Reflux bei Babys
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Reflux bei Babys

Als Reflux wird das Zurücklaufen des Mageninhalts in die Speiseröhre bezeichnet. Im Säuglingsalter sind viele Kinder gelegentlich von einem Reflux betroffen. Als Erkrankung wird das Zurücklaufen des Mageninhalts jedoch erst dann eingestuft, wenn das Kind unter dem Reflux selbst oder seinen Folgen leidet.

Dr. Anne Hilgendorff
von Dr. Anne Hilgendorff
Kinderärztin
Di, 09/30/2014 - 11:59 Thu, 10/17/2019 - 17:28

Was genau ist Reflux?

Fließt der Mageninhalt in die Speiseröhre zurück, dann liegt ein sogenannter gastroösophagealer Reflux vor.

Da mit zunehmendem Alter nach der Geburt der Mageninhalt mehr und mehr Magensäure enthält, also „sauer“ ist, können bei häufigem Auftreten des Refluxes die Speiseröhre, der Mundraum und die Zähne angegriffen werden. Bei länger bestehendem Reflux können hierdurch Langzeitschäden entstehen.

Bei einem Reflux kann es bis zum Spucken kleinerer Mengen oder Erbrechen größerer Mengen Mageninhalt kommen. Der Reflux kann aber auch ohne Spucken oder Erbrechen oft zunächst unbemerkt auftreten.

Das Zurückfließen der Nahrung ist bei kleinen Säuglingen in den ersten Lebenswochen häufig. Durch den geringeren Säuregehalt der Magenflüssigkeit ist bei kleineren Mengen und geringer Frequenz des Auftretens meist nichts zu befürchten. Der Reflux geht mit zunehmender Reife und Wachstum selbständig zurück. Dann wird der Mageneingang am Ende der Speiseröhre durch ein immer kräftigeres Muskelfaserband verschlossen, so dass ein Zurückfließen des Mageninhaltes in der Regel nicht auftritt.

Ursachen des Refluxes und möglich Folgen

Ein Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre kann bei gestillten, als auch bei mit der Flasche gefütterten Kindern, auftreten. Dieser sogenannte funktionelle Reflux bei Säuglingen lässt sich auf eine geringere Verschlusskraft des Muskelbandes am Mageneingang zurückführen. Der Muskel entspannt sich leichter und es kommt durch eine noch andere Position der Speiseröhre zum Magen leichter zum Rückfluss von Mageninhalt. Mit zunehmendem Alter des Kindes verringert sich dieses Problem bereits in den ersten Lebensmonaten und verschwindet zumeist ganz. Eine Rolle spielt wahrscheinlich auch eine genetische Veranlagung für das Auftreten des Refluxes.

Beobachtet wird dieses Phänomen häufiger bei Säuglingen, die schnell und hastig trinken – manchmal kann ein großer Milchspendereflex der Mutter oder ein zu großes Loch im Sauger das Auftreten begünstigen.

Ein sekundärer Reflux liegt vor, wenn dieser durch eine andere Erkrankung verursacht wird. Bei neurologischen Erkrankungen kann es zu einem Rückfluss zwischen Magen und Speiseröhre kommen. Auch Lungenerkrankungen können zu einem verstärkten Auftreten der Refluxkrankheit führen. In besonderen Fällen können Störungen in der Anlage des Magen-Darmtraktes (z.B. eine Hernie im Bereich des Zwerchfells) mit einem Reflux einhergehen.

Von einer Refluxkrankheit ist die Rede, wenn der Rückfluss so häufig und stark auftritt, dass es zu weiteren Symptomen bei den Kindern kommt.

Bei anhaltendem Reflux kann der Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre zu entzündlichen Veränderungen in der Speiseröhre oder dem Mundraum führen. Es können Schmerzen auftreten.

Tritt der Reflux häufig auf, kann es auch zu Eintritt von Magenflüssigkeit in die Luftröhre kommen, was ein Husten auslöst. In schweren Fällen kann es zu entzündlichen Veränderungen in der Lunge kommen.

Das Spucken beim Reflux muss von einem Erbrechen anderer Ursache abgegrenzt werden, wie es z.B. bei dem hypertrophen Pylorus auftritt (sogenannter Magenpförtnerkrampf).

Wenn eine Refluxkrankheit von Ihrem Kinderarzt vermutet wird, sollte eine Vorstellung bei einem Kindgastroenterologen erwogen werden. Hier kann dann auch eine mögliche notwendige medikamentöse Behandlung erwogen und besprochen werden.

Was kann ich tun?

Einem Reflux kann durch eine stabile Trinkposition und ein ruhiges Trinkverhalten vorgebeugt werden, da dies das Mitschlucken von Luft minimieren kann. Eine etwas erhöhte Position des Oberkörpers, z.B. durch Lagerung des Säuglings auf dem Schoß der Eltern bei angewinkelten Beinen der Eltern und zugewandtem Gesicht des Kindes nach der Mahlzeit kann ebenso unterstützend wirken. Das Aufstoßen von Luft nach der Mahlzeit kann durch leichtes Kreisen des Oberkörpers vom Kind in gehaltener sitzender Position erreicht werden. Hierdurch wird das Klopfen auf den Rücken über der Schulter ersetzt, das häufiger zum Spucken führt. Der Kinderarzt kann weitere Maßnahmen empfehlen, wie zum Beispiel den Wechsel der Nahrung in begründeten Fällen oder weitere Diagnostik, wie eine Ultraschalluntersuchung veranlassen, wenn das Spucken das im Säuglingsalter normale Maß übersteigt. Das Gedeihen des Kindes sollte immer gut sein und muss bei häufigem Spucken ebenso überprüft werden.

Wann muss ich mit meinem Baby zum Arzt?

Sprechen Sie Ihren Kinderarzt auf einen möglichen Reflux an, wenn:

  • sich Ihr Baby regelmäßig erbricht oder sehr häufig spuckt
  • Ihr Baby häufig nach dem Füttern hustet
  • Ihr Kind während oder nach dem Stillen häufig weint

Sofort zum Kinderarzt müssen Sie, wenn:

  • der Allgemeinzustand Ihres Kindes beeinträchtigt ist
  • Sie Blut im Erbrochenen finden
  • Ihr Kind Schluckbeschwerden hat
  • Ihr Baby nicht an Gewicht zunimmt oder die Nahrungsaufnahme verweigert
  • Ihr Kind häufig hustet und/oder einen Infekt hat
Fazit
Gelegentliches Zurückfließen von Milch in die Speiseröhre und damit verbundenes, leichtes Spucken ist im frühen Säuglingsalter häufig und bessert sich spontan im ersten Lebenshalbjahr.
Gehen Sie zum Kinderarzt, wenn die Beschwerden häufig und stark auftreten.
Probieren Sie Maßnahmen, die dem Reflux vorbeugen.
Arztgeprüft

Dieser Artikel wurde von unserem Expertenteam geprüft.

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