Herpes: Wie gefährlich ist er für Babys und Kinder?
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Herpes: Wie gefährlich ist er für Babys und Kinder?

Eine Tröpfcheninfektion - Das Herpesvirus kann für Babys sehr gefährlich werden. Was für Erwachsene ungefährlich sein kann, ist für Neugeborene unter Umständen lebensbedrohlich. Das Herpes-simplex-Virus, welches sich leicht durch Küsse und Liebkosungen überträgt, kann zu schweren Infektionen bei Neugeborenen führen.

Frau Dr. Rothe
von Dr. Anne Rothe
Kinderärztin
Do, 01/08/2015 - 14:18 Tue, 07/23/2019 - 11:30

In den ersten acht Lebenswochen achtsam mit Herpes umgehen

Laut Kinderärzten und Veröffentlichungen des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) ist eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren besonders für Babys gefährlich, die jünger als sechs Wochen sind.

Das Immunsystem eines Säuglings ist in diesem Alter noch so unreif, dass das Herpes-simplex-Virus sich auf die inneren Organe und auch das Gehirn ausbreiten und so lebensbedrohliche Infektionen wie eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Das Herpes-simplex-Virus wird nicht nur durch Küssen übertragen. Auch das gemeinsame Nutzen von Gläsern, Löffeln, Handtüchern oder Zahnbürsten kann zu Herpesinfektionen führen.

Die Symptome

Hat sich ein Neugeborenes mit Herpesvirus infiziert, kann es zu Erkrankungssymptomen kommen, die einer Blutvergiftung ähneln. Einige kleine Patienten zeigen die typischen Herpesbläschen auf den Schleimhäuten und auf der Haut, zusätzlich haben sie häufig Fieber. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten geht das Herpesvirus in diesem Alter auch auf das zentrale Nervensystem über.

Hat sich ein Baby mit Herpes angesteckt, ist ein Kinderarztbesuch dringend zu empfehlen. Besonders der Übergang der Infektion ins Auge sowie in das Nervensystem kann zu komplizierten Krankheitsverläufen sowie lebenslang andauernden, gesundheitlichen Schäden führen.

Behandlungsmöglichkeiten und Ansteckungsrisiken

Um schwere Herpesinfektionen bei Neugeborenen zu vermeiden, kann es je nach ärztlicher Meinung gemeinsam mit der Mutter behandelt werden, wenn bei ihr ausgeprägte Herpessymptome vorliegen. Die Behandlung erfolgt mit einem Medikament, das die Vermehrung des Virus einschränken kann.

Medikamente, die das Virus direkt angreifen und für immer aus dem Körper entfernen sowie Impfungen gibt es derzeit noch nicht.

Tritt eine Herpeserkrankung der Mutter im Genitalbereich während der Schwangerschaft auf, kann diese zur Frühgeburt führen. Besteht ein akuter Herpesausbruch in der Scheide, können die Erreger während einer Spontangeburt direkt auf das Neugeborene übergehen. Um dies zu vermeiden, ist ein Kaiserschnitt sinnvoll.

Da über 90 Prozent aller Menschen das Herpes-simplex-Virus, das Lippenbläschen verursacht, in sich tragen, ist der Kontakt mit infizierten Menschen für ein Baby kaum vermeidbar. Solange jedoch keine Herpessymptome sichtbar sind, kann das Virus auch nicht übertragen werden.

Etwa 15 Prozent der Herpesträger zeigen hin und wieder entsprechende Symptome. Oft sind sie ein bis drei Mal im Jahr von Lippenbläschen betroffen. Aufgrund der Hormonumstellung und des geschwächten Immunsystems kann es in der Schwangerschaft häufiger zum Ausbruch von Herpes kommen.

Darauf sollten Sie bei einer Herpesinfektion unbedingt achten

Wenn Sie selbst einen Lippenherpes haben, ist es wichtig im Umgang mit Ihrem Baby oder Kleinkind:

  • auf das Küssen zu verzichten
  • den Schnuller nicht in den Mund zu nehmen
  • kein gemeinsames Trinkglas oder Besteck zu benutzen
  • ein eigenes Handtuch zu verwenden
  • häufig die Hände zu waschen
  • beim Stillen gegebenenfalls einen Mundschutz zu verwenden, um die versehentliche Berührung der Herpesbläschen durch das Baby, aber auch durch die Mutter selbst zu vermeiden und so das Übertragungsrisiko zu minimieren.

Bei großflächigem oder immer wiederkehrendem Herpes empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen. Vermeiden Sie an juckenden Bläschen zu kratzen. Dies führt zu einer Ausbreitung der Herpes Viren und somit häufig zu einer Verschlimmerung der Symptome. Achten Sie darauf, ob Besucher Lippenherpes haben. Falls ja, verhindern Sie den näheren körperlichen Kontakt zwischen der jeweiligen Person und Ihrem Kind.

Fazit
Besonders für das unreife Immunsystem eines Neugeborenen birgt eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus eine große Gefahr. In wenigen Fällen kann sie zu schwerer Krankheit und sogar zum Tode führen. Sie sollten stets darauf achten, dass ein Baby nicht mit Menschen in engen Kontakt kommt, die unter einem Herpesausbruch leiden
Ist die Mutter eines Babys betroffen, kann eine vorsorgliche Behandlung mit virenhemmenden Mitteln sinnvoll sein. Zusätzlich ist unbedingt auf entsprechende hygienische Maßnahmen zu achten. Liegt eine genitale Herpesinfektion während der Geburt vor, ist zum Schutz des Kindes ein Kaiserschnitt vorzuziehen
Tipps
von Kinderärztin Dr. Anne Rothe
  • In den ersten Lebenswochen ist eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus für Babys besonders gefährlich. Personen mit Lippenherpes können dieses Virus leicht übertragen und sollten daher möglichst keinen engen Kontakt zu Babys haben
  • Falls eine Mutter an Lippenherpes erkrankt, so sollte sie bei engem Kontakt zum Baby (z.B. beim Stillen) das Bläschen mit einem Pflaster abdecken und ggf. zusätzlich einen Mundschutz tragen. Sie sollte das Baby keinesfalls küssen und penibel auf die Handhygiene achten
  • Zeigt Ihr Baby in den ersten Lebenswochen hohes Fieber, Trinkverweigerung sowie auffällige Bläschen im Mund oder auf der Haut, sollten Sie es umgehend einem Kinderarzt vorstellen
  • Herpesinfektionen bei Säuglingen oder Kleinkindern äußern sich häufig als sogenannte „Mundfäule“ mit schmerzhaften offenen Stellen und Entzündungen der Mundschleimhaut
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Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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