren.

Ansteckungswege während der Schwangerschaft

Eine Ansteckung des Babys erfolgt vor allem während der Geburt. Sehr selten ist eine Infektion über die Plazenta, die nur dann erfolgen kann, wenn die Infektion der Mutter auf den gesamten Organismus übergreift – medizinisch wird dieser Vorgang als Virämie bezeichnet.

Mögliche Folgen einer unbehandelten Infektion

Allerdings kann ein unbehandelter Genitalherpes durch eine durch die Vagina aufsteigende Infektion auch die Fruchthöhle erreichen. In diesem Fall sowie bei einer Virämie kann es zu vorzeitigen Wehen, Fehlgeburten sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen des Kindes kommen. Folgen einer vorgeburtlichen Infektion können beispielsweise Wachstumsstörungen, Gehirnentzündungen oder Störungen der kindlichen Gehirnentwicklung sein.

Diagnose und Vorsorge bei Herpes genitalis in der Schwangerschaft

Diagnoseverfahren bei Herpes genitalis

Die Diagnose eines Herpes genitalis erfolgt anhand der Anamnese (Krankengeschichte, Informationen über eine vorangegangene Infektion), durch körperliche Untersuchung oder das Anlegen von Virenkulturen. Auch eine Blutuntersuchung der Mutter auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen HSV-Viren ist möglich, jedoch kein Bestandteil der regulären Schwangerschaftsvorsorge.

Pränatale Diagnostik bei Verdacht

Falls in der frühen Schwangerschaft ein begründeter Verdacht für eine Infektion des Babys mit Herpes simplex-Viren besteht, kommen Maßnahmen der pränatalen Diagnostik in Betracht.

Behandlung von Herpes genitalis während der Schwangerschaft

Behandlung von Herpes genitalis während der Schwangerschaft

Antivirale Therapie bei Infektion

Eine Erst- oder Folgeinfektion mit Herpes genitalis in der Schwangerschaft erfordert eine Therapie mit antiviralen Medikamenten, die insgesamt fünf Tage dauert und für das Baby ungefährlich ist. Die Präparate – in der Regel Aciclovir – sorgen für die Linderung akuter Beschwerden und beschleunigen das Abheilen der infektiösen Bläschen.

Empfehlungen im letzten Schwangerschaftsdrittel

Falls sich die Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel zum ersten Mal mit Herpes genitalis infiziert oder sich kurz vor der Geburt die Symptome eines Ausbruchs zeigen, wird grundsätzlich ein Kaiserschnitt empfohlen, um das Infektionsrisiko für das Kind möglichst gering zu halten.

Vorgehen in den ersten beiden Trimestern

Bei einer Neu- oder Folgeinfektion in den ersten beiden Schwangerschaftstrimestern wird der Arzt möglicherweise während der letzten vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin die Einnahme von Aciclovir verordnen. Ein Kaiserschnitt ist in solchen Fällen nicht erforderlich, sofern die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt symptomlos ist.

Vorbeugung und Umgang mit Herpes genitalis

Eine Herpes genitalis-Infektion entsteht durch Sexualkontakte – vor allem im Jugendalter oder außerhalb einer festen Partnerschaft ist der beste Schutz dagegen die Verwendung von Kondomen. Falls Sie oder Ihr Partner eine frühere Ansteckung mit Herpes genitalis oder eine erstmalige Infektion vermuten, sollten Sie Ihren Arzt und Ihre Hebamme darüber informieren und bei akuten Symptomen auf sexuellen Kontakt verzichten.

Wichtig: Auch wenn Ihr Partner einen Lippenherpes hat, kann daraus eine genitale Infektion entstehen.

Fazit
Herpes genitalis wird durch Viren verursacht und gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.
Eine mögliche Übertragung auf das Baby erfolgt vor allem während der Geburt, vorgeburtliche Infektionen sind äußerst selten.
Eine Infektion des Babys kann zu akuter Lebensgefahr und schweren Schädigungen führen.
Die Behandlung erfolgt durch antivirale Medikamente.
Bei einer Erstinfektion im letzten Schwangerschaftstrimester oder einem akuten Ausbruch vor der Geburt wird ein Kaiserschnitt empfohlen.

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Verena Breitenbach

Die Autorin, Dr. Verena Breitenbach, ist eine ganzheitliche Frauenärztin mit internationalem Studium und breiter Ausbildung in Naturheilkunde, Psychosomatik, Onkologie und mehr…

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Herpes-Viren gelangen durch winzige Haut- und Schleimhautverletzungen in den Körper und setzen sich dort an den Nervenknotenpunkten fest. Nach einer Erstinfektion verbleiben sie lebenslang im Körper und können jederzeit zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung führen. Herpes genitalis kann durch alle sexuellen Praktiken – also auch durch Oralverkehr oder manuelle Stimulationen – übertragen werden.

Herpes genitalis: Symptome, Ausprägung und Ansteckungsrisiko

Typische Symptome von Herpes genitalis

Die Symptome einer Infektion mit Herpes genitalis sind sehr unterschiedlich und bei der ersten Infektion meist am stärksten ausgeprägt. Spätere Ausbrüche können dagegen fast symptomlos vor sich gehen. Typische Zeichen der Erkrankung sind:

  • schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich, am Gesäß und in der Afterregion
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Juckreiz
  • vaginaler Ausfluss
  • grippeartige Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und Gliederschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen in der Leistengegend.

