Blutschwämmchen bei Neugeborenen » Ursachen, Behandlung und Risiken

Blutschwämmchen bei Neugeborenen » Ursachen, Behandlung und Risiken

Ein Blutschwämmchen, auch Hämangiom genannt, ist eine gutartige Vermehrung und Erweiterung von Blutgefäßen, die bei Neugeborenen oder Säuglingen auftreten kann. Diese Schwellungen sind in der Regel rot oder bläulich und leicht erhaben. Blutschwämmchen treten bei bis zu 3 Prozent aller Säuglinge auf und können von klein bis mehrere Zentimeter groß sein. In den meisten Fällen wachsen sie zunächst, bevor sie sich oft spontan zurückbilden.

Die Ursachen werden mit hormonellen und genetischen Faktoren in Verbindung gebracht. Während die meisten Hämangiome ohne Behandlung verschwinden, können große oder kritisch gelegene Blutschwämmchen ärztliche Aufmerksamkeit erfordern. Eine frühzeitige Untersuchung durch den Kinderarzt ist ratsam, um die beste Vorgehensweise zu bestimmen.

Dr. Anne Hilgendorff

Anne Hilgendorff ist Kinderärztin und Neonatologin, die ihre Arbeit mit Kindern von der Geburt an schätzt. Sie engagiert sich in der Klinik, Nachsorge und Forschung, um neue Wege für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu finden.

Alle Beiträge des Experten

Blutschwämmchen bei Neugeborenen » Ursachen, Behandlung und Risiken

Alle Beiträge des Experten

Hämangiome bei Säuglingen: Ursachen, Größen und Wachstumsphasen

Die Häufigkeit von Hämangiomen

Blutschwämmchen treten bei bis zu 3 Prozent aller Säuglinge auf. Etwa ein Drittel der Babys wird hierbei bereits mit einem Blutschwämmchen geboren. Bei allen anderen Kindern entwickelt sich das Hämangiom in den ersten Lebenswochen. Das Hämangiom kann zunächst klein sein und in den ersten Lebensmonaten noch an Größe zunehmen.

Unterschiede zu anderen Hautveränderungen

Ein Hämangiom unterscheidet sich von anderen Geburtsmalen darin, dass es zunächst meist wächst und sich – meist spontan – wieder zurückbildet. Insgesamt bilden sich rund 2/3 der Hämangiome auch ohne Therapie teilweise oder ganz zurück. Als Ursache werden hormonelle und genetische Faktoren diskutiert. Die gutartigen Hautveränderungen treten bei Mädchen häufiger auf als bei Jungen.

Die Größe der Hämangiome variiert von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern.

Kritische Aspekte von Hämangiomen

Kritisch können Blutschwämmchen sein, die

  • einen großen Umfang erreichen
  • sich eröffnen
  • an kosmetisch oder funktionell entscheidenden Stellen des Körpers wie z.B. an Gelenken, Schleimhäuten oder im Gesicht lokalisiert sind
  • an inneren Organen auftreten

Der Wachstumsverlauf eines Blutschwämmchens lässt sich in folgende Phasen gliedern:

  • Die Wachstumsphase in den ersten Lebensmonaten (bis zum letzten Drittel des ersten Lebensjahres)
  • Die „Stillstandphase“, in der sich das Hämangiom augenscheinlich nicht verändert (meist tritt hier schon eine Erschlaffung des Blutschwämmchens ein und eine leichte Aufhellung)
  • Die Rückbildungsphase (von der Größe des Hämangioms abhängig), die in der Regel bei Kindern spätestens bis zum 10. Lebensjahr abgeschlossen ist. Oft bildet sich das Blutschwämmchen schneller zurück.

Hämangiome bei Säuglingen: Ursachen, Größen und Wachstumsphasen

Muss mein Kind damit zum Arzt?

Entdecken Eltern bei ihrem Baby die typischen rot-blauen, leicht erhabenen Hautveränderungen, sollten sie in jedem Fall den Kinderarzt aufsuchen. Der Kinderarzt weiß, welche Spezialpraxis oder -ambulanz das Hämangiom gegebenenfalls am besten mitbeurteilen kann und bespricht die durch die Eltern durchzuführenden Beobachtungsmerkmale. Bei großen Blutschwämmchen oder mehreren betroffenen Stellen wird in der Regel auch eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane durchgeführt. Eine klinische Untersuchung des Kindes gehört immer dazu.