Dauer und Verlauf der Infektion

Die Erstinfektion kann bis zu drei Wochen dauern, Folgeinfektionen sind in der Regel nach drei bis fünf Tagen ausgestanden.

Risiko einer Ansteckung

Eine Ansteckung kann auch bei einem fast symptomlosen Ausbruch erfolgen.

Herpes genitalis in der Schwangerschaft: Risiken und Folgen

Infektionsrisiko für das Baby

In der Schwangerschaft und vor allem während der Geburt kann eine Herpes genitalis-Infektion für das Baby sehr gefährlich werden. Ein hohes Risiko besteht vor allem dann, wenn sich die Schwangere zum ersten Mal mit Herpes genitalis infiziert und noch keine Antikörper gegen den Erreger ausgebildet hat. Bereits vorhandene Antikörper bewirken bis zu drei Monaten nach der Geburt auch eine weitgehende Immunität des Babys gegen Herpes genitalis-Viren.

Ansteckungswege während der Schwangerschaft

Eine Ansteckung des Babys erfolgt vor allem während der Geburt. Sehr selten ist eine Infektion über die Plazenta, die nur dann erfolgen kann, wenn die Infektion der Mutter auf den gesamten Organismus übergreift – medizinisch wird dieser Vorgang als Virämie bezeichnet.

Mögliche Folgen einer unbehandelten Infektion

Allerdings kann ein unbehandelter Genitalherpes durch eine durch die Vagina aufsteigende Infektion auch die Fruchthöhle erreichen. In diesem Fall sowie bei einer Virämie kann es zu vorzeitigen Wehen, Fehlgeburten sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen des Kindes kommen. Folgen einer vorgeburtlichen Infektion können beispielsweise Wachstumsstörungen, Gehirnentzündungen oder Störungen der kindlichen Gehirnentwicklung sein.

Diagnose und Vorsorge bei Herpes genitalis in der Schwangerschaft

Diagnoseverfahren bei Herpes genitalis

Die Diagnose eines Herpes genitalis erfolgt anhand der Anamnese (Krankengeschichte, Informationen über eine vorangegangene Infektion), durch körperliche Untersuchung oder das Anlegen von Virenkulturen. Auch eine Blutuntersuchung der Mutter auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen HSV-Viren ist möglich, jedoch kein Bestandteil der regulären Schwangerschaftsvorsorge.

Pränatale Diagnostik bei Verdacht

Falls in der frühen Schwangerschaft ein begründeter Verdacht für eine Infektion des Babys mit Herpes simplex-Viren besteht, kommen Maßnahmen der pränatalen Diagnostik in Betracht.

Behandlung von Herpes genitalis während der Schwangerschaft

Behandlung von Herpes genitalis während der Schwangerschaft

Antivirale Therapie bei Infektion

Eine Erst- oder Folgeinfektion mit Herpes genitalis in der Schwangerschaft erfordert eine Therapie mit antiviralen Medikamenten, die insgesamt fünf Tage dauert und für das Baby ungefährlich ist. Die Präparate – in der Regel Aciclovir – sorgen für die Linderung akuter Beschwerden und beschleunigen das Abheilen der infektiösen Bläschen.

Empfehlungen im letzten Schwangerschaftsdrittel

Falls sich die Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel zum ersten Mal mit Herpes genitalis infiziert oder sich kurz vor der Geburt die Symptome eines Ausbruchs zeigen, wird grundsätzlich ein Kaiserschnitt empfohlen, um das Infektionsrisiko für das Kind möglichst gering zu halten.

Vorgehen in den ersten beiden Trimestern

Bei einer Neu- oder Folgeinfektion in den ersten beiden Schwangerschaftstrimestern wird der Arzt möglicherweise während der letzten vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin die Einnahme von Aciclovir verordnen. Ein Kaiserschnitt ist in solchen Fällen nicht erforderlich, sofern die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt symptomlos ist.

Vorbeugung und Umgang mit Herpes genitalis

Eine Herpes genitalis-Infektion entsteht durch Sexualkontakte – vor allem im Jugendalter oder außerhalb einer festen Partnerschaft ist der beste Schutz dagegen die Verwendung von Kondomen. Falls Sie oder Ihr Partner eine frühere Ansteckung mit Herpes genitalis oder eine erstmalige Infektion vermuten, sollten Sie Ihren Arzt und Ihre Hebamme darüber informieren und bei akuten Symptomen auf sexuellen Kontakt verzichten.

Wichtig: Auch wenn Ihr Partner einen Lippenherpes hat, kann daraus eine genitale Infektion entstehen.

Fazit
Herpes genitalis wird durch Viren verursacht und gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.
Eine mögliche Übertragung auf das Baby erfolgt vor allem während der Geburt, vorgeburtliche Infektionen sind äußerst selten.
Eine Infektion des Babys kann zu akuter Lebensgefahr und schweren Schädigungen führen.
Die Behandlung erfolgt durch antivirale Medikamente.
Bei einer Erstinfektion im letzten Schwangerschaftstrimester oder einem akuten Ausbruch vor der Geburt wird ein Kaiserschnitt empfohlen.

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