Welche Therapien gibt es?

Da sich die Mehrzahl der Blutschwämmchen bei Kindern im Laufe der ersten Lebensmonate (und -jahre) ohne Therapie zurückbilden, wird in vielen Fällen zunächst die Entwicklung beobachtend begleitet. Je nach Größe und Position wird eine Behandlung begonnen. Diese kann lokal erfolgen oder mit einer medikamentösen Behandlung und muss in jedem Fall in einer Spezialpraxis oder -ambulanz festgelegt werden. Operative Eingriffe sind nur selten nötig.

Zusammenfassung
Ein Blutschwämmchen ist eine gutartige Wucherung von Blutgefäßen, die meist direkt nach der Geburt oder aber in den ersten Lebensmonaten auftritt.
In den meisten Fällen bildet sich das Hämangiom spontan wieder zurück. Dies kann Monate dauern.
In bestimmten Fällen (Größe, Lokalisation) kann eine Behandlung notwendig sein.

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

Dr. Anne Hilgendorff

Anne Hilgendorff ist Kinderärztin und Neonatologin, die ihre Arbeit mit Kindern von der Geburt an schätzt. Sie engagiert sich in der Klinik, Nachsorge und Forschung, um neue Wege für Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu finden.

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Unterschiede zu anderen Hautveränderungen

Ein Hämangiom unterscheidet sich von anderen Geburtsmalen darin, dass es zunächst meist wächst und sich – meist spontan – wieder zurückbildet. Insgesamt bilden sich rund 2/3 der Hämangiome auch ohne Therapie teilweise oder ganz zurück. Als Ursache werden hormonelle und genetische Faktoren diskutiert. Die gutartigen Hautveränderungen treten bei Mädchen häufiger auf als bei Jungen.

Die Größe der Hämangiome variiert von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern.

Kritische Aspekte von Hämangiomen

Kritisch können Blutschwämmchen sein, die

  • einen großen Umfang erreichen
  • sich eröffnen
  • an kosmetisch oder funktionell entscheidenden Stellen des Körpers wie z.B. an Gelenken, Schleimhäuten oder im Gesicht lokalisiert sind
  • an inneren Organen auftreten

Der Wachstumsverlauf eines Blutschwämmchens lässt sich in folgende Phasen gliedern:

  • Die Wachstumsphase in den ersten Lebensmonaten (bis zum letzten Drittel des ersten Lebensjahres)
  • Die „Stillstandphase“, in der sich das Hämangiom augenscheinlich nicht verändert (meist tritt hier schon eine Erschlaffung des Blutschwämmchens ein und eine leichte Aufhellung)
  • Die Rückbildungsphase (von der Größe des Hämangioms abhängig), die in der Regel bei Kindern spätestens bis zum 10. Lebensjahr abgeschlossen ist. Oft bildet sich das Blutschwämmchen schneller zurück.

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Welche Therapien gibt es?

Da sich die Mehrzahl der Blutschwämmchen bei Kindern im Laufe der ersten Lebensmonate (und -jahre) ohne Therapie zurückbilden, wird in vielen Fällen zunächst die Entwicklung beobachtend begleitet. Je nach Größe und Position wird eine Behandlung begonnen. Diese kann lokal erfolgen oder mit einer medikamentösen Behandlung und muss in jedem Fall in einer Spezialpraxis oder -ambulanz festgelegt werden. Operative Eingriffe sind nur selten nötig.

Zusammenfassung
Ein Blutschwämmchen ist eine gutartige Wucherung von Blutgefäßen, die meist direkt nach der Geburt oder aber in den ersten Lebensmonaten auftritt.
In den meisten Fällen bildet sich das Hämangiom spontan wieder zurück. Dies kann Monate dauern.
In bestimmten Fällen (Größe, Lokalisation) kann eine Behandlung notwendig sein.

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